Karl-Heinz Brodbeck

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Karl-Heinz Brodbeck (* 15. Dezember 1948 in Wertingen) ist ein deutscher Philosoph, Kreativitätsforscher, Ökonom und Wirtschaftsethiker. Er ist emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre, Statistik und Kreativitätstechniken an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und Mitglied des Lehrkörpers der Hochschule für Politik in München. Er vertritt eine an die buddhistische Ethik angelehnte Wirtschaftsethik, formulierte eine eigene alternative Theorie der Kreativität und entwickelte vor dem Hintergrund seiner Kritik der traditionellen Ökonomik eine neue Theorie des Geldes.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl-Heinz Brodbeck ist der Sohn von Wiltrudis und Karl Brodbeck. Er besuchte von 1955 bis 1966 die Grund- und Realschule in Wertingen. Nach mehreren Industriepraktika studierte er Elektrotechnik am Rudolf-Diesel-Polytechnikum in Augsburg. Im Anschluss an das Examen als Ing. grad. war er als Ingenieur bei Siemens in Augsburg tätig. 1972 und 1973 leistete er Zivildienst in München, wo er dann von 1973 bis 1977 an der Universität München Philosophie und Volkswirtschaftslehre studierte. Von 1978 bis 1981 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent in München. Er promovierte 1981 mit einer theoretischen Arbeit über technischen Wandel („Produktion, Arbeitsteilung und technischer Wandel“) und war von 1981 bis 1988 Akademischer Rat am volkswirtschaftlichen Institut der Universität München. Von 1989 bis 1991 wirkte er danach als Dozent an der Hochschule für Politik (Universität München) und war Mitarbeiter am ifo Institut für Wirtschaftsforschung. In den Jahren 1991 und 1992 war Brodbeck Geschäftsführer der Gesellschaft für Medienmarketing in München und hielt Vorlesungen an der Bayerischen Akademie der Werbung in München. Er war von 1992 bis 2014 Professor für Volkswirtschaftslehre, Volkswirtschaftspolitik, Betriebsstatistik und Kreativitätstechniken an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und Dozent an der Hochschule für Politik für Wirtschaftspolitik.

Seit 1981 ist Brodbeck mit Elisabeth Müller-Brodbeck verheiratet, einer Pädagogin für die Feldenkrais-Methode. Er ist seit 1995 Herausgeber der praxis-perspektiven, einer Jahresschrift am Fachbereich Betriebswirtschaft der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Von 2003 bis Ende 2015 übernahm er die Aufgabe als Vorsitzender des Kuratoriums der Fairness-Stiftung gGmbH in Frankfurt am Main. Weiterhin ist er seit Herbst 2003 Kooperationspartner der Finance & Ethics Academy in Diex, Österreich, und im wissenschaftlichen Beirat beim Tibethaus in Frankfurt, sowie im Advisory Board des ICAE (Johannes Kepler Universität Linz).[1]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brodbeck hat zahlreiche Beiträge zur Kreativität, Kreativitätsforschung, zur Philosophie und Theorie der Ökonomie, zur Wirtschaftsethik, zum Buddhismus sowie zur Geldtheorie und Geldphilosophie veröffentlicht und bei zahlreichen Vorträgen erläutert.

Brodbeck entwickelte eine buddhistische Wirtschaftsethik auf der Grundlage der Logik von Nagarjuna und Dharmakirti[2] und kritisiert die traditionelle Ökonomik und den Neoliberalismus in ihren grundlegenden Kategorien als implizite Ethik[3], die wissenschaftlich – erkennbar an zahllosen Fehlprognosen – gescheitert sei. Ferner vertritt er die These, „…dass es der Ökonomik bislang nicht gelungen ist, eine aus ihren eigenen Voraussetzungen schlüssige Theorie des Geldes zu entwickeln.“[4] Hauptthema seiner Arbeiten zur Philosophie sind erkenntnistheoretische Probleme und ihre zirkuläre soziale Vermittlung.

Kritik der neoklassischen Theorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brodbeck sieht vor allem die Anwendung statistischer Methoden angelehnt der klassischen Mechanik und Thermodynamik als Problem, da die nötigen Annahmen (z. B. Verteilungsannahmen, stabiles Gleichgewicht, Zeitinvarianz nicht modellierter Größen) der klassischen Physik nicht gegeben seien. Die neoklassische Ökonomik fuße auf einem mechanistischen Denkmodell welches den Physiokraten und eng verwandt der „Mensch-als-Maschine“-Philosophie Descartes entlehnt ist. Die reale Wirtschaft bestehe dagegen aus kreativen Individuen, die durch eine postmechanische Theorieform unter Einbeziehung von Gewohnheitsbildung und kreativen Prozessen beschrieben werden müsse.[5] Wirtschaftsprognosen scheitern Brodbeck zufolge schon prinzipiell daran, dass nach Bekanntwerden einer Vorhersage die Wirtschaftssubjekte die Prognose in ihre Entscheidungen einbeziehen und so ihr Verhalten auf nicht prognostizierbare Weise ändern. „Veröffentlichte Prognosen haben die Tendenz, sich selbst zu falsifizieren.“[6]

Kritik des Neoliberalismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brodbeck sieht in Friedrich August von Hayek die zentrale Figur des Neoliberalismus.[7] Besonders dessen Forderung nach Deregulierung sei unhaltbar. Es gelte, „dass auch eine Abschaffung von Regeln einen Eingriff in das wirtschaftliche System darstellt. (Hayek und der Neoliberalismus maßen) sich also ein Wissen an, das sie anderen ökonomischen Schulen absprechen: Das Wissen darum, welche Regelungen und wieviel Regelung für die Wirtschaft ‚gut‘ ist.“[8] Nach Brodbeck verwickelt sich von Hayek deshalb an einer zentralen Stelle seiner Theorie der Regelselektion in einen unauflöslichen Widerspruch: Um beurteilen zu können, welche Regeln für die Bildung einer spontanen Ordnung erforderlich sind, benötige man ein Wissen, über das man Hayek zufolge gar nicht verfügen könne.[9]

Kreativitätsforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brodbeck sieht in der Kreativität eine fundamentale Eigenschaft des menschlichen Lebens. „Leben heißt: kreativ sein.“[10] Obgleich er an die psychologische Kreativitätsforschung anknüpft, formuliert er darüber hinaus eine interdisziplinäre Philosophie der Kreativität und versucht darin frühere Ansätze in neuem Rahmen fortzuführen.[11] Gewohnheiten und Routinen werden dabei nicht als das Gegenteil kreativer Prozesse interpretiert, sondern ebenso sehr deren Produkt wie deren Quelle.[12] Die Achtsamkeit – ein Begriff, den Brodbeck aus dem Buddhismus übernimmt[13] – spielt hierbei eine zentrale Rolle. Die Achtsamkeit „verflüssige“ Gewohnheiten und lasse so neue Muster entstehen. Kreativität wird von Brodbeck definiert als das Zusammentreffen von Neuheit und Wert. Nach seiner Auffassung lassen sich kreative Prozesse in fünf Dimension (Modell der kreativen Situation[14]) analysieren: Neuerungen in Sinnesgegenständen, bei Emotionen, Wahrnehmungen, Gewohnheitsmustern und Denkprozessen. Bewusst gemachte und variierte Denkprozesse („Denkmodelle“) spielen hierbei zwar keine exklusive, wohl aber eine lenkende Rolle, die eine Entscheidung zur Kreativität in jeder Situation ermöglichen sollen.

Philosophie des Geldes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brodbeck fasst seine Theorie des Geldes wie folgt zusammen: „Das Wesen des Geldes lässt sich durch zwei Sätze charakterisieren: Geld ist eine Denkform. Geld ist eine besondere Weise menschlicher Vergesellschaftung. Man kann dies auch negativ formulieren: Geld ist kein Ding unter Dingen, kein bloßes Objekt, auch wenn es stets an objektiven Formen erscheint, wie die Sprache an der stimmlichen Äußerung oder der Schrift erscheint. Das Geld hat seinen Ort im Subjekt. Es ist allerdings nicht ein vereinzelt zu denkendes Bewusstsein der cartesianischen Tradition, also kein einsames Ich, sondern eine sprachlich vermittelte Denkform, die soziale Handlungen koordiniert.“[15]

Das Geld sei nur verständlich im Rahmen einer allgemeinen semiotischen Theorie, die zugleich als eine Theorie der Vergesellschaftung zu fassen sei. „Im sozialen Kommunikations- und Handlungsprozess reproduziert sich sowohl die Gesellschaft ökonomisch wie semiotisch. Anders gesagt: Semiotik und Ökonomik untersuchen eigentlich dasselbe Phänomen.“[16] Deshalb entwickelt Brodbeck in seinem knapp 1200seitigen Hauptwerk Die Herrschaft des Geldes – nach einer Kritik traditioneller sozialwissenschaftlicher Methoden eine „Semiotik als sozialer Prozess“ und auf deren Grundlage seine Geldtheorie. Neben der menschlichen Sprache erscheint das Geld als zweite zentrale Form der Vergesellschaftung. Ein cartesianisches Theorieverständnis wie in der tradierten Ökonomik sei deshalb für die Geldtheorie ein Irrweg. Der Geldwert sei kein Ausfluss anderer Werte (Arbeitswerte, Nutzen, Religion, staatliche Normen), sondern eine zirkulär erzeugte soziale Täuschung[17], die in Krisen und Crashs immer wieder enttäuscht werde. „Karl-Heinz Brodbeck's huge work of theory and history of ideas, written over 20 years, has two key purposes: first, to show that mainstream economics fails to explain what money is and how it works. Because money is the central economic phenomenon, we must question the coherence of the whole discipline. Secondly, and more interestingly for the general reader, he shows how the conventions that permeate monetary societies have infiltrated our psyche and shaped our moral landscape. In his view, the pursuit of money inherent in competitive market economies de-moralises the social space that markets occupy.“[18]

Das Geld forme seit seinen Anfängen als Überlagerung der sprachlichen Logik (logos) eine rechnende Denkform (ratio), Grundlage auch von Mathematik und Naturwissenschaft. Methodisch gründet Brodbeck seine Theorie auf eine Phänomenologie des Geldes[19], die die Subjektform der Moderne als Dominanz des Geldsubjekts präge und den inneren Widerstreit der Modernisierung erkläre.[20] Der Zins sei die subjektive Form der Marx’schen Kapitalformel: Geld – Ware – mehr Geld, die sich als „Geldgier“[21] durch immer erneute kreative Umwälzung tradierter Wirtschaftsstrukturen realisiere. In den atomisierten Grenzen des Privateigentums bleibe diese Gesamtbewegung aber unerkannt. „Zins auf eingesetztes Kapital, Wirtschaftskrisen und globale Armut sind also nur die Vorder- und Rückseite eines Prozesses. Jede neu vollzogene Form der Vergesellschaftung über Märkte, organisiert durch die Wucherer, hebt in der Konkurrenz, worin die Geldgier sich in Vielfalt selbst begegnet, die erworbenen Zinsfrüchte wieder auf und erzwingt eine immer wieder erneute Umwälzung – nicht ohne beständig Menschen an die Ränder ihrer Gesellschaften zu verstoßen.“[22] Der Zins sei, so Brodbeck, die „Institutionalisierung der Geldgier, damit die Ablösung der moralischen Vergesellschaftung“.[23] Die Geldgier habe darin aber einen durchaus objektiven Grund: „Geld (ist) eine Marktzutrittsschranke: Nur der Geldbesitzer kann Käufer werden. Daraus erwächst die Tendenz, immer erneut nach Geldbesitz zu streben, will man an der Geldgesellschaft teilhaben. Dieser objektive Zwang des Strebens nach Geld wird zur Gewohnheit, schließlich zum Streben nach Maximierung des Geldbesitzes, um den Marktzutritt sicherzustellen.“[24]

Weitere Texte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brodbeck hat zahlreiche Texte zur buddhistischen Philosophie verfasst, wobei er vor allem versucht, die westliche und buddhistische Tradition unter erkenntnistheoretischen und ethischen Gesichtspunkten anzunähern.[25] Auch unabhängig von buddhistischen Denkmodellen hat sich Brodbeck kritisch mit Fragen der Wirtschaftsethik befasst.[26] Ferner behauptet er eine „unüberbrückbare Differenz zwischen Ethik und Neurowissenschaften“.[27] In der in der Zeitschrift für Politik geführten Diskussion mit Niklas Luhmann[28] formulierte Brodbeck eine Kritik der neueren Systemtheorie, wobei er vor allem die zirkuläre soziale Rolle von Kreativität und Unsicherheit betont: „die Kreativität von A ist die Unsicherheit von B“.[29] Brodbeck untersuchte auch die ökonomische Rolle des Internets, u.a. die neue Funktion der Preise und die Verwandlung des Geldes selbst. Er kommt zu dem Schluss, dass schließlich auch originäre Geldfunktionen „elektronisch ersetzt“ würden.[30]

Kritik und Würdigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brodbecks Arbeiten zur Kreativitätsforschung und zur buddhistischen Wirtschaftsethik erhielten vielfache Zustimmung.[31] Seine Kritik an den Neurowissenschaften aus einer ethisch-philosophischen Perspektive wurde wie folgt kommentiert: „Karl-Heinz Brodbeck (weist) einer freiheitsleugnenden Neurowissenschaft nach, dass sie nicht nur unethisch argumentiert, sondern Sorgfalt bei der wissenschaftlichen Auswertung ihrer thesenstützenden Experimente vermissen lässt.“[32]

Brodbecks Texte zur Ökonomik stießen dagegen zunächst auf ein zwiespältiges Echo. Das 1996 erschienene Buch Erfolgsfaktor Kreativität, das neben einer Kritik der klassischen Ökonomie auch den Entwurf einer postmechanischen Ökonomik enthielt, wurde einerseits als Möglichkeit betrachtet, wie durch Kreativität die Wirtschaft „aus den Fesseln der mechanischen Realität gelöst und zur Umgestaltung der Weltwirtschaft freigesetzt werden“[33] könne, andererseits aber auch als schlichte Provokation empfunden, die gegen die vorherrschend neoliberale Auffassung der Ökonomen verstieß. Im Manager Magazin hieß es: „Ein VWL-Professor beleidigt die Zunft. (…) Alle reden von Deregulierung, nur einer nicht, der Münchner Volkswirt Professor Karl-Heinz Brodbeck. Und er stützt seine Gegenrede auf die angeblich schlichte Unlogik des klassischen Dogmas.“[34] Auch das 1998 in erster Auflage erschienene Buch Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie wurde durchaus zwiespältig rezipiert. Wie das Manager Magazin betrachtet auch Axel Wehmeier im Handelsblatt Brodbeck als „Außenseiter“, unterschieden von der Mehrheit der Ökonomen: „In dürftigen Umrissen skizziert Brodbeck eine ‚postmechanische Ökonomie‘, in deren Zentrum der vollständig zum schöpferischen Menschen umgedeutete Homo oeconomicus steht. Daß die Neoklassik diesbezüglich zu kurz greift, ist unbestritten. Warum sich aber ausgerechnet Volkswirte als Kreativitätsforscher aufdrängen, bleibt offen.“[35] Wehmeier verteidigt gegen Brodbecks Kritik „marktliche Anreizsysteme“ und betont das Wirken der „unsichtbare Hand“, die „kein Phantom des Marktes“ sei[36]. Carsten Kasprzok wirft Brodbecks Buch vor, vorwiegend ein „polemisch verfasstes Werk“ zu sein.[37] Michael Schefczyk meinte in der Neuen Zürcher Zeitung, die Kritik Brodbecks an den fragwürdigen Annahmen der neoklassischen Ökonomen sei hinfällig, weil nach Milton Friedman „sich aus den – strengenommen – unzutreffenden Modell-Annahmen brauchbare Hypothesen (scil. für Prognosen) gewinnen lassen“.[38] Wie Schefczyk glaubte auch Wehmeier 1998 noch, man könne mit der traditionellen Ökonomik „akzeptable Tendenzaussagen“[39] machen, eine These, der im Gefolge der Finanzkrise ab 2007 nachdrücklich widersprochen wurde.

Es gab aber auch durchaus positive Stimmen: „Das Buch hält, was sein Titel verspricht. Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie erweisen sich als ebenso unhaltbar wie die metaphysischen Voraussetzungen der klassischen Mechanik.“[40] „Die vom Autor gestellten Fragen sind provokativ, seine philosophischen Zusammenhängen nachforschenden Analysen sind oft meisterhaft.“[41] Inzwischen gelten „Die fragwürdigen Grundlagen“ als „Bestseller des Wirtschaftsphilosophen Karl-Heinz Brodbeck“.[42] „Brodbecks Buch ist mehr als einfach nur eines von vielen theoretischen Wirtschaftsfachbüchern. Es ist ein Meilenstein der Ökonomie.“[43] Auch seine Kritik am Rationalitätspostulat und der Prognosefähigkeit der Ökonomik fand Zustimmung.[44] „Karl-Heinz Brodbeck gehört zu den wenigen Ökonomen, die seit den 1990er Jahren nicht völlig falsch gelegen haben. (…) Brodbeck hält (…) den Anspruch, der Wirtschaftswissenschaft, eine prognosefähige science zu sein, für empirisch widerlegt.“ [45]

Den Vorwurf, er zeichne „eine postmechanische Ökonomie nur in ‚dürftigen Umrissen‘“ (Wehmeier), weist Brodbeck im Vorwort zu späteren Auflagen seines Buchs „Die fragwürdigen Grundlagen“ zurück: Er habe sich darin „weitgehend auf eine philosophische Kritik der mechanischen Wirtschaftswissenschaft (beschränkt), weil der positive Entwurf einer postmechanischen Theorie in Gestalt meines 1996 erschienenen Buches ‚Erfolgsfaktor Kreativität‘ bereits vorliegt.“[46]

