Kannawurf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kannawurf
Kannawurf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kannawurf hervorgehoben
Koordinaten: 51° 16′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs­gemeinschaft: Kindelbrück
Höhe: 138 m ü. NHN
Fläche: 15,53 km2
Einwohner: 792 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km2
Postleitzahl: 06578
Vorwahl: 036375
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 028
Adresse der Verbandsverwaltung: Puschkinplatz 1
99638 Kindelbrück
Webpräsenz: www.schloss-kannawurf.de
Bürgermeister: Sandro Knauf (FWV)
Lage der Gemeinde Kannawurf im Landkreis Sömmerda
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Über dieses Bild
Westansicht des Schlosses

Kannawurf ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Kindelbrück hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kannawurf liegt zwischen Hainleite und Wipper nahe der Thüringer Pforte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde das gleichnamige Ministerialengeschlecht von Kannewurf 1221 genannt, das hier seinen Stammsitz bis 1350 hatte. An der Stelle des Schlosses stand ursprünglich eine Wasserburg. Mit der Burg haben damals die Herren die von Erfurt über Weißensee und Sangerhausen nach Magdeburg führende Straße beschützt und kontrolliert. Bei Kindelbrück überquerte die Straße die Wipper. Der 1221 erwähnte Albert von Kannawurf könnte der Erbauer der Burg gewesen sein.

1564 baute Georg II. Vitzthum von Eckstedt das Renaissanceschloss Kannawurf auf dem seit 1539 im Familienbesitz befindlichen Gut; daneben gab es drei weitere Rittergüter im Ort.[2] Inschriften an Türen und Fenstern datieren in die Zeit zwischen 1563 und 1565. Die erhaltene Turmglocke aus dem Jahr 1586 ist mit dem Familienwappen verziert. Der Nordflügel beherbergte die Repräsentationsräume, darunter einen großen Saal; der Südflügel war Wirtschafts- und Wohnfunktionen vorbehalten, u. a. befand sich dort die Schlossküche. Verlies, Glockenturm, eine hölzerne Galerie aus dem 16. Jahrhundert und imposante Kellergewölbe runden das Ensemble ab. Nach Georgs Tod 1570 erhielten seine fünf Söhne das Schloss. Johann Friedrich I. von Eckstedt verpachtete das Gut 1661, da er durch den Dreißigjährigen Krieg verschuldet war.

1685 ersteigerte die Familie von Bose den Besitz. In einer Umbauphase im 18. Jahrhundert unter der Ägide der Bose wurden Veränderungen in der Raumaufteilung und der Dachlandschaft vorgenommen. 1726 ging der Besitz an die von Helmholt, später an weitere Besitzer, 1839 an die Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen.

Kannawurf gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Sachsenburg. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam es zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Eckartsberga im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem es bis 1944 gehörte.[3]

Während des Zweiten Weltkrieges mussten zahlreiche Frauen und Männer aus Polen und der Ukraine Zwangsarbeit auf dem 'Rittergut und der Staatsdomäne leisten.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Kannawurf setzt sich aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • WG Feuerwehr Verein Kannawurf 3 Sitze
  • WG TSV 5 Sitze

(Stand: Kommunalwahl 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Sandro Knauf (Fraktion Feuerwehr Verein Kannawurf) wurde am 5. Juni 2016 mit 221 Stimmen (69,7 %) gewählt und löste damit Hans Meyer ab.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Kannawurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das nach 1990 gerettete, davor im Verfall befindliche Schloss ist seit dem Sommer 2007 im Besitz des thüringischen Denkmalpflegezentrums und des Künstlerhauses Thüringen e.V. Ziele dieser beiden Vereine sind die Erhaltung und kulturelle Nutzung des Schlosses. Seit Mai 2008 finden im restaurierten Schloss Kannawurf wieder regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Peter und Paul (Kannawurf)

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum

Kulturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag Köhler, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 152.
  3. Orte des preußischen Landkreises Eckartsberga im Gemeindeverzeichnis 1900
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 270.
  5. Thüringer Landesamt für Statistik: Wahlen in Thüringen. Abgerufen am 26. Januar 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kannawurf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien