Karen National Liberation Army

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Flagge der KNLA

Die Karen National Liberation Army, kurz KNLA, ist der bewaffnete Arm der Karen National Union, kurz KNU, einer politischen Gruppierung in Myanmar, die einen unabhängigen Karen-Staat anstrebt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit (1948) Myanmars, des ehemaligen Burma, von Großbritannien herrschten Spannungen zwischen der birmanischen Bevölkerungsmehrheit und der Bevölkerungsminderheit der Karen. Die Spannungen waren ein Resultat aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Mehrheit der Birmanen stellte sich im Krieg gegen die britische Kolonialregierung und unterstützte die Japaner, z. B. durch die BIA (Birma Independence Army), die die Japaner aktiv unterstützte, während die Minderheiten, unter anderem die Karen, die britische Kolonialregierung unterstützten. Während der Kolonialzeit stellten die Minderheiten in Burma, darunter die Karen, die Mehrheit der lokalen Verteidigungskräfte unter dem Kommando der Kolonialregierung. Ein Beispiel sind die Bataillone der Karen Rifles, die auf Seiten der Alliierten gegen die Japaner kämpften. Nach der Gründung von Myanmar und der KNU liefen einige von Karen dominierte militärische Einheiten zur KNU über, z. B. die UMP (Union Military Police). Obwohl die Karen auf der Seite der Regierung gegen kommunistische Rebellen vorgegangen waren, wurden Karen-Führer im Dezember 1948 von der Unionsregierung verhaftet.[1] Spitzenpositionen im Militär, die zuvor Karen innehatten, wurden durch ethnische Birmanen besetzt. Am 30. Januar 1948 wurde die KNDO (Karen Nation Defence Organisation) von der Regierung verboten, am 31. Januar deren Hauptquartier in Insein, einer Stadt in der Nähe der Hauptstadt Rangoon, besetzt. Parallel gingen Milizen der neuen Regierung gegen Siedlungen der Minderheiten vor. Es kam zu Massakern in von Karen dominierten Siedlungen. Dieses Vorgehen von ethnisch birmanischen Milizen führte zu einem Aufstand in von Karen dominierten Gebieten im Osten des Landes. Die KNLA begann sowohl kommunistische Rebellen als auch die Truppen der Unionsregierung und deren Anhänger zu bekämpfen.

Über viele Jahre beherrschten die KNU und KNLA die Grenzgebiete zwischen Thailand und Myanmar. Dadurch konnten sie große Einnahmen aus Zöllen aus dem Grenzverkehr erzielen. Aber seit dem Beginn der 1990er-Jahre wurde die KNLA von der myanmarischen Regierung immer mehr aus ihren Gebieten zurückgedrängt. Erschwerend kam hinzu, dass sich 1994 eine Gruppe buddhistischer Karen von der primär christlich geführten KNU abspaltete. Die Democratic Karen Buddhist Army entstand, die einen Waffenstillstand mit der myanmarischen Regierung, dem Staatsrat für Frieden und Entwicklung (SPDC), vereinbarte. Durch diese Abspaltung ging der KNU ihr wichtiges Hauptquartier Manerplaw am Saluen-Fluss verloren. Aufgrund der Kenntnisse über die Verteidigungsstellungen und die Lage der Minenfelder konnten die myanmarischen Truppen Manerplaw erobern. Heute verfügt die KNLA über kein eigenes Territorium mehr und beschränkt sich auf Guerilla-Methoden.

Im Jahre 2004 wurde ein informeller Waffenstillstand zwischen der KNLA und der myanmarischen Militärregierung geschlossen. Diese nahm den Waffenstillstand aber nie ernst. Im Gegenteil, seit dem Waffenstillstand versuchte sie, ihre Position im Karen-Gebiet durch den Bau von Straßen und Stützpunkten auszubauen. Der mündliche Waffenstillstand wurde von Bo Mya bei einer Reise in die damalige myanmarische Hauptstadt Rangun vereinbart. Seit Oktober 2006 fühlt sich die KNLA nicht mehr an diesen gebunden, da er von der Zentralregierung zu oft gebrochen wurde. Zur Zeit versucht die 7. KNLA-Brigade einen eigenen Separatwaffenstillstand mit der myanmarischen Regierung zu verhandeln.

Der Karen-Konflikt ist der am längsten anhaltende Bürgerkrieg in der heutigen Zeit. Er wird vom myanmarischen Militär, Tatmadaw genannt, mit unbeschreiblicher Härte geführt. Neben den Flüchtlingen in Thailand gibt es Hunderttausende von internen Flüchtlingen in Myanmar, auch IDPs genannt. Obwohl die KNLA fast all ihre Basen innerhalb ihres Territoriums verlor, bekämpft sie bis heute die Zentralregierung.

Über die Stärke der KNLA gibt es die widersprüchlichsten Aussagen. Einige Quellen sprechen von 20.000 bewaffneten Anhängern, andere von 4000 bis 5000 Mann. Beim 57. "Karen Revolution Day" war sogar von 50.000 Mann die Rede, die aber bei weitem nicht bewaffnet werden könnten.

Brigaden der KNLA/KNU

Die KNLA gliedert sich in sieben Brigaden:

Brigade KNU/KNLA myanmarische Regierung
1. Brigade Du Tha Htu-Distrikt Thaton-Distrikt
2. Brigade Tha Ow-Distrikt Toungoo-Distrikt
3. Brigade Kler Lwee Htuu-Distrikt Nyaunglebin-Distrikt
4. Brigade Mergui Tavoy-Distrikt Tavoy-Distrikt
5. Brigade MuThraw-Distrikt Papun-Distrikt
6. Brigade Duplaya-Distrikt Kya In Seik Kyi-Distrikt
7. Brigade Pa-An-Distrikt Pa-An-Distrikt

Anmerkung: Die 4. Brigade operiert nicht im Kayin-Staat, sondern im nördlichen Mon-Staat. Am 30. Januar 2007 splitterte sich die 7. Brigade in zwei Gruppen. Rebellen aus der 7. Brigade unter Brigadegeneral Htain Maung gründeten das KNLA/Peace Council. Er hatte ohne Zustimmung der KNU-Führung Friedensverhandlungen mit dem SPDC geführt.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. History of the Karens and KNU. In: karen.org. 26. Juni 1998, archiviert vom Original am 16. Februar 2012; abgerufen am 20. Januar 2016 (englisch, anscheinend subjektive Darstellung aus Sicht der Karen): „But even while all this was happening, the ungrateful Burmese Government was hastily organizing a strong force of levies to make an all-out effort to smash the Karens. By December 1948, they arrested the Karen leaders in many parts of the country.“
  2. Karen National Union gespalten[1]