Karl Corino

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Karl Corino (* 12. November 1942 in Ehingen (Mittelfranken)) ist ein deutscher Rundfunkjournalist, Literaturkritiker und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Corino besuchte das Gymnasium in Dinkelsbühl. In einem 2011 veröffentlichten Text schilderte er negative Erlebnisse mit seinem damaligen Religionslehrer und Pfarrer: „Er bläute uns Tugend in unser sündiges Fleisch.“[1] Nach dem Abitur 1961 studierte Corino an den Universitäten Erlangen, Tübingen und Rom Germanistik, Altphilologie und Philosophie und schloss das Studium 1969 an der Universität Tübingen mit einer Promotion über das Frühwerk Robert Musils ab.

1970 wurde er Redakteur der Literaturabteilung beim Hessischen Rundfunk, deren Leiter er 1985 wurde und bis zu seiner Pensionierung 2002 blieb. Karl Corino wurde unter anderem als Experte für DDR-Literatur und als Biograf von Robert Musil bekannt.

Corino lebt in Tübingen, ist mit Elisabeth Albertsen verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Corino erhielt 2003 das Bundesverdienstkreuz am Bande.[2] Er war 1974 Preisträger des Kurt-Magnus-Preises und erhielt 2012 den Nikolaus-Lenau-Preis der Künstlergilde Esslingen (für seinen Lyrikband In Bebons Tal) und den Ernst-Johann-Literaturpreis der Stadt Schifferstadt. 2014 erhielt er den Ehrendoktortitel der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Musil – Thomas Mann. Ein Dialog. Neske Verlag, Pfullingen 1971
  • Robert Musils „Vereinigungen“. Studien zu einer historisch-kritischen Ausgabe. Fink Verlag, München, Salzburg 1974 (zugleich Diss. Tübingen 1968)
  • (Hrsg.): Intellektuelle im Bann des Nationalsozialismus, Hoffmann und Campe, Hamburg 1980
  • Tür-Stürze. Gedichte. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1981
  • (Hrsg.): Autoren im Exil. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1981
  • (Hrsg.): Genie und Geld. Greno, Nördlingen 1987
  • (Hrsg.): Gefälscht. Betrug in Politik, Literatur, Wissenschaft, Kunst und Musik. Greno, Nördlingen 1988
  • Robert Musil. Leben und Werk in Bildern und Texten. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1988, ISBN 978-3-498-00877-2
  • Die Akte Kant. IM ‚Martin’, die Stasi und die Literatur in Ost und West. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1995
  • (Hrsg. mit Elisabeth Albertsen): "Nach zwanzig Seiten waren alle Helden tot". Erste Schreibversuche deutscher Schriftsteller. Marion von Schröder, Düsseldorf 1995. Neuausgabe: Autorenhaus Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-86671-027-6
  • Außen Marmor, innen Gips. Die Legenden des Stephan Hermlin. Econ, Köln 1995
  • Robert Musil. Eine Biographie. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2003, ISBN 3-498-00891-9
  • (Hrsg.): Erinnerungen an Robert Musil. Texte von Augenzeugen. Nimbus Verlag, Wädenswil 2010, ISBN 978-3-907142-53-0
  • In Bebons Tal. Neue Bilder aus Bebenhausen. Gedichte. Klöpfer & Meyer, Tübingen 2011, ISBN 978-3-86351-010-7
  • Vademecum. Balladen über die Jugend in einer kleinen Stadt. Radius, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-87173-974-3
  • Begegnung dreier Berggipfel. Alfred, Alois und Robert Musil, Kitab-Verlag Klagenfurt, ISBN 978-3-902878-44-1, 2015

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oliver Benz: Preisverleihung 2012: Laudatio [Zur Verleihung des Ernst-Johann-Literaturpreises.] In: Lust an Literatur – Ernst Johann und der Ernst-Johann-Literaturpreis der Stadt Schifferstadt. Hrsg. von Lenelotte Möller, Martina Kees und Franz Dudenhöffer. Im Auftrag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Speyer: Druckmedien Speyer GmbH, 2017, ISBN 978-3-932155-42-0, S. 33-36.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Corino, Karl: In Bebons Tal. Neue Bilder aus Bebenhausen. Gedichte. Tübingen 2011. S. 83.
  2. StAnz. 44/2003 S 4302