Kapital (Marxismus)

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Karl Marx verstand Kapital wesentlich prozesshaft als Wert, der sich verwertet. Der Wert kann nur dann wachsen, wenn Lohnarbeiter ausgebeutet werden. Es erscheint in verschiedenen Formen und nimmt quasi-religiösen Charakter an, indem es zum Fetisch wird. Nur unter bestimmten historischen Bedingungen ergreift und dominiert es das Wirtschaftsgeschehen. In seiner Entwicklung bringt es Elemente seiner eigenen Negation hervor, die eine kommunistische Gesellschaft ermöglichen.

Für Marxisten ist Marx’ Konzept ein wichtiger Referenzpunkt. Die Wertanalyse der Neoklassik, aufbauend auf dem Marginalprinzip, verfolgte Marx’ Analyse nicht weiter. Der Ansatz von Marx spielt seither in der modernen Volkswirtschaftslehre keine bedeutende Rolle. Die von Marx betonte Dynamik des Kapitals fand in der Konjunkturtheorie Beachtung, wie etwa in Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung.

Wert als gesellschaftliches Geltungsverhältnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marx entwickelt den Wertbegriff in seinem Hauptwerk Das Kapital zunächst im ersten Band im Rahmen seiner Warenanalyse. Er widmet sich der Ware als Element des gesellschaftlichen Reichtums, den die kapitalistische Produktionsweise erzeugt.[1] Er untersucht nicht einfach eine relativ zufällig vorgefundene Ware, sondern analysiert die Ware als gesellschaftliche Form des Arbeitsproduktes.[2] Laut Marx ist eine Ware ein Produkt menschlicher Arbeit, das nützlich ist, für einen anderen produziert worden ist und durch Tausch erworben wird.[3] Sie hat einen Gebrauchswert und einen abstrakten Wert, der im Tauschwert erscheint.[4]

Der abstrakte Wert besteht in abstrakter Arbeit. Marx will in seiner Analyse der Ware nicht beweisen, dass Arbeit die Wertsubstanz bildet, sondern aus der Warenform den speziellen gesellschaftlichen Charakter der Arbeit, die in dieser Form erscheint, rekonstruieren.[2][5]

Wenn die Ware Gebrauchswert und Tauschwert hat, dann muss es, so Marx, auch verschiedenartige Arbeiten geben.[6] Konkrete Arbeit ist Verausgabung menschlicher Arbeitskraft in einer bestimmten Form und bringt eine bestimmte Art von Gebrauchsgegenstand hervor.[6] So schafft das Schneidern Röcke. Konkrete Arbeit ist sinnlich wahrnehmbar.[7] Werden zwei Arbeitsprodukte miteinander getauscht, so werden sie als Wertdinge einander gleichgesetzt.[8]  Dabei wird von physischen Unterschieden abstrahiert: von den Gebrauchswerten, von den stofflichen Eigenschaften, auf denen die Nützlichkeit beruht, und von den konkreten Arbeiten. In dieser Hinsicht gelten sie nur als Arbeitsprodukte. Diese Arbeit kann nur abstrakte Arbeit sein, d. h. Verausgabung menschlicher Arbeitskraft unter Abstraktion von ihrer konkreten Form; sie bildet die gemeinsame gesellschaftliche Substanz der Waren, die ihnen als Wertdingen zukommt.[9] Marx charakterisiert die abstrakte Arbeit auch physiologisch bzw. als Verausgabung von Hirn, Nerv, Muskel usw.[10] Während die Ware als Gebrauchsgegenstand trivial ist, erscheint die Eigenschaft, Wertding zu sein, als etwas Gespenstiges.[9] Man kann eine Ware nicht in Isolation betrachten, um den Wert an ihr zu finden; Wertding zu sein, ist keine stoffliche Natureigenschaft einer einzelnen Ware, sondern etwas rein Gesellschaftliches: da die Wertsubstanz etwas Gesellschaftliches ist, muss eine Ware auf andere Waren bezogen sein, um als Wertding erscheinen zu können.[11] Wert bzw. abstrakte Arbeit drückt ein gesellschaftliches Geltungsverhältnis aus: in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, die aus einzelnen Privatproduzenten besteht, die ihre Arbeitsprodukte miteinander tauschen, wird erst im Tausch deutlich, ob ein Produkt gesellschaftlich ,,sinnvoll" ist bzw. ob eine konkrete Arbeit Anteil an der gesellschaftlichen Gesamtarbeit hat.[12]

Die Tauschenden abstrahieren, indem sie etwas tun. Sie müssen sich nicht dessen bewusst sein, dass sie ihre Arbeiten einander gleichsetzen, indem sie im Tausch ihre Arbeitsprodukte als Wertdinge einander gleichsetzen. Im Gegensatz zu einer Abstraktion, die wesentlich durch das Denken vollzogen wird, kann man hier von einer Realabstraktion sprechen.[13]

Etwas zu produzieren, ist nicht hinreichend, um Wert zu schaffen: es braucht den Tausch.[14] Die Wertgröße wird im Tausch jedoch nicht völlig beliebig festgesetzt. Wie sehr eine konkrete Arbeit als wertschaffend bzw. als abstrakte Arbeit gilt, hängt davon ab, ob sie den normalen Produktionsbedingungen entspricht. Arbeitet ein bestimmtes Individuum sehr lange, muss das nicht heißen, dass die Ware sehr wertvoll ist; ausschlaggebend ist die durchschnittlich gesellschaftliche Arbeitszeit, die notwendig für die Produktion der Ware ist.[15] Ebenso muss die gesamtgesellschaftliche Nachfrage beachtet werden: wird von einer Ware zu viel produziert, dann wirkt es, als hätte jeder Produzent dieser Ware mehr als die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit eingesetzt.[16][17] Nur wenn Arbeitszeit erforderlich ist, um den zahlungskräftigen Bedarf zu decken, bildet sie Wert. Wie erforderlich sie ist, hängt von der Größe der Nachfrage ab und davon, wie viel die Produzenten herstellen. Schließlich gilt komplizierte Arbeit wertschaffender als einfache Arbeit.[18] Erstere ist bspw. höherqualifizierte Arbeit. Einfache Arbeit ist Arbeit, zu der der durchschnittliche Arbeiter fähig ist. Was als kompliziert und was als einfach gilt, ist historisch wandelbar und kann von Land zu Land variieren. So gilt Lesen heute als einfache Arbeit, aber das war nicht immer so.

Wenn Marx von Ware spricht, dann meint er eine Ware, die ein durchschnittliches Exemplar ihrer Art ist.[19] Es geht nicht um Unikate, wie z. B. Kunstobjekte, für die ein Liebhaberpreis bezahlt wird.[20] Ferner ist zu beachten, dass es Dinge geben kann, die zwar einen Preis haben, aber im engen Sinne des Wortes wertlos sind, wie z. B. unberührter Boden. Von Marx’ Ansatz ausgehend muss man den Tauschwert solcher Dinge anders erklären.[20] In Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft (1859) verwies Marx diesbezüglich auf eine anstehende Untersuchung der Grundrente.[21][22] Des Weiteren ist zu beachten, dass Marx in seiner anfänglichen Warenanalyse absichtlich keine weiteren Reflexionen über alle möglichen Arten von Gütern anstellt, wie etwa über Staatsgüter oder über das Gut Gesundheit, da er sich nur der Warenform als solcher zuwendet; wenn jedoch der Staat etwas auf kapitalistische Weise produziere, so nehme das Produkt Warenform an, die Marx untersuche.[23]

Die Geldform des Wertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen seiner Wertformanalyse will Marx zeigen, dass der Wert als gesellschaftliches Phänomen eine entsprechende Wertform erfordert. Es braucht eine Form, in der jede Ware ihren Wert ausdrücken und allgemein geltend machen kann.[24] Nach Marx braucht es dazu eine Ware, die durch Gewohnheit fest mit dieser Rolle verwachsen ist: das Gold. Dieses wird so zur Geldware.[25]

In seiner Untersuchung des Warenaustausches stellt Marx heraus, dass Geld zwar erfordert, dass Individuen handeln, aber die Individuen in ihrer Eigenschaft als Warenbesitzer unterliegen dabei der Natur der Ware, die ein allgemeines Äquivalent erfordert. Jeder möchte seine Ware, die für ihn kein Gebrauchswert ist, zum allgemeinen Äquivalent erheben, gegen das jede andere Ware ausgetauscht werden kann. So könnte er an die Ware kommen, die er möchte. Wenn jeder das täte, gäbe es kein allgemeines Äquivalent.[25] Dass sie ihre Waren auf eine besondere Ware beziehen, die sie so zur allgemeinen Äquivalentform machen, setzt sich, so Marx, ohne Wissen der Warenbesitzer durch.[26] Sie handeln instinktiv.

Marx unterscheidet verschiedene Geldfunktionen. Geld dient als Wertmaß. Dafür muss Geld nicht physisch neben der Ware vorhanden sein, sondern es reicht, wenn Geld ideell präsent ist.[27] Im ersten Band von Das Kapital setzt Marx voraus, dass Preise den Wert angemessen ausdrücken. Des Weiteren dient Geld als Zirkulationsmittel. Als solches vermittelt es den Austausch von Waren.[28] Jemand verkauft eine Ware, die für ihn kein Gebrauchswert ist, gegen Geld, um damit eine andere Ware zu kaufen, die er konsumieren möchte; dabei bleibt das Geld beständig in der Zirkulation.[28] Hierfür reicht es, wenn anstelle des Geldes Wertzeichen benutzt werden, die Geld vertreten.[29]

Wirkliches Geld ist die Einheit von Wertmaß und Zirkulationsmittel.[29] Erst als diese Einheit ist Geld die eigenständige Wertgestalt. Sie verkörpert materiell den abstrakten Reichtum einer Gesellschaft und kann in jeden Gebrauchswert verwandelt werden, so dass sie den stofflichen Reichtum repräsentiert.[29]

Erst Geld als Geld hat weitere Merkmale, in denen Geld selbstzweckhaft wird. Geld kann der Zirkulation entzogen werden, um als Schatz festgehalten zu werden.[30] Jeder Warenproduzent braucht einen Schatz, um beispielsweise Waren kaufen zu können, bevor er seine Waren verkauft hat.[31] Ferner kann Geld als Zahlungsmittel dienen. In dieser Funktion vermittelt es nicht einfach den Tausch. Jemand kauft etwas, verschuldet sich beim Verkäufer und zahlt später. Geld dient nun dazu den Kauf abzuschließen.[31] Jemand kauft etwas und verkauft, um seine Schulden zu begleichen. Diese Reihenfolge ist der Bewegung W - G - W entgegengesetzt.[31] Der Vorgang soll dazu dienen Geld zu bekommen. Schließlich kann Geld als Weltgeld alle drei Funktionen erfüllen: es kann als Zirkulationsmittel bzw. als Zahlungsmittel dienen oder auch dazu eingesetzt werden, um den Reichtum aus einem Land in ein anderes zu übertragen.[31]

Die allgemeine Formel der Kapitalbewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einfache Warenzirkulation und Kapitalbewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geld dient nicht immer als Kapital. Marx unterscheidet die einfache Zirkulation von Geld und Ware W - G - W von der allgemeinen Formel der Kapitalbewegung G - W - G‘. Die erste Formel drückt aus, dass jemand eine Ware, die für ihn kein Gebrauchswert ist, verkauft und dann eine Ware kauft, die er konsumieren will. Diese Bewegung dient nicht der Wertvergrößerung. Geld wird verausgabt. Die Bewegung findet ihr Maß am Bedürfnis und ihr Ende mit dessen Befriedigung.[32]

Die Formel G - W - G‘ hingegen, drückt aus, dass jemand über Geld verfügt, Waren kauft und dann Waren gegen mehr Geld verkauft.[32] Der Wert soll wachsen. Hier ist Geld der Ausgangs- und Endpunkt. Die Kapitalverwertung wird Selbstzweck. Die Bewegung ist ohne immanentes Ende. Jedes G‘ ist endlich und muss wieder vorgeschossen werden, um Kapital bleiben zu können.[33] Die Bewegung ist maßlos, da sie nicht auf ein äußeres Bedürfnis bezogen ist, das ein Genug angibt.[34] Kapital ist also wesentlich Wert in Bewegung und nicht Geld, das zum Konsum oder zur Schatzbildung verwendet wird. Die Differenz von G‘ und G nennt Marx Mehrwert.

Man darf den Mehrwertbegriff nicht mit dem Profitbegriff verwechseln, den Marx erst im dritten Kapitalband erläutert. Ersterer ist allgemeiner als der Profitbegriff und Profit als solcher hat besondere Merkmale.[35]

Ein Kapitalist ist jemand, der sich die Bewegung des Kapitals zu seinem subjektiven Zweck macht. Dass er sein Kapital beständig verwerten will, muss nicht daher rühren, dass er psychisch krank oder moralisch mangelhaft ist; er muss die größtmögliche Verwertung anstreben, damit er in sein Unternehmen investieren kann, um in der Konkurrenz langfristig bestehen zu können.[36] Insofern der Kapitalist der Verwertungslogik folgt, ist das Kapital das automatische Subjekt: es ist eigentlich leblos, aber das bestimmende Subjekt der Bewegung.[37]

Das Kapitalverhältnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapital erfordert, dass Kapitalisten Lohnarbeiter ausbeuten. Marx geht im ersten Kapitalband davon aus, dass in der Zirkulation von Geld und Ware nur Wertäquivalente getauscht werden. Unter dieser Voraussetzung will er das Wertwachstum, das in G - W - G‘ ausgedrückt wird, erklären. Zwar ist der Tausch notwendig für den Tauschwert, aber der bloße Tausch von Geld gegen Ware erzeugt keinen neuen Wert, sondern kann höchstens unter Verletzung der Prämisse Wert umverteilen.[38] Verkauft jemand unter Wert oder kauft jemand über Wert, dann verändert sich der Gesamtwert nicht.[38] Das Handelskapital scheidet somit aus, um allein die Verwertung zu erklären. Ähnliches gilt für das zinstragende Kapital.[39] Nach Marx muss der Kapitalist eine Ware nutzen, die mehr Wert schafft, als sie kostet: die Arbeitskraft.

Auf den Arbeitsmärkten treten sich doppelt freie Arbeiter und Besitzer von Geld oder Produktions- bzw. Lebensmitteln gegenüber. Der Arbeiter darf zwar seine Arbeitskraft verkaufen bzw. Verträge schließen und kündigen, aber er ist frei von Subsistenzmitteln und muss daher an irgendjemanden seine Arbeitskraft verkaufen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.[40] Wenn Marx von Kapitalverhältnis spricht, dann meint er oft dieses Klassenverhältnis, das der kapitalistischen Produktionsweise zugrunde liegt.[41] Aufgrund der Wichtigkeit der produktiven Basis untersucht Marx zunächst im ersten Kapitalband die Produktion des Mehrwerts.

Das Kapitalverhältnis ist antagonistisch. Der Kapitalist, der die Ware Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft hat, darf seine Ware für einen Tag lang anwenden.[42] Konkurriert er mit anderen Kapitalisten, wird er versuchen, den Arbeiter möglichst viel Mehrwert produzieren zu lassen. Das kann die Existenz der Arbeitskraft gefährden und zerstören. Der Arbeiter muss jedoch seine Ware Arbeitskraft auch am nächsten Tag wieder verkaufen können und muss sich daher widersetzen.[42] Vor den Gesetzen des Warentausches sind beide Parteien gleich gut gerechtfertigt. Die stärkere Partei entscheidet, wie lang der Arbeitstag sein soll.[43]

Immer, wenn relativ viele Arbeiter zusammenwirken, braucht es eine Oberleitung. Unter kapitalistischen Bedingungen übernimmt der Kapitalist diese Funktion, so dass die Leitung einen spezifischen Charakter bekommt und primär der größtmöglichen Kapitalverwertung dient.[44] Ein kleiner Meister, der nur wenige Arbeiter beschäftigt und neben diesen selbst produzieren muss, ist noch kein Kapitalist im engen Sinne; das wird er erst dann, wenn sein Kapital groß genug ist, so dass er sich ganz der Oberaufsicht und -leitung widmen kann.[45] Je mehr Arbeiter er beschäftigt, desto mehr stößt er auf deren Widerstand.[46] Später kann er die Funktion der Aufsicht und Oberleitung auf Lohnarbeiter übertragen, die sein Kapital gegenüber den Arbeitern vertreten, wie zum Beispiel Aufseher und Manager. Die kapitalistische Produktionsweise bringt somit eine quasi-militärische Hierarchie von Ober- und Unteroffizieren hervor. Marx beschreibt diese als despotisch.[47]

Der Wert der Arbeitskraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Arbeiter erhält nicht den gesamten Wert, den er schafft, sondern den Wert der Arbeitskraft.[48] Dieser Wert ist gleich derjenigen Lebensmittelmenge, die als notwendig gilt, damit sich eine durchschnittliche Arbeitskraft reproduzieren kann. Der Ausdruck Lebensmittel ist hierbei in einem weiten Sinne zu verstehen: er meint nicht nur Nahrungsmittel, Kleidung und Wohnung, sondern kann noch Weiteres umfassen.[49] Es geht nicht nur um das Nötige zur Erhaltung eines Individuums, sondern auch um das Nötige zur Erhaltung einer Arbeiterfamilie, denn die Klasse als solche muss sich reproduzieren können; ebenso gehören auch Bildungskosten für die heranwachsende Generation dazu.[49] Was als notwendig gilt, hängt von historischen und moralischen Faktoren ab.[50] Das kann von Land zu Land und mit der Zeit variieren. Ferner hängt der Umfang auch davon ab, was die jeweilige Arbeiterklasse als notwendig geltend macht. Der Lohn bzw. Preis der Arbeitskraft kann prinzipiell auch über oder unter dem Wert liegen. Der Preis kann nicht nur den Wert, sondern auch einen momentanen Überschuss oder Mangel an Arbeitskräften anzeigen und entsprechend fallen oder steigen. Der Wert der Arbeitskraft verändert sich aber nur dann, wenn sich der Umfang der notwendigen Lebensmittel oder deren Wert verändert.[50]

Der Zusammenhang von Kapital, Geld und Wert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Heinrich (* 1957) betont den monetären Charakter von Marx' Kapitaltheorie.[51] Nach Marx kann es ohne Geld kein Kapital geben. Im Verwertungsprozess G - W - G‘ ist Geld Voraussetzung und Resultat einer Bewegung. Dabei müsse der Wert die Form des Geldes annehmen, denn nur so könne die Identität des Wertes mit sich selbst festgestellt werden.[52]

Laut Heinrich entwickelte Marx in Das Kapital den Zusammenhang der einfachen Warenzirkulation W - G - W und der Kapitalbewegung G - W - G‘ nicht, da er vermutlich seine Darstellung popularisieren wollte.[53] Heinrich versucht daher auf der Grundlage von Marx’ Vorarbeiten den notwendigen Zusammenhang zwischen beiden Bewegungen zu rekonstruieren. Es wird deutlich, dass Geld seinerseits in einem bestimmten Sinne des Kapitals bedarf.

Zu beachten ist dabei, dass Marx W - G - W nicht historisch verstanden wissen wollte. Es handelt sich nicht um eine historische Phase einer Marktwirtschaft, die der kapitalistischen Wirtschaftsweise vorausgegangen sei.[54] Es geht um die Beziehung von Ware und Geld im Kapitalismus. Prima facie jedoch erscheint die kapitalistische Produktionsweise als einfache Warenzirkulation.[55]

Zwar kommt Geld in W - G - W vor, aber die Bewegung ist unselbstständig. Es ist nicht sicher, dass beständig Waren und Geld gegeneinander getauscht werden und dass Geld dauerhaft die eigenständige Gestalt des Wertes bleibt.[56] Geld könnte nach dem Akt W - G der weiteren Zirkulation entzogen und als Schatz festgehalten werden.[56] Außerhalb der Zirkulation wäre es nutzlos. Ferner könnte Geld im zweiten Akt G - W verschwinden, indem die Ware konsumiert wird und der Wert somit verschwindet.[56] Dass sich der Wert verselbstständigt, ist nicht dauerhaft sicher, so dass der Wert im Rahmen der einfachen Zirkulation nicht adäquat bestimmt werden kann.[56] Nur wenn der Wert die Bewegung G - W - G vollzieht, bleibt Geld dauerhaft die eigenständige Wertgestalt.[57] Da der Wert sich nur hinsichtlich seiner Quantität verändern kann und damit die Bewegung G - W - G nicht bloß formell ist, muss die Bewegung die Form G - W - G‘ annehmen.[57] Nur unter kapitalistischen Bedingungen kann der Wert die ganze Wirtschaft durchziehen und Bestand haben. Insofern muss der Wert als Kapital auftreten und Marx’ Werttheorie braucht die Kapitaltheorie.[57]

Formen des Kapitals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrielles Kapital[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Kreislauf des industriellen Kapitals beschreibt Marx mit der Formel G - W ... P ... W‘ - G‘. Zuerst kauft der Kapitalist Waren, nämlich Arbeitskraft und Produktionsmittel. Diese erste Zirkulationsphase von Geld und Ware wird durch den Produktionsprozess P unterbrochen. Der Arbeiter schafft eine neue höherwertige Warenmenge W‘. Schließlich werden die neuen Waren in der zweiten Zirkulationsphase gegen G‘ getauscht. Das vorgeschossene Kapital hat sich damit als Kapital realisiert.[58]

Im Produktionsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verbrauchten Produktionsmittel auf die neue Warenmenge. Marx spricht daher von konstantem Kapital c. Der Arbeiter schafft auch einen Neuwert. Da hier eine Wertänderung stattfindet, nennt Marx das Kapital, das in Löhne investiert wird, variables Kapital v. Von dem Neuwert bekommt der Arbeiter einen Teil bzw. v als Lohn. Den anderen Teil eignet sich der Kapitalist als Mehrwert m an. Der Kapitalist kauft also Waren im Wert von c+v, der Arbeiter überträgt c und schafft einen Neuwert in Höhe von v+m; der Kapitalist verkauft die neue Warenmenge in Höhe von c+v+m, zahlt dem Arbeiter v und eignet sich m an.[59]

Anstatt einen Warenkörper zu produzieren, können die Arbeiter auch Dienste verrichten, wie z. B. einen Transport, die Übertragung von Informationen oder den Dienst des Schulmeisters.[60][61] Im Gegensatz zum Warenkörper muss der Dienst während seiner Verrichtung konsumiert werden. Der Kreislauf wäre in diesem Fall G - W ... P - G‘.[62] Arbeiter, die Wert bzw. Mehrwert schaffen, nennt Marx produktive Arbeiter.[63]

Kapital muss nicht in Form großer Fabrikkomplexe bestehen, um industrielles Kapital zu sein. Das industrielle Kapital ist Kapital, das den obigen Kreislauf durchläuft und dabei verschiedene Formen annimmt. Es wird als Geldkapital vorgeschossen, um Waren zu kaufen; im Produktionsprozess werden Arbeitskraft und Produktionsmittel zu produktivem Kapital, das Mehrwert schafft, und schließlich kehrt das Kapital als Warenkapital W‘ wieder zur Geldform zurück.[64] Das Spezifikum des industriellen Kapitals ist, dass es als einzige Kapitalart Mehrwert erzeugen kann, während sich andere Kapitalarten den Mehrwert nur aneignen können.[64] Indem der industrielle Kapitalist sich den Mehrwert aneignet, beutet er den Arbeiter aus. Der Gradmesser hierfür ist die Mehrwertrate m/v. Diese kann durch Steigerung des absoluten oder des relativen Mehrwerts vergrößert werden.

Einmal verwertet kann das Kapital erneut vorgeschossen werden und so einen neuen Kreislauf beginnen. Der Kapitalist kann den Mehrwert für seinen individuellen Konsum (einfache Reproduktion) oder als Investition zur Akkumulation (Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter) verwenden.[65] Nicht nur das Kapital hat sich damit reproduziert, sondern auch das Klassenverhältnis wird reproduziert: der Kapitalist kommt stets als Kapitalist und der Arbeiter immer als Arbeiter aus dem Kreislauf heraus.

Hinsichtlich des produktiven Kapitals unterscheidet Marx nicht nur konstantes von variablem Kapital, sondern auch fixes Kapital von zirkulierendem Kapital. Während die erste Unterscheidung verschiedene Rollen in der Werterzeugung hervorhebt, werden mit der zweiten Unterscheidung die verschiedenen Zirkulationsweisen des Wertes deutlich.[66] Nicht jedes Produktionsmittel, wird in einer Produktionsperiode völlig verbraucht. Im Falle einer Produktionsanlage wird oft nur ein Teil des Wertes der Anlage abgegeben und der restliche Teil verbleibt beim Kapitalisten. Derartiges produktives Kapital ist fixes Kapital. Es fließt über mehrere Perioden vollständig zum Kapitalisten zurück und muss erst dann ersetzt werden. Bis dahin werden die Rückflüsse in einem Amortisationsfonds gesammelt. Die in einer Periode verbrauchten Produktionsmittel, wie z. B. Energie oder verbrauchtes Material, und das variable Kapital müssen für gewöhnlich nach einer Periode neu vorgeschossen werden. Sie bilden das zirkulierende Kapital.

Handelskapital[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Handelskapital, begrifflich rein aufgefasst, übernimmt nur den Kauf und Verkauf von Waren.[67] Die Arbeiter des Handelskapitalisten sind unproduktive Arbeiter. Sie schaffen keinen Wert bzw. Mehrwert. Sie besorgen den Formwechsel von Geld und Ware, wie bspw. die Kassiererin.[67] Ihre Löhne sind für den Kapitalisten Kosten, die den Mehrwert verringern. Dennoch können solche Arbeiter ausgebeutet werden, indem sie Mehrarbeit leisten.[67] So könnten sie in bspw. 5 Stunden ihren Lohn erwirtschaften und in den restlichen Stunden ihres Arbeitstages für den Kapitalisten arbeiten.      

Der industrielle Kapitalist verkauft seine Waren unter Wert an den Handelskapitalisten und dieser verkauft die Waren zu ihrem Wert. Beide teilen sich so den Mehrwert. Ersterer spart dadurch reine Zirkulationskosten für unproduktive Arbeiter und verkürzt die Zeit, die sein Kapital in der Zirkulation verbringt, die sogenannte Umlaufszeit.[68]

Solche reinen Zirkulationskosten sind zu trennen von Zirkulationskosten für produktive Arbeiten. Letztere sind notwendig dafür, dass man die betreffenden Waren nutzen kann, und erhöhen den Tauschwert der Waren.[69] Ein Beispiel hierfür ist ein Transport. Solche Arbeiten verlängern die Zeit, die das Kapital im Produktionsprozess verbringt, die sogenannte Produktionszeit.[69]

Mit Warenhandlungskapital bezeichnet Marx Geld, mit dem Waren von industriellen Kapitalisten gekauft werden, und Waren, die noch verkauft werden müssen.[70] Der Ausdruck Geldhandlungskapital hingegen meint Kapital, das in bestimmten Zirkulationskosten gebunden ist. Das betrifft die technische Abwicklung aller beim industriellen und beim kaufmännischen Kapital anfallenden Geldgeschäfte, Vorräte an Geld, Einkassieren, Bezahlen, Buchhaltung und die Verwendung von Geldbeständen für Kauf und Bezahlung offener Rechnungen.[71]

Zinstragendes Kapital[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zum industriellen und kaufmännischen Kapital wird im Falle des zinstragenden Kapitals das Geld selbst zur Ware. Der Preis dieser Ware besteht im Zins. Neben seinem Gebrauchswert als allgemeingültige Äquivalentform, besitzt das Geld somit auch den Gebrauchswert, Profit generieren zu können. Es ist mögliches Kapital. Um sich als Kapital verwirklichen zu können, muss es verliehen werden und als industrielles Kapital fungieren.[72][73] Mit der Ausbreitung der kapitalistischen Produktionsweise ändert sich die Art der Kreditvergabe. Ein großer Teil der Kredite dient nun dazu, den Schuldner reicher zu machen.[74]

Die Formel des zinstragenden Kapitals ist G - G - W - G‘ - G''. Der Geldkapitalist leiht sein eigenes Kapital einem Kapitalisten, der es fungieren lässt. Letzterer erzielt damit einen Bruttoprofit. Einen Teil davon eignet sich der Geldkapitalist als Zins an, den anderen Teil erhält der fungierende Kapitalist als Unternehmergewinn.[75] Eine Person kann zugleich Geldkapitalist und fungierender Kapitalist sein. Es ist auch möglich, dass jemand nur Geldkapitalist oder bloß fungierender Kapitalist ist. Also muss jemand nicht Kapital besitzen, um Kapitalist zu sein. Ein Vorsitzender des Vorstandes einer Aktiengesellschaft etwa kann keine Anteile am Unternehmen halten und formell Lohnarbeiter sein; er verfügt jedoch über Wert, wendet diesen als Kapital an und organisiert die Ausbeutung; dabei richtet sich seine Bezahlung nicht nach dem Wert seiner Arbeitskraft, sondern nach dem erzielten Profit.[76] Die Bewegung des zinstragenden Kapitals ist vermittelt durch historisch veränderliche Institutionen, nämlich durch Banken und Kapitalmärkte.[77]

Fiktives Kapital[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zirkuliert real vorhandenes Geld, spricht Marx von wirklichem Kapital. Im Falle von Wertpapieren, Aktien und Krediten zirkulieren hingegen Zahlungsversprechen bzw. bestimmte Kapitalansprüche – fiktives Kapital. Beide Arten unterscheiden sich durch die spezifische Weise, wie ihr Wert bestimmt wird. Der ›Wert‹ (Börsenkurs) von Papieren, Aktien und Anleihen korreliert nicht mehr mit der ursprünglich für diese Ansprüche bezahlten Wertsumme.[78] Der sogenannte "Wert", nach dem solche Ansprüche gehandelt werden, hängt im Falle festverzinster Wertpapiere davon ab, ob ihr Zins über oder unter dem Marktzins liegt.[79] Aktienkurse hängen von Gewinnerwartungen ab: steigen die Gewinnerwartungen, steigt der betreffende Kurs; sinken die Erwartungen oder gilt der Gewinn als unsicher, dann sinkt der Kurs.[79] Heute werden an Kapitalmärkten nicht nur einfache Ansprüche gehandelt, sondern auch Ansprüche, die auf anderen Ansprüchen basieren, wie z. B. Derivate.[80] So können immer neue Formen von fiktivem Kapital entstehen.

Kapitalzusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marx unterscheidet im ersten Band von Das Kapital im 23. Kapitel drei verschiedene Begriffe der Kapitalzusammensetzung.[81] Der Begriff der Wertzusammensetzung erfasst das Verhältnis des konstanten Kapitals zum variablem Kapital. Der Begriff der technischen Zusammensetzung betrifft nicht die Wertebene, sondern hebt auf den stofflichen Aspekt ab, d. h. auf das Verhältnis der Menge der aufgewandten Produktionsmittel zur Menge der aufgewandten konkreten Arbeit. Der Terminus organische Zusammensetzung bezeichnet die Wertzusammensetzung, insofern diese sich verändert, weil die technische Zusammensetzung sich verändert.

Diese drei Begriffsbestimmungen finden sich erst in der französischen Übersetzung des ersten Bandes und Engels übernahm sie in die dritte Auflage der deutschen Ausgabe; in früheren Arbeiten hatte Marx andere Definitionen gewählt.[82]

In der ersten Auflage des ersten Kapitalbandes von 1867 gibt es am Anfang des Kapitels ,,Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Accumulation" keine Definition des Begriffes der Wertzusammensetzung.[83] Dort spricht Marx nur von der organischen Wertzusammensetzung. Diese bezeichne das Verhältnis von c zu v und drücke vor allem aus, dass sich die technischen Bedingungen der Produktion verändern: ,,Im Fortgang der Accumulation geht eine grosse Revolution vor im Verhältniss von Masse der Produktionsmittel und Masse der sie bewegenden Arbeitskraft. Diese Revolution spiegelt sich wieder in der wechselnden Zusammensetzung des Kapitalwerths aus constantem und variablem Bestandtheil, oder im wechselnden Verhältniss seiner in Produktionsmittel und Arbeitskraft umgesetzten Werththeile. Ich nenne diese Zusammensetzung die organische Zusammensetzung des Kapitals."[84]

Dementsprechend erfasst Marx in einem Manuskript, auf dem der dritte Band von Das Kapital beruht, mit dem Begriff der organischen Zusammensetzung das Verhältnis des konstanten zum variablen Kapital, das jedoch auf zwei verschiedenen Faktoren beruhen kann: sowohl auf technischen Bedingungen bzw. auf dem Verhältnis zwischen der Masse der Produktionsmittel und der Masse an Arbeitskraft als auch auf reinen Wertveränderungen.[82] ,,Unter organischer Zusammensetzung des Capitals verstehn wir das Verhältniß seiner passiven und seiner activen Bestandtheile, des constanten Capitals und des variablen Capitals. Es kommen bei dieser organischen Zusammensetzung 2 Verhältnisse in Betracht, die nicht von gleicher Wichtigkeit sind, obgleich sie, unter gewissen Umständen, gleichen Effect hervorbringen können."[85] Nach einer Diskussion darüber, wie sich die Faktoren auswirken könnten, bestimmt er, der Begriff der organischen Zusammensetzung erfasse ,,das Verhältniß worin den Procenttheilen nach betrachtet die in verschiednen Productionssphären angelegten Gesammtcapitalien sich in constantes und variables Capital vertheilen; aus dem einen oder dem andren bestehn."[86]

Das Gesamtkapital und seine Einzelkapitale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapital existiert nicht als ein einziges Einzelkapital. In Grundrisse schrieb Marx, dass es nur dann Kapital geben könne, wenn es mehrere Einzelkapitale gebe; das Kapital bestimme sich selbst, indem mehrere Einzelkapitale miteinander konkurrierten.[87] Die innere Natur erscheine so als äußere Notwendigkeit.

In Das Kapital behandelt Marx den Aufbau des gesellschaftlichen Gesamtkapitals und das Einzelkapital in allen drei Bänden auf den entsprechenden Abstraktionsebenen.[88] Er widmet sich im ersten Band dem unmittelbaren Produktionsprozess. Zunächst betrachtet Marx das Einzelkapital und abstrahiert von dessen Beziehung zu anderen Kapitalen; so behandelt er Mehrwertproduktion und Kapitalbildung bzw. Akkumulation.[88] Erst im 23. Kapitel untersucht Marx den Aufbau des Gesamtkapitals. Er betrachtet die Einzelkapitale so, dass sie sich nur hinsichtlich ihrer Größe und ihrer Zusammensetzung (dem Verhältnis des konstanten zum variablen Kapital c / v) voneinander unterscheiden.[88] Das Gesamtkapital wird als bloße Summe von Einzelkapitalen dargestellt.[88][89] Es wird jedoch deutlich, dass sich die Entwicklung des Gesamtkapitals auf die Einzelkapitale auswirkt, wie etwa in den ersten beiden Abschnitten des 23. Kapitels, wo Marx darstellt, welche Folgen sich aus der Akkumulation bei gleichbleibender und veränderter Kapitalzusammensetzung ergeben.[90]

Im zweiten Band von Das Kapital widmet sich Marx dem Zirkulationsprozess und betont den systematischen Charakter des Kapitals. Die Einzelkapitale sind miteinander verbunden, indem Kapitalisten über Geld vermittelt ihre Produkte tauschen. Einerseits erfordert jeder Kreislauf eines Kapitals, dass der betreffende Kapitalist Produktionsmittel und seine Arbeiter Lebensmittel kaufen können; andererseits müssen die Waren, die aus einem Kreislauf hervorgehen, als Lebensmittel oder Produktionsmittel Teil der anderen Kreisläufe werden. Die Einzelkapitale bilden so das gesellschaftliche Gesamtkapital.[91][92] Damit sich das Gesamtkapital einfach reproduzieren kann, müssen die Bestandteile des gesellschaftlichen Produktes in bestimmten quantitativen Beziehungen und Wertrelationen zu einander stehen.[91] Es müssen so viele Produktionsmittel erzeugt werden, wie verbraucht worden sind, und die produzierten Lebensmittel müssen hinreichen, um den Konsum der Arbeiter und den Privatkonsum der Kapitalisten abzudecken. Des Weiteren müssen die Produktionsmittel und Lebensmittel bezahlbar sein. Akkumulation erfordert, dass mehr Produktionsmittel und Lebensmittel produziert werden, als verbraucht worden sind. Damit das Gesamtkapital akkumulieren kann, müssen seine Teilkapitale akkumulieren.[93] Ob ein Einzelkapital akkumulieren kann, hängt von anderen Einzelkapitalen ab. Es muss mehr Produktions- oder auch Lebensmittel auf dem Markt beschaffen können und zudem mehr Waren absetzen können.

Im dritten Band kann Marx davon ausgehen, dass die Produktion und Zirkulation eine Einheit bilden, und kann sich dem Gesamtprozess zuwenden. Er entwickelt vom Mehrwertbegriff ausgehend den Profitbegriff am Einzelkapital.[94] Entsprechend dieser Betrachtungsweise bilden die Einzelkapitale, die Profit generieren, das Gesamtkapital, indem sie miteinander konkurrieren und eine durchschnittliche Profitrate bilden.[94] Es geht an dieser Stelle nicht um vollständige Konkurrenz; Konkurrenz wird als Mechanismus aufgefasst, der zur Vergesellschaftung führt: die konkurrierenden Einzelkapitale werden zu gleichartigen Komponenten des gesellschaftlichen Gesamtkapitals.[94][95] Zwar entsteht die allgemeine Profitrate erst, indem die Einzelkapitale miteinander konkurrieren, aber sie stellt sich dem individuellen Kapitalisten als Voraussetzung dar und beeinflusst, wie sich dessen Kapital entwickelt.[94]

Die Formel G - W - G‘ wird im zweiten Kapitalband als Kreislauf des Kapitals G - W ... P ... W‘ - G‘ konkretisiert. Das gesellschaftliche Gesamtkapital als solches befindet sich immer teils in der Form des Geld- und Warenkapitals in der Zirkulation und teils in der Form des produktiven Kapitals im Produktionsprozess.[96] Als Marx das Konzept des Durchschnittsprofits entwickelte, ging er davon aus, dass jedes individuelle Kapital den Kreislauf durchlaufen muss. Im Zuge gesellschaftlicher Arbeitsteilung spezialisieren sich jedoch Kapitalformen, so dass neben das industrielle Kapital das Warenhandlungs- und Geldhandlungskapital tritt.[97] In den Vorgang, in dem sich die einzelnen Profitraten zu einer allgemeinen Profitrate ausgleichen, fließen das industrielle wie das kaufmännische Kapital ein, wobei letzteres keinen Mehrwert produziert.[98] Erst auf dieser Grundlage entwickelt Marx theoretisch das Geld als potentielles Kapital und behandelt das zinstragende Kapital.[98]

Die allgemeine Profitrate und die Umverteilung des Mehrwerts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kapitalist eignet sich nicht einfach direkt Mehrwert an. Indem die Einzelkapitale miteinander konkurrieren, tendieren die einzelnen Profitraten dazu, sich zu einer allgemeinen bzw. durchschnittlichen Profitrate auszugleichen.[99] Wenn es möglich ist, wird Kapital dorthin fließen, wo die Verwertungsbedingungen besser sind. Es wird aus Branchen mit schlechteren Verwertungsbedingungen abgezogen, so dass dort der Konkurrenzdruck abnimmt und die Preise steigen können; es fließt in Branchen mit besseren Verwertungsbedingungen, wodurch der Konkurrenzdruck zunimmt und die Preise sinken.[99] Es entsteht ein Durchschnittsprofit. Dieser errechnet sich aus dem Kostpreis der Ware (Kosten an konstantem und variablem Kapital) multipliziert mit der allgemeinen Profitrate.[100]

Im ersten und zweiten Band von Das Kapital setzte Marx voraus, dass Waren gemäß ihrer Werte getauscht werden.[101] Die allgemeine Profitrate, die Marx im dritten Band entwickelt, impliziert jedoch zweierlei: einerseits ist es so, dass Preise typischerweise nicht den Wert einer Ware adäquat ausdrücken; andererseits ergibt sich, dass die Gesamtmasse des Mehrwerts zwischen den Kapitalisten umverteilt wird. Jeder Kapitalist bekommt einen Profit, dessen Größe davon abhängt, wie viel Kapital der betreffende Kapitalist angewandt hat.[102]

Marx hatte an David Ricardo (1772–1823) kritisiert, den Zusammenhang von Werten, Produktionspreisen und allgemeiner Profitrate nicht verstanden zu haben.[103] Er selbst wollte durch ein Verfahren klären, wie man Werte in Produktionspreise umrechnen kann, und scheiterte.[103] Dieses Transformationsproblem wird bis heute sehr kontrovers diskutiert.

Das Kreditsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Das Kapital behandelt Marx das Kreditsystem erst im dritten Band, der posthum von Friedrich Engels (1820–1895) herausgegeben wurde. Marx’ Studien sind diesbezüglich sehr unausgereift.[104] Auf der Grundlage der Manuskripte lässt sich aber rekonstruieren, dass das Kreditsystem in mehreren Hinsichten fundamental für die Kapitalverwertung ist.

Das Kreditsystem bildet die wesentliche Grundlage für den Mechanismus, der zum Ausgleich der individuellen Profitraten führt.[105] Es ermöglicht relativ große Kapitalmengen zu bündeln und vermittelt den Kapitaltransfer zwischen den Branchen.[106]

Das Kreditsystem spielt auch eine entscheidende Rolle für die Realisierung des gesellschaftlichen Gesamtmehrwerts.[107] Indem die industriellen Kapitalisten Kapital vorschießen und durch den Verkauf Kapital zu ihnen zurückfließt, entstehen Mittel, die in Fonds gesammelt werden, wie etwa Fonds zur Akkumulation.[108] Bis diese Mittel für ihren Zweck genutzt werden, können sie als zinstragendes Kapital verliehen werden; ebenso könnte ein Kapitalist sich Kapital leihen, bevor sein Akkumulationsfonds aus seinen eigenen Profiten hinreichend gefüllt ist, um früher investieren zu können.[108] Wenn man die gesellschaftliche Gesamtproduktion betrachtet, dann lässt sich vereinfacht sagen, dass die Kapitalisten eines Landes in einem Jahr eine Gesamtsumme an konstantem und variablem Kapital vorschießen und einen Gesamtmehrwert produzieren.[109] Um dieses Mehrprodukt zu kaufen, sind weitere Mittel nötig. Entweder halten die Kapitalisten einen Schatz oder sie nehmen Kredite auf. Dass sie sich einen Schatz halten widerspräche der Verwertungslogik, die erfordert, den zur Verfügung stehenden Wert größtmöglich zu verwerten; folgen die Kapitalisten dieser Logik, dann kaufen sie das Mehrprodukt mittels Kredit.[109]

Es ermöglicht dem einzelnen Kapitalisten, die Grenzen seines eigenen Profits zu überwinden und sich über Banken und Kapitalmärkte zusätzliche Mittel zu beschaffen. So kann er leichter in neue Produktionsmittel investieren, mit denen die Produktivität der Arbeiter gesteigert werden kann.[109] In diesem Sinne kann auch das gesellschaftliche Gesamtkapital seine Akkumulation beschleunigen.[109] Somit wird das Kreditsystem ein wichtiger Krisenfaktor bzw. einer der Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel.[110][111]

Kapitaltheorie als Destruktion des Scheins: Fetisch und Mystifikation der kapitalistischen Verhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marx’ Kapitaltheorie versucht den oberflächlichen Schein kapitalistischer Verhältnisse aufzudecken und zu erklären. Marx geht dabei vom Schein aus, dringt vor zu den Grundstrukturen der kapitalistischen Produktionsweise und will schließlich zeigen, dass diese Strukturen den Schein bzw. verbreitete alltägliche Denkformen erzeugen.[112]

In seiner Warenanalyse konstatierte Marx den Fetischcharakter der Ware. Zwar scheint es, als wäre Wert eine Eigenschaft eines Dings, aber der Wert ist an der einzelnen Ware nicht zu fassen; daher bezeichnete Marx die Wertgegenständlichkeit als etwas Gespenstisches oder gar als etwas Phantastisches.[113] Wert ist nach Marx im Grunde ein gesellschaftliches Verhältnis, das durch Dinge vermittelt ist. Die phantastische Wertgegenständlichkeit beruht auf der Warenform selbst.[114] Der gesellschaftliche Charakter der menschlichen Arbeit wird auf Dinge übertragen und stellt sich den Menschen als Eigenschaft der Produkte dar; auf dieser Grundlage stellt sich das falsche Bewusstsein ein, dass in jedem gesellschaftlichen Kontext gelten müsste, dass jedes Arbeitsprodukt Warenform annimmt.[115] Der soziale Zusammenhang, den die atomisierten Privatproduzenten eingehen, indem sie ihre Produkte tauschen, verselbstständigt sich: ob ein Produkt Wert hat und wie groß der Wert ist, hängt von der Entwicklung des Marktes ab.[116] Der Einzelne ist von dieser Entwicklung abhängig und unterwirft sich dieser, da er allein sie nicht völlig vorhersagen oder kontrollieren kann.[116]

Der Warenfetisch setzt sich im Geldfetisch fort. Es erscheint so, als hätte die Geldware eine besondere Eigenschaft und aufgrund dieser Eigenschaft müssten alle Waren ihren Wert in ihr ausdrücken. Dabei verbirgt sich hinter dem Geld ein gesellschaftliches Verhältnis: weil die Menschen sich als Warenbesitzer verhalten, erfordert das eine allgemeingültige Wertform und indem sie ihre Waren auf eine solche Form beziehen, wird die betreffende Ware zu Geld.[117] Dass ein gesellschaftliches Verhältnis verdinglicht wird, gilt vom Geld noch mehr als von der Ware.[118] Während eine Ware Gebrauchsgegenstand und Wertgegenstand ist, gilt Geld unmittelbar als Wertgegenstand. Neben die einzelnen Waren tritt das Geld als Wert überhaupt, als würde es im Tierreich neben den einzelnen Tieren ein besonderes Individuum geben, das als ,,Incarnation des ganzen Thierreichs" auftritt.[119]

Obgleich das Kapital Produkt menschlicher Arbeit ist, wird es fetischisiert: es scheint eigene Kräfte zu besitzen, die eigentlich dem Menschen zukommen. Der Kapitalfetisch durchzieht die Produktion, den Handel und das zinstragende Kapital. In der Produktion erscheint es aufgrund der Kooperation und der Arbeitsteilung unter Kommando des Kapitals sowie des technischen Fortschritts so, als ob nicht die Produktivkraft der Arbeit, sondern die Produktivkraft des Kapitals gesteigert würde.[120] Im Falle des Handelskapitals erscheint es so, als ob die Kapitalverwertung neben und unabhängig von der industriellen Sphäre erfolgen könnte; je mehr der Handelskapitalist die reinen Zirkulationskosten reduziert, desto geringer ist dieser Abzug vom Mehrwert.[121] Seinen Gipfel erreicht der Kapitalfetisch im zinstragenden Kapital.[122] Durch die Teilung von Kapitalbesitz und Kapitalfunktion erscheint es so, als ob das Kapital und nicht die menschliche Arbeit Mehrwert schafft. Der Geldkapitalist als solcher bleibt außerhalb des Produktionsprozesses und tritt nur dem fungierenden Kapitalisten direkt gegenüber; der Unternehmergewinn erscheint unabhängig vom Kapitalbesitz erzielt worden zu sein und tritt auf als Resultat des Produktionsprozesses, denn der Kapitalbesitzer wurde mit Zins bezahlt; der fungierende Kapitalist erscheint seinerseits als besonderer Arbeiter, der die Oberleitung und Aufsicht übernimmt; dem Geldkapitalisten stellt sich der Prozess so dar, wie er in der Formel G - G‘ ausgedrückt wird.[123] ,,Das gesellschaftliche Verhältnis ist vollendet als Verhältnis eines Dings, des Geldes, zu sich selbst. [...] Es wird ganz so Eigenschaft des Geldes, Wert zu schaffen, Zins abzuwerfen, wie die eines Birnenbaums, Birnen zu tragen."[124]

Das individuelle Bewusstsein wird durch die Lohnform mystifiziert. Demnach wird nicht der Wert der Arbeitskraft, sondern der Wert der geleisteten Arbeit bezahlt.[125] Ausbeutung wird dadurch schlechter erkennbar. Nicht nur das Ausbeutungsverhältnis, sondern auch der Mehrwert ist mystifiziert. Marx unterscheidet den Mehrwertbegriff vom Profitbegriff. Ersterer ist der Begriff seiner wissenschaftlichen Analyse, um ein gesellschaftliches Verhältnis bzw. um Ausbeutung aufzudecken. In der Mehrwertrate m/v wird der Mehrwert m ins Verhältnis zum variablen Kapital v gesetzt. Der Profitbegriff hingegen erfasst ein Verhältnis zwischen vorgeschossenem Kapital und verwirklichtem Kapital, d. h. zwischen G in der Höhe c+v und G‘ in der Höhe c+v+m. Der Mehrwert m wird ins Verhältnis zur ganzen vorgeschossenen Summe G gesetzt.[126] Zwar ist dem Kapitalisten klar, dass der Profit entsteht, indem er Arbeitskraft und Produktionsmittel anwendet, aber er glaubt, dass sowohl c als auch v wertschaffend ist. Nach Marx ist es jedoch so, dass der Wert der verbrauchten Produktionsmittel c übertragen wird und dass der Arbeiter einen Neuwert in Höhe von v+m schafft. Die Ansicht, dass sowohl c als auch v wertschaffend ist, wird begünstigt durch die Mystifikation des Lohnes.[126] Der Profitbegriff mystifiziert somit das Bewusstsein: in der Vorstellung wird der eigentliche Sachverhalt ins Gegenteil verkehrt und der Wertzuwachs erscheint als Frucht des Kapitals.[126]

Die Mystifikationen und Fetischismen hängen zusammen und gipfeln in der trinitarischen Formel. Die Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital erscheinen als voneinander unabhängige Wertquellen: demnach erzeugt die Arbeit den Wert des Lohnes, das Kapital den Profit und der Boden die Grundrente.[127] Gilt jede Arbeit natürlicherweise als Lohnarbeit, so liegt es nahe, dass der Boden natürlich die Form des Privatbesitzes bzw. die Produktionsmittel die Kapitalform annehmen.[127] Unabhängig von den Formen, die spezifisch für einen gesellschaftlichen Kontext sind, kann derjenige, der über die betreffende ,,Wertquelle" verfügt, sich einen Teil des gesellschaftlichen Wertproduktes aneignen, um ein Einkommen zu erzielen.[127] Die gesellschaftlichen Verhältnisse werden somit verdinglicht und Erde wie auch Kapital werden lebendig.[128]

Indem man Erfahrungen sammelt und die Verhältnisse analysiert, kann man die Denkformen durchbrechen.[129] Indem sich die Individuen gemäß der gesellschaftlichen Formen verhalten, reproduzieren sie diese Formen. Sie erzeugen so einen gesellschaftlichen Zusammenhang, der sich verselbstständigt.[129] Der Einzelne allein kann sich den Sachzwängen nicht entziehen, ohne dass er im ökonomischen Sinne untergeht.[129] In dieser Hinsicht erlangen die Dinge tatsächlich materielle Gewalt über die Menschen.[129]

Historizität des Kapitals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Marx gilt für jede Gesellschaftsform, dass Menschen nach ihren Bedürfnissen Naturstoffe umformen müssen, um Gebrauchswerte zu schaffen.[130] Natur und menschliche Arbeit sind daher notwendige Bedingungen des stofflichen Reichtums einer Gesellschaft. Sie sind somit auch notwendig dafür, dass es Warenkörper und Kapital geben kann. Die Charakteristika der kapitalistischen Produktionsweise sind aber nicht überhistorische Merkmale.

Bereits in vorneuzeitlichen Gesellschaften gab es Menschen, die eine Wertsumme gewinnbringend einsetzten. Das betraf eher das zinstragende und das Handelskapital. Dass Produktion und Handel überwiegend gewinnorientiert betrieben werden, ist hingegen primär ein Phänomen der Neuzeit.[131]

Kapitalistisch betriebene Produktion impliziert Warenproduktion. Für Marx ist die Ware die übliche Form, in der sich der gesellschaftliche Reichtum im Kapitalismus darstellt.[132] Es gilt aber nicht überhistorisch, dass jedes Arbeitsprodukt eine Ware ist. In frühmittelalterlichen Gesellschaften etwa produzierten viele Menschen primär für den Eigenbedarf oder für Abgaben an den Grundherren und kaum, um ihre Produkte auf einem Markt zu tauschen.[133]

Die Existenz von Warenproduktion und -zirkulation wie auch die Verwendung von Geld erfordern nicht, dass die meisten Arbeitsprodukte einer Gesellschaft Waren sind. Es brauchte noch den doppelt freien Arbeiter.[134] Erst damit nehmen die meisten Arbeitsprodukte Warenform an. Marx nannte den Prozess, der den doppelt freien Arbeiter hervorbrachte, ursprüngliche Akkumulation. Er skizzierte diese am Beispiel Englands. Feudalherren verdrängten Bauern vom Land, um Schafzucht zu betreiben. Der Staat half mit Gesetzen, Enteignete an die Disziplin der Fabrik zu gewöhnen.[135] Ähnliches kann sich wiederholen, wenn sich die kapitalistische Produktionsweise ausbreitet.[136]

Die Art und Weise, wie der doppelt freie Arbeiter ausgebeutet wird, ist nur eine spezifische Form von Ausbeutung. Kapitalist und Arbeiter begegnen sich auf den Arbeitsmärkten als rechtlich gleiche und freie Warenbesitzer, die miteinander Verträge eingehen dürfen.[137] Im Gegensatz dazu zeichnet sich das Verhältnis zwischen dem Sklaven und seinem Besitzer wie auch die Beziehung zwischen dem leibeigenen Bauern und seinem Feudalherrn durch rechtliche Ungleichheit der beiden Parteien aus.[137] Der Sklavenbesitzer verfügt über den Sklaven wie über einen Eigentumsgegenstand. Der Feudalherr hat spezielle Standesprivilegien. Das Herrschaftsverhältnis zwischen Sklave und Besitzer bzw. zwischen Leibeigenen und Feudalherrn ist eine persönliche Herrschaftsform. Das kapitalistische Herrschaftsverhältnis beruht auf Sachzwängen.[138] Der Arbeiter muss seine Arbeitskraft an irgendeinen Kapitalisten verkaufen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Kapitalist muss den Arbeiter möglichst ausbeuten, um sich in der Konkurrenz langfristig erhalten zu können.

Die kapitalistische Ausbeutungsweise dient primär der Kapitalverwertung bzw. Profitmaximierung.[139] Dass sich der Kapitalist mit dem Mehrprodukt ein angenehmes Leben machen kann, ist sekundär. Der Kapitalist als solcher muss vor allem akkumulieren. Vorkapitalistische Ausbeutungsweisen sind typischerweise bedarfsorientiert.[139] Die Produktion ist darauf ausgerichtet, was die ausgebeutete Klasse braucht, um sich zu reproduzieren, und auf deren Mehrprodukt, mit dem die Mitglieder der ausbeutenden Klasse beispielsweise ihre Luxusbedürfnisse befriedigen oder das Kriegsnotwendige besorgen können.

Ausbeutung überhaupt ist nichts Überhistorisches. Damit Arbeiter regelmäßig ein Mehrprodukt schaffen können, muss die Produktivität der Arbeit hinreichend entwickelt sein.[140] Diese Entwicklung, die das Kapitalverhältnis ermöglicht, dauerte viele Jahrhunderte.[141]

Tendenzen des Kapitals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in den grundlegenden Kategorien wird eine Dynamik bzw. eine Tendenz zum Wandel, dessen Quantität nicht genau vorhergesehen werden kann, mitgedacht.[142] So versteht Marx das Kapital als einen Prozess bzw. als sich verwertenden Wert, dessen Bewegung kein inneres Maß und kein Ende kennt. Diese Dynamik äußert sich in bestimmten Tendenzen.[143]

Marx wollte in Das Kapital die Bewegungsgesetze, die der kapitalistischen Produktionsweise immanent sind, möglichst rein erfassen.[144] Er gestand zu, dass verschiedenartige Faktoren modifizieren können, wie Gesetze wirken.[145] So räumte er bspw. ein, dass das Gesetz vom Fall der Profitrate nur als Tendenz wirkt, da diverse Umstände die Wirkung abschwächen können.[146] Wohin die kapitalistische Produktionsweise tendiert, versuchte Marx vor allem im 24. Kapitel des ersten Bandes zusammenzufassen.[147]

  • Akkumulation/Konzentration (im Marxschen Sinne): Mehrwert wird in Kapital verwandelt bzw. akkumuliert.[148] Das gesamtgesellschaftliche Kapital wächst, indem seine Teile wachsen. Wenn der einzelne Kapitalist akkumuliert, dann gilt ceteris paribus, dass er mehr Produktionsmittel und Arbeiter unter seinem Kommando konzentriert. Zudem wird es einfacher, dass sich ein Teil eines Kapitals abspaltet und eigenständig wird.[149] Es entsteht mehr Kapital, das zentralisiert werden kann.[150]
  • Zentralisation (im Marxschen Sinne): Einzelkapitale verschmelzen zu einem größeren Kapital (vgl. Unternehmenskonzentration).[148] Es ist dabei egal, ob die Einzelkapitale etwa "friedlich" eine Aktiengesellschaft bilden oder z. B. eine feindliche Übernahme stattfindet.[151] Konkurrenz und Kreditsystem sind die Hauptantriebe.[152] Die größeren Kapitale verfügen über Produktionsmittel, die eine höhere Produktivität erlauben. Sie schlagen die kleineren Kapitale im Preis. Letztere suchen sich Nischen, in denen wenig Kapital für einen Normalbetrieb erforderlich ist. Dort steigt jedoch der Konkurrenzdruck. Dabei kaufen einige andere auf und einige gehen ganz unter. Das Kreditsystem wird im Konkurrenzkampf zur Waffe, mit dessen Hilfe der einzelne Kapitalist mehr und schneller akkumulieren kann als aus eigenen Mitteln.
  • Wachstum des Kreditsystems: Akkumuliert das gesamtgesellschaftliche Kapital, steigen auch die betreffenden Kreditsummen, die eingesetzt werden, um den gesellschaftlichen Gesamtmehrwert zu realisieren (siehe Kreditsystem).[153]
  • Trennung von Kapitalbesitz und Kapitalanwendung[154]
  • Steigerung der Produktivkraft der Arbeit: Kapitalisten streben nach Extramehrwert. Sie ändern hierfür die Kooperation ihrer Arbeiter, die Arbeitsteilung und setzen vor allem auf automatisierte Maschinensysteme.[155] Wenn dank Maschinerie die Lohnkosten gesenkt werden können, so dass die Verteuerung, die durch den Kauf der Maschinen entstanden ist, überkompensiert werden kann, so kann billiger produziert werden. Der Kapitalist, der als Erster eine solche Innovation einführt, kann billiger als seine Konkurrenten produzieren und zum Marktpreis verkaufen. Er erzielt so Extramehrwert. Dieser verschwindet, wenn sich die Innovation verallgemeinert hat.[156]
  • Technologischer Fortschritt: Um die Produktivkraft zu steigern, beschäftigen sich Wissenschaftler mit dem Produktionsprozess und entwickeln innovative Technologien.[157]
  • Mögliche Steigerung des Lebensstandards: Man kann ein abstraktes Rechenbeispiel konstruieren.[158][159] Verdoppelte sich die Produktivkraft schlagartig in allen Branchen und blieben Arbeitszeit und -intensität gleich, so gäbe es doppelt so viele Waren wie zuvor und jede Ware wäre nur noch halb so viel wert. Sind die Arbeiter stark genug organisiert, so können sie den Nominallohn halten oder zumindest dafür sorgen, dass er nicht halbiert wird. In beiden Fällen könnten die Arbeiter mehr Waren kaufen als zuvor; der Reallohn wäre gestiegen.
  • Krise: Produktion und Konsum werden systematisch getrennt. Die Steigerung der Produktivkraft tendiert zur Ausdehnung der Produktion. Oft rechnet sich der Einsatz neuer Maschinen erst dann, wenn mehr produziert wird als zuvor; ferner will der innovative Kapitalist möglichst viel Extramehrwert erzielen.[160] Er bietet dazu unter Marktpreis an, um die größere Warenmenge leichter abzusetzen. Das setzt seine Konkurrenten unter Druck. Auch wenn ein Kapitalist normale Produktionsmittel besitzt, versucht er, möglichst viel zu produzieren, damit die Produktionsmittel ihren Wert auf die Produkte abgeben, bevor sie veraltet sind.[161] Im Gegensatz zur Produktionsausdehnung werden Löhne bzw. Konsum der Arbeitermassen wie auch Investitionen in Produktionsmittel systematisch beschränkt: der Kapitalist muss seinen Profit maximieren und daher seine Kosten bzw. Arbeitskosten minimieren; er kauft nur dann Produktionsmittel, wenn er erwartet, dass diese einen Profit bringen und dass dieser erhoffte Profit größer sein wird, als wenn er sein Kapital bspw. als zinstragendes Kapital anwenden würde.[162] Bewegen sich so Produktion und Konsum lange genug auseinander, kommt es zur Überproduktion und zur Überakkumulation.[163] Es gibt dann zu viel Kapital, das nicht oder kaum verwertet werden kann: Waren werden nicht abgesetzt, Produktionsmittel und Arbeitskräfte werden überflüssig, viele Unternehmen machen Bankrott und viele werden arbeitslos. Dank des Kreditsystems kann sich das Kapital flexibler bewegen, schneller akkumulieren und in innovative Produktionsweisen investiert werden. Das Kreditsystem wird so zu einem Haupthebel der Krisen.[164]
  • Ansteigen der Kapitalzusammensetzung c/v: Industrielle Kapitalisten setzen verstärkt automatisierte Maschinensysteme ein und die Menge menschlicher Arbeit nimmt ab. Dadurch wenden sie mehr konstantes Kapital c und weniger variables Kapital v an.[165]
  • Profitratenfall: Die Steigerung der Produktivkraft der Arbeit erlaubt die Produktion des relativen Mehrwerts bzw. eine Steigerung der Mehrwertrate m/v. Zudem steigt die Kapitalzusammensetzung c/v. Dadurch muss die allgemeine Profitrate sinken.[166] Verschiedenartige Faktoren können dem entgegenwirken: stärkere Ausbeutung, Verbilligung der Produktionsmittel, eine Masse verfügbarer billiger Arbeitskräfte, Außenhandel und Zunahme des Aktienkapitals.[167]
  • Expansion des Weltmarktes[168]
  • Zerstörung der Natur und der Arbeiter: Obgleich Natur und menschliche Arbeit Bedingungen des Kapitals sind, werden sie als Mittel der selbstzweckhaften Kapitalverwertung systematisch untergraben.[169] Das Kapital strebt danach, Kosten bzw. Löhne oder Arbeitsschutzmaßnahmen zu senken und die Arbeitszeit auszudehnen. Organisierte Arbeiter oder der Staat müssen dem etwas entgegensetzen, um die Arbeiterklasse langfristig erhalten zu können.[170] Ebenso tendiert das Kapital zur Erschöpfung natürlicher Ressourcen, wie z. B. der Bodenfruchtbarkeit im Falle kapitalistisch betriebener Landwirtschaft.[171]
  • Gesellschaftlichkeit: Warenproduktion und -zirkulation erfordern gesellschaftliche Arbeitsteilung.[172] Die kapitalistische Produktionsweise erhöht diese und es entstehen Produktionsmittel, die nur kollektiv genutzt werden können.[173] Die Entwicklung des Kreditsystems ermöglicht es den Kapitalisten, die finanziellen Mittel der Gesellschaft zu bündeln und darüber zu verfügen.[174] Seine Entwicklung hebt teils den Status des Kapitals als Privatbesitz auf. Es bilden sich Kapitalassoziationen, wie z. B. Aktiengesellschaften. So können Unternehmungen, die vorher nur die Staatsregierung durchführen konnte, gesellschaftliche Unternehmungen werden.[175]

Unterschiede zu neoklassischen Ansätzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter der Neoklassik erklären den Wert einer Ware nicht mittels abstrakter Arbeit, sondern stützen sich auf das Marginalprinzip. Dieses leitet Angebot und Nachfrage und damit den Wert von Grenznutzen und Grenzproduktivität ab; es wird daher meist von einer „subjektiven Werttheorie“ gesprochen, da persönliche Erwartungswerte für Nutzen und Produktivität in die Angebots- und Nachfrageentscheidungen einfließen.

Marx’ Auffassung von der Rolle des Geldes unterscheidet sich von der Neoklassik. Laut dieser gibt es Geld, weil Marktakteure rational abwägen und Geld nutzen, um Produkte leichter tauschen zu können und um damit zu rechnen. Nach Carl Menger sei Geld ohne Übereinkunft oder staatlichen Zwang entstanden; tauschwillige Individuen hätten erkannt, dass es für ihre Absichten zweckmäßig sei, sehr absatzfähige Waren zu benutzen; durch Gewohnheit seien diese zu Geld geworden.[176] Marx hingegen betont in seiner Wertformanalyse einen strukturellen Aspekt: ohne Geld kann es keine kapitalistische Produktionsweise geben. Der Wert bzw. die abstrakte Arbeit erfordert eine eigene Wertgestalt, um sich zu materialisieren; ohne Geld können die einzelnen Produzenten keine gesellschaftlichen Kontakte als Warenproduzenten eingehen.[177] Aus dieser Perspektive erscheint es unangebracht, von Geld zu abstrahieren, als ob Geld neutral wäre und als eine Art „Schleier“ fungierte, der über der realwirtschaftlichen Sphäre schwebt. Marx versucht mit seiner Auffassung von Geld dem Sayschen Gesetz zu widersprechen. Neoklassiker nutzen es mitunter als Prämisse, um zu begründen, in einer Marktwirtschaft, die frei von externen Störungen ist, entstehen keine Krisen; Marx hingegen bemerkt, dass mit dem Geld die Möglichkeit der Krise besteht.[178] Der einfache Tausch von Produkt gegen Produkt ist mit einem Akt vorbei. Die geldvermittelte Warenzirkulation W - G - W zerfällt hingegen in den Tauschakt W - G und den Tauschakt G - W. Sie kann unterbrochen werden, indem jemand seine Ware verkauft und das Geld nicht ausgibt, sondern als Wertgestalt festhält.

Neoklassiker gehen davon aus, dass auf dem Markt Gleichgewicht herrscht oder dass der Markt zu einem Gleichgewicht tendiert. Paradigmatisch ist Walras’ reine „Politische Ökonomik“. Er versucht mittels eines idealtypischen Modells zu erklären, wie Preise gebildet werden; effektives Angebot und effektive Nachfrage tendieren dazu, sich auszugleichen, so dass sich ein stationärer Zustand einstellt.[179] Nach neoklassischen Ansätzen können Krisen nur dadurch entstehen, dass externe Faktoren den Marktmechanismus stören, wie z. B. staatliche Interventionen oder Gewerkschaften, die zu hohe Löhne durchsetzen.[180][181] Marx’ Ansatz legt den Fokus auf die Dynamik des Kapitals und dessen Bewegungsgesetze. Es muss sich endlos und maßlos verwerten. Seiner Entwicklung ist die Krisentendenz immanent (siehe Tendenzen des Kapitals). Produktion und Konsumtion sind gegensätzlich bestimmt. Laufen sie lange genug auseinander, kommt es zur Überproduktion bzw. Überakkumulation.

Ein weiterer Unterschied besteht hinsichtlich der Auffassung darüber, wozu Menschen wirtschaften. Nach Carl Menger und William Stanley Jevons (1835–1882) dient jegliche menschliche Wirtschaft primär dazu, dass Menschen ihre Bedürfnisse befriedigen bzw. ihre Freude maximieren.[182][183] Marx hingegen wollte in "Das Kapital" keine überhistorischen ökonomischen Gesetze aufdecken, sondern die Spezifika der kapitalistischen Produktionsweise erforschen. Laut Marx steht in der kapitalistischen Produktionsweise die Kapitalverwertung an erster Stelle und ist selbstzweckhaft. Im Gegensatz zu früheren Ausbeutungsweisen ist die kapitalistische Ausbeutung primär auf den Tauschwert gerichtet und strebt nach größtmöglicher Ausbeutung der Arbeitskraft.[184]

Horrormetaphorik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marx versuchte nicht nur das Kapital begrifflich zu erfassen, sondern griff oft auch auf Metaphern zurück. So taucht in Das Kapital im Kapitel über den Arbeitstag die Wehrwolfs-Metapher auf. Das Kapital habe einen „Wehrwolfs-Heißhunger nach Mehrarbeit“, der die Reproduktion der Arbeitskraft bedrohe und die Arbeitskraft vorzeitig erschöpfe.[185]

Sehr häufig findet man in Marx’ Werken Vampirmetaphern.[186] In Das Kapital findet sich die Vampirmetapher dreimal in expliziter Form und alle drei Vorkommnisse befinden sich im Kapitel über den Arbeitstag.[187] Das Kapital bzw. der Kapitalist als personifiziertes Kapital strebe nach einer maximalen Ausdehnung des Arbeitstages. Das Kapital sei „verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt.“[188] Seinem „Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut“ folgend wolle es den Arbeitstag auch in die Nacht hinein verlängern.[189] Am Ende des Kapitels greift Marx auf ein Zitat aus Engels’ Die englische Zehnstundenbill zurück und spricht vom Kapitalisten als Sauger, der den Arbeiter nicht loslasse, „solange noch ein Muskel, eine Sehne, ein Tropfen Bluts auszubeuten“ sei.[190]

Schon vor Marx wurde die Vampirmetapher benutzt, um Gesellschaftskritik zu üben, wie im Fall von Jean-Jacques Rousseau (1712–1778), der damit den Glauben an bestimmte gerechtfertigte Autoritäten kritisierte.[191] Pierre-Joseph Proudhon (1809–1865) verwendete sie, um Ausbeutungsverhältnisse darzustellen.[192] Nach Mark Neocleous müsse Marx’ Vampirmetapher im Rahmen der Kritik der politischen Ökonomie betrachtet werden, um sie angemessen verstehen zu können.[193] Die Vampirmetapher sei nicht bloßes Stilmittel, sondern müsse in Zusammenhang damit gesehen werden, dass Marx die Beziehung zwischen dem Toten und dem Lebendigen im Kapitalismus problematisiert habe.[194] Das Kapital als tote Arbeit will über die lebendige Arbeit herrschen, sich von ihr ernähren und erschöpfe sie so sehr, dass die Arbeitskraft versiege. Die Vampirmetapher passe in dieser Hinsicht zum Konzept der Entfremdung und zum Konzept des Warenfetischs, wonach tote Dinge lebendig werden und über die Lebenden herrschen.[195]

Rezeption und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In The Positive Theory of Capital lehnte Eugen von Böhm-Bawerk es ab einen wissenschaftlichen Kapitalbegriff zu bestimmen, der das Begriffsmerkmal ,Ausbeutungsmittel' enthält, da er Marx' Ausbeutungstheorie für falsch hielt.[196]

Joseph Alois Schumpeter (1883–1950) setzte seinen Kapitalbegriff dem Marxschen Kapitalbegriff in einer Hinsicht gleich. Kapital sei ein Herrschaftsinstrument des Unternehmers, mit dem er über die zu kaufenden Güter herrsche.[197] Er verwarf jedoch Marx’ Ausbeutungstheorie und kritisierte mittels des Grenznutzenansatzes die Arbeitswerttheorie, die er relativierte.[198][199] Auch hinsichtlich des Mehrwertbegriffes wies Schumpeter auf Ähnlichkeiten hin und kritisierte zugleich Marx’ Ansätze. Nach Marx schaffe konstantes Kapital keinen Mehrwert. Dem gleiche in Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung der Satz, dass in einer Wirtschaft, die sich im völligen Gleichgewicht befinde, der Zins gleich Null sei.[200] Schumpeter akzeptierte jedoch nur eine Art von Mehrwert im Marxschen Sinne, nämlich den Mehrwert, der als Unternehmergewinn und Kapitalzins erscheine.[201] Der Wirtschaftshistoriker und Schumpeterschüler Eduard März (1908–1987) meint, Marx’ Kapitalbegriff ähnle dem von Schumpeter nur verbal: der Mehrwert im Marxschen Sinne entspringe der Produktion, wohingegen der Mehrwert im Sinne von Schumpeter aus der Zirkulation hervorgehe.[202]

Schumpeter schätzte Marx’ begriffliche Beiträge zur Kapitaltheorie.[203] Marx habe David Ricardos (1772–1823) Begriffe des fixen und umlaufenden Kapitals durch die Konzepte des konstanten und variablen Kapitals verbessert. Ebenso sei Marx’ Begriff der organischen Struktur des Kapitals präziser als Ricardos Vorstellungen. Schumpeter würdigte in seiner Konjunkturtheorie eine Grundidee von Marx, wonach sich die Wirtschaft aus sich selbst heraus entwickelt.[204] Laut März finde sich bereits in Marx’ Theorie des relativen Mehrwerts Schumpeters Grundgedanke, dass die kapitalistische Produktionsweise aus der ihr immanenten Dynamik heraus zu technischen Innovationen neigt, die dem Einführer der Innovation eine temporäre Monopolstellung und entsprechende Gewinne ermöglichen.[205]

Michael Heinrich kritisiert fundamentale Kategorien der Kapitaltheorie. Marx charakterisiere die Wertsubstanz abstrakte Arbeit teilweise physiologisch und fasse die Wertgröße mitunter so auf, dass sie nur durch die normalen technischen Produktionsbedingungen bestimmt sei; dem widerspreche, wie Marx Wertsubstanz, Wertgröße und Wertgegenständlichkeit als besondere soziale Konstrukte einer warenproduzierenden Gesellschaft charakterisiere.[206] Diese Ambivalenz erlaube entsprechende naturalistische Interpretationen. Ferner betrachtet Heinrich Marx’ Annahme, die gesellschaftlich allgemeingültige Wertform müsse an eine Geldware wie Gold gebunden sein, als unbegründet wie auch empirisch überholt.[207] Marx habe die kapitalistische Produktionsweise in ihrem idealen Durchschnitt erfassen wollen; seitdem das Bretton-Woods-System nicht mehr gelte, sei Geld jedoch nicht mehr an Gold gebunden. Ferner sieht Heinrich methodische Mängel. Marx analysiere die Wertformen, aber entwickle dabei die Geldform nicht streng dialektisch aus der allgemeinen Wertform; er popularisiere und verwische somit den Unterschied zwischen der Wertformanalyse, in der Formen begrifflich entwickelt würden, und der Behandlung des Austauschprozesses, in dem er die Handlungen der Warenbesitzer untersuche.[208] Ebenso habe Marx es versäumt in Das Kapital theoretisch zu entwickeln, wie die Geldform und die Kapitalform bzw. wie die einfache Warenzirkulation und die Kapitalbewegung miteinander zusammenhängen.[209] Das erlaube die Deutung, Marx habe mit der einfachen Warenzirkulation W - G - W eine historische Phase bzw. eine vorkapitalistische Gesellschaft von Warenproduzenten abstrakt beschrieben.

