Karin Keller-Sutter

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Karin Keller-Sutter (2013)

Karin Maria Keller-Sutter[1] (* 22. Dezember 1963 in Niederuzwil; heimatberechtigt in Jonschwil und Kirchberg SG) ist eine Schweizer Politikerin (FDP).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karin Keller-Sutter ist in Wil im Kanton St. Gallen zusammen mit drei Brüdern in einem ländlichen, katholischen Milieu aufgewachsen. Sie absolvierte ihre Schuljahre in Wil und Neuenburg. Anschliessend liess sie sich in an der Dolmetscherschule Zürich (DOZ) zur Übersetzerin und Konferenzdolmetscherin ausbilden. Nach dem Diplom arbeitete sie als selbständige Konferenzdolmetscherin. Sie machte Studien in Politikwissenschaft in London und an der Universität Montreal, absolvierte ein Nachdiplomstudium Pädagogik an der Universität Freiburg und war als Berufsmittelschullehrerin tätig.

Ihre politische Karriere begann sie von 1992 bis 2000 als Gemeinderätin von Wil; 1997 präsidierte sie den Gemeinderat. Von 1996 bis 2000 war sie Mitglied des Kantonsrats von St. Gallen und zwischen 1997 und 2000 Präsidentin der FDP des Kantons St. Gallen. Seit ihrer Wahl am 12. März 2000 bis Ende Mai 2012 war sie Regierungsrätin. Sie stand dem Sicherheits- und Justizdepartement vor und war Präsidentin der Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz (KKJPD). Im Jahr 2006/07 sowie 2011/12 präsidierte sie die Kantonsregierung. Sie engagierte sich für das neue Asyl- und Ausländergesetz und einen konsequenten Vollzug im Kanton St. Gallen und führte Integrationsvereinbarungen mit Ausländern ein. Sie führte einen besonderen Schutz für Opfer häuslicher Gewalt und einen polizeilichen Jugenddienst ein und erhöhte die Polizeipräsenz im öffentlichen Raum. Sie wurde für ihre harten Massnahmen kritisiert, tritt jedoch für ihre Anliegen dezidiert ein.[2]

Am 19. August 2010 gab sie bekannt, für den durch den Rücktritt von Bundesrat Hans-Rudolf Merz frei werdenden Sitz zu kandidieren. Die Bundesratsersatzwahlen 2010 fanden am 22. September statt, Keller-Sutter wurde jedoch nicht gewählt. Für die voraussichtlich Ende 2019 anstehende Ersatzwahl für Johann Schneider-Ammann[3] gilt sie als Favoritin.[4]

Bei den Parlamentswahlen vom 23. Oktober 2011 wurde sie im ersten Wahlgang mit 64,56 Prozent der Stimmen in den Ständerat[5] und am 28. November 2017 einstimmig zu dessen Präsidentin gewählt.[6] Seit 2018 ist sie auch Präsidentin der EU-EFTA-Delegation.[7]

Unter anderem ist sie Vizepräsidentin der St. Galler Stiftung für Internationale Studien,[8] seit 2012 im Vorstand des Detailhandels-Verbandes Swiss Retail Federation[9] (ab Juli 2013 Präsidentin[10]), Verwaltungsrätin in der Pensimo Fondsleitung AG[1] und seit Mai 2013 im Verwaltungsrat der Versicherungsgruppe Bâloise.[11] Von 2012 bis 2016 war sie Mitglied im Verwaltungsrat der NZZ-Mediengruppe.[12][13]

Keller-Sutter ist mit dem Rechtsmediziner Morten Keller verheiratet. Sie lebt in Wil.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karin Keller-Sutter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Karin Maria Keller-Sutter. In: Moneyhouse. Abgerufen am 13. April 2018.
  2. Daniel Ryser, Andreas Fagetti: Karin Keller-Sutter: «Das wäre der Dschungel.» In: WOZ Die Wochenzeitung. 22. April 2010.
  3. Heidi Gmür, Michael Schoenenberger: Johann Schneider-Ammann: «Diese Legislatur wird meine letzte sein». In: Neue Zürcher Zeitung. 27. April 2018 (Interview).
  4. Christof Forster: Die zögernde Kandidatin. In: Neue Zürcher Zeitung. 25. November 2017.
  5. Ergebnisse der Ständeratswahlen vom 23. Oktober 2011 (Memento vom 25. Oktober 2011 im Internet Archive). In: Website des Kantons St. Gallen, abgerufen am 25. Oktober 2011.
  6. De Buman und Keller-Sutter an der Spitze der eidgenössischen Räte. In: Neue Zürcher Zeitung. 27. November 2018.
  7. Schweizer Exporte legen stark zu, auch in die EU. In: Website der FDP.DieLiberalen, 9. Februar 2018 (Medienmitteilung).
  8. Board of Trustees (Memento vom 12. Mai 2013 im Internet Archive). International Students’ Committee; abgerufen am 5. Mai 2013.
  9. Keller-Sutter engagiert sich bei Swiss Retail Federation. In: Tages-Anzeiger. 21. Juni 2012.
  10. Simone Rau, Romeo Regenass: Überraschung bei Economiesuisse (Memento vom 28. Juni 2013 im Webarchiv archive.is). In: Tages-Anzeiger. 14. Juni 2013.
  11. Baloise/GV: Alle Traktanden verabschiedet – Karin Keller-Sutter neu im VR. In: finanzen.ch. 2. Mai 2013.
  12. Karin Keller-Sutter in Verwaltungsrat der NZZ-Mediengruppe gewählt. In: Aargauer Zeitung. 15. April 2012
  13. Unterstützung für den NZZ-Kurs. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. April 2016.