Kanupark Markkleeberg

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Der Kanupark
Kanupark Markkleeberg, Luftaufnahme (2017)

Der Kanupark Markkleeberg ist eine der modernsten Wildwasseranlagen der Welt und neben dem Augsburger Eiskanal die zweite weltcuptaugliche künstliche Wildwasseranlage in Deutschland.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage des Kanuparks Markkleeberg befindet sich als Teil des Leipziger Neuseenlands an der Südostküste des Markkleeberger Sees, einem gefluteten ehemaligen Braunkohletagebau im Süden der an Leipzig angrenzenden Stadt Markkleeberg/OT Auenhain.

Sie entspricht den neuen Richtlinien für den Kanuslalomsport des Internationalen Kanuverbands. Die Anlage ist technisch vergleichbar mit den Olympiastrecken Penrith Whitewater Stadium in Sydney, Lee Valley White Water Centre in London und Olympic Whitewater Stadion in Rio de Janeiro. Im Gegensatz zur ersten deutschen Wildwasseranlage, dem für die Kanuslalom-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen 1972 erbauten Augsburger Eiskanal, wird das Wasser aus dem Markkleeberger See über Pumpen in die Wasserkanäle befördert.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geplant wurde die Wildwasseranlage als Teil der Leipziger Bewerbung zu den Olympischen Spielen 2012, die jedoch schließlich an London vergeben wurden. Die Stadt Markkleeberg beschloss den Bau der vom Düsseldorfer Architekturbüro RKW Rhode Kellermann Wawrowsky entworfenen Anlage im Jahr 2001. Im Jahre 2004 wurde der Beschluss gefasst, trotz Olympia-Absage weiterzubauen.[1] Der erste Spatenstich für die im Zuge der Rekultivierung der ehemaligen Braunkohlelandschaft im Südraum Leipzigs entstandene Anlage erfolgte im April 2005, der Probebetrieb wurde ab September 2006 aufgenommen. Die Schlüsselübergabe an die Stadt Markkleeberg fand am 11. November 2006 statt, die Eröffnung erfolgte am 15. April 2007.[1] Die Bundesregierung förderte mit rund 4,9 Millionen Euro den Bau. Betrieben wird der Kanupark durch die Stadt Markkleeberg.

Direkt nach ihrer Fertigstellung diente die Anlage als Trainingseinrichtung für die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking. Mit mobilen Hindernissen (ortsveränderliche Kunststoffpoller) konnte die Pekinger Wettkampfstrecke nachgestaltet werden.[2]

Im Jahr 2017 wurde durch den Ausbau der Trainingsstrecke eine künstliche, stehende Welle erzeugt. Diese wird von Anfänger und Profis als Surfwelle genutzt.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanupark Markkleeberg besitzt zwei unabhängige Wildwasserstrecken mit U-förmigen Streckenführungen und einem gemeinsamen Zielbecken. Im Südteil befindet sich die 270 Meter lange und 8,40 Meter breite Wettkampfstrecke. Im Nordteil verläuft die 130 Meter lange und 5,70 Meter breite Trainingsstrecke. Die Höhenunterschiede zwischen Start- und Zielbecken betragen bei der Wettkampfstrecke 5,20 Meter (2,1 % Steigung) und bei der Trainingsstrecke 1,80 Meter (1,4 % Steigung). Jede der zwei Strecken besitzt ein eigenes Bootsförderband zwischen Ziel- und Startbecken.

Die Anlage wird vom Wasser des Markkleeberger Sees gespeist, mit dem sie in Verbindung steht. Sechs elektrische Umwälzpumpen mit einer Gesamtleistung von ca. 2060 Kilowatt und einer Gesamtvolumenförderleistung von ca. 28 m³ pro Sekunde fördern das Wasser in die Startbecken. Das Wasservolumen kann zwischen 4 m³/s und 19 m³/s (Wettkampfstrecke) bzw. 13 m³/s (Trainingsstrecke) variiert werden. Damit lassen sich – abhängig vom Einsatz der mobilen Hindernisse im Stecksystem – Schwierigkeitsgrade bis WW III (schwierig) oder WW IV (sehr schwierig) erzielen.

