Karl-Peter Naumann

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Karl-Peter Naumann, 2017

Karl-Peter Naumann (* 25. Oktober 1950 in Hamburg) ist Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, dessen Bundesvorsitzender er von März 1996 bis März 2012 war. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender der Allianz pro Schiene.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naumann ist Diplom-Chemiker. Er war 1981 Mitbegründer der Fahrgastinitiative Hamburg (FIH) und 1986 Gründungsmitglied des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).

In den 1990er Jahren leitete er die „Gemischte Kommissionen“, ein Gremium deutscher Fahrgastverbände, und trat mit den beiden Staatsbahnen Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn, bzw. später mit deren Nachfolgerin Deutsche Bahn AG, in Fachgespräche über Tarife und Fahrpläne.

Im März 1996 übernahm Naumann das Amt des Bundesvorsitzenden von Pro Bahn von seinem Vorgänger Kurt Bielecki und war über 16 Jahre durchgängig an der Spitze des Fahrgastverbandes. Sein Nachfolger wurde im Jahr 2012 Jörg Bruchertseifer. Karl-Peter Naumann wurde 2012 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Bei der Allianz pro Schiene bekleidet er seit Gründung im Juni 2000 mit Unterbrechungen das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden.

Im Jahr 2002 verklagte er die Deutsche Bahn wegen zweier Aussagen zum neuen Preissystem.[1] Das Verfahren wurde später eingestellt.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 sollte Naumann als freier Mitarbeiter für die Deutsche-Bahn-Tochter DB Training tätig werden.[2][3] Das Vorhaben Naumanns stieß innerhalb von Pro Bahn auf Kritik.[4] Die Anstellung kam letztlich nicht zustande.

Nach Ende seines Amts als Vorsitzender 2012 sollte Naumann ein mit 340 000 Euro dotiertes Projekt „Sicherheit im Bahnverkehr“ über 3 Jahre betreuen.[4] Ein Sozialfonds der Eisenbahn-Verkehrsgewerkschaft (EVG) und des Arbeitgeberverbands Move, sollte dieses Pro-Bahn-Projekt finanzieren. Verbandsinterne Kritiker die Unabhängigkeit von Pro Bahn gefährdet.[3][5] Das Projekt „Security für Mitarbeiter und Fahrgäste von Verkehrsbetrieben“ wurde schließlich im August 2013 als Gemeinschaftsaktion der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, „Pro Bahn Service“ und der Gewerkschaft der Polizei gestartet[6] und im März 2016 abgeschlossen.[7] Die Leitung lag in den Händen von Karl-Peter Naumann.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Karl-Peter Naumann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ausgerechnet Mehdorn wird Flughafen-Chef, braunschweiger-zeitung.de
  2. Bahn-Kritiker wechselt zur Bahn. In: Der Tagesspiegel, 11. März 2012.
  3. a b Der interne Streit bei den Bahn-Kritikern eskaliert. Stuttgarter Zeitung, 16. Januar 2013
  4. a b Daniela Kuhr: "Wir werden die Bahn weiter kritisieren". SZ online, 17. November 2012.
  5. Daniela Kuhr: Eklat bei Pro Bahn. In: Süddeutsche Zeitung. 16. Januar 2013, ISSN 0174-4917, S. 17 (online).
  6. a b Sicherheits-Projekt gestartet, Pressemitteilung Pro Bahn vom 26. September 2013.
  7. Pressemeldung ProBahn vom 18. März 2016
VorgängerAmtNachfolger
Kurt BieleckiBundesvorsitzender von Pro Bahn
1996–2012
Jörg Bruchertseifer