Karl Ganser

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Karl Ganser (* 15. September 1937 in Mindelheim) ist ein deutscher Geograph und Stadtplaner. In der Fachwelt bekannt wurde er vor allem als Geschäftsführer der (IBA) Internationalen Bauausstellung Emscher Park.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Chemie, Biologie und Geographie an der TU München wurde Ganser 1964 promoviert und wurde im gleichen Jahr Assistent und Dozent am Geographischen Institut der TH München. 1967 wechselte er als Projektleiter zum Stadtentwicklungsreferat der Landeshauptstadt München. 1970 habilitierte er sich, 1971 ging er als Leiter des Instituts für Landeskunde nach Bonn. Dieses führte er mit dem Institut für Raumordnung zur damaligen Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumkunde zusammen (heute Teil des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung), deren Leiter er bis 1980 blieb. Von 1980 bis 1989 war er Abteilungsleiter Städtebau im Ministerium für Landes- und Stadtentwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen. 1989 übernahm er den Posten des Geschäftsführers der IBA (Internationalen Bauausstellung Emscher Park). Seit 1999 ist Ganser im Ruhestand, aber weiterhin als Publizist, Gutachter und Mediator tätig, unter anderem wurde er als Vermittler im Streit um die Dresdner Waldschlößchenbrücke berufen.

Tätigkeiten und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ganser setzte sich besonders für Stadterneuerungsprojekte ein und orientierte sich dabei auch an ökologischen Belangen. Als IBA-Geschäftsführer versuchte er besonders die Transformation der alten Industrieareale und die Wiedergewinnung der Landschaft im Emscherraum voranzutreiben. Dabei setzte er sich auch für den Erhalt von Industriedenkmälern ein und verhinderte den Abriss der Essener Zeche Zollverein, des Oberhausener Gasometers und des Stahlwerks in Duisburg-Meiderich (heute zentraler Teil des Landschaftsparks Duisburg-Nord).[1]

1999 erhielt Ganser die Ehrendoktorwürde der Ruhr-Universität Bochum. Damit wurde besonders sein Einsatz als „einer der Architekten des neuen Ruhrgebietes“[2] gewürdigt. 2003 erhielt Ganser den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen.[3] Weiterhin ist er seit 1995 Träger des Ehrentitels Bürger des Ruhrgebiets und wurde 1997 Ehrenmitglied im Bund Deutscher Architekten BDA. 2001 wurde ihm der Kulturgroschen des Deutschen Kulturrates verliehen, diesen nahm Ganser allerdings aus Protest gegen die Zerstörung des Industriedenkmals Vockerode nicht entgegen.

2007 erhielt Karl Ganser den Bayerischen Naturschutzpreis[4] für sein jahrzehntelanges Engagement für Stadterneuerungsprojekte, den Flächenschutz und die Belange des Natur- und Umweltschutzes; besonders Erwähnung fand seine Arbeit bei der internationalen Bauausstellung Emscher Park von 1989 bis 1999, wo er nach dem Prinzip „Wandel ohne Wachstum“ eine Kreislaufwirtschaft im Flächen- und Energieverbrauch, im Gebäudebestand und in der Wasserwirtschaft in Gang setzte.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Industriekultur in Augsburg. Pioniere und Fabrikschlösser. Augsburg 2010: Context Medien und Verlag, ISBN 978-3-939645-26-9

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WDR (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)
  2. Ruhr-Uni Bochum verleiht Ehrendoktorwürde an Karl Ganser 30. Juni 1999
  3. Staatspreis NRW 2003
  4. Bayerischer Naturschutzpreis für Karl Ganser

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karl Ganser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien