Karbach (Hunsrück)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Karbach
Karbach (Hunsrück)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Karbach hervorgehoben
50.1611111111117.6172222222222468Koordinaten: 50° 10′ N, 7° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Emmelshausen
Höhe: 468 m ü. NHN
Fläche: 4,98 km²
Einwohner: 582 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56281
Vorwahl: 06747
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 063
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 1
56281 Emmelshausen
Webpräsenz: www.gemeinde-karbach.de
Ortsbürgermeister: Kurt Kleemann
Lage der Ortsgemeinde Karbach im Rhein-Hunsrück-Kreis
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Über dieses Bild
Karbach aus südwestlicher Richtung

Karbach ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Emmelshausen an.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Karbach liegt etwa vier Kilometer östlich von Emmelshausen und sieben Kilometer westlich des Rheinortes St. Goar. Es ist über die A61 / Abfahrt Emmelshausen und die B 327 (Hunsrückhöhenstraße) an das überregionale Verkehrsnetz angeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung der örtlichen Besiedlung geht auf den in der Gemarkung gelegenen Hof Quintenach zurück, der 1109 (1110 bestätigt) gemeinsam mit dem Hof Hirzenach in einer Urkunde Papst Paschalis II. der Abtei Siegburg geschenkt wurde mit der Maßgabe, am Ort ein Kloster, das folgende Kloster Hirzenach, zu errichten. Noch vor 1256 gelangten die Rechte an der Vogtei über Hirzenach, Karbach und Quintenach an die Pfalzgrafen bei Rhein. Die Herren von Ehrenburg wiederum wurden mit der Gemarkung belehnt, die sie beziehungsweise ihre Rechtsnachfolger, ab 1666 die Freiherrn von Clodt.[2] Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wird der Ort französisch, 1815 wird er auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Karbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 309
1835 408
1871 423
1905 425
1939 449
1950 447
Jahr Einwohner
1961 441
1970 477
1987 516
1997 565
2005 562
2012 582

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Karbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen zeigt ein gespaltenes Schild: vorn in Blau einen goldenen Schräglinksbalken, hinten in Silber St. Quintin in goldenem Panzerhemd und rotem Mantel, in der Rechten einen grünen Palmwedel, in der Linken einen Bratspieß haltend.

Wappenbegründung: Karbach gehörte ehedem zur Herrschaft Ehrenburg, daher vorn das Ehrenburger Wappen; St. Quintin ist Ortsschutzpatron und in der örtlichen St. Quintinskapelle mit einem Bratspieß und Palmwedel dargestellt.

Sehenswertes[Bearbeiten]

  • Die ehemalige Pfarrkirche St. Quintin, seit dem 12. Jahrhundert Wallfahrtsziel, geht durch ihren Ursprungsbau, wie der Ort Karbach und der Hof Quintenach, auf das 10. Jahrhundert zurück. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört, wurde sie ab 1749 wieder aufgebaut und 1751 geweiht. Die einschiffige Kirche mit dreiseitig geschlossenem Chor beherbergt einen Holzaltar von 1275 mit der Darstellung der Schmerzhaften Muttergottes (Pietà), vermutlich aus dem Minoritenkloster zu Oberwesel und eine Holzstatue des St. Quintin aus dem 14. Jahrhundert. Chorfenster von 1899, 1909 und 1960, dem Jahr der letzten umfassenderen Renovierung, mit Bildern des namensgebenden Heiligen sowie Darstellungen von Muttergotteserscheinungen geben dem Kirchenraum Helligkeit.[5]
  • Die kleine Kirche St. Anna wurde um 1700 errichtet und 1923 ausgebaut.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Karbach

Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In den vergangenen rund 25 Jahren nahm der als Landwirtschaftsfläche ausgewiesene Teil von ca. 50 Prozent auf 42 Prozent des Gemeindegebietes ab, während der Waldanteil von 40 Prozent auf über 46 Prozent zunahm. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe nahm bei Erhöhung der Betriebsgröße von 20 auf 5 ab. Karbach hat sich zu einer Fremdenverkehrsgemeinde entwickelt und bietet heute zahlreichen Wanderern die gesuchte Infrastruktur. Wenige Kleinhandels- und Dienstleistungsbetriebe bieten die notwendigsten Leistungen vor Ort, weitere das nahegelegene Emmelshausen.

Die Katholische Gemeinde unterhält vor Ort einen Kindergarten.

Vereine[Bearbeiten]

  • Kultur- und Karnevalsverein e.V.
  • Mandolinen- und Blasorchester Rheinhöhe 1932 Karbach e. V.
  • Fußballclub „Blau-Weiß“ Karbach e.V
  • Jugend Club Karbach (JCK)
  • VfB Fanclub Rheinwacht
  • Junggesellenverein Karbach e.V.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karbach (Hunsrück) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Website über die ehemaligen Propstei Hirzenach
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Rheinland-Pfalz/Saarland; Deutscher Kunstverlag, 19842; ISBN 3-422-00382-7; S. 424