Kanzerogenitätsindex

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Kanzerogenitätsindex (KI) ist die Differenz zwischen der Summe der Massengehalte (in Prozent) der Oxide von Natrium, Kalium, Bor, Calcium, Magnesium, Barium und dem doppelten Massegehalt (in Prozent) von Aluminiumoxid. Der KI soll einen Anhalt geben für die Löslichkeit von Stoffen, speziell von Fasern, in Lebewesen, etwa im Menschen.

Die Löslichkeit in Lebewesen wird Biolöslichkeit genannt. Eine geringe Biolöslichkeit, d.h. eine hohe Biobeständigkeit, ist ein Faktor der die Kanzerogenität von Fasern (bestimmter Form und Größe) erhöht. Als kritisch gelten Fasern dann, wenn sie folgende Abmessungen aufweisen: Länge > 5 μm, Durchmesser < 3 μm und Länge:Durchmesser > 3:1. Zur Beurteilung der Biobeständigkeit verwendet man die Halbwertszeit. Eine lange Halbwertszeit, bedeutet eine hohe Biobeständigkeit, also eine geringe Biolöslichkeit. Ein hoher KI-Wert weist auf eine hohe Biolöslichkeit und eine kurze Halbwertzeit und lässt eine geringe Kanzerogenität erwarten. Ein hoher KI-Wert liegt vor, wenn die Fasern zu einem relativ großen Anteil aus Oxiden von Natrium, Kalium, Bor, Calcium, Magnesium, Barium und einem relativ niedrigen Anteil aus Aluminiumoxid bestehen. Glasige Fasern mit einem KI von 30 und darunter werden als "krebserzeugend in Tierversuchen" eingestuft (Kategorie 2 [1]) Fasern mit einem KI zwischen 30 und 40 stehen im Verdacht krebsauslösend zu wirken (Kategorie 3). Für Fasern mit einem KI 40 oder größer erfolgt keine Einstufung als krebserzeugend.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesundheitliche Aspekte der Mineralwolle

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EU-Richtlinie 67/548/EWG Anhang VI: ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN DIE EINSTUFUNG UND KENNZEICHNUNG GEFÄHRLICHER STOFFE UND ZUBEREITUNGEN, 4.2 Einstufungskriterien und Auswahl der Gefahrenbezeichnungen sowie der Bezeichnungen besonderer Gefahren, 4.2.1. Krebserzeugende Stoffe.
  2. TRGS 905: Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe. vom Juli 2005. In: BAnz. Nr. 148 vom 30. September 2008, S. 3514.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]