ǁKaras

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Dieser Artikel befasst sich mit der Region ǁKaras in Namibia. Für weitere Bedeutungen siehe Karas (Begriffsklärung).
Flag of Namibia.svg

Details

Wappen Karas Regional Council.gif

Details

Region

ǁKaras

Karas (historisch)

Basisdaten
Regionshauptstadt Keetmanshoop
Größte Stadt Lüderitz
Motto
ISO 3166-2 NA-KA
Webseite www.karasrc.gov.na
Karte der Region in Namibia
Südafrika Simbabwe Angola Sambia Botswana Kavango-West Kavango-Ost Ohangwena Sambesi Oshana Omusati Oshikoto Kunene Erongo Omaheke Otjozondjupa Khomas Hardap KarasKarte ǁKaras in Namibia
Über dieses Bild
Einwohner und Geographie
Einwohnerzahl 77.421 (2011)[1]
Einwohnerdichte 0,44 je km²
Sprachen Afrikaans, Deutsch, Englisch, Khoekhoegowab
Geographische Koordinaten 26° 34′ S, 18° 8′ OKoordinaten: 26° 34′ S, 18° 8′ O
Fläche 161.324 km²
Höchster Punkt 2.202 m (Schroffenstein)
Politik und Verwaltung
Regierende Partei SWAPO
Gouverneur/in Lucia Basson
Sitzverteilung im Regionalrat SWAPO 7
Wahlkreise 7
Letzte Wahl 2015
Nächste Wahl 2020

ǁKaras[Khi 1] (Khoekhoegowab für Köcherbaum), bis zum 8. August 2013 Karas[2], ist die südlichste, flächenmäßig die größte und eine der am dünnsten besiedelten der 14 Regionen von Namibia. Die Regionshauptstadt ist Keetmanshoop.

Name der Region[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region hieß bis 8. August 2013 Karas, ehe diese auf Grundlage eines Vorschlages der Delimitation Commission of Namibia in den scheinbar korrekt geschriebenen Namen !Karas umbenannt und so auch im Amtsblatt veröffentlicht wurde.[3][4] Da diese Schreibweise laut den Khoekhoegowab sprechenden Nama falsch war, wurde der Name später in ǁKaras, ohne Sonderzeichen auch //Karas geschrieben, geändert. Auch diese Schreibweise sorgte für Aufregung, da die korrekte Schreibweise wohl ǁKharas, ohne Sonderzeichen dann entsprechend //Kharas geschrieben, lauten müsste.[5] Unter anderem die offizielle Seite der Region führt diese Schreibweise, die jedoch so nicht im Amtsblatt bisher (Stand März 2017) veröffentlicht wurde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Geographie Namibias

Satellitenbild des Fischfluss-Canyons

Die Region ǁKaras erstreckt sich über den gesamten Süden Namibias und hat Anteil an den drei vorherrschendsten Landschaftsräumen Namibias. Im Westen grenzt ǁKaras an den Atlantik, der anschließende Küstenstreifen wird im Wesentlichen durch das Diamantensperrgebiet eingenommen. Die weiten Ebenen und Hochebenen des wüstenähnlichen Sperrgebiets werden durch vereinzelte Berge und Berggruppen wie den Dikwillem und die Klinghardtberge gegliedert. Zu ǁKaras gehören auch die meisten der Pinguininseln, kleine der Küste vorgelagerte Eilande. Östlich des Sperrgebiets schließen Gebirgszüge der Großen Randstufe an den Küstenstreifen an. Insbesondere die Tirasberge und die Hunsberge bilden großflächige Gebirgslandschaften. Der Fischfluss-Canyon innerhalb der Hunsberge ist der zweitgrößte Canyon der Erde und ein Nationales Denkmal in Namibia. Die Osthälfte dieser Region wird bestimmt durch die innerafrikanische Beckenlandschaft des Südlichen Afrika, wo ǁKaras an seiner Ostgrenze Anteil an der Kalahari-Wüste hat. Ausnahmen bilden einzelne Gebirge oder Inselberge wie der Brukkaros. Der Südosten von ǁKaras wird bestimmt durch die Gebirgslandschaft der Großen Karasberge mit dem Schroffenstein, der höchsten Erhebung der Region.

Der Oranje-Fluss bildet über die gesamte Südgrenze eine natürliche Grenze zur Republik Südafrika. ǁKaras besitzt eine außergewöhnliche Geologie, wovon auch der umfangreiche Diamanten- und Mineralienabbau in Oranjemund und Rosh Pinah sowie die heißen Quellen von Warmbad und ǀAi-ǀAis zeugen.

Regionalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Regionalratswahlen 2015 konnte die SWAPO alle sieben Regionalratssitze gewinnen.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ǁKaras gliedert sich in insgesamt sieben Wahlkreise:

Zudem finden sich (Stand Dezember 2015) in der Region neun Lokalverwaltungen:[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ǁKaras besitzt eine gut entwickelte Infrastruktur und einen gemischten Wirtschaftsaufbau. Der Hafen von Lüderitz bildet das Zentrum einer Fischfang- und Bootsbauindustrie, Oranjemund das Zentrum des Diamantabbaus und die Kreise im Landesinneren haben zumeist eine gesunde kleinteilige Landwirtschaft. Aussenkehr im Süden sowie das Gebiet am Naute-Damm sind wichtige Anbaugebiete von Tafeltrauben. Am Naute-Damm werden auch Dattelpalmen angebaut.

Es bestehen kleinere Flughäfen in Karasburg, Keetmanshoop, Lüderitz und Oranjemund, wobei Keetmanshoop außerdem zentral im namibischen Straßennetz liegt. Durch ǁKaras verlaufen die Nationalstraßen B1, B3 und B4. Es ist geplant, die Lüderitzbahn zwischen Lüderitz und Keetmanshoop vor allem für einen verbesserten Güterverkehr auszubauen. Die Bahnstrecke Windhoek–Keetmanshoop hat über Karasburg und Upington Anschluss an das südafrikanische Netz der Spoornet.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten der Region zählen der Fish River Canyon, die Geisterstadt Kolmanskuppe, die Küstenstadt Lüderitz, der Tsau-ǁKhaeb-(Sperrgebiet)-Nationalpark, der Köcherbaumwald und die Wüstenpferde bei Garub.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Karas – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2011 POPULATION AND HOUSING CENSUS ǁKharas Regional Profile. Namibia Statistics Agency, 2011 (Memento vom 6. September 2014 im Internet Archive) abgerufen am 6. September 2014
  2. Media Briefing at State House by President Pohamba. Namibia Press Agency (Nampa), 8. August 2013
  3. Government Gazette. Republic of Namibia, #5261, 9. August 2013.
  4. New Regions and Constituencies of Namibia Map. The Namibian, 9. August 2013 (Memento vom 9. August 2013 im Webarchiv archive.is) abgerufen am 9. August 2013
  5. //Karas Region spelling a hot potato. The Namibian, 25. September 2013.
  6. Offizielles Wahlergebnis der Regional- und Kommunalwahlen 2015, ECN, 4. Dezember 2015 (PDF; 150 kB)

  1. Anmerkung: Dieser Artikel enthält Schriftzeichen aus dem Alphabet der im südlichen Afrika gesprochenen Khoisan-Sprachen. Die Darstellung enthält Zeichen wie z. B. ǀ, ǁ, ǂ und ǃ. Nähere Informationen zur Aussprache langer oder nasaler Vokale oder bestimmter Klicklaute finden sich unter Khoekhoegowab.