Karl-Henning Seemann

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Karl-Henning Seemann (1982)

Karl-Henning Seemann (* 13. März 1934 in Wismar) ist ein deutscher Bildhauer und Zeichner, der insbesondere durch seine Skulpturen und Brunnen im öffentlichen Raum bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1953 bis 1955 absolvierte Seemann ein Bildhauerstudium an der Hochschule für Bildende und Angewandte Künste Berlin-Weißensee bei Heinrich Drake, Heinz Worner, Theo Balden, Arno Mohr, 1955 bis 1959 setzte er das Studium an der Hochschule für Bildende Künste Berlin-Charlottenburg bei Alexander Gonda, Bernhard Heiliger und Hans Jaenisch fort. 1958 wurde er in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. 1959 bis 1960 absolvierte er ein Kunsterzieherexamen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Christoff Schellenberger, Gerhard Gollwitzer und Rudolf Daudert und war anschließend bis 1961 als Kunsterzieher am Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium in Mannheim tätig. Von 1961 bis 1965 war Seemann Assistent am Lehrstuhl für Modellieren und Aktzeichnen der TH Braunschweig bei Jürgen Weber.

Seemanns künstlerisches Werk wurde erstmals 1966 mit dem Rudolf-Wilke-Preis der Stadt Braunschweig gewürdigt. 1972 wurde er an die Fachhochschule Aachen berufen und von 1974 bis 1999 war er Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Seemann lebt und arbeitet seit 1975 in Löchgau. Von Juli bis September 2006 waren zahlreiche Werke Seemanns in einer Werkschau im öffentlichen Raum in Möckmühl zu sehen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Faßträger (Heilbronn)
Heuss-Plastik aus Bronze vor dem Theodor-Heuss-Museum der Stadt Brackenheim
„Auseinandersetzung“, 1979 im Lammhof, Tübingen.
„Auseinandersetzung“ in Düsseldorf
  • In Aachen befindet sich der Brunnen Kreislauf des Geldes (1977) an der Ecke Hartmannstraße/Ursulinerstraße. Die sechs Bronzefiguren am Brunnenrand zeigen den Umgang mit Geld, die Kreiselbewegung des Wassers steht für den beständigen Fluss des Geldes.
  • In Brackenheim wurde am 31. Januar 2009 eine Plastik zu Ehren des Theodor Heuss von Horst Köhler enthüllt.
  • In der Düsseldorfer Altstadt steht seit 1979 die im Jahr 1978 erworbene Bronzeplastik Schuhanzieherin.[1]
  • In Gießen wurden 1983 seine Drei Schwätzer enthüllt.
  • In Heilbronn stand die Skulptur Sich umdrehendes Mädchen ab 1978 lange Zeit vor dem Eingang zum städtischen Museum in der Eichgasse, wurde aber inzwischen vor die Villa Faißt versetzt. Der Faßträger-Brunnen von 1982 befand sich bis um 2000 in der Fußgängerzone und erinnerte an die Weinbauern, die bis zur Zerstörung Heilbronns 1944 auch zahlreich in der Innenstadt angesiedelt waren. Heute befindet sich der Brunnen am Wein-Panorama-Weg unterhalb des Heilbronner Wartbergs. Im Heilbronner Ortsteil Kirchhausen ist der Nepomukbrunnen als neuer Dorfbrunnen 1994/95 entstanden und erinnert an die Verbundenheit des Ortes zum heiligen Johann von Nepomuk, dem zu Ehren bereits 1758 dort eine Nepomukstatue errichtet wurde.
  • In Lauffen am Neckar befindet sich die Skulptur „Frau mit Tasche“ von 1981.
  • In Karlsruhe schuf Seemann 1985 anlässlich des 150-jährigen Jubiläum der Karlsruher Lebensversicherung AG den Lamm- oder Jungbrunnen an der Ecke Lamm- und Kaiserstr.
  • In Kiel wurde 2005 eine Plastik zu Ehren des Stadtgründers Adolf IV. von Schauenburg und Holstein im Klostergarten aufgestellt. Sie symbolisiert die Wandlung vom Ritter zum Mönch.
  • Im Wohnort des Künstlers, in Löchgau, befinden sich mehrere von ihm geschaffene Brunnen und Skulpturen: eine Kreuzigungsgruppe mit Maria und Petrus vor dem Westgiebel der Peterskirche (Zweitguss, Original auf dem Tabernakel der Kirche St. Peter in Aachen), der Rathausbrunnen sowie die Skulptur Der Weinskandal auf dem Rathausplatz, der Lörracher Reiter und die Skulptur Reinecke Fuchs am Ortsausgang nach Besigheim sowie die Treppenplastik im Bürgergarten (Zweitguss, Original vor dem Landratsamt in Schwäbisch Hall) und der Hasenropferbrunnen.
  • In Niederkassel befindet sich die Figurengruppe „Kopernikusgruppe mit Martin Luther“, die um 1978–1980 entstand.
  • In Nordheim thematisiert der Glockenstupferbrunnen von 2001 eine Episode aus dem polnischen Erbfolgekrieg im 18. Jahrhundert, als die Nordheimer ihre Glocke im Neckar versenkt haben und nach Ende des Krieges (erfolglos) im Neckar nach der versenkten Glocke gestochert („gestupft“) haben.
  • In Schwäbisch Hall sind am Landratsamt Seemanns unbetitelte Figurengruppe sowie der Mann mit Bierflasche (beide Plastiken von 1981) zu sehen.
  • Eine weitere Figurengruppe befindet sich vor dem Palais Thermal in Bad Wildbad.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Grau (Illustration); Dieter Groß (Illustration); Karl-Henning Seemann (Illustration): Peter Grau, Dieter Gross, Karl-Henning Seemann. Galerie der Stadt Esslingen am Neckar, Villa Merkel, 11. März bis 10. April 1983, Stuttgart 1983.
  • Oliver Kornhoff (Herausgeber): Karl-Henning Seemann – Aus Bindung Freiheit gewinnen. Die Werke der Jahre 1998 bis 2008, Lindenberg im Allgäu 2009.
  • Karl-Henning Seemann: Plastiken und Zeichnungen, [ohne Ort, nach 1977].
  • Karl-Henning Seemann; Edgar Hertlein (Mitarbeit): Bildhauer und Zeichner 1984, Stuttgart 1984.
  • Karl-Henning Seemann: Neuere Plastiken 1984–1986, Bietigheim-Bissingen 1986.
  • Karl-Henning Seemann: Kunstakademie Stuttgart, Klasse Prof. Seemann. [Karl-Henning Seemann … Gisela List; vom 20. Sept. bis 5. Okt. 1986 im alten Postgebäude in Eislingen], Eislingen [ca. 1986].
  • Karl-Henning Seemann: Wilhelm Rösch – eine Würdigung. In: Paul Sauer; Eduard Theiner; Heinz Pfizenmayer; Karl-Henning Seemann: Remsecker Lebensbilder, Remseck 1991, Seite 79, 83.
  • Karl-Henning Seemann (Herausgeber); Helmut Gruber-Ballehr (Mitarbeit): Spannungen, Bietigheim-Bissingen 1991.
  • Karl-Henning Seemann: Kunstakademie Stuttgart, Klasse Seemann, Zoozeichnungen. [Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Klasse für Allgemeine Künstlerische Ausbildung, Schwerpunkt Bildhauerei, Professor Karl-Henning Seemann], [Stuttgart circa 1992].
  • Karl-Henning Seemann (Herausgeber): Karl-Henning Seemann 1990–1992, Bietigheim-Bissingen 1993.
  • Karl-Henning Seemann (Herausgeber); Herbert Eichhorn (Mitarbeit): Karl-Henning Seemann – Bildhauer und Zeichner 1992–1998, Köln 1999.
  • Karl-Henning Seemann; Helmut Gruber-Ballehr (Mitarbeit): Figurenfontainen, Bietigheim-Bissingen 2001.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Maes, Alfons Houben u. a.: Düsseldorf in Stein und Bronze. Triltsch Verlag Düsseldorf, 2. Auflage, 1984 S. 22, ISBN 3-7998-0018-2.
  2. Angaben zur Skulptur Auseinandersetzung auf der Website des Künstlers: http://www.karl-henning-seemann.de/con_werkverzeichnis_detail.php?menue=2&id=26 abgerufen am 29. September 2014