Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière

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Ehemaliger
Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière
Region Aquitanien
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Hauptort Saint-Pardoux-la-Rivière
Auflösungsdatum 29. März 2015
Einwohner 4.434 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 21 Einw./km²
Fläche 214,81 km²
Gemeinden 7
INSEE-Code 2433

Der Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière war bis 2015 ein französischer Kanton im Arrondissement Nontron im Département Dordogne und in der Region Aquitanien; sein Hauptort war Saint-Pardoux-la-Rivière, Vertreter im Generalrat des Départements ist seit 2001, wiedergewählt 2008, Georges Colas.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton ist 214,81 km² groß und hatte (2008) 4.462 Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von 21 Einwohnern pro km² entspricht. Er liegt im Mittel auf 257 Meter über dem Meeresspiegel, zwischen 125 m in Saint-Front-la-Rivière und 451 m in Firbeix.

Der Kanton grenzt im Norden an das Département Haute-Vienne (Kanton Saint-Mathieu und Kanton Châlus), im Osten an den Kanton Jumilhac-le-Grand, im Südosten an den Kanton Thiviers, im Süden an den Kanton Champagnac-de-Belair und im Westen an den Kanton Nontron.

Der Kanton wird in etwa mittig von der Dronne und ihren Nebenflüssen entwässert. Generelle Fließrichtung ist nach Südwest. Der bedeutendste Nebenfluss der Dronne ist die linksseitige Côle mit ihren rechtsseitigen Nebenflüssen Coly und Queue d’Ane. Zwischen der Dronne und der Côle verläuft der Trincou, der ebenfalls nach Südwest entwässert.

Der Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière ist integraler Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruinen des Château de la Renaudie

Menschliche Besiedlungspuren lassen sich im Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière mindestens bis ins Neolithikum zurückverfolgen (Funde bei Piogeat, Gemeinde Milhac-de-Nontron). Überbleibsel der Megalithkultur sind Menhire und ein Tumulus bei Coudert-Ferry (ebenfalls Gemeinde Milhac-de-Nontron). Aus der gallorömischen Epoche wurden Überreste in der Gemeinde Firbeix entdeckt.

Im frühen Mittelalter entstanden dann erste romanische Ortskirchen, beispielsweise:

  • Die Kirche Notre-Dame du Scapulaire in Mialet aus dem 12. Jahrhundert.
  • Die Templerkirche Saint-Martin in Milhac-de-Nontron, 12. Jahrhundert.
  • Die Kirche Saint-Front in Saint-Front-la-Rivière.
  • Die Ortskirche von Saint-Saud aus dem 12. Jahrhundert.

Auch mindestens zwei Orden hatten im Kanton etwa zur selben Zeit Niederlassungen:

  • So beispielsweise die Zisterzienser das Priorat Saint-Blaise in Chantres, Gemeinde Milhac-de-Nontron. Übriggeblieben ist die romanische Kapelle aus dem 12. Jahrhundert.
  • Die Zisterzienser gründeten ferner eine Abtei im Jahr 1163 in Peyrouse, Gemeinde Saint-Saud-Lacoussière.
  • Der Templerorden erbaute die Wehrkirche in Milhac-de-Nontron im 12. Jahrhundert.
  • Das einstige Kloster in Saint-Pardoux-la-Rivière geht ins 13. Jahrhundert zurück, die Ordenszugehörigkeit ist jedoch nicht geklärt.

Unter den weltlichen Bauwerken (Burgen, Schlösser und Herrensitze) sind anzuführen:

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière befinden sich folgende Gemeinden (Stand 2007):

Gemeinde Einwohner Fläche (km²) Bevölkerungsdichte
Einwohner/km²
Code Insee Postleitzahl
Champs-Romain 317 20,33 15,6 24101 24470
Firbeix 330 22,66 14,5 24180 24450
Mialet 681 37,30 18,3 24269 24450
Milhac-de-Nontron 602 34,75 17,3 24271 24470
Saint-Front-la-Rivière 532 17,89 29,7 24410 24300
Saint-Pardoux-la-Rivière 1149 23,84 48,2 24479 24470
Saint-Saud-Lacoussière 856 58,04 14,7 24498 24470

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2007 2008
6.633 5.968 5.610 5.152 4.747 4.478 4.481 4.467 4.462

Der Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière hat bis 1999 konstant an Bevölkerung verloren, die Bevölkerungszahlen haben sich aber seitdem offensichtlich wieder stabilisiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • B. Briand et al.: Feuille Châlus. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
  • P.-L. Guillot et al.: Feuille Thiviers. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
  • D. Richard et al.: Le Guide Dordogne Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière auf der Website des Insee