Kanton Uri

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Kanton Uri
Wappen
Wappen
Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Kürzel/Kontrollschild: UR
Amtssprache: Deutsch
Hauptort: Altdorf
Beitritt zum Bund: 1291
Fläche: 1076,54 km²
Höhenbereich: 429–3629 m ü. M.
Website: www.ur.ch
Bevölkerung
Einwohner: 36'703 (31. Dezember 2019)[1]
Einwohnerdichte: 34 Einwohner pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
12,6 % (31. Dezember 2019)[2]
Arbeitslosenquote: 0,9 % (30. Juni 2021)[3]
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Einwohnergemeinden des Kantons
Einwohnergemeinden des Kantons

Uri (Kürzel UR; urnerdeutsch [(fo) ˈʉːɾi],[4] französisch, italienisch und rätoromanisch Audio-Datei / Hörbeispiel Uri?/i, mittellateinisch Uronia/Urania) ist ein Kanton in der Deutschschweiz und zählt zur Grossregion Zentralschweiz (Innerschweiz). Der Hauptort und zugleich einwohnerstärkste Ort ist Altdorf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Uri liegt in der Zentralschweiz zwischen dem Vierwaldstättersee im Norden und dem Gotthardpass im Süden. Uri ist einer der drei Urkantone (Gründungsmitglieder) der Eidgenossenschaft. Die anderen beiden sind Schwyz und Unterwalden. Aufgrund der Topographie mit einem Anteil an gebirgigen, unproduktiven Flächen von rund 56 Prozent wohnen drei Viertel der Einwohner im untersten Kantonsteil, in der Reussebene.

Die Ausdehnung Uris entspricht im Wesentlichen dem Einzugsgebiet des Oberlaufes der Reuss und des südlichen Vierwaldstättersees (Urnersee), dessen Ufer von Seelisberg bis Sisikon zum Kanton gehört. Darüber hinaus umfasst Uri auch den Oberlauf der Engelberger Aa und den Urnerboden.

Uri grenzt an die Kantone Graubünden (Südosten), Tessin (Süden), Wallis (Südwesten), Bern (Westen), Obwalden (Westen), Nidwalden (Westen), Schwyz (Norden) und Glarus (Nordosten).

Der Kanton besteht aus 19 selbstständigen politischen Gemeinden.

Der Fläche nach rangiert der Kanton auf Platz 11, der Einwohnerzahl nach auf Platz 25 unter den insgesamt 26 Schweizer Kantonen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner des Kantons werden Urner genannt. Per 31. Dezember 2019 betrug die Einwohnerzahl des Kantons Uri 36'703.[5] Die Bevölkerungsdichte liegt mit 34 Einwohnern pro Quadratkilometer weit unter dem Schweizer Durchschnitt (208 Einwohner pro Quadratkilometer). Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) bezifferte sich am 31. Dezember 2019 auf 12,6 Prozent, während landesweit 25,3 Prozent Ausländer registriert waren.[6] Per 30. Juni 2021 betrug die Arbeitslosenquote 0,9 Prozent gegenüber 2,8 Prozent auf eidgenössischer Ebene.[7]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtssprache im Kanton Uri ist Deutsch. Das im Kanton gesprochene Urnerdeutsch gehört dem Höchstalemannischen an.

2012 gab 94,1 Prozent der Bevölkerung Deutsch als Hauptsprache an.[8] Angaben zu Französisch, Italienisch, Rätoromanisch und Englisch wurden nicht gemacht.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kanton Uri dominiert die römisch-katholische Konfession. Die römisch-katholische Landeskirche zählt 23 Kirchgemeinden und 24 Pfarreien. 2017 bekannten sich 80,6 Prozent der Gesamtbevölkerung zum römisch-katholischen Glauben.[9]

Die evangelisch-reformierte Konfession fasste während des Baus der Gotthardbahn im Kanton Uri Fuss. Die seit 2003 selbständig organisierte Evangelisch-Reformierte Landeskirche Uri ist in drei Kirchgemeinden organisiert. 2017 waren 4,7 Prozent der Gesamtbevölkerung Mitglied der evangelisch-reformierten Kirche.[9]

Beide Landeskirchen sind Körperschaften des kantonalen öffentlichen Rechts.

Von den Mitgliedern der Landeskirchen (römisch-katholische und evangelisch-reformierte Kirche) abgesehen, liegen seit der Volkszählung 2000 keine Zahlen zur Religionsgzugehörigkeit der Gesamtbevölkerung im Kanton mehr vor. Das Bundesamt für Statistik führt jedoch Erhebungen durch[10], bei welchen auch andere Religionsgemeinschaften im Kanton Uri erfasst werden. Laut der Erhebung von 2017 zeigt sich nach wie vor eine Dominanz der römisch-katholischen Konfession im Kanton. Wird die Herkunft beziehungsweise Staatsangehörigkeit der Befragten berücksichtigt, ist diese jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt:

Urner Bevölkerung ab 15 Jahren nach Religionsbekenntnis und Staatsangehörigkeit/
Herkunft im Jahr 2017 (Stichprobenerhebung: Angaben in Prozent, gerundet)[11][10]
Religion Total
der
Befragten
Schweizer
Staats-
angehörigkeit
Schweizer
ohne Migrations-
hintergrund
Ausländische
Staats-
angehörigkeit
Christentum 87 90 92 59
römisch-katholisch 80 83 85 52
evangelisch-reformiert 05 05 05 00
andere christliche Konfession 02 02 02 07
muslimisch 02 01 00 10
konfessionslos 09 08 08 18
andere/keine Angabe 02 01 00 13

Verfassung und Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Urner Kantonsverfassung[12] datiert von 1984 (mit Änderungen).

Legislative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesetzgebendes Organ (Legislative) ist der Urner Landrat. Ihm gehören 64 Mitglieder an. Die Amtszeit beträgt vier Jahre. Die Wahlkreise bilden die zwanzig Gemeinden. Während in jenen Gemeinden, denen drei und mehr Sitze zustehen, die Wahl im Proporzverfahren erfolgt, werden in den kleineren Gemeinden die Landrätinnen und Landräte nach dem Majorzsystem gewählt. In der Regel wird der Urner Landrat im Jahr zu sechs zweitägigen Sessionen einberufen. Die Sitzungen sind öffentlich und finden im Landratssaal des Urner Rathauses statt.[13]

Verfassungs- und Gesetzesänderungen unterliegen obligatorisch der Volksabstimmung. Gegen Landratsverordnungen können 300 Wahlberechtigte das Referendum ergreifen und sie somit der Volksabstimmung zuführen. Mittels Volksinitiative können 600 Wahlberechtigte auch den Erlass, die Änderung oder die Aufhebung von Verfassungs-, Gesetzes- oder Verordnungsbestimmungen vorschlagen, welche darauf der Volksabstimmung zu unterbreiten sind. Mittels Volksinitiative kann auch die Abberufung einer Behörde verlangt werden.

Wähleranteil in Prozent
Urner Landrat vom 8. März 2020
Wahlbeteiligung: 44,90 %
 %
40
30
20
10
0
30,92
24,61
21,13
13,76
6,65
2,93
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
−0,38
+0,56
−5,73
+0,78
+4,22
+0,55
Sitzverteilung nach den Wahlen vom 8. März 2020
Partei 19962 2000 2004 2008 2012 2016 Sitzverteilung 2020
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP)
und Grüne Partei der Schweiz (GPS)
11 10 10 10 11 9
2
6
2
23
16
13
2
23 16 13 
Insgesamt 64 Sitze
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) 35 30 29 24 23 22
FDP.Die Liberalen (FDP) 17 20 16 12 15 18
Schweizerische Volkspartei (SVP) 1 00 04 09 18 15 15
1 Gründung am 5. Dezember 1998
2 1 parteilos

Bundesversammlung: Uri entsendet wie jeder Vollkanton zwei Abgeordnete in den Ständerat und aufgrund seiner Einwohnerzahl einen Vertreter in den Nationalrat.

