Karl Heinz Rechinger

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Karl Heinz Rechinger (* 16. Oktober 1906 in Wien; † 30. Dezember 1998 ebenda) war ein österreichischer Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Rech.f.“. Sein Vater war Karl Rechinger.

Leben[Bearbeiten]

Rechinger erhielt als letzter Promotionsstudent von Richard Wettstein im Mai 1931 seine Doktorwürde. Nach dem Tod Wettsteins arbeitete Rechinger unter dessen Nachfolgern an der Universität Wien: Fritz Knoll, Lothar Geitler und Friedrich Ehrendorfer. Im Alter von 31 übernahm er eine befristete Stelle als Wissenschaftlicher Assistent in der Botanischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien und war dort durch das altersbedingte Ausscheiden von Karl von Keissler mehr und mehr für die Leitung der Abteilung zuständig. Fünf Jahre später wurde er fest auf diese Stelle eingestellt.

Während des Zweiten Weltkrieges organisierte er die Evakuierung des Herbariums und der Bibliothek des Naturhistorischen Museums, was etwa 16 Millionen Herbarbelege sowie 600.000 Bücher umfasste. Ein Großteil der Herbarbelege war in Lunz am See untergebracht, wo Rechinger auch das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte.

1953 reichte er sein Werk Phytogeographia Aegaea als Habilitationsschrift ein und wurde daraufhin Universitätsdozent an der Universität Wien. Bereits kurz nach Antritt seiner Lehrtätigkeit dort wurde er Gastprofessor an der Universität Bagdad und gründete dort das Herbarium der Universität.

1962 wurde er Nachfolger von H. Strouhal als Generaldirektor des Naturhistorischen Museums Wien, erhielt den Titel Hofrat und kurz darauf mit dem Titel Wirklicher Hofrat, Dienstklasse VIII die höchste Position, die in einer Laufbahn an österreichischen Bundesmuseen erreicht werden kann.

Rechinger starb am 30. Dezember 1998 im Alter von 93 Jahren in Wien. Er wurde am Wiener Zentralfriedhof im Grab seines Vaters bestattet.

Forschung und Schriften[Bearbeiten]

Im Laufe seines Lebens sammelte Rechinger über 80.000 Pflanzen, Schwerpunkte liegen dabei auf den Gefäßpflanzen Griechenlands und der Hochländer Südwest-Asiens. Er veröffentlichte die Ergebnisse seiner Arbeit in über 200 wissenschaftlichen Veröffentlichungen und war Herausgeber und Mitautor der Flora Iranica (177 Bände). Rechinger war Autor der Flora Aegaea (1943, Supplementum 1949), Flora von Euboea, Flora of Lowland Iraq (1964) und – zusammen mit dem Schweizer Botaniker Werner Greuter – der Flora der Insel Kythera (1967). Ferner war er Herausgeber von Band 3(1) und 3(2) der 2. Auflage des 1957 bis 1971 erschienenen Werkes Illustrierte Flora von Mitteleuropa von Gustav Hegi.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Nachdem Rechinger aus Bagdad zurückkehrte, wurde er zum Außerordentlichen Professor der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Weitere Ehrungen wurden ihm von der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle, von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm sowie der Linnean Society of London zuteil. Zudem erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Lund sowie 1981 das Goldene Doktordiplom der Universität Wien.

Belege[Bearbeiten]

  • Hans Walter Lack: Karl Heinz Rechinger – a Grand Old Man in Botany. In: Plant Systematics and Evolution. Band 155, Nummer 1–4, 1987, S. 7–14, doi:10.1007/BF00936282.
  • Hans Walter Lack: Karl Heinz Rechinger - a life for botany. In: Flora Mediterranea. Band 10, 2000, S. 11−64, PDF-Datei.
  • Ernst Vitek: Karl Heinz Rechinger (1906–1998). In: Annalen des Naturhistorischen Museums Wien. Band 101 B, 1999, S. 7–12, PDF-Datei; 2,3 MB.
  •  Robert Zander, Fritz Encke, Günther Buchheim, Siegmund Seybold (Hrsg.): Handwörterbuch der Pflanzennamen. 13. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1984, ISBN 3-8001-5042-5.

Weblinks[Bearbeiten]