Brodbecks Hauptwerk Die Herrschaft des Geldes[47] wurde in der Regel positiv, rezipiert.[48] Peter Johnson kommt zu folgender zusammenfassender Beurteilung: „Brodbeck's approach and conclusions will be unwelcome in universities and was certainly discouraged in my day. It crosses into other disciplines and threatens vested interests. It requires great effort from the man-in-the-street and impossible courage of the politician. (…) But these are pragmatic objections and the critique remains powerful and important. (…) Brodbeck offers no recipe for a different economic order, and I think this is right. That would be another Cartesian fallacy and an invitation to tyranny. Instead, he hopes for what might be referred to as economic enlightenment.“[49]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellenangaben und Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cover-Texte der genannten Publikationen, Webpräsenz und Presse-Echo
  1. ICAE (Johannes Kepler Universität Linz)
  2. vgl. Buddhistische Wirtschaftsethik. Eine Einführung. 2. Aufl., Berlin 2011. Diese Ethik zerfällt in einen kritischen Teil: Kritik aller Denkformen, die Leiden verursachen, und einen positiven Teil: Aus der gegenseitigen Abhängigkeit aller Lebewesen wird auf das universelle Mitgefühl als einzig adäquate, positive ethische Norm geschlossen.
  3. Ökonomische Theorie als implizite Ethik; in: M. Breuer, A. Brink, O. J. Schumann (Hg.): Wirtschaftsethik als kritische Sozialwissenschaft, Bern-Stuttgart-Wien 2003, 191-22.
  4. Die Herrschaft des Geldes. Geschichte und Systematik 2. Auflage: Darmstadt 2012, S. 15.
  5. Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie ebd, S. 245ff.
  6. Warum Prognosen in der Wirtschaft scheitern; praxis-perspektiven Band 5 (2002), S. 55-61; hier: S. 59.
  7. Die fragwürdigen Grundlagen des Neoliberalismus – Wirtschaftsordnung und Markt in Hayeks Theorie der Regelselektion. Zeitschrift für Politik 2001.1, S. 49-71.
  8. Neoliberalismus, Ethik-Letter 2/1999, S. 5-9.
  9. vgl. zur Kritik Hayeks und der österreichischen Schule genauer Ökonomik des Wissens. Zur Wirklichkeit der Bilder in der Ökonomie; in: K. Hirte, S. Thieme und W. O. Ötsch (Hg.): Wissen! Welches Wissen? Marburg 2014, S. 17-38; zu Brodbecks Kritik der subjektiven Schule der Ökonomik von Gossen über Menger bis zu Mises und Hayek vgl. Die Herrschaft des Geldes ebd, S. 640-715.
  10. Entscheidung zur Kreativität. 4. Aufl. 2010, S. 30.
  11. vgl. Neue Trends in der Kreativitätsforschung, Psychologie in Österreich 4&5 (2006), S. 246-253.
  12. vgl. Erfolgsfaktor Kreativität ebd., S. 77-183. Brodbeck bezieht sich hier auf frühere Arbeiten: Theorie der Arbeit. München 1979; Transrationalität. München 1986.
  13. vgl. Kreativität der Achtsamkeit. Ursache & Wirkung 82 (2012), S. 26-28.
  14. vgl. Entscheidung zur Kreativität ebd, S. 35-40.
  15. Faust und die Sprache des Geldes. Denkformen der Ökonomie – Impulse aus der Goethezeit. Freiburg/München 2014, S. 29.
  16. Die Herrschaft des Geldes ebd, S. 171.
  17. vgl. die kurze Darstellung in dem YouTube-Video Papiergeld: Die große Illusion.
  18. Peter Johnson: The Rule of Money, openDemocracy, 8. September 2009.
  19. vgl. Faust und die Sprache des Geldes ebd, S. 39-41; Philosophie des Geldes; in: W. D. Enkelmann, B. P. Priddat (Hg.): Was ist? Wirtschafts-Philosophische Erkundungen, Band 3.1, Marburg 2014, S. 62-73.
  20. Das „Geldsubjekt“ wird als grundlegende Kategorie in Die Herrschaft des Geldes ebd, S. 848-983, eingeführt; vgl. auch Faust und die Sprache des Geldes ebd, S. 155-169.
  21. In der Geldgier, so Brodbeck, habe eines der drei Geistesgifte, wie sie im Buddhismus identifiziert werden – Ich-Wahn, Gier, Hass – eine spezifisch moderne und zugleich soziale Form angenommen; vgl. Buddhistische Wirtschaftsethik ebd, S. 86ff.
  22. Die Herrschaft des Geldes ebd, S. 984.
