Karl-Erivan Haub

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Karl-Erivan Wander Haub (* 2. März 1960 in Tacoma, Washington;[1] vermisst seit dem 7. April 2018 in Zermatt)[2] war geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl-Erivan Haub absolvierte neben einer Berufsausbildung zum Einzelhandelskaufmann in der Unternehmensgruppe Tengelmann an der Universität St. Gallen von 1978 bis 1983 ein Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, das er als Diplom-Kaufmann abschloss.[3] Nach ersten Berufserfahrungen bei Nestlé Foods in Solon wechselte er 1986 zur Unternehmensberatung McKinsey in Düsseldorf. 1991 trat er in das familieneigene Unternehmen ein und war dort für den Aufbau Ost zuständig. Ein Jahr später wurde er Stellvertreter seines Vaters, des allein geschäftsführenden Gesellschafters.

1997 übernahm Haub die Verantwortung für das operative Geschäft in Europa. Nach dem Ausscheiden ihres Vaters im Jahr 2000 führten die Brüder Karl-Erivan und Christian W. E. Haub das Unternehmen als Komplementäre.

2007 wurde Karl-Erivan Haub zum Präsidenten des deutschen Family Business Network (FBN) gewählt und 2015 zum Chairman des FBN-International. Haub trieb im Familienunternehmen die Konsolidierung voran. Er stockte die Beteiligungen am Baumarktfranchise Obi auf, verkaufte einige Teile der Auslandsbeteiligungen der Handelskette Plus und fusionierte den deutschen Teil dieser mit der Edeka-Tochter Netto Marken-Discount.[4] 2009 begann Haub, sich im E-Commerce mit der Tochtergesellschaft Tengelmann Ventures zu engagieren, die in Start-up-Unternehmen aus den Bereichen Consumer Internet, Marketplaces und Technologie investiert und sich mit rund 40 Beteiligungen zu den führenden Risikokapital-Investoren in Deutschland entwickelte.

Vor seinen Brüdern Georg und Christian ist Karl-Erivan Haub der älteste Sohn der Eheleute Erivan (1932–2018) und Helga Haub. Er ist seit 1989 mit Katrin geb. Haubold verheiratet, mit der er zwei Kinder (Zwillinge) hat und die die Tochter des ehemaligen Rewe-Managers Christoph Haubold ist. Dieser hatte nach der Heirat seinen Vorstandsposten geräumt. Haub wohnte mit seiner Familie in Köln. Er war Skifahrer und lief Marathon.[5][6]

Am 7. April 2018 verschwand Haub während seines Trainings für das traditionsreiche, von der Schweizer Armee organisierte Skibergsteigrennen Patrouille des Glaciers im Matterhorn-Gebiet. Er galt als sehr erfahrener Skibergsteiger und nahm seit Jahren an dem Rennen teil. Gegen 9:10 Uhr zeichnete eine Videokamera in der Bergstation Klein Matterhorn ihn letztmals auf; von dort verliert sich seine Spur.[7][8][9] Am 13. April teilte Haubs Familie mit, keine Hoffnung mehr zu haben, ihn noch lebend zu finden, da nach mehr als einer Woche „in den extremklimatischen Bedingungen eines Gletschergebietes“ praktisch keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr bestehe.[10] Die Suche nach ihm gehe aber weiter, eine intensivere Suche sei erst nach der Schneeschmelze möglich.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Porträt Karl-Erivan Haub auf m.munzinger.de.
  2. Karl-Erivan W. Haub weiterhin vermisst. tengelmann.de, 13. April 2018
  3. Der Alumni-HSG Beirat Universität St. Gallen, 2008, S. 18: Karl-Erivan W. Haub.
  4. Edeka und Tengelmann schließen sich zusammen: Deutschland bekommt neuen Discountriesen. Handelsblatt, 16. November 2007, abgerufen am 18. September 2016.
  5. Im Profil: Karl-Erivan Wander Haub. In: manager magazin, 21. September 2001, abgerufen am 18. September 2016.
  6. Staatsanwalt: »Wissen nicht, ob eine Straftat oder ein Bergunglück vorliegt«. Abgerufen am 21. April 2018.
  7. Video von der live-Übertragung der Pressekonferenz in Zermatt am 11. April 2018 auf nau.ch, zuletzt abgerufen am 15. April 2018 [1]
  8. Weiterhin keine Spur von Tengelmann-Chef Haub. Tiroler Tageszeitung. 11. April 2018.
  9. Charlotte Theile Zürich, Michael Kläsgen: Unerbittlicher Kämpfer auf der Jagd nach Anerkennung. Sueddeutsche.de. 11. April 2018.
  10. Familie hält Karl-Erivan Haub für tot. Sueddeutsche.de. 13. April 2018., abgerufen am 27. April 2018.
  11. Vermisster Milliardär: Tengelmann-Chef bleibt verschollen. In: Spiegel Online. 15. April 2018 (spiegel.de [abgerufen am 16. April 2018]).