Kandava

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Kandava (dt.: Kandau)
Wappen von Kandava
Kandava (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: LettlandLettland Lettland
Landschaft: Kurland (lettisch: Kurzeme)
Verwaltungsbezirk: Kandavas novads
Koordinaten: 57° 2′ N, 22° 47′ OKoordinaten: 57° 2′ 15″ N, 22° 46′ 30″ O
Einwohner: 3.809 (1. Jul. 2018)
Fläche: 5,8 km²
Bevölkerungsdichte: 657 Einwohner je km²
Höhe:
Webseite: www.kandava.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:
Straße in Kandava

Kandava (deutsch: Kandau) ist eine Kleinstadt mit 3809 Einwohnern (Stand 1. Juli 2018)[1] am Fluss Abava im Westen Lettlands. Die Kommune Kandava ist das lettische Mitglied der European Charter – Villages of Europe, eine Gruppe ländlicher Gemeinden aus allen 28 EU-Ländern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 10. Jahrhundert verdrängten die Kuren die einheimischen Liven aus diesem Gebiet. Kandava (Villa Candowe) wurde 1230 erstmals schriftlich erwähnt. Ab 1253 befand sich hier eine Burg, um die sich der Ort entwickelte, welcher 1625 Marktrecht erhielt. Zu Zeiten des Herzogs Jakob Kettler wurden verschiedene Manufakturen errichtet, die Einwohnerzahl überstieg 1000. In den Nordischen Kriegen wurde die Burg mehrmals zerstört. Nach der Pest-Epidemie von 1710 war der Ort weitgehend entvölkert.

Als Teil des russischen Gouvernements Kurland erholte sich der Ort. 1893 wurden ihm die Stadtrechte verliehen. 1904 wurde eine Station an der Bahnlinie Riga-Ventspils eröffnet. 1905 herrschte im Dezember ein revolutionäres Komitee. Im Ersten Weltkrieg wurden 75 % der Einwohner zwangsevakuiert, als 1915 die Front näher rückte. Bis zur Besetzung durch deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg hatte die Stadt eine große jüdische Gemeinde mit einer Synagoge und einem Friedhof.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weitere Industriebetriebe angesiedelt, sodass sich die Einwohnerzahl bis 1989 verdoppelte.

Ordensburg Kandau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine der Deutschordensburg Kandau
am Burgberg Kandau
Mauerreste der Ordensburg Kandau

Von der Ordensburg Kandau des Deutschen Ordens blieben Mauerreste und Wallanlagen erhalten.

Kandavas novads[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge einer Verwaltungsreform bildete Kandava 1999 mit fünf Landgemeinden den ersten „novads“ (Bezirk) in Lettland. 2009 schlossen sich zwei weitere Gemeinden an. (Siehe auch: Verwaltungsgliederung Lettlands)

Im Jahre 2018 waren 8397 Einwohner registriert.[1]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kandava – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Latvijas iedzīvotāju skaits pašvaldībās (= Einwohnerzahlen der Selbstverwaltungsbezirke Lettlands), Stand: 1. Juli 2018 (lettisch), S. 9, abgerufen am 5. Januar 2019.