  23. Die Herrschaft des Geldes ebd, S. 987.
  24. Grundlagen der buddhistischen Wirtschaftsethik. Forum Wirtschaftsethik 18,1 (2010), S. 45.
  25. vgl. Zirkel des Wissens ebd; Buddhismus interkulturell gelesen. Nordhausen 2005; Säkulare Ethik aus westlicher und buddhistischer Perspektive. Berlin 2015, und die Beiträge in der Zeitschrift Ursache & Wirkung.
  26. vgl. Beiträge zur Ethik und Wirtschaft. 3. Aufl., Gröbenzell 2002; „Ethische Spielregeln für den Wettbewerb“, praxis perspektiven 6 (2003), S. 13-18.
  27. Hirngespinste. Zur unüberbrückbaren Differenz zwischen Neurowissenschaft und Ethik, EthikJahrbuch 2004, 17-31. Vgl. auch Die Differenz zwischen Wissen und Nicht-Wissen, in: A. Zeuch (Hg.): Management von Nichtwissen in Organisation, Heidelberg 2007, S. 54ff.
  28. Diskussion mit Niklas Luhmann (Textsammlung).
  29. Wirtschaft als autopoietisches System? Anmerkungen zu N. Luhmanns Buch ‚Die Wirtschaft der Gesellschaft‘, Zeitschrift für Politik 38 (1991), 317-326; hier: S. 321.
  30. Theorie der Internet-Ökonomie, praxis-perspektiven Bd. 4 (2000), S. 47-59; hier: S. 50.
  31. „‚Entscheidung zur Kreativität’ ist ein auf die Phänomenologie gründendes Plädoyer für die Offenheit des Denkens.“ Göttinger Tageblatt vom 8. Juni 1995, S. 17. „… ein kluges Buch mit vielen Denkanstößen und Handlungsanweisungen“, Frankfurter Rundschau 29. März 2003, S. A 27. „Karl-Heinz Brodbeck ist es gelungen, den Leser mitzunehmen auf eine Reise des Nachdenkens über richtiges Verhalten, auch im Alltag. (…) (Er) lässt den Leser in dieses zutiefst humanitäre Denken eintauchen.“ Michael Schäffer: Eine Ethik, die Kulturen verbindet, netzwerk ethikheute 17. April 2015.
  32. Hans Martin Brüll: Rezension. Ethik Report Nr. 5/ Juni 2005, S. 10. „Karl-Heinz Brodbeck gelingt es mit Bravour, die überzogenen Ansprüche einiger Neuroforscher auf eine vollständige Naturalisierung der Ethik als ‚Hirngespinste’ zu entlarven.“ Reinhard Lassek: Schlüsselfragen humaner Entwicklung. Das Parlament Nr. 01-02 / 3. Januar 2005.
  33. Dorothee Feigel: Erfolgsfaktor Kreativität, Magazin für Mitglieder 262/1996, S. 3.
  34. Auf nach Kreatopia. Die Wirtschaftswissenschaft beruht auf überholten Dogmen, behauptet ein VWL-Professor – und definiert die Grundlagen neu. Manager Magazin 8/1997, S. 5 und S. 144.
  35. Axel Wehmeier: Von Künstlern und Automaten, Handelsblatt, 28. Mai 1998, S. g06.
  36. Wehmeier ebd.
  37. Carsten Kasprzok: Rezension, Kyklos 4 (1998), S. 586.
  38. Michael Schefczyk: Unberechenbarkeit. Eine philosophische Kritik der Wirtschaftswissenschaften, Neue Zürcher Zeitung Nr. 207 vom 8. September 1998, S. 48.
  39. Wehmeier ebd.
  40. K. J. Grün: Contra furorem oeconomicum. Wissenschaftlicher Literaturanzeiger 38 (1999), S. 66.
  41. Petr Drulák: Gegen die Einbahnstraße, FAZ 22. Mai 1998.
  42. Ferdinand Knauß und Tim Rahmann: Der Glaubenskrieg der Ökonomen. Wirtschaftswoche 13. Juli 2012.
  43. Rezension von Andreas Zeuch. (Online-Text)
  44. vgl. Guillaume Paoli: Entlaßt die Experten, FAZ vom 19. April 2005. Vgl. als empirischen Beleg die Prognosen der letzten Jahre.
  45. alltag und philosophie. Brodbeck habe bereits früh das notwendige Versagen der ökonomischen Prognosen behauptet; vgl. Transrationalität (1986) ebd; Erfolgsfaktor Kreativität (1996) ebd, S. 129-133.
  46. Die fragwürdigen Grundlagen ebd, S. 1f. Vgl. auch: Umrisse einer postmechanischen Ökonomie; in: R. Benedikter (Hg.), Postmaterialismus, Band 1: Einführung in das postmaterialistische Denken, Wien 2001, S. 117-142; Wirtschaft als kreativer Prozeß (2002) ebd.
  47. Roland Geitmann nennt das Buch ein „Gebirgsmassiv“: Der „Umfang dessen, was Brodbeck verarbeitet hat, (sei) so bewundernswert wie die Weite und Souveränität seines Blicks“; Rezension, Zeitschrift für Sozialökonomie 46 (2009), S. 70-71.
  48. vgl. Stimmen zu „Die Herrschaft des Geldes.
  49. Peter Johnson: The Rule of Money, ebd.