Exekutive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vollziehende Behörde (Exekutive) ist der sieben Mitglieder zählende Regierungsrat, der direkt vom Volk gemäss Mehrheitswahlrecht für vier Jahre gewählt wird. Der bzw. die Vorsitzende heisst Landammann, sein Stellvertreter bzw. seine Stellvertreterin Landesstatthalter und wird jeweils auf zwei Jahre gewählt.

Mitglieder des Urner Regierungsrates Mai 2020 bis Mai 2024[14]
Regierungsrat Amtsbezeichnung Partei Direktion
Urban Camenzind Landammann CVP Volkswirtschaftsdirektion
Urs Janett Landesstatthalter FDP Finanzdirektion
Christian Arnold Regierungsrat SVP Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion
Daniel Furrer Regierungsrat CVP Justizdirektion
Beat Jörg Regierungsrat CVP Bildungs- und Kulturdirektion
Dimitri Moretti Regierungsrat SP Sicherheitsdirektion
Roger Nager Regierungsrat FDP Baudirektion

Judikative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstinstanzlich ist der Kanton Uri in zwei Gerichtsbezirke gegliedert: den Gerichtsbezirk Uri mit dem Landgericht Uri und den Gerichtsbezirk Ursern mit dem Landgericht Ursern. Das Landgericht Uri besteht aus zehn, jenes von Ursern aus sieben Mitgliedern. Das Landgericht Uri tagt im Gerichtsgebäude in Altdorf, das Landgericht Ursern im Urschner Rathaus in Andermatt.

Zweite Instanz und zugleich Verwaltungsgericht ist das Urner Obergericht, das im Gerichtsgebäude in Altdorf tagt. Es besteht aus dreizehn Mitgliedern und gliedert sich in die zivilrechtliche, die strafrechtliche und die verwaltungsrechtliche Abteilung.

Sämtliche Richter werden im Kanton Uri direkt durch das Volk gewählt.[15] Die in zivilrechtlichen Angelegenheiten der ersten Gerichtsinstanz vorgeschaltete Schlichtungsbehörde wird hingegen vom Obergericht gewählt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner 51'768 Schweizer Franken.[8] 2012 wurden im Kanton Uri 18'078 Beschäftigte gezählt, wovon 1'670 auf den primären (Urproduktion), 5'733 auf den sekundären (Industrie) und 10'675 auf den tertiären Sektor (Dienstleistung) entfielen. 2'744 Arbeitsstätten wurden 2012 im Kanton gezählt (davon 645 im primären, 406 im sekundären und 1'693 im tertiären Sektor). Die Arbeitslosenquote bezifferte sich per 30. Juni 2021 auf 0,9 Prozent gegenüber 2,8 Prozent auf eidgenössischer Ebene.[7]

Da der Kanton Uri hohe Kosten für die Infrastruktur (Autobahn, Gotthardtunnel, fünf Passstrassen usw.) tragen muss, ist er auf die finanzielle Unterstützung anderer Kantone angewiesen, welche diese Kosten teilweise mitfinanzieren. Uri profitiert am meisten vom Finanzausgleich.[16][17]

Im Jahr 2020 wurde 15,6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Kantons durch 61 Betriebe biologisch bewirtschaftet.[18]

Konjunkturentwicklung im Kanton Uri[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton erhebt kein kantonales Bruttoinlandsprodukt, daher wird die Einschätzung oft indirekt vorgenommen. Es handelt sich dabei um einen synthetischen Indikator, der auf folgenden Grössen beruht: gemeldete offene Stellen, Neuzulassungen von Fahrzeugen, Importe, Exporte, Logiernächte sowie Arbeitsvorrat und Auftragseingang im Bauhauptgewerbe. Die wirtschaftliche Tätigkeit im Kanton hatte sich seit etwa Mitte 2000 asynchron zur gesamtschweizerischen entwickelt.

