Karapınar

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Karapınar
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Karapınar (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Konya
Landkreis (ilçe): Karapınar
Koordinaten: 37° 43′ N, 33° 33′ OKoordinaten: 37° 42′ 56″ N, 33° 32′ 56″ O
Höhe: 997 m
Telefonvorwahl: (+90) 332
Postleitzahl: 42400
Kfz-Kennzeichen: 42
Struktur und Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Mehmet Yaka (AKP)
Website:

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Karapınar; Selimiye Külliyesi, erbaut 1563; Blick zur Kervansaray

Karapınar ist eine Stadt in der türkischen Provinz Konya. Seit einer Gebietsreform 2014 ist die Gemeinde (Belediye) flächenmäßig deckungsgleich mit dem gleichnamigen Landkreis (İlçe). Alle früheren Dörfer (Köy) sind jetzt Ortsteile (Mahalle) der Gemeinde. Die Stadt liegt etwa 100 Kilometer östlich der Provinzhauptstadt Konya.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karapınar bedeutet auf Deutsch so viel wie schwarzer Brunnen oder schwarze Quelle. Unter Sultan Süleyman dem Prächtigen erhielt im 16. Jahrhundert die ursprünglich griechische Stadt den Namen Sultaniye. 1934 wurde unter Atatürk der Name der Stadt in Karapınar geändert.

Über die zweite Gründung der Stadt wird folgende Geschichte erzählt: Wegen der vielen Räuberbanden gab es keine Siedlung mehr an der Straße von Konya nach Ereğli. Postkutschen und Karawanen wurden ständig überfallen. Eines Tages kam Sultan Selim II. auf dem Weg daher und rastete am Flussufer. Seine Männer bauten ihre Zelte am Ufer auf. Der Sultan blickte in das Wasser des Flusses und sah, dass es rot gefärbt war. Sie suchten den Grund dafür und fanden viele tote Menschen am Ufer liegen, deren Blut in den Fluss lief und das Wasser verfärbte. Deswegen nannte der Sultan die Stelle Kanlıpınar, zu deutsch blutendes Wasser. Damit dieser Landstrich geschützt ist und die Boten und Karawanen sicher reisen können, hat der Sultan die Gemeinde Karapınar gegründet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karapınar liegt auf 997 m Höhe mitten im abflusslosen zentralanatolischen Becken im Schnittpunkt dreier Großlandschaften: der Ebene von Konya (auf türkisch: Konya Ovası) im Westen, der Ebene von Ereğli (türkisch: Ereğli Ovası) im Süden und dem Dolinenhochland (türkisch: Obruk Yaylası) im Norden. Die Landschaft ist weitgehend baum- und strauchlos und hat einen wüstenähnlichen Charakter. Großen Schaden richtet die Erosion durch Wind an.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karapınar zeigt ein typisch südliches Kontinentalklima. In den Sommermonaten Juli bis September kann die Temperatur bis 35 °C erreichen, während in den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar kaum 8 °C Höchsttemperatur erreicht werden und mitunter mit starkem Frost und Schneefall gerechnet werden muss. Der 20-Jahres-Durchschnitt der Temperatur beträgt 10,9 °C.[1] Der heißeste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 22 °C und Höchsttemperaturen bis 41,2 °C, der kälteste ist der Januar mit 0 °C; im Februar wurden als Extremwert −26,8 °C gemessen.[2]

Der geringe Regen fällt in den Monaten Oktober bis Mai; Juli und August sind extrem trocken. Die durchschnittliche jährliche Regenmenge sinkt immer mehr und betrug zuletzt im Jahr 2008 232,1 mm.[1]


Monatliche Durchschnittswerte für Karapınar 1983–2006
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) -1,8 -0,8 4,2 11,1 14,8 18,7 22,4 22,1 17,2 11,0 5,9 0,4 Ø 10,5
Niederschlag (mm) 29,9 27,6 28,5 39,6 38,9 25,5 4,6 2,7 7,5 22,6 27,5 39,5 Σ 294,4
Luftfeuchtigkeit (%) 78 75 69 62 62 53 48 47 51 63 75 79 Ø 63,4
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
29,9
27,6
28,5
39,6
38,9
25,5
4,6
2,7
7,5
22,6
27,5
39,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 wird die Einwohnerzahl nur noch für den gesamten Landkreis ermittelt, in der eigentlichen Stadt wohnten 2014 ungefähr 33.500 Personen.

Entwicklung der Bevölkerung:

Jahr Einwohner
1960 10.767
1965 12.989
1970 16.065
1975 19.589
1980 23.825
1985 26.231
1990 26.849
2000 35.285
2007 31.913
2010 31.986
2011 32.449[3]
2013 33.390[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlungsgeschichte geht vermutlich bis in protohethische Zeiten zurück. Ruinen aus dieser Zeit sind allerdings nicht erhalten. In der Folge teilte die Gegend die Geschichte Anatoliens, insbesondere der Landschaften Lykaonien und Kappadokien, in deren Grenzbereich der Ort des heutigen Karapınar lag. 1467 wurde die Gegend von Mehmet dem Eroberer bei der Eroberung des Beyliks Karaman besetzt und gehörte seitdem zum Osmanischen Reich.

