Kanzem

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kanzem
Kanzem
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kanzem hervorgehoben
Koordinaten: 49° 40′ N, 6° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Konz
Höhe: 145 m ü. NHN
Fläche: 4,29 km2
Einwohner: 627 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 146 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54441
Vorwahl: 06501
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 055
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 11
54329 Konz
Webpräsenz: www.kanzem.de
Ortsbürgermeister: Johann Peter Mertes (unabhängig)
Lage der Ortsgemeinde Kanzem im Landkreis Trier-Saarburg
Luxemburg Saarland Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Trier Bescheid (Hunsrück) Beuren (Hochwald) Damflos Geisfeld Grimburg Gusenburg Hermeskeil Hinzert-Pölert Naurath (Wald) Neuhütten (Hochwald) Rascheid Reinsfeld Züsch Baldringen Greimerath (bei Trier) Heddert Hentern Kell am See Lampaden Mandern Paschel Schillingen Schömerich Vierherrenborn Waldweiler Zerf Kanzem Konz Nittel Oberbillig Onsdorf Pellingen Tawern Temmels Wasserliesch Wawern (Saar) Wellen (Mosel) Wiltingen Bonerath Farschweiler Gusterath Gutweiler Herl Hinzenburg Holzerath Kasel (bei Trier) Korlingen Lorscheid Mertesdorf Morscheid Ollmuth Osburg Pluwig Riveris (Gemeinde) Schöndorf (an der Ruwer) Sommerau (an der Ruwer) Thomm Waldrach Ayl Fisch (Saargau) Freudenburg Irsch (bei Saarburg) Kastel-Staadt Kirf Mannebach (bei Saarburg) Merzkirchen Ockfen Palzem Saarburg Schoden Serrig Taben-Rodt Trassem Wincheringen Bekond Detzem Ensch Fell (Mosel) Föhren Kenn Klüsserath Köwerich Leiwen Longen Longuich Mehring (Mosel) Naurath (Eifel) Pölich Riol Schleich Schweich Thörnich Trittenheim Aach (bei Trier) Franzenheim Hockweiler Igel (Mosel) Kordel (Eifel) Langsur Newel Ralingen Trierweiler Welschbillig ZemmerKarte
Über dieses Bild
Kanzem von der Wiltinger Kupp

Der Weinort Kanzem, zumindest bahnamtlich bis 1. September 1936 Canzem geschrieben,[2] liegt an der unteren Saar in Rheinland-Pfalz. Er ist eine Ortsgemeinde innerhalb der Verbandsgemeinde Konz im Landkreis Trier-Saarburg.

Lage und Zugang über Brücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanzem liegt an der Saarstrecke, deren Haltepunkt Kanzem allerdings auf der anderen Seite der Saar liegt.

Im Zuge des Ausbaus der Saar zur Großschifffahrtsstraße im 20. Jahrhundert wurde die Ortslage von Kanzem zu einer Insel, umgeben vom Saaraltarm und dem Saardurchstich (siehe Bild Ortseingang).

Kanzem ist über vier Brücken erreichbar. Aus Richtung Konz über die 1929 erbaute Saarbrücke, die im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1956 wiederhergestellt wurde. Aus Richtung Saarburg über die Wiltinger Saarbrücke. Aus Richtung Biebelhausen und aus Richtung Wawern über Brücken, die in den 1980er Jahren erbaut wurden. Letztere hat eine Länge von 179 Metern bei einer Spannweite von 169 Metern.

Zwischen Kanzem und Wawern befindet sich eine Staustufe der kanalisierten Saar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanzem wird 1030 in einer Urkunde der Trierer Abtei St. Marien unter dem Namen Camesa als Filialort der Mutterkirche Wiltingen erstmals erwähnt. Der Ortsname geht auf vorrömische Zeit zurück und deutet auf eine frühe Besiedlung hin. Seit dem 12. Jahrhundert war Kanzem gemeinsam mit der Nachbargemeinde Wiltingen eine eigene Herrschaft, die als Enklave im Kurfürstentum Trier zum Herzogtum Luxemburg gehörte, bis die gesamte Region 1794 von Frankreich besetzt und durch den Frieden von Campo Formio 1797 an Frankreich angeschlossen wurde. Durch Beschluss des Wiener Kongresses 1815 kam Kanzem zur preußischen Rheinprovinz.[3][4]

Am 18. Juli 1946 wurde Kanzem gemeinsam mit weiteren 80 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg dem im Februar 1946 von der übrigen französischen Besatzungszone abgetrennten Saargebiet angegliedert, das zu der Zeit nicht mehr dem Alliierten Kontrollrat unterstand. Am 6. Juni 1947 wurde diese territoriale Ausgliederung bis auf 21 Gemeinden wieder zurückgenommen, damit kam Kanzem an das 1946 neugebildete Land Rheinland-Pfalz.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Kanzem besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei den vorhergehenden Wahlen wurde der Gemeinderat in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU WG Gesamt
2014 per Mehrheitswahl 12 Sitze
2009 5 4 3 12 Sitze
2004 4 5 3 12 Sitze

Weine aus Kanzem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kanzem angebaute bekannte Saarweine sind:

Weitere Weinbergslagen, die auch von Kanzemer Winzern bearbeitet werden:

Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2. Preis

Kanzem nimmt seit 1977 regelmäßig an Dorfwettbewerben mit nachstehenden Ergebnissen teil:

Hauptklasse Sonderklasse
Jahr Kreis Bezirk Kreis Bezirk Land
1983 1 1
1984 3 4
1987 4 5
1988 1 3 Bronze
1989 1
1990 3 5
1991 4 4
1995 5
1997 1 3 Silber
1999 1 1
2003 1 1 Gold

Ermuntert durch die Erfolge von 1999 bewarb sich die Ortsgemeinde Kanzem im Jahre 2000 als Vertreterin des Landes Rheinland-Pfalz um die Teilnahme am Europäischen Dorferneuerungswettbewerb. Das Motto lautete „Ohne Zukunft keine Vergangenheit“. Die Bewertungskriterien forderten in besonderem Maße einen ganzheitlichen Ansatz in der Dorferneuerung. Ergebnis war ein 2. Preis mit der Auszeichnung „Ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“, der am 13. Oktober 2000 Vertretern der Ortsgemeinde von der internationalen Bewertungsjury überreicht wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philosophischer Friedhofsgarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die besondere Gartenanlage eines Philosophischen Gartens wurde ab 2001 von Kanzemer Bürgerinnen und Bürgern geplant, gestiftet und ausgeführt. Die 2004 fertiggestellte öffentliche Anlage soll mit ihren vier Teilgärten Werden, Sein, Abschiednehmen und Paradies zum Nachdenken über das Leben und seine Vergänglichkeit anregen.

Landschaftsökologischer Lehrpfad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der landschaftsökologische LehrpfadNaturspur am Altarm der Saar“ beschäftigt sich mit den historischen und ökologischen Aspekten der Themenbereiche „Das Dorf“, „Der Fluss“, „Der Wald“ und „Die Kiesgruben“.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein erheblicher Teil des Naturschutzgebiets Wiltinger Saarbogen liegt auf Kanzemer Gemeindegebiet.

Vinothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 wurde in Kanzem eine Vinothek eröffnet, an der sich die führenden Weingüter Kanzems sowie jeweils ein „Gastwinzer des Monats“ beteiligen.

Wegekreuze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsbereich gibt es drei Wegekreuze. Eines davon steht am Saarufer und wird im Volksmund Halfenkreuz genannt. Das zwei Meter hohe Kreuz aus hellem Sandstein entstand um 1700. Nach der Überlieferung ging an dieser Stelle ein Saarschiff unter.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kanzem – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Verzeichnis der Änderungen von Bahnhofsnamen; unter RB-Direktion "Saarbrücken"
  3. [1]
  4. http://www.kanzem.de/geschichte/
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen