Karl-Herbert Scheer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karl-Herbert Scheer (* 19. Juni 1928 in Harheim (Hessen); † 15. September 1991 in Bad Homburg), der zumeist als K. H. Scheer auftrat, war ein deutscher Science-Fiction-Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bald nach seiner Geburt zog die Familie nach Frankfurt am Main, wo Scheer aufwuchs. Gegen Ende der 1950er Jahre zog er mit seiner Familie nach Friedrichsdorf im Taunus, wo er bis zu seinem Tod lebte.[1]

Im September 1944 meldete sich Scheer als Kriegsfreiwilliger zur Kriegsmarine, um eine Ausbildung als Marine-Ingenieur zu beginnen. Dabei absolvierte er nach eigenen Angaben einen Lehrgang bei einer U-Boot-Lehrdivision in Kiel. Aufgrund einer schweren Erkrankung kurz vor der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde er aus dem Marinelazarett nachhause entlassen, so dass er nicht in Kriegsgefangenschaft geriet. (Hallmann, S. 80 sowie Langhans, S. 12).

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Erstlingswerk erschien 1948 unter dem Titel Stern A funkt Hilfe. Danach machte Scheer eine in Deutschland beispiellose Karriere im Science-Fiction-Genre. Mitte der 1950er gründete er die Science-Fiction-Interessengemeinschaft Stellaris, 1958 wurde er mit dem deutschen Hugo Award ausgezeichnet. Unter dem Pseudonym Alexej Turbojew schrieb er auch Science-Fiction-Romane, außerdem Kriminal- und Seeabenteuergeschichten.

Zusammen mit Walter Ernsting (Clark Darlton) entwarf und gründete er 1961 die erfolgreichste deutsche Science-Fiction-Serie Perry Rhodan, die seitdem wöchentlich erscheint und inzwischen mehr als 2900 Ausgaben (Stand: Juni 2017) erreicht hat. Von Band 1 bis Band 674 war er für die Handlungsgestaltung der Serie verantwortlich und erstellte die Exposés, nach denen die Autoren die einzelnen Romane schrieben. Daneben erarbeitete er das Konzept für Atlan, die Perry-Rhodan-Schwesterserie. Seine detaillierte Darstellung militärischer Abläufe und der bei solchen Aktionen verwendeten Waffentechnik wurde oft als Vorliebe gedeutet, Konflikte militärisch zu lösen, und brachte ihm so nach den Initialen seiner Vornamen den Spitznamen „Kanonen-Herbert“ ein, woraus später „Handgranaten-Herbert“ wurde.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 76 Perry-Rhodan-Heftromane und drei Kurzgeschichten
  • drei Atlan-Heftromane
  • ZBV (Romanserie)
  • 12bändige Abenteuerserie Klaus Tannert unter dem gleichlautenden Pseudonym, 1955–1957
  • 9bändige Piratenserie Herr der Meere unter dem Pseudonym Pierre de Chalon, 1956–1958

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heiko Langhans: K. H. Scheer. Konstrukteur der Zukunft. Pabel-Moewig Verlag, Rastatt 2001, ISBN 3-8118-7514-0
  • Kurt Kobler (Hrsg.): Kommandosache K.H. Scheer. 5 Bände. Terranischer Club Eden, Bottrop 2006–2008
  • Eintrag Scheer, K(arl) H(erbert), in: Hans Joachim Alpers/Werner Fuchs/Ronald M. Hahn/Wolfgang Jeschke: Lexikon der Science Fiction Literatur, 2 Bde., Heyne, München 1980, ISBN 3-453-01063-9 / ISBN 3-453-01064-7, Bd. 1, S. 546–550.
  • Claus Hallmann: Perry Rhodan. Analyse einer Science-Fiction-Romanheftserie, Frankfurt a. M. (Rita G. Fischer Verlag) 1979. ISBN 3-88323-047-2
  • Ulrich Blode, Christoph F. Lorenz: Scheer, Karl-Herbert. In: Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900. Mit einem Blick auf Osteuropa, herausgegeben von Christoph F. Lorenz, Peter Lang, Frankfurt/Main 2016, ISBN 978-3-63167-236-5, S. 483-492.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel in der FR (abgerufen am 17. November 2010)