Kappel (Freiburg im Breisgau)

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Wappen Freiburg
Wappen
Kappel
Freiburg im Breisgau
Stadtkreis Freiburg im Breisgau (FR)
Baden-Württemberg, Deutschland
Lage im Stadtkreis Freiburg
Basisdaten
Stadtteil mit Ortsverwaltung von Freiburg
Stadtteilnummer: 34 (Bezirk: 340)
eingemeindet seit: 1. Juli 1974
Geografische Lage: 47° 58′ 5″ N, 7° 54′ 33″ OKoordinaten: 47° 58′ 5″ N, 7° 54′ 33″ O
Höhe: 360 m ü. NN
Fläche: 13,82 km²
Einwohner: 2.742 (31. Dezember 2013)
Bevölkerungsdichte: 194 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79117
Vorwahl: 0761
Adresse der
Verwaltung:
Ortsverwaltung Kappel
Großtalstraße 45
79117 Freiburg
Internetauftritt: www.freiburg.de
Politik
Ortsvorsteher: Hermann Dittmers
Dialekt: Alemannisch
Hauptvariante: Niederalemannisch
Regionalvariante: Schwarzwald
Lokalvariante: Dreisamtal

Kappel ist ein Stadtteil von Freiburg im Breisgau mit eigener Ortsverwaltung. Die knapp 2700 Einwohner (2010) zählende Ortschaft liegt im Osten der Stadt südlich der Dreisam und der Höllentalbahn. Kappel wurde am 1. Juli 1974 zu Freiburg eingemeindet. Der Ort liegt in einem südlichen Seitental des Dreisamtals am Fuße des 1284 m hohen Schauinslandes im Schwarzwald.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in das Kappeler Tal

Das Kappler Tal teilt sich nach Süden hin in ein großes und kleines Tal (Großtal und Kleintal). In beiden Tälern liegen verstreut einige Bauernhöfe; im Norden des Großtals liegt mit der Molzhofsiedlung ein kleineres Wohngebiet, das 1936 aus einer Bergarbeitersiedlung entstand. Es wurde von der damaligen Reichsheimstätte in der Nähe des landwirtschaftlichen Anwesens Molzhof errichtet.[1]

Die Kappler Gemarkung reicht von 338 m am tiefsten Punkt im Norden bis zum Schauinslandgipfel in 1284 m Höhe im Süden. Dieser fällt an der Kappler Wand nach Norden zum Tal hin steil ab.

Die westliche Gemarkungsgrenze zum Stadtteil Günterstal verläuft dabei entlang des vom Schauinslandgipfel nach Norden abfallenden Grates über den Pflugfelsen, Taubenkopf, Horber Felsen, den Pass zwischen Kappler Tal und Günterstal bei der Schlackerhütte und den Eichkopf bis zur Schanze auf dem knapp 838 Meter hohen Kybfelsen, wo sie auf die Gemarkung von Littenweiler trifft. Dort folgt sie in fast genau nordöstlicher Richtung dem Höhenrücken bis zur Kappeler Straße in Freiburg, an der entlang sie dann nach Osten verläuft bis sie bei Neuhäuser die Gemarkung von Kirchzarten erreicht.

Kappel selbst ist mit dem Siedlungsgebiet der Stadt Freiburg über den westlichen Nachbarstadtteil Littenweiler verbunden. Östlich davon geht die Bebauung ohne sichtbare Zäsur in den Kirchzartener Ortsteil Neuhäuser über.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Peter und Paul

Kappel entstand vermutlich im 11. Jahrhundert nach ausgedehnten Rodungen im Norden des Kappler Tals. Eine Kapelle (capella) wird 1275 erstmals genannt, vermutlich der Ursprung des Ortsnamens. Die heutige Pfarrkirche St. Peter und Paul (Freiburg-Kappel) entstand Mitte des 18. Jahrhunderts in schlichtem Barockstil und wurde 1749 geweiht. Sie war bis 1916 auch Pfarrkirche des benachbarten Dorfes Littenweiler.

Vom ausgehenden Mittelalter bis ins Jahr 1954 wurde im Kappler Tal Bergbau betrieben. Die Stolberger Zink AG betrieb den Bergbau und hinterließ ein mit Schwermetallen verseuchtes 2,4 Hektar großes Areal, wo sich die Erzwäscherei befand. Aufgrund der geschätzten Kosten von 6 bis 6,5 Millionen Euro ist die Sanierung Anfang 2017 erstmal gescheitert.[2]

Um 1950 entstand um den ehemaligen Bahnhof herum die Bahnhofssiedlung, in der vor allem Flüchtlinge eine neue Heimat fanden.

Die Eingemeindung nach Freiburg erfolgte am 1. Juli 1974[3] nicht ganz freiwillig, doch konnte sich der Ort im Eingemeindungsvertrag eine gewisse Eigenständigkeit u. a. durch eine eigene Ortschaftsverfassung mit Ortsvorsteher und Ortschaftsrat bewahren.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Kappel an der Höllentalbahn, die am nördlichen Rande der Gemarkung verläuft, wurde bereits in den 1980er Jahren stillgelegt, die Bahnsteige wurden entfernt. Der nächste Bahnhof an dieser Strecke befindet sich in Freiburg-Littenweiler.

Die Ortschaft ist durch eine Buslinie, die zur Endhaltestelle Littenweiler der Freiburger Straßenbahnlinie 1 führt, mit dem Netz des Öffentlichen Nahverkehrs in der Region Freiburg verbunden.

Nach dem Stadtteil Kappel ist auch der 2002 eröffnete Kappler Tunnel in Freiburg benannt, der ein Teilstück der B 31 ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. pei: Freiburg Ost: Molzhofsiedlung. Badische Zeitung, 11. September 2008, abgerufen am 10. Januar 2017.
  2. Uwe Mauch: Freiburg: Stolberger Zink: Die Sanierung der Altlast Kappel ist gescheitert. Badische Zeitung, 9. Januar 2017, abgerufen am 10. Januar 2017.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 506.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kappel (Freiburg im Breisgau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien