Kanfanar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kanfanar
Wappen von Kanfanar
Kanfanar (Kroatien)
Paris plan pointer b jms.svg
Koordinaten: 45° 7′ 20″ N, 13° 50′ 13″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Flagge der Gespanschaft Istrien Istrien
Höhe: 281 m. i. J.
Fläche: 58 km²
Einwohner: 1.543 (2011)
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+385) 052
Postleitzahl: 52352
Kfz-Kennzeichen: PU
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2013, vgl.)
Gemeindeart: Gemeinde
Bürgermeister: Sandro Jurman (HSLS)
Website:

Kanfanar (italienisch Canfanaro) ist eine Stadt und eine Gemeinde in der Gespanschaft Istrien, Kroatien. Die Gemeinde hat laut Volkszählung 2011 1.543 Einwohner. Kanfanar liegt 20 km nordöstlich von Rovinj auf 281 Meter über Adria.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dvigrad im Vordergrund und Kanfanar im Hintergrund

Die heutige Stadt Kanfanar ging aus den zwei kleineren Ortschaften Parentino und Moncastello hervor. Parention hat illyrische Wurzeln, ist aber später aufgegeben worden. Moncastello, später Duecastello (heute Dvigrad) genannt, verlor im Jahre 1631 wegen seuchenartiger Erkrankungen seine Einwohner und als deren neue Siedlung entstand das heutige Kanfanar. Als Baumaterial nutzte man u. a. die heutigen Ruinen von Dvigrad.

Die Kirche St. Silvester (1696) in Kanfanar verwahrt die erhalten gebliebenen liturgischen Gegenstände aus der Kirche von Dvigrad.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wirtschaftliche Grundlage der Stadt besteht hauptsächlich in Kleingewerbe und touristischen Aktivitäten. Am Westrand der Stadt arbeitet ein großer Kalksteinbruch, der ein hellbeiges Gestein aus der Kreideformation für Bau- und Dekorationszwecke liefert. Dieser Werkstein mit dem gleichen Namen wie seine Stadt ist überregional bekannt. Am Rande des Ortes befindet sich eine große Tabak verarbeitende Fabrik.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanfanar verfügt über einen Autobahnanschluss zur in Nord-Süd-Richtung führenden istrischen Magistrale A 9.

Die Stadt besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Divača–Pula. Ein Anschluss der im Jahre 1900 begonnenen schmalspurigen Lokalbahn Triest–Parenzo („Parenzobahn“) unterblieb, weil der dritte geplante Streckenabschnitt, Parenzo–Kanfanar, nie gebaut wurde.

Bedeutende Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giovanni Glavinìch/Franjo Glavinić (* 23. Juni 1585, † 6. Dezember 1652 in Trsat/Tersatto – Ortsteil von Rijeka), Franziskaner, Theologe, Literat, Geschichtsschreiber
  • Gregorio Franisovich († 1810 in Capodistria), Offizier und Teilnehmer an den Türkenkriegen auf dem Balkan

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Dieter Kaspar, Elke Kaspar, Anton Meden: Kanfanar in prähistorischer Zeit, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-8391-6689-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]