Den Begriff der technischen Kapitalzusammensetzung hält Heinrich für zu unklar, da sich heterogene Gütermengen damit nicht vergleichen ließen.[210] Der Begriff der organischen Kapitalzusammensetzung verliere seine Trennschärfe, wenn man ihn auf der Ebene des gesellschaftlichen Gesamtkapitals anwende. Dort könne man technische Änderungen und Wertänderungen nicht klar voneinander trennen.[211]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 49: „Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine „ungeheure Warensammlung“, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware.“
  2. a b Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 203.
  3. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 55: „Ein Ding kann Gebrauchswert sein, ohne Wert zu sein. Es ist dies der Fall, wenn sein Nutzen für den Menschen nicht durch Arbeit vermittelt ist. So Luft, jungfräulicher Boden, natürliche Wiesen, wildwachsendes Holz usw. Ein Ding kann nützlich und Produkt menschlicher Arbeit sein, ohne Ware zu sein. Wer durch sein Produkt sein eigenes Bedürfnis befriedigt, schafft zwar Gebrauchswert, aber nicht Ware. Um Ware zu produzieren, muß er nicht nur Gebrauchswert produzieren, sondern Gebrauchswert für andre, gesellschaftlichen Gebrauchswert. {Und nicht nur für andre schlechthin. Der mittelalterliche Bauer produzierte das Zinskorn für den Feudalherrn, das Zehntkorn für den Pfaffen. Aber weder Zinskorn noch Zehntkorn wurden dadurch Ware, daß sie für andre produziert waren. Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden.} Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein. Ist es nutzlos, so ist auch die in ihm enthaltene Arbeit nutzlos, zählt nicht als Arbeit und bildet daher keinen Wert.“
  4. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 75: „Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als „Tauschwert“. Wenn es im Eingang dieses Kapitels in der gang und gäben Manier hieß: Die Ware ist Gebrauchswert und Tauschwert, so war dies, genau gesprochen, falsch. Die Ware ist Gebrauchswert oder Gebrauchsgegenstand und „Wert“. Sie stellt sich dar als dies Doppelte, was sie ist, sobald ihr Wert eine eigne, von ihrer Naturalform verschiedene Erscheinungsform besitzt, die des Tauschwerts, und sie besitzt diese Form niemals isoliert betrachtet, sondern stets nur im Wert- oder Austauschverhältnis zu einer zweiten, verschiedenartigen Ware. Weiß man das jedoch einmal, so tut jene Sprechweise keinen Harm, sondern dient zur Abkürzung.“
  5. Karl Marx: Marx an Ludwig Kugelmann in Hannover. London, 11. Juli 1868. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 32. Dietz Verlag, Berlin 1974, S. 552–553: „Das Geschwätz über die Notwendigkeit, den Wertbegriff zu beweisen, beruht nur auf vollständigster Unwissenheit, sowohl über die Sache, um die es sich handelt, als die Methode der Wissenschaft. Daß jede Nation verrecken würde, die, ich will nicht sagen für ein Jahr, sondern für ein paar Wochen die Arbeit einstellte, weiß jedes Kind. Ebenso weiß es, daß die den verschiednen Bedürfnismassen entsprechenden Massen von Produkten verschiedne und quantitativ bestimmte Massen der gesellschaftlichen Gesamt-arbeit erheischen. Daß diese Notwendigkeit der Verteilung der gesellschaftlichen Arbeit in bestimmten Proportionen durchaus nicht durch die bestimmte Form der gesellschaftlichen Produktion aufgehoben, sondern nur ihre Erscheinungsweise ändern kann, ist self-evident. Naturgesetze können überhaupt nicht aufgehoben werden. Was sich in historisch verschiednen Zuständen ändern kann, ist nur die Form, worin jene Gesetze sich durchsetzen. Und die Form, worin sich diese proportionelle Verteilung der Arbeit durchsetzt in einem Gesellschaftszustand, worin der Zusammenhang der gesellschaftlichen Arbeit sich als Privataustausch der individuellen Arbeitsprodukte geltend macht, ist eben der Tauschwert dieser Produkte.“
  6. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 46.
  7. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 47.
  8. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 47–48.
  9. a b Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 52: „Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. Betrachten wir nun das Residuum der Arbeitsprodukte. Es ist nichts von ihnen übriggeblieben als dieselbe gespenstige Gegenständlichkeit, eine bloße Gallerte unterschiedsloser menschlicher Arbeit, d. h. der Verausgabung menschlicher Arbeitskraft ohne Rücksicht auf die Form ihrer Verausgabung. Diese Dinge stellen nur noch dar, daß in ihrer Produktion menschliche Arbeitskraft verausgabt, menschliche Arbeit aufgehäuft ist. Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte - Warenwerte.“
  10. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 61: „Alle Arbeit ist einerseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft im physiologischen Sinn, und in dieser Eigenschaft gleicher menschlicher oder abstrakt menschlicher Arbeit bildet sie den Warenwert. Alle Arbeit ist andrerseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft in besondrer zweckbestimmter Form, und in dieser Eigenschaft konkreter nützlicher Arbeit produziert sie Gebrauchswerte.“
  11. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 62: „Die Wertgegenständlichkeit der Waren unterscheidet sich dadurch von der Wittib Hurtig, daß man nicht weiß, wo sie zu haben ist. Im graden Gegenteil zur sinnlich groben Gegenständlichkeit der Warenkörper geht kein Atom Naturstoff in ihre Wertgegenständlichkeit ein. Man mag daher eine einzelne Ware drehen und wenden, wie man will, sie bleibt unfaßbar als Wertding. Erinnern wir uns jedoch, daß die Waren nur Wertgegenständlichkeit besitzen, sofern sie Ausdrücke derselben gesellschaftlichen Einheit, menschlicher Arbeit, sind, daß ihre Wertgegenständlichkeit also rein gesellschaftlich ist, so versteht sich auch von selbst, daß sie nur im gesellschaftlichen Verhältnis von Ware zu Ware erscheinen kann.“
  12. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 48–49.
  13. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 47–49.
  14. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 53–54.
  15. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 49.
  16. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 49–50.
  17. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 121–122: „[…] Gesetzt endlich, jedes auf dem Markt vorhandne Stück Leinwand enthalte nur gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit. Trotzdem kann die Gesamtsumme dieser Stücke überflüssig verausgabte Arbeitszeit enthalten. Vermag der Marktmagen das Gesamtquantum Leinwand, zum Normalpreis von 2 sh. per Elle, nicht zu absorbieren, so beweist das, daß ein zu großer Teil der gesellschaftlichen Gesamtarbeitszeit in der Form der Leinweberei verausgabt wurde. Die Wirkung ist dieselbe, als hätte jeder einzelne Leinweber mehr als die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit auf sein individuelles Produkt verwandt. Hier heißt’s: Mitgefangen, mitgehangen. Alle Leinwand auf dem Markt gilt nur als ein Handelsartikel, jedes Stück nur als aliquoter Teil. Und in der Tat ist der Wert jeder individuellen Elle ja auch nur die Materiatur desselben gesellschaftlich bestimmten Quantums gleichartiger menschlicher Arbeit.“
  18. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 50.
  19. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 54: „Die einzelne Ware gilt hier überhaupt als Durchschnittsexemplar ihrer Art.“
  20. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 40.
  21. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 202.
  22. Karl Marx: Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 13. Dietz Verlag, Berlin 1961, S. 48: „Der letzte Widerspruch und der scheinbar schlagendste, wenn er nicht wie gewöhnlich in der Form wunderlicher Exempel vorgebracht wird: Wenn der Tauschwert nichts ist als die in einer Ware enthaltene Arbeitszeit, wie können Waren, die keine Arbeit enthalten, Tauschwert besitzen, oder in andern Worten, woher der Tauschwert bloßer Naturkräfte? Dies Problem wird gelöst in der Lehre von der Grundrente.“
  23. Karl Marx: Randglossen zu Adolph Wagners ,,Lehrbuch der politischen Ökonomie". In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). 9. Auflage. Band 19. Dietz Verlag, Berlin 1987, S. 370 (Erstausgabe: 1962): „Es wäre also, wie aus dem obigen hervorgeht, reine Faselei, bei Analyse der Ware - weil sie sich einerseits als Gebrauchswert oder Gut, andrerseits als „Wert“ darstellt - nun bei dieser Gelegenheit allerlei banale Reflexionen über Gebrauchswerte oder Güter „anzuknüpfen“, die nicht in den Bereich der Warenwelt fallen, wie „Staatsgüter“, „Gemeindegüter“ etc., wie es Wagner und der deutsche Professor in general tut, oder über das Gut „Gesundheit“ etc. Wo der Staat selbst kapitalistischer Produzent, wie bei Exploitation von Minen, Waldungen etc., ist sein Produkt „Ware“ und besitzt daher den spezifischen Charakter jeder andren Ware.“
  24. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 59.
  25. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 60.
  26. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 61–62.
  27. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 62–63.
  28. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 65–66.
  29. a b c Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 66.
  30. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 66–67.
  31. a b c d Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 67.
  32. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 83.
  33. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 166: „Und quantitativ betrachtet, sind 110 Pfd.St. [= G‘, d. V.] eine beschränkte Wertsumme wie 100 Pfd.St. [= G, d. V.]. Würden die 110 Pfd.St. als Geld verausgabt, so fielen sie aus ihrer Rolle. Sie hörten auf, Kapital zu sein. Der Zirkulation entzogen, versteinern sie zum Schatz […]“
  34. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 167: „Die einfache Warenzirkulation - der Verkauf für den Kauf - dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen. Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos.“
  35. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 84 und S. 140–143.
  36. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 84–85.
  37. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 86.
  38. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 87.
  39. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 179: „Was vom Handelskapital, gilt noch mehr vom Wucherkapital. Im Handelskapital sind die Extreme, das Geld, das auf den Markt geworfen, und das vermehrte Geld, das dem Markt entzogen wird, wenigstens vermittelt durch Kauf und Verkauf, durch die Bewegung der Zirkulation. Im Wucherkapital ist die Form G - W - G‘ abgekürzt auf die unvermittelten Extreme G - G‘, Geld, das sich gegen mehr Geld austauscht, eine der Natur des Geldes widersprechende und daher vom Standpunkt des Warenaustausches unerklärliche Form.“
  40. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 87–88.
  41. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 88.
  42. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 101.
  43. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 249: „Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar - ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d. h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.“
  44. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 113.
  45. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 107.
  46. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 350: „Zunächst ist das treibende Motiv und der bestimmende Zweck des kapitalistischen Produktionsprozesses möglichst große Selbstverwertung des Kapitals, d. h. möglichst große Produktion von Mehrwert, also möglichst große Ausbeutung der Arbeitskraft durch den Kapitalisten. Mit der Masse der gleichzeitig beschäftigten Arbeiter wächst ihr Widerstand und damit notwendig der Druck des Kapitals zur Bewältigung dieses Widerstands. Die Leitung des Kapitalisten ist nicht nur eine aus der Natur des gesellschaftlichen Arbeitsprozesses entspringende und ihm angehörige besondre Funktion, sie ist zugleich Funktion der Ausbeutung eines gesellschaftlichen Arbeitsprozesses und daher bedingt durch den unvermeidlichen Antagonismus zwischen dem Ausbeuter und dem Rohmaterial seiner Ausbeutung. […]“
  47. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 351: „Wenn daher die kapitalistische Leitung dem Inhalt nach zwieschlächtig ist, wegen der Zwieschlächtigkeit des zu leitenden Produktionsprozesses selbst, welcher einerseits gesellschaftlicher Arbeitsprozeß zur Herstellung eines Produkts, andrerseits Verwertungsprozeß des Kapitals, so ist sie der Form nach despotisch. Mit der Entwicklung der Kooperation auf größrem Maßstab entwickelt dieser Despotismus seine eigentümlichen Formen. Wie der Kapitalist zunächst entbunden wird von der Handarbeit, sobald sein Kapital jene Minimalgröße erreicht hat, womit die eigentlich kapitalistische Produktion erst beginnt, so tritt er jetzt die Funktion unmittelbarer und fortwährender Beaufsichtigung der einzelnen Arbeiter und Arbeitergruppen selbst wieder ab an eine besondre Sorte von Lohnarbeitern. Wie eine Armee militärischer, bedarf eine unter dem Kommando desselben Kapitals zusammenwirkende Arbeitermasse industrieller Oberoffiziere (Dirigenten, managers) und Unteroffiziere (Arbeitsaufseher, foremen, overlookers, contre-maîtres), die während des Arbeitsprozesses im Namen des Kapitals kommandieren. Die Arbeit der Oberaufsicht befestigt sich zu ihrer ausschließlichen Funktion. [...]“
  48. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 92–93.
  49. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 90.
  50. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 91.
  51. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 252–253.
  52. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 169: „Als das übergreifende Subjekt eines solchen Prozesses [= der Selbstverwertung, d. V.], worin er Geldform und Warenform bald annimmt, bald abstreift, sich aber in diesem Wechsel erhält und ausreckt, bedarf der Wert vor allem einer selbständigen Form, wodurch seine Identität mit sich selbst konstatiert wird. Und diese Form besitzt er nur im Gelde.“
  53. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 257.
  54. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 254.
  55. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 254–255.
  56. a b c d Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 255.
  57. a b c Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 256.
  58. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 131–132.
  59. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 99–100.
  60. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Zweiter Band. Buch II: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 24. Dietz Verlag, Berlin 1963, S. 60.
  61. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 532.
  62. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 134.
  63. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 120–122.
  64. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 133–134.
  65. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 617–618: „Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt, ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.“
  66. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 135–136.
  67. a b c Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 133–134.
  68. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 134–135.
  69. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 132–133.
  70. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 25. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 278.
  71. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 25. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 327–328.
  72. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 3. Auflage. Schmetterling, Stuttgart 2005, ISBN 3-89657-593-7, S. 154–156.
  73. MEW 25, 5. Abschnitt, 21. Kapitel „Das zinstragende Kapital“.
  74. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 154–155.
  75. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 155–156.
  76. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 195.
  77. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 158.
  78. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 3. Auflage. Schmetterling, Stuttgart 2005, ISBN 3-89657-593-7, S. 163.
  79. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 162–164.
  80. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 164.
  81. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 640: „Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.“
  82. a b Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 318–319.
  83. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 318.
  84. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals. 1. Auflage. Otto Meissner, Hamburg 1867, S. 608 (deutschestextarchiv.de).
  85. Karl Marx: Das Kapital. (Ökonomisches Manuskript 1863–1865). Drittes Buch. Die Gestaltungen des Gesammtprocesses. In: Internationale Marx-Engels-Stiftung Amsterdam (Hrsg.): Marx-Engels-Gesamtwerke (MEGA) II.4.2. Ökonomische Manuskripte 1863–1867. Teil 2. 2. Auflage. De Gruyter Akademie, 2012, S. 217.
  86. Karl Marx: Das Kapital. (Ökonomisches Manuskript 1863–1865). Drittes Buch. Die Gestaltungen des Gesammtprocesses. In: Internationale Marx-Engels-Stiftung Amsterdam (Hrsg.): Marx-Engels-Gesamtwerke (MEGA) II.4.2. Ökonomische Manuskripte 1863–1867. Teil 2. 2. Auflage. De Gruyter Akademie, 2012, S. 221.
  87. Karl Marx: Grundrisse der politischen Ökonomie. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 42. Dietz Verlag, Berlin 1983, S. 327: „In der Konkurrenz erscheint diese innre Tendenz des Kapitals als ein Zwang, der ihm von fremdem Kapital angetan wird und der es vorantreibt über die richtige Proportion mit beständigem Marche, marche! Die freie Konkurrenz […] ist noch nie entwickelt worden von den Ökonomen […] Sie ist nur negativ verstanden worden: d. h. als Negation von Monopolen, Korporation, gesetzlichen Regulationen etc. Als Negation der feudalen Produktion. Sie muß aber doch auch etwas für sich sein, da bloß 0 leere Negation ist, Abstrahieren von einer Schranke, die z. B. in der Form von Monopol, natürlichen Monopolen etc. sofort wieder aufersteht. Begrifflich ist die Konkurrenz nichts als die innre Natur des Kapitals, seine wesentliche Bestimmung, erscheinend und realisiert als Wechselwirkung der vielen Kapitalien aufeinander, die innre Tendenz als äußerliche Notwendigkeit.) (Kapital existiert und kann nur existieren als viele Kapitalien, und seine Selbstbestimmung erscheint daher als Wechselwirkung derselben aufeinander.“
  88. a b c d Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 193.
  89. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 653: „Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. […] Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale.“
  90. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 193–194.
  91. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 137.
  92. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Zweiter Band. Buch II: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 24. Dietz Verlag, Berlin 1963, S. 353–354: „Die Kreisläufe der individuellen Kapitale verschlingen sich aber ineinander, setzen sich voraus und bedingen einander, und bilden gerade in dieser Verschlingung die Bewegung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals.“
  93. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 139.
  94. a b c d Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 194.
  95. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 205: „Das Kapital kommt sich in dieser Form selbst zum Bewußtsein als eine gesellschaftliche Macht, an der jeder Kapitalist teilhat im Verhältnis seines Anteils am gesellschaftlichen Gesamtkapital.“
  96. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 285.
  97. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 285–286.
  98. a b Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 286.
  99. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 144–145.
  100. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 145.
  101. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 268.
  102. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 145–146.
  103. a b Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 267–268.
  104. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 284–285.
  105. Karl Marx: Das Kapital. (Ökonomisches Manuskript 1863–1865). Drittes Buch. In: Internationale Marx-Engels-Stiftung Amsterdam (Hrsg.): Marx-Engels-Gesamtwerke (MEGA) II.4.2. Ökonomische Manuskripte 1863–1867. Teil 2. 2. Auflage. De Gruyter Akademie, 2012, S. 661: „Wir haben gesehn, daß der Durchschnittsprofit des einzelnen Capitalisten, des besondren Capitals, bestimmt ist, nicht durch die Surplusarbeit, die es ausbeutet, sondern durch das Quantum gesellschaftlicher Surplusarbeit, die das Gesammtcapital ausbeutet, wovon das besondre Capital nur als proportioneller Theil dieses Gesammtcapitals seine Dividende zieht. Dieser „gesellschaftliche“ Charakter des Capitals wird erst vermittelt und verwirklicht durch die Entwicklung des Credit- und Banksystems.“
  106. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 293 und S. 299–300.
  107. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 300–301.
  108. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 165.
  109. a b c d Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 166.
  110. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 167–168.
  111. Karl Marx: Das Kapital. (Ökonomisches Manuskript 1863–1865). Drittes Buch. In: Internationale Marx-Engels-Stiftung Amsterdam (Hrsg.): Marx-Engels-Gesamtwerke (MEGA) II.4.2. Ökonomische Manuskripte 1863–1867. Teil 2. 2. Auflage. De Gruyter Akademie, 2012, S. 505: „Wenn das Creditwesen als Haupthebel der Ueberproduction und des overtrade und Ueberspeculation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproductionsproceß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äussersten Grenze forcirt wird und zwar dazu forcirt wird, weil ein grosser Theil des gesellschaftlichen Capitals von den Nichteigenthümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders riskiren als der ängstlich die Schranken seines Privatcapitals erwägende Eigenthümer, so weit er selbst functionirt. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der capitalistischen Production gegründete Verwerthung desselben die wirkliche, freie Entwicklung der Productivkräfte nur zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der That eine immanente Fessel, Schranke derselben bildet, die beständig durch das Creditwesen durchbrochen wird. Das Creditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Productivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die bis zu einem gewissen Grad – als materielle Basen der neuen Productionsweise herzustellen – die historische Aufgabe der capitalistischen Productionsweise ist. Es beschleunigt zugleich die Crisen, die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs und daher die Elemente der Auflösung der alten Productionsweise.“
  112. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 306.
  113. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 51–52 und S. 70.
  114. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 71.
  115. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 71–72.
  116. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 73.
  117. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 75.
  118. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 75–76.
  119. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals. 1. Auflage. Otto Meissner, Hamburg 1867, S. 27 (deutschestextarchiv.de): „In der Form III, welche die rückbezogene zweite Form und also in ihr eingeschlossen ist, erscheint die Leinwand dagegen als die Gattungsform des Aequivalents für alle andern Waaren. Es ist als ob neben und ausser Löwen, Tigern, Hasen und allen andern wirklichen Thieren, die gruppirt die verschiednen Geschlechter, Arten, Unterarten, Familien u. s. w. des Thierreichs bilden, auch noch das Thier existirte, die individuelle Incarnation des ganzen Thierreichs. Ein solches Einzelne, das in sich selbst alle wirklich vorhandenen Arten derselben Sache einbegreift, ist ein Allgemeines, wie Thier, Gott u. s. w. Wie die Leinwand daher einzelnes Aequivalent wurde, dadurch dass sich eine andre Waare auf sie als Erscheinungsform des Werths bezog, so wird sie als allen Waaren gemeinschaftliche Erscheinungsform des Werths das allgemeine Aequivalent, allgemeiner Werthleib, allgemeine Materiatur der abstrakten menschlichen Arbeit. Die in ihr materialisirte besondre Arbeit gilt daher jetzt als allgemeine Verwirklichungsform der menschlichen Arbeit, als allgemeine Arbeit.“
  120. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 109–110.
  121. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 132–133.
  122. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 25. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 404: „Im zinstragenden Kapital erreicht das Kapitalverhältnis seine äußerlichste und fetischartigste Form. Wir haben hier G - G‘, Geld, das mehr Geld erzeugt, sich selbst verwertenden Wert, ohne den Prozeß, der die beiden Extreme vermittelt. Im Kaufmannskapital, G - W - G‘, ist wenigstens die allgemeine Form der kapitalistischen Bewegung vorhanden, obgleich sie sich nur in der Zirkulationssphäre hält, der Profit daher als bloßer Veräußerungsprofit erscheint; aber immerhin stellt er sich dar als ein Produkt eines gesellschaftlichen Verhältnisses, nicht als Produkt eines bloßen Dings.“
  123. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 157–158.
  124. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 25. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 405.
  125. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 94–96.
  126. a b c Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 141–142.
  127. a b c Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 308.
  128. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 25. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 838: „Im Kapital - Profit, oder noch besser Kapital - Zins, Boden - Grundrente, Arbeit - Arbeitslohn, in dieser ökonomischen Trinität als dem Zusammenhang der Bestandteile des Werts und des Reichtums überhaupt mit seinen Quellen ist die Mystifikation der kapitalistischen Produktionsweise, die Verdinglichung der gesellschaftlichen Verhältnisse, das unmittelbare Zusammenwachsen der stofflichen Produktionsverhältnisse mit ihrer geschichtlich-sozialen Bestimmtheit vollendet: die verzauberte, verkehrte und auf den Kopf gestellte Welt, wo Monsieur le Capital und Madame Ia Terre als soziale Charaktere, und zugleich unmittelbar als bloße Dinge ihren Spuk treiben.“
  129. a b c d Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 185.
  130. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 57–58: „Die Gebrauchswerte Rock, Leinwand usw., kurz die Warenkörper, sind Verbindungen von zwei Elementen, Naturstoff und Arbeit. Zieht man die Gesamtsumme aller verschiednen nützlichen Arbeiten ab, die in Rock, Leinwand usw. stecken, so bleibt stets ein materielles Substrat zurück, das ohne Zutun des Menschen von Natur vorhanden ist. Der Mensch kann in seiner Produktion nur verfahren, wie die Natur selbst, d.h. nur die Formen der Stoffe ändern. Noch mehr. In dieser Arbeit der Formung selbst wird er beständig unterstützt von Naturkräften. Arbeit ist also nicht die einzige Quelle der von ihr produzierten Gebrauchswerte, des stofflichen Reichtums.“
  131. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 15–16.
  132. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozess des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 49: „Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine "ungeheure Warensammlung", die einzelne Ware als seine Elementarform.“
  133. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 37.
  134. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 184: „Seine [= des Kapitals, d. V.] historischen Existenzbedingungen sind durchaus nicht da mit der Waren- und Geldzirkulation. Es entsteht nur, wo der Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln den freien Arbeiter als Verkäufer seiner Arbeitskraft auf dem Markt vorfindet, und diese eine historische Bedingung umschließt eine Weltgeschichte. Das Kapital kündigt daher von vornherein eine Epoche des gesellschaftlichen Produktionsprozesses an.“
  135. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 209–210.
  136. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 89.
  137. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 13 und S. 207–208.
  138. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 13–15 und S. 88.
  139. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 14.
  140. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 534: „Braucht der Arbeiter alle seine Zeit, um die zur Erhaltung seiner selbst und seiner Race nötigen Lebensmittel zu produzieren, so bleibt ihm keine Zeit, um unentgeltlich für dritte Personen zu arbeiten. Ohne einen gewissen Produktivitätsgrad der Arbeit keine solche disponible Zeit für den Arbeiter, ohne solche überschüssige Zeit keine Mehrarbeit und daher keine Kapitalisten, aber auch keine Sklavenhalter, keine Feudalbarone, in einem Wort keine Großbesitzerklasse.“
  141. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 534–535: „[…] Nur sobald die Menschen sich aus ihren ersten Tierzuständen herausgearbeitet, ihre Arbeit selbst also schon in gewissem Grad vergesellschaftet ist, treten Verhältnisse ein, worin die Mehrarbeit des einen zur Existenzbedingung des andern wird. In den Kulturanfängen sind die erworbnen Produktivkräfte der Arbeit gering, aber so sind die Bedürfnisse, die sich mit und an den Mitteln ihrer Befriedigung entwickeln. Ferner ist in jenen Anfängen die Proportion der Gesellschaftsteile, die von fremder Arbeit leben, verschwindend klein gegen die Masse der unmittelbaren Produzenten. Mit dem Fortschritt der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit wächst diese Proportion absolut und relativ. Das Kapitalverhältnis entspringt übrigens auf einem ökonomischen Boden, der das Produkt eines langen Entwicklungsprozesses ist. Die vorhandne Produktivität der Arbeit, wovon es als Grundlage ausgeht, ist nicht Gabe der Natur, sondern einer Geschichte, die Tausende von Jahrhunderten umfaßt.“
  142. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 313–314.
  143. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 311.
  144. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 12: „Der Physiker beobachtet Naturprozesse entweder dort, wo sie in der prägnantesten Form und von störenden Einflüssen mindest getrübt erscheinen, oder, wo möglich, macht er Experimente unter Bedingungen, welche den reinen Vorgang des Prozesses sichern. Was ich in diesem Werk zu erforschen habe, ist die kapitalistische Produktionsweise und die ihr entsprechenden Produktions- und Verkehrsverhältnisse. [...] An und für sich handelt es sich nicht um den höheren oder niedrigeren Entwicklungsgrad der gesellschaftlichen Antagonismen, welche aus den Naturgesetzen der kapitalistischen Produktion entspringen. Es handelt sich um diese Gesetze selbst, um diese mit eherner Notwendigkeit wirkenden und sich durchsetzenden Tendenzen.“
  145. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 674: „Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.“
  146. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 25. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 242: „Es müssen gegenwirkende Einflüsse im Spiel sein, welche die Wirkung des allgemeinen Gesetzes durchkreuzen und aufheben, und ihm nur den Charakter einer Tendenz geben [...]“
  147. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 789–791.
  148. a b Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 126.
  149. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 654: „Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.“
  150. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 655: „Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale [...]“
  151. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 656: „[...] vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften [...]“
  152. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozess des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 654–656.
  153. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 165–166.
  154. Karl Marx: Das Kapital. (Ökonomisches Manuskript 1863–1865). Drittes Buch. In: Internationale Marx-Engels-Stiftung Amsterdam (Hrsg.): Marx-Engels-Gesamtwerke (MEGA) II.4.2. Ökonomische Manuskripte 1863–1867. Teil 2. 2. Auflage. De Gruyter Akademie, 2012, S. 458–459: „Die Aktienunternehmungen überhaupt – entwickelt mit dem Creditwesen – haben die Tendenz diese labour of superintendence als Function mehr und mehr zu trennen von dem Besitz des Capital, sei es eigen, oder geborgt [...] Indem aber einerseits dem blossen Eigenthümer des Capitals, dem monied Capitalist, der functionirende Capitalist gegenübertritt (und mit dem Creditwesen dieß monied capital selbst einen gesellschaftlichen Charakter annimmt und von andren Personen als seinen unmittelbaren Eigenthümern verborgt wird), andrerseits der blosse Manager, der das Capital unter keinerlei Titel besitzt, weder leihweise noch otherwise, alle realen Functionen versieht, die dem functionirenden Capitalisten als functionirendem zukommen, bleibt nur der Functionär und verschwindet der Capitalist als überflüssige Person aus dem Productionsproceß.“
  155. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 107–113.
  156. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 104–105.
  157. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 114.
  158. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 117–120.
  159. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 545–546.
  160. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 105–106 und S. 110–113.
  161. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 114.
  162. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 172–173.
  163. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 173.
  164. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 166–168.
  165. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 123–125.
  166. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 148–151.
  167. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 25. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 242–250.
  168. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 790: „Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich [...] die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes.“
  169. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 115–116.
  170. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 115–116 und S. 211–212.
  171. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 529–530: „Und jeder Fortschritt der kapitalistischen Agrikultur ist nicht nur ein Fortschritt in der Kunst, den Arbeiter, sondern zugleich in der Kunst, den Boden zu berauben, jeder Fortschritt in Steigerung seiner Fruchtbarkeit für eine gegebne Zeitfrist zugleich ein Fortschritt im Ruin der dauernden Quellen dieser Fruchtbarkeit. [...] Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter.“
  172. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 184: „Die Darstellung des Produkts als Ware bedingt eine so weit entwickelte Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft, daß die Scheidung zwischen Gebrauchswert und Tauschwert [...] bereits vollzogen ist.“
  173. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 790: „Hand in Hand mit dieser Zentralisation [...] entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, [...] die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts [...]“
  174. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 25. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 374: „Die Entwicklung des Kreditsystems und die damit beständig wachsende, durch die Bankiers vermittelte, Verfügung der Industriellen und Kaufleute über alle Geldersparnisse aller Klassen der Gesellschaft und die fortschreitende Konzentration dieser Ersparnisse zu den Massen, worin sie als Geldkapital wirken können, muß ebenfalls auf den Zinsfuß drücken.“
  175. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 25. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 452: „Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch: 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche. 2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.“
  176. Carl Menger: Grundsätze der Volkswirthschaftslehre. Braumüller, Wien 1871, S. 253–254 (deutschestextarchiv.de [abgerufen am 21. Juni 2020]): „Das ökonomische Interesse der einzelnen wirthschaftenden Individuen führt sie demnach, bei gesteigerter Erkenntniss dieses ihres Interesses, ohne alle Uebereinkunft, ohne legislativen Zwang, ja ohne alle Rücksichtnahme auf das öffentliche Interesse dazu, ihre Waaren gegen andere, absatzfähigere Waaren im Austausche hinzugeben, [...] und so tritt denn unter dem mächtigen Einflusse der Gewohnheit die allerorten mit der steigenden ökonomischen Cultur zu beobachtende Erscheinung zu Tage, dass ,,leisten, zahlen" wornach denn das Geld in unserer Sprache schlechthin als Zahlungsobject bedeutet.“
  177. Michael Heinrich: Monetäre Werttheorie. Geld und Krise bei Marx. In: PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft. Band 31, Nr. 123, 2001, S. 159–160 (prokla.de).
  178. Michael Heinrich: Monetäre Werttheorie. Geld und Krise bei Marx. In: PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft. Band 31, Nr. 123, 2001, S. 160.
  179. Hans A. Frambach: Die Evolution moderner ökonomischer Kategorien. Entstehung und Wandel zentraler Begriffe der neoklassischen ökonomischen Theorie (= Volkswirtschaftliche Schriften, Heft 428). Duncker & Humblot, Berlin 1993, S. 90–91 und S. 99–101.
  180. Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. 14. Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, S. 170–171.
  181. Heinz-J. Bontrup: Volkswirtschaftslehre. Grundlagen der Mikro- und Makroökonomie. 2. Auflage. R. Oldenbourg Verlag, München/Wien 2004, S. 408–409.
  182. Carl Menger: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre. 2. Auflage. Hölder-Pichler-Tempsky AG/G. Freytag GmbH, Wien/Leipzig 1923, S. 1: „Die Bedürfnisse sind der letzte Grund, die Bedeutung, welche ihre Befriedigung für uns hat, das letzte Maß, die Sicherstellung ihrer Befriedigung das letzte Ziel aller menschlichen Wirtschaft.“
  183. William Stanley Jevons: The Theory of Political Economy. Macmillan and Co., London/New York 1871, S. 44: „PLEASURE and pain are undoubtedly the ultimate objects of the Calculus of Economy. To satisfy our wants to the utmost with the least effort […] in other words, to maximise comfort and pleasure, is the problem of Economy.“
  184. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 250: „Indes ist klar, daß, wenn in einer ökonomischen Gesellschaftsformation nicht der Tauschwert, sondern der Gebrauchswert des Produkts vorwiegt, die Mehrarbeit durch einen engern oder weitern Kreis von Bedürfnissen beschränkt ist, aber kein schrankenloses Bedürfnis nach Mehrarbeit aus dem Charakter der Produktion selbst entspringt. Entsetzlich zeigt sich daher im Altertum die Überarbeit, wo es gilt, den Tauschwert in seiner selbständigen Geldgestalt zu gewinnen, in der Produktion von Gold und Silber. Gewaltsames zu Tod arbeiten ist hier die offizielle Form der Überarbeit. [...] Doch sind dies Ausnahmen in der alten Welt. Sobald aber Völker, deren Produktion sich noch in den niedrigren Formen der Sklavenarbeit, Fronarbeit usw. bewegt, hineingezogen werden in einen durch die kapitalistische Produktionsweise beherrschten Weltmarkt, der den Verkauf ihrer Produkte ins Ausland zum vorwiegenden Interesse entwickelt, wird den barbarischen Greueln der Sklaverei, Leibeigenschaft usw. der zivilisierte Greuel der Überarbeit aufgepfropft.“
  185. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 280–281: „Aber in seinem maßlos blinden Trieb, seinem Werwolfs-Heißhunger nach Mehrarbeit, überrennt das Kapital nicht nur die moralischen, sondern auch die rein physischen Maximalschranken des Arbeitstags. Es usurpiert die Zeit für Wachstum, Entwicklung und gesunde Erhaltung des Körpers. Es raubt die Zeit, erheischt zum Verzehr von freier Luft und Sonnenlicht. Es knickert ab an der Mahlzeit und einverleibt sie womöglich dem Produktionsprozeß selbst, so daß dem Arbeiter als bloßem Produktionsmittel Speisen zugesetzt werden wie dem Dampfkessel Kohle und der Maschinerie Talg oder Öl. Den gesunden Schlaf zur Sammlung, Erneurung und Erfrischung der Lebenskraft reduziert es auf so viel Stunden Erstarrung, als die Wiederbelebung eines absolut erschöpften Organismus unentbehrlich macht. Statt daß die normale Erhaltung der Arbeitskraft hier die Schranke des Arbeitstags, bestimmt umgekehrt die größte täglich mögliche Verausgabung der Arbeitskraft, wie krankhaft gewaltsam und peinlich auch immer, die Schranke für die Rastzeit des Arbeiters. Das Kapital fragt nicht nach der Lebensdauer der Arbeitskraft. Was es interessiert, ist einzig und allein das Maximum von Arbeitskraft, das in einem Arbeitstag flüssig gemacht werden kann. Es erreicht dies Ziel durch Verkürzung der Dauer der Arbeitskraft, wie ein habgieriger Landwirt gesteigerten Bodenertrag durch Beraubung der Bodenfruchtbarkeit erreicht.“
  186. Mark Neocleous: The Political Economy of The Dead: Marx’s Vampires. In: HISTORY OF POLITICAL THOUGHT. Vol. XXIV. No. 4. 2003, S. 669–671.
  187. Mark Neocleous: The Political Economy of The Dead: Marx’s Vampires. In: HISTORY OF POLITICAL THOUGHT. Vol. XXIV. No. 4. 2003, S. 681.
  188. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 247: „Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thule, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten.“
  189. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 271: „Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.“
  190. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Karl Marx Friedrich Engels Werke (MEW). Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 319–320: „Man muß gestehn, daß unser Arbeiter anders aus dem Produktionsprozeß herauskommt, als er in ihn eintrat. Auf dem Markt trat er als Besitzer der Ware „Arbeitskraft“ andren Warenbesitzern gegenüber, Warenbesitzer dem Warenbesitzer. Der Kontrakt, wodurch er dem Kapitalisten seine Arbeitskraft verkaufte, bewies sozusagen schwarz auf weiß, daß er frei über sich selbst verfügt. Nach geschlossenem Handel wird entdeckt, daß er „kein freier Agent“ war, daß die Zeit, wofür es ihm freisteht, seine Arbeitskraft zu verkaufen, die Zeit ist, wofür er gezwungen ist, sie zu verkaufen, daß in der Tat sein Sauger nicht losläßt, „solange noch ein Muskel, eine Sehne, ein Tropfen Bluts auszubeuten“.“
  191. Mark Neocleous: The Political Economy of The Dead: Marx’s Vampires. In: HISTORY OF POLITICAL THOUGHT. Vol. XXIV. No. 4. 2003, S. 675–676: „In a slightly different vein, Rousseau concedes that in one sense vampires do indeed exist — in the minds of those who had attested to their existence — and that this existence is important because it raises questions concerning how one interprets the world and, more important, the kinds of authorities that verify such interpretations. In a letter to Christophe de Beaumont, the Archbishop of Paris, Rousseau observes that ‘if there is in the world an attested history, it is just that of vampires. Nothing is lacking; depositions, certificates of notables, surgeons, curés and magistrates. The proof in law is utterly complete. Yet with all this, who actually believes in vampires? Will we all be condemned for not believing in them?’ For Rousseau, vampires are ‘miraculous’ phenomena ‘attested’ to by all the major authorities, with the corollary that the same authorities will thus condemn us if we fail to accept the claims for the existence of vampires. In other words, belief in vampires is evidence of the way the institutions of authority are legitimized by superstitious and unenlightened views.“
  192. William Clare Roberts: Marx's Inferno. The Political Theory of Capital. Princeton University Press, Princeton/Oxford 2017, S. 130.
  193. Mark Neocleous: The Political Economy of The Dead: Marx’s Vampires. In: HISTORY OF POLITICAL THOUGHT. Vol. XXIV. No. 4. 2003, S. 678–679.
  194. Mark Neocleous: The Political Economy of The Dead: Marx’s Vampires. In: HISTORY OF POLITICAL THOUGHT. Vol. XXIV. No. 4. 2003, S. 684: „In one sense of course Marx was indeed employing a rhetorical literary device, one gleaned not from ‘classic literature’ as many of his allusions are, nor from any of the ‘great thinkers’ he so often refers to either directly or elliptically, but one which plays on one of the many popular if irrational beliefs of the time. But this was not simply a rhetorical device, for Marx uses it to illustrate one of the central dynamics of capitalist production — the distinction between living and dead labour, a distinction that picks up on a more general theme in his work: the desire to create a society founded on the living of full and creative lives rather than one founded on the rule of the dead. Writing for readers reared on and steeped in the central motifs of popular literature, Marx thus invoked one of its most powerful metaphors to force upon them a sense of the appalling nature of capital: its affinity with death.“
  195. Mark Neocleous: The Political Economy of The Dead: Marx’s Vampires. In: HISTORY OF POLITICAL THOUGHT. Vol. XXIV. No. 4. 2003, S. 681–684.
  196. Eugen von Böhm-Bawerk: The Positive Theory of Capital. G. E. Stechert & Co., New York 1930, S. 57: „Marx, again, would confine the conception of capital to those productive instruments which are to be found in the hands of persons other than the labourers themselves, and used to exploit the labourers. With him, therefore, capital is the same thing as "means of exploitation." This distinction would be quite an important and suggestive one if the Exploitation theory itself were correct. But since, as has been shown in my former work, it is not, the justification of the distinction based on that theory falls with it.“
  197. Joseph Alois Schumpeter: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn, Kapital, Kredit, Zins und den Konjunkturzyklus. 7. Auflage. Duncker & Humblot, Berlin 1987, S. 195–196.
  198. Eduard März: Die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung von Joseph A. Schumpeter in ihrer Beziehung zum Marxschen System. In: Wirtschaft und Gesellschaft. Wirtschaftspolitische Zeitschrift der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 6. Jahrgang, Heft 3. 1980, S. 256 und S. 259.
  199. Joseph Alois Schumpeter: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. 10. Auflage. Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2020, S. 27–30.
  200. Joseph Alois Schumpeter: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn, Kapital, Kredit, Zins und den Konjunkturzyklus. 7. Auflage. Duncker & Humblot, Berlin 1987, S. XXIV: „Ich sage dies nicht, um irgendetwas, das ich in diesem Buche schreibe, mit seinem [= Karl Marx, d. V.] großen Namen zu verbinden. Intention und Ergebnisse sind viel zu verschieden, um mir hierzu ein Recht zu geben. Gleichartigkeiten in den Resultaten, die zweifellos vorhanden sind (vergleiche zum Beispiel die These dieses Buches, das im vollkommenen Gleichgewicht der Zins gleich Null sein würde mit Marxens Satz, das konstantes Kapital keinen Mehrwert hervorbringt) werden nicht nur durch einen sehr großen Unterschied in der allgemeinen Grundhaltung ausgelöscht, sondern auch durch so unterschiedliche Methoden erreicht, das jede Betonung von Parallelen für Marxisten in hohem Grade unbefriedigend sein würde.“
  201. Joseph Alois Schumpeter: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn, Kapital, Kredit, Zins und den Konjunkturzyklus. 7. Auflage. Duncker & Humblot, Berlin 1987, S. 223: „Nur dieser Überschuß, der also privatwirtschaftlich als Unternehmergewinn und Kapitalzins erscheint, kann als Mehrwert im marxistischen Sinne bezeichnet werden. Einen andern oder anders zu erklärenden Überschuß dieser Art gibt es nicht.“
  202. Eduard März: Die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung von Joseph A. Schumpeter in ihrer Beziehung zum Marxschen System. In: Wirtschaft und Gesellschaft. Wirtschaftspolitische Zeitschrift der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 6. Jahrgang, Heft 3. 1980, S. 262–263: „Mit Hilfe des ihm von den Banken zeitweise überlassenen Kapitalfonds ist der Unternehmer imstande, ein Herrschaftsverhältnis über Sachen und Menschen zu begründen, um diesen eine neue produktive Orientierung zu geben. Der Bankkredit ist demnach nur eine Methode der Anbahnung neuer Produktionsverhältnisse. Schumpeter vollzieht somit einen radikalen Bruch mit dem dinglichen Konzept des Kapitals, das sich bis in die Zeit der klassischen Ökonomie zurückverfolgen läßt. Aber die Ähnlichkeit des Schumpeterschen Kapitalbegriffes zu dem Marxschen ist unseres Erachtens nur eine rein verbale. Denn das mit Hilfe des Bankkredits entstandene Herrschaftsverhältnis über Menschen und Sachen resultiert wohl in der Erscheinung des Mehrwerts, aber dieser entspringt nicht der Sphäre der Produktion, wie dies bei Marx der Fall ist, sondern der der Zirkulation.“
  203. Joseph Alois Schumpeter: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. 10. Auflage. Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2020, S. 31: „Hierbei bewies er [= Marx, d. V.] nicht nur eine viel schärfere Einsicht in die Natur des Problems, sondern er verbesserte auch den Begriffsapparat, den er übernommen hatte. Zum Beispiel ersetzte er mit gutem Grund Ricardos Unterscheidung zwischen fixem und umlaufendem Kapital durch die Unterscheidung zwischen konstantem und variablem (Lohn-)Kapital, und Ricardos rudimentäre Vorstellungen über die Dauer des Produktionsprozesses durch den viel genaueren Begriff der „organischen Struktur des Kapitals“, der sich um das Verhältnis zwischen konstantem und variablem Kapital dreht. [...]“
  204. Joseph Alois Schumpeter: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn, Kapital, Kredit, Zins und den Konjunkturzyklus. 7. Auflage. Duncker & Humblot, Berlin 1987, S. XXIII: „Es war mir zu Anfang noch nicht klar, was dem Leser vielleicht auf dem ersten Blick einleuchtend sein wird, daß nämlich diese Idee und diese Absicht genau die gleichen sind wie die Idee und die Absicht, die der ökonomischen Lehre von Karl Marx zu Grunde liegen. In der Tat, was ihn von den Ökonomen seiner eigenen Zeit und denen, die ihm vorausgingen, unterscheidet, war gerade eine Vision der ökonomischen Evolution als eines besonderen durch das ökonomische System selbst erzeugten Prozesses. In jeder anderen Hinsicht gebrauchte und übernahm er lediglich die Konzeptionen und Aussagen der Ricardianischen Wirtschaftstheorie, aber die Vorstellung der ökonomischen Evolution, die er in eine unwesentliche Hegelianische Einfassung kleidete, ist ganz sein eigen.“
  205. Eduard März: Die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung von Joseph A. Schumpeter in ihrer Beziehung zum Marxschen System. In: Wirtschaft und Gesellschaft. Wirtschaftspolitische Zeitschrift der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien. 6. Jahrgang, Heft 3. 1980, S. 260: „Marx hat den Grundgedanken Schumpeters, daß dem Kapitalismus ein Hang zur Neuerung immanent sei und daß der Neuerer sich kraft seiner Leistung eine temporäre Monopolstellung erkämpfe, die zur Quelle von Gewinnen wird, wiederholt und mit aller wünschenswerten Deutlichkeit ausgesprochen. Wir wollen uns hier nur auf ein Zitat aus dem ersten Band des Kapitals beschränken: „Der Kapitalist, der die verbesserte Produktionsweise anwendet, eignet sich daher einen größeren Teil des Arbeitstages für die Mehrarbeit an als die übrigen Kapitalisten in demselben Geschäft. Er tut im einzelnen, was das Kapital bei der Produktion des relativen Mehrwerts im großen und ganzen tut. Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet …““
  206. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 208–219.
  207. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 233–240.
  208. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 227–228.
  209. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 253–257.
  210. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 316.
  211. Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition. 8. Auflage. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, S. 316–318.