Steuern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 wurden in mehreren Schritten die Steuern für juristische und natürliche Personen gesenkt. Es wurde eine «Flat Rate Tax» eingeführt.[19] Die wesentlichsten Änderungen der Gesetzesrevision sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

Massnahme altes Recht neues Recht
Kinderabzug 4'000 Fr. 6'100 Fr.
Kinderbetreuungsabzug max. 2'000 Fr. max. 80'000 Fr.
Unterstützungsabzug 2'000 Fr. 3'000 Fr.
Gewinnsteuersatz bis zu 22 % 11 %
ordentlicher Kapitalsteuersatz (je nach Gemeinde) 4,25 ‰ max. 2,40 ‰
Kapitalsteuersatz für Holding-/Domizilgesellschaften 0,5 ‰ 0,01 ‰
Wirtschaftliche Doppelbelastung auf Dividenden
und Beteiligungen (Einkommen und Vermögen)
keine Milderung Milderung um 60 %
Vermögenssteuersatz (je nach Gemeinde) max. 7,2 ‰ max. 5,7 ‰
Kapitalleistungen aus Vorsorge (Verheiratetentarif) max. 9,2 % max. 5 %

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landschaft nahe der Sunniggrathütte

Vom Vierwaldstättersee bis zu den alpinen Gipfeln im Gotthardgebiet ist in Uri eher ein sanfter Tourismus realisiert. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) im Jahr 2006 zählt der Kanton Uri insgesamt rund 100 Hotelbetriebe, die jährlich 220'000 Logiernächte (2005) generieren. Zudem weist der Kanton eine hohe Seilbahndichte auf, rund 39 Bergbahnen führen auf die Berge.[20]

Der ägyptische Investor Samih Sawiris entwickelt seit 2011 bei Andermatt das grosse Tourismusresort Andermatt Swiss Alps, das aus vielen Hotels, Ferienappartements sowie einem Golfplatz mit 18 Löchern bestehen wird.[21] Andermatt liegt gut zu erreichen etwa in der Mitte zwischen Zürich und Mailand, nur wenige Autominuten von der Autobahnausfahrt Göschenen. Andermatt ist auch die Heimat des Olympiasiegers und Weltmeisters Bernhard Russi.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da durch den Kanton Uri einer der wichtigsten Alpenübergänge führt, hat der Kanton seit Jahrhunderten ein hohes Verkehrsaufkommen zu bewältigen mit all seinen Vor- und Nachteilen. Der Gotthardpass als kürzester Nord-Süd-Übergang der Alpen hat vor allem seit dem Ausbau der Schöllenenschlucht ab den Jahren um 1220 und dem Bau der ersten Teufelsbrücke im Jahr 1230 eine grosse Bedeutung für die Menschen beidseits des Alpenbogens. 1882 wurde der Gotthard-Eisenbahntunnel eröffnet. 1980 folgte der Gotthard-Strassentunnel. Im Dezember 2016 wurde der mit rund 57 Kilometern längste Eisenbahntunnel der Welt in Betrieb genommen. Der Tunnel ist Bestandteil der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT). Im Jahr 2019 lag der Motorisierungsgrad (Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner) bei 554.[22]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schulzeit beginnt mit einem zweijährigen Kindergarten, wovon ein Jahr obligatorisch ist. Danach tritt man in die sechsjährige Primarschule ein.

Anschliessend erfolgt der Übertritt in die Oberstufe oder ans Gymnasium. Die Oberstufe dauert drei Jahre und vollendet die Schulpflicht. In einigen Gemeinden existiert eine integrierte Oberstufe, in welcher die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Fächern verschiedene Niveaus besuchen können (A und B). In anderen Gemeinden gibt es Sekundar- und Realklassen.

Die obligatorische Schulzeit beträgt neu insgesamt zehn Jahre und umfasst in der Regel ein Jahr Kindergarten, sechs Jahre Primarschule sowie drei Jahre Oberstufe bzw. die ersten drei Jahre des Gymnasiums.

Am Gymnasium, der Kantonalen Mittelschule Uri in Altdorf, das sechs Jahre dauert (siebtes bis zwölftes Schuljahr), kann ein eidgenössisch anerkannter Maturitätsausweis erlangt werden. Um ans Gymnasium zu kommen, genügt das Einverständnis des Lehrers der sechsten Primarklasse. Auch der Übertritt aus der Oberstufe ans Gymnasium ist bei guter Leistung möglich.

Der Kanton Uri verfügt über keine Universität[23] und keine Fachhochschulen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anleihe des Bezirks Uri vom 31. Dezember 1879

Der Name des heutigen Kantons Uri ist in seiner lateinischen Gestalt seit dem 8./9. Jahrhundert belegt; die älteste erhaltene Original-Urkunde, die das pagellum uroniae erwähnt, stammet aus dem Jahre 853. Ab dem 13. Jahrhundert ist die Form Ure(n) belegt, die bald auch in deutschsprachigen Urkunden erscheint, spätestens seit dem frühen 16. Jahrhundert die heutige Form Uri. Der Name, der zunächst für die Gegend um Altdorf gilt, mag auf eine Ableitung zu lat. ora/orum ‹Rand› oder zur indogermanischen Wurzel u̯er ‹Wasser, Regen, Fluss› mit einem n-haltigen Suffix zurückgehen, das wohl noch in dem Zugehörigkeitsadjektiv Urner sichtbar ist. In beiden Fällen wäre die Lage am Ufer der Reuss oder des Urnersees als Benennungsmotiv anzunehmen.[24]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinden des Kantons Uri

Uri kennt Einwohnergemeinden (politische Gemeinden), Kirchgemeinden sowie die Korporationsbürgergemeinden Uri und Ursern, welche die grössten Landeigentümer des Kantons sind. Die Einwohnergemeinde ist die Trägerin der lokalen Selbstverwaltung.

Nachfolgend aufgelistet sind Gemeinden mit mehr als 1'500 Einwohnern per 31. Dezember 2019.[25] In diesen acht Gemeinden werden Landräte nach dem Proporz-Verfahren gewählt, in allen andern nach dem Majorz-Verfahren.

Politische Gemeinde Einwohner
Altdorf 9537
Schattdorf 5413
Bürglen 3995
Erstfeld 3845
Silenen 1957
Flüelen 1961
Seedorf 2051
Attinghausen 1750

Bezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Uri kennt keine Einteilung in Bezirke. Das Bundesamt für Statistik (BFS) führt den gesamten Kanton jedoch als einen Bezirk unter der BFS-Nr.: 0400.

Die Urner Gerichtsorganisation teilt das Kantonsgebiet hingegen in zwei Gerichtsbezirke auf, Uri (Reusstal und Seitentäler) und Ursern (das gleichnamige Tal).

Das ganze Territorium ist überdies in die beiden Korporationen Uri (Seelisberg bis Göschenen mit 17 Gemeinden) und Ursern (Andermatt, Hospental und Realp) aufteilt, denen praktisch das ganze Gebiet (Wasser, Boden, Alpen etc.) gehört.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, 1999–2019. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 27. August 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
  2. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, 1999–2019. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 27. August 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
  3. Arbeitslosenzahlen. In: seco.admin.ch. Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), 8. Juli 2021, abgerufen am 12. Juli 2021 (siehe Publikation «Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Juni 2021» vom 8. Juli 2021).
  4. Albert Hug, Viktor Weibel: Urner Namenbuch. Die Orts- und Flurnamen des Kantons Uri. Altdorf 1990, Band 3, S. 768 bzw. Uri unter ortsnamen.ch geben als Lautschrift: fọ ṳ̄́ri an. Zur Qualität des betonten Vokals vergleiche man allerdings auch Sprachatlas der deutschen Schweiz, Band I, Karte 106, dessen von Rudolf Hotzenköcherle verfassten Einführungsband A, S. 69 sowie Walter Clauss: Die Mundart von Uri. Laut- und Flexionslehre. Frauenfeld 1929, S. 16 ff. Die Urner selbst schreiben laut Felix Aschwanden: Urner Mundartwörterbuch, Altdorf 1982, S. 500, Üüri.
  5. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, 1999–2019. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 27. August 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
  6. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, 1999–2019. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 27. August 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
  7. a b Arbeitslosenzahlen. In: seco.admin.ch. Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), 8. Juli 2021, abgerufen am 12. Juli 2021 (siehe Publikation «Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Juni 2021» vom 8. Juli 2021).
  8. a b Kennzahlen. Uri. Bundesamt für Statistik (BFS), archiviert vom Original am 3. Juli 2015; abgerufen am 28. Juni 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch
  9. a b SPI St. Gallen: Kirchenmitgliedschaft in der römisch-katholischen und evangelisch-reformierten Kirche nach Kantonen (2018) | Tabelle 1.4. (Nicht mehr online verfügbar.) 2020, archiviert vom Original am 29. April 2020; abgerufen am 29. April 2021.
  10. a b Seit 2010 basieren die Daten des Bundesamts für Statistik zu den Religionsgemeinschaften im Kanton Uri auf einer Stichprobenerhebung, für welche Personen ab dem Alter von 15 Jahren befragt werden. Es gilt zu beachten, dass die Resultate der Erhebungen ein Vertrauensintervall aufweisen. Seit der letzten Volkszählung im Jahr 2000 liegen keine Zahlen zur Religionszugehörigkeit der Gesamtbevölkerung (jeden Alters) für den Kanton Uri mehr vor. Eine Ausnahme bilden die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche, deren Mitglieder aufgrund der Kirchensteuer amtlich registriert werden.
  11. Bundesamt für Statistik: Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren nach Religionszugehörigkeit und Kanton, 2017. (XLSX; 377 kB) 2019, abgerufen am 29. April 2021.
  12. Verfassung des Kantons Uri
  13. Kanton Uri: Porträt des Landrats (Memento vom 29. August 2006 im Internet Archive)
  14. Regierungsrat. Abgerufen am 28. Juni 2020 (Schweizer Hochdeutsch).
  15. Kanton Uri: Porträt der richterlichen Behörden (Memento vom 15. September 2008 im Internet Archive)
  16. Thomas Brunner: Starke Kantone zahlen weniger beim Finanzausgleich. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), 14. März 2014, abgerufen am 28. Juni 2015.
  17. Michael Schoenenberger: Wer stimmte im Interesse des eigenen Kantons? Neue Zürcher Zeitung (NZZ), 10. März 2015, abgerufen am 28. Juni 2015.
  18. Biologische Landwirtschaft, 2020. In: atlas.bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 11. Mai 2021.
  19. Steuerverwaltung des Kantons Uri – Medienmitteilungen
  20. Urner Seilbahnführer
  21. Andermatt Swiss Alps, Website des Touristenresorts
  22. bfs.admin.ch
  23. Website der EGSM Educatis Graduate School of Management
  24. Albert Hug, Viktor Weibel: Urner Namenbuch. Die Orts- und Flurnamen des Kantons Uri. Altdorf 1990, Band 3, S. 768 ff. bzw. Uri unter ortsnamen.ch
  25. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021

Koordinaten: 46° 45′ N, 8° 39′ O; CH1903: 692558 / 178360