Karel Čurda

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Karel Čurda

Karel Čurda (* 10. Oktober 1911 in Nová Hlína, Ortsteil von Třeboň (Südtschechien); † 29. April 1947 in Prag) war zuerst ein tschechischer Soldat der tschechoslowakischen Exilarmee und Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg, später Gestapokonfident. Er sprang 1942 als Mitglied der Sabotagegruppe Out Distance zur Unterstützung des Tschechoslowakischen Widerstands im Gebiet des Protektorats Böhmen und Mähren mit dem Fallschirm ab.

Während der fieberhaften Suche und Verhaftungswelle nach dem erfolgreichen Prager Attentat vom 27. Mai 1942 (Operation Anthropoid) auf den hohen NS-Führer und Stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren Reinhard Heydrich fiel der Gestapo auch der Widerstandskämpfer Čurda in die Hände.[1] Beim Verhör verriet er für das Kopfgeld von 500.000 Reichsmark den deutschen Sicherheitsorganen die Adressen mehrerer so genannter „sicherer Häuser“ der Attentäter – darunter das Haus der Familie des Brigadegenerals der Londoner Exilregierung František Moravec in Žižkov. Bei der Erstürmung ihres Hauses brachte sich Marie Moravcová mit einer Zyankalikapsel selbst um. Der gefolterte minderjährige Sohn der Familie, Ata, gab beim Anblick des abgetrennten Kopfes seiner Mutter den Aufenthaltsort der Attentäter, die Krypta der St. Cyrill und Method-Kirche, preis.[2]

Čurda erhielt neben der Belohnung mit „Karl Jerhot“ eine neue Identität, heiratete eine deutsche Frau und verbrachte den Rest des Krieges als Gestapospion. Nach dem Krieg aufgespürt, beging Čurda einen Suizidversuch, wurde wegen Landesverrat zum Tode verurteilt und im Gefängnis Pankrác gehängt.[3][4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Weblink Carmelo Lisciotto: The Assassination of Reinhard Heydrich. Operation Anthropoid.
  2. Callum Macdonald: The Killing of Reinhard Heydrich: The SS „Butcher of Prague“. 1998.
  3. siehe Weblink Czech Traitors Hanged Today. In: Lance-Star.
  4. siehe Weblink Trial and terror in a by-gone Prague. In: The Telegraph.