Karl-Ludwig Kley

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Karl-Ludwig Kley (2009)
Karl-Ludwig Kley (rechts) zusammen mit Jon Baumhauer, Volker Bouffier und Angela Merkel am 23. September 2010

Karl-Ludwig Kley (* 11. Juni 1951 in München) ist ein deutscher Manager. Er gehörte von 1998 bis 2006 dem Vorstand der Lufthansa AG an. Er ist ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsleitung der Merck KGaA und wurde am 29. April 2016 von Stefan Oschmann als Vorsitzendem der Geschäftsleitung der Merck KGaA abgelöst.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kley absolvierte eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Siemens AG und studierte von 1974 bis 1979 Jura in München. Nach seiner Referendarzeit in Hamburg und Johannesburg arbeitete er seit 1982 bei der Bayer AG im Bereich Konzernfinanzen und als Assistent des Vorstandsvorsitzenden. Parallel dazu schloss er 1986 seine Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität in München ab. Nach einem Auslandsaufenthalt als Finanzchef bei Bayer in Japan hatte er von 1987 bis 1991 verschiedene leitende Positionen im Vertrieb des Geschäftsbereichs Pharma inne. Von 1994 bis 1997 führte er das Pharmageschäft von Bayer in Italien. Danach übernahm er in der Zentrale von Bayer die Leitung des Ressorts Finanzen und Investor Relations. 1998 wechselte Kley als Finanzvorstand (Chief Financial Officer) in den Vorstand der Deutsche Lufthansa AG. Dort war er für die Bereiche Investor Relations, Finanzen, Rechnungswesen und Konzernbilanzen, Steuern, Versicherungen, Konzerneinkauf, Beteiligungen und wirtschaftliche Zusammenarbeit zuständig.[1] Im September 2006 verließ er auf eigenen Wunsch die Lufthansa[2] und trat in die Geschäftsleitung der Merck KGaA ein, deren Vorsitz er am 27. April 2007 übernahm. Er wurde Nachfolger von Michael Römer.[3] Seit 2004 war Kley bereits Mitglied des Gesellschafterrates der E. Merck OHG (später KG), in der die Merck Familie ihre Anteile an der Merck KGaA bündelt. Am 29. April 2016 übergab Kley den Vorsitz der Geschäftsleitung an Stefan Oschmann.

Während seiner neunjährigen Amtszeit bei Merck wuchs der Umsatz von 6,3 Mrd. Euro in 2006 auf 15,0 Mrd. Euro in 2016, der Gewinn von 1,0 Mrd. Euro auf 1,6 Mrd. Euro und die Mitarbeiterzahl von 29.999 auf 50.414. Zu diesem Wachstum trugen im Wesentlichen Akquisitionen bei. Die wichtigsten waren das Schweizer Biotechnologie-Unternehmen Serono (2007) und die beiden US-amerikanischen Life-Science-Unternehmen Millipore (2010) und Sigma-Aldrich (2015). Seit Juni 2007 ist Merck im DAX notiert. Im Oktober 2015 kündigte er an, nach der Hauptversammlung von Merck am 29. April 2016 in den Ruhestand zu treten.[4]

Zwischen 2007 und 2016 hielt Kley verschiedene Führungspositionen in Industrieverbänden. 2012 bis 2014 war er Präsident des Verbandes der chemischen Industrie (VCI)[5] sowie Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Während seiner Präsidentschaft veröffentlichte er im Mai 2014 das Buch Deutschland braucht Chemie.[6] Seit 2016 ist er Aufsichtsratsvorsitzender bei E.ON.

Kley ist verheiratet und hat einen Sohn. Karl-Ludwig Kleys Vater Gisbert war von 1964 bis 1973 im Vorstand der Siemens AG. Kley hat vier Brüder und eine Schwester. Sein älterer Bruder ist Max Dietrich Kley.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kley war Mitglied verschiedener Aufsichtsräte, darunter Amadeus Global Travel Distribution S.A. (1998 bis 2006), MAN AG (2005 bis 2007) und Bertelsmann SE & Co. KGaA (2007 bis 2016). Zur Zeit ist er Vorsitzender des Aufsichtsrates der E.ON SE, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der BMW AG, Aufsichtsratsmitglied bei der Deutsche Lufthansa AG sowie im Board of Directors von Verizon Communications Inc., New York.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutschland braucht Chemie. Warum Wachstum und Wohlstand nur mit einer starken Chemieindustrie machbar sind. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2014, ISBN 978-3-421-04660-4, 144 S.
  • Hört auf zu schweigen! Manager sollten über ihren Lohn reden (Gastbeitrag, DIE ZEIT 2. März 2017)
  • Die Rechtsstellung der außenstehenden Aktionäre bei der vorzeitigen Beendigung von Unternehmensverträge. V. Florentz Verlag, München 1986, ISBN 3-88259-390-3, 256 S.
  • mit Klaus G. Schlede: Praxis der Finanzierung deutscher Unternehmen durch Optionsanleihen. In: Bilanzierung von Optionsanleihen im Handelsrecht (Hrsg. Walther Busse von Colbe, et al.), R. v. Decker & C. F. Müller Verlag, Heidelberg 1987, ISBN 3-7910-8047-4, S. 1-46
  • Strategische Allianzen als Alternative zu Übernahmen. In: Die Übernahme börsennotierter Unternehmen (Hrsg. Rüdiger von Rosen, Werner G. Seifert), Deutsches Aktieninstitut, Frankfurt 1999, ISBN 3-9805395-7-1, S. 395-414
  • Aktien als Finanzierungsinstrument. In: Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens (Hrsg. Wolfgang Gerke, Manfred Steiner), Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-79108-047-4, S. 35-46

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://investor-relations.lufthansagroup.com/fileadmin/downloads/de/finanzberichte/geschaeftsberichte/LH-GB-2002-d.pdf S.173
  2. https://investor-relations.lufthansagroup.com/fileadmin/downloads/de/finanzberichte/geschaeftsberichte/LH-GB-2005-d.pdf S.49
  3. Kley löst Römer ab. In: FAZ
  4. Oschmann löst Merck Chef Kley ab.
  5. Merck Chef soll Chemie-Verband führen.
  6. apd: Die guten Seiten der „bösen“ Chemie In: Darmstädter Echo vom 15. Mai 2014, S. 6.
  7. Verizon Investors
  8. Goethe Institut Gremien
  9. BBUG Ueber uns
  10. [1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karl-Ludwig Kley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien