Kaptein

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Kaptein Hendrik Witbooi (ca. 1830–1905)

Kaptein (deutsch Kapitän) ist die Amtsbezeichnung für traditionelle Führer einiger nicht-souveräner Volksgruppen, Clans bzw. Stammesgebiete in Namibia. Heute werden noch die Nama von Kapteinen geführt, die noch immer eine wichtige Rolle im sozialen Leben der Volksgruppe spielen.

Vor der Unabhängigkeit Namibias waren die Kapteine Führer der verschiedenen, teilweise autonomen Homelands in Südwestafrika und nahmen die höchste Position in der Autonomieverwaltung ein. Seit der Unabhängigkeit Namibias werden einzig die Kapteine der Rehobother Baster nicht mehr als traditionelle Gesellschaft gesehen und der „Rehobother Basterrat“ offiziell entsprechend aufgelöst. Die Rehoboth Baster sind jedoch Mitglied der Unrepresented Nations and Peoples Organization (UNPO).

Gesetzlicher Status in Namibia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß der Verfassung Namibias von 1990 werden den traditionellen Führern, Stammes- und Sippenhäuptern aus Erblinien als auch traditionell ermittelten oder demokratisch gewählten Führern, ein fester Platz im politischen System Namibias eingeräumt[1]. Damit wird der multikulturellen und vielschichtigen Bevölkerung des Landes Rechnung getragen. Derzeit gibt es 49 vom Präsidenten anerkannte traditionelle Führer, wozu auch die Kapteine zählen.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verfassung Namibias, KAS, Artikel 102, Absatz 5
  2. Mbanderu-Chef ernannt, Allgemeine Zeitung, 16. Dezember 2009