Um 1500 war die Gegend im Zuge der Unruhen, die kurz darauf zu den Celali-Aufständen führten unsicher geworden. Die Bewohner verließen ihre Siedlungen und flüchteten vor den Räubern an den Rand des Karacadağ-Gebirges. Das Reisen auf der Straße Konya – Adana wurde immer unsicherer. 1514 beklagten sich die Einwohner der Gegend bei Sultan Selim I. und baten um Schutz. Daraufhin ließ dieser den Ort befestigen und stationierte einen Trupp Soldaten zur Sicherheit der Straße und der Bewohner.[5]

Da Karapınar an der Straße von Konstantinopel nach Mekka lag, wurde unter Sultan Süleyman dem Prächtigen von seinem Sohn, dem Statthalter von Konya und späteren Sultan Selim II. von 1560 bis 1563 eine Karawanserei mit zahlreichen Nebengebäuden errichtet. Beauftragt wurde mit dem Bau der berühmte Architekt Sinan. Ab jetzt wurde der Ort zu Ehren Süleymans Sultaniye genannt.

1868 wurde der Kaza Sultaniye als Vorläufer des heutigen Verwaltungsbezirks (İlçe) errichtet, 1882 wurde Sultaniye als Gemeinde eingerichtet. Nach der Gründung der Republik Türkei und im Rahmen der Türkisierungspolitik wurde 1934 der Name der Stadt von Sultaniye in Karapınar umgewandelt. 2014 wurde durch die Gebietsreform das Gebiet der Stadt Karapınar auf den ganzen Bezirk ausgeweitet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft ist agrarisch geprägt. Die meisten Bewohner leben von der Landwirtschaft und ihren Produkten. Vor allem die Schafzucht ist bedeutsam. Der Tourismus spielt keine wesentliche Rolle.

In der Türkei ist Karapınar für seine handgeknüpften Teppiche und für seine Webarbeiten bekannt.

Mit Unterstützung des türkischen Staates soll ab 2014 ein 5.900 Hektar großer Industriepark errichtet werden. Geplant ist ein Solarpark zur Gewinnung von Sonnenenergie und die Ansiedlung entsprechender Unternehmen für Photovoltaik (PV)-Panels, Solar-Steuerungen, Wechselrichter, Batterien und Regulatoren.[6]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karapınar liegt an der Hauptverkehrsstraße, der D 330, von Konya nach Adana. Die nächste größere Stadt Richtung Westen ist Konya, etwa 100 km entfernt. Folgt man der D 330 nach Osten ist Ereğli nach 53 km die nächste größere Stadt. Nach Norden besteht eine Gemeindestraßenverbindung in das hundert Kilometer entfernte Aksaray. Der nächste Flughafen befindet sich in Konya.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrum der Stadt ist die Selimiye Külliyesi, eine Gebäudegruppe, die in den Jahren 1560–1563 erbaut wurde. Der gesamte Komplex umfasst eine Moschee, Wasserspeicher und Brunnen, ein türkisches Bad, einen osmanischen geschlossenen Basar mit 33 Läden, ein Gästehaus, zwei Windmühlen (die heute nicht mehr existieren) und die Karawanserei, die Platz für über hundert Menschen bietet. Das türkische Bad war eine Spende der Valide Sultan, der Mutter von Sultan Selim II. Es beherbergt heute das Stadtmuseum von Karapınar. Der gesamte Komplex steht heute als nationales Erbe unter Denkmalschutz und wurde 2011/12 komplett renoviert.[7] Die Moschee wurde mit zwei Minaretten ausgestattet. Die Moschee selbst besitzt einen quadratischen Grundriss, ist fast fünfzehn Meter hoch und mit einer 22 Meter durchmessenden Kuppel bedeckt.

Karapınar; Selimiye Külliyesi; Sultan-Selim-Moschee von 1563

Die Stadt besitzt ein Gymnasium sowie eine weiterführende Berufsschule. Auch ein Krankenhaus – eine Zweigstelle der Kliniken Konya – befindet sich in der Stadt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bürgermeister wurde der aus Karapınar stammende Zahnarzt Mehmet Yaka von der AKP gewählt. Bei der letzten Kommunalwahl 2014 wurde die AKP mit 44,39 % der Stimmen stärkste Partei. Es folgen die MHP mit 28,44 % und die CHP (Republikanische Volkspartei) mit 24,24 %. Von den kleineren Parteien erreichte die SAADET (Partei der Glückseligkeit) 1,7 %, die DP 0,77 %, die BBP 0,19 %, Millet 0,15 % und die BTP 0,14 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 93,65 %.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.selcuk.edu.tr/Sayfa.aspx?birim=063&sayfa=1941&dt=1
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 9. August 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.formalev.org
  3. "2011 genel nüfus sayımı verileri" (html). Türkiye İstatistik Kurumu. 3 Kasım 2012 tarihinde özgün kaynağından arşivlendi. Erişim tarihi: 3 Kasım 2012
  4. http://www.citypopulation.de/php/turkey-konya_d.php?cityid=1385
  5. http://www.karapinar.gov.tr
  6. http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/07/456481/60-000-neue-jobs-tuerkische-regierung-will-zwei-neue-industrieregionen-ausrufen/
  7. Infotafel im Basar Karapınar
  8. http://www.yerelnet.org.tr/belediyeler/belediye.php?belediyeid=127902