Wildwassersport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage ist eine Trainingsstätte für Slalom-Kanuten. Hier trainieren z. B. regelmäßig die Weltmeister Jan Benzien und Franz Anton.

Auch als Wettkampfanlage dient der Kanupark Markkleeberg. Unter den hier ausgetragenen Sportwettbewerben sind neben zahlreichen nationalen Entscheidungen folgende Wettkämpfe zu nennen:[1]

  • 2008: Olympiaqualifikation im Kanu-Slalom
  • 2008: World Series German Open
  • 2009: EM-Qualifikation im Kanu-Slalom
  • 2010: WM-Qualifikation im Kanu-Slalom
  • 2010: Junioren- und U-23-Europameisterschaften im Kanu-Slalom[3]
  • 2011: WM-Qualifikation im Kanu-Slalom
  • 2011: ICF Canoe Slalom World Cup
  • 2015: Europameisterschaft im Kanu-Slalom

Nicht nur Leistungssportlern, sondern auch Freizeitsportlern steht der Kanupark Markkleeberg für Wildwasser-Rafting, Wildwasser-Kajak, Hydrospeed und andere Sportarten offen. Jährlich wird ein sogenanntes Pappbootrennen veranstaltet. Außerdem findet seit 2013 jedes Jahr Anfang Mai das XXL Paddelfestival statt, bei dem sich Tausende von Freizeitkanuten auf beiden Strecken des Kanuparks und auf den angrenzenden Seen des Leipziger Neuseenlands tummeln.

Surfspot Kanupark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2017 gibt es den „Surfspot Kanupark“. Eine stehende Welle ermöglicht Bodyboarden und Wellensurfen für Anfänger und Profis. Für die künstliche Welle wurde ein Hindernis in den Trainingskanal eingebaut, durch das sich je nach eingesetzter Wassermenge eine Surfwelle zwischen 50 und 120 cm aufbaut. Ohne Vorkenntnisse, aber unter Anleitung fachkundiger Guides, kann der Surfer zu Beginn das sichere Gefühl für das Stehen auf dem Surfbrett üben. Mit dem Surfspot wurde ein absolutes Novum in der Region geschaffen.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wildwasser-Angebote des Kanuparks können auch von sehbehinderten, blinden, gehörlosen, stummen oder körperlich eingeschränkten Freizeitsportlern genutzt werden. Barrierefrei ist der Kanupark auch für Zuschauer: Über eine Auffahrtrampe können Rollstuhlfahrer auf das Gelände der Wildwasser-Anlage gelangen. Der Kanupark wurde im Jahr 2016 für sein Engagement bei der alltäglichen Umsetzung des Inklusionsgedankens mit dem 2. Sächsischen Inklusionspreis in der Kategorie „Barrierefreiheit“ ausgezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kanupark Markkleeberg: Informationen Saison 2010. (Memento des Originals vom 24. Dezember 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kanupark-markkleeberg.com (Stand: 25. Februar 2010; PDF-Datei; 51 kB)
  2. Jörgen Heller: Olympia 2008. Slalom-Kanuten wollen zwei Medaillen. (Memento des Originals vom 25. September 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wasserundsport.de
  3. 368 Teilnehmer und internationale Klasse in Markkleeberg am Start.@1@2Vorlage:Toter Link/www.leipziger-kc.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • RKW Rhode Kellermann Wawrowsky Architektur+Städtebau (Jahresrückblick 2007; PDF-Datei; 2,71 MB), RKW, Düsseldorf 2008, S. 30–33

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kanupark Markkleeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 15′ 29,1″ N, 12° 25′ 40,3″ O