Karl Jenkins

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Karl Jenkins (2016)

Sir Karl William Pamp Jenkins CBE[1] (* 17. Februar 1944 in Penclawdd, Wales) ist ein walisischer Keyboarder, Oboist, Saxophonist und Komponist. Seit 1975 ist er mit der walisischen Musikerin Carol Barratt verheiratet, die auch die Texte zu einigen seiner Werke verfasste.[2] Karl Jenkins wurde durch seine Mitgliedschaft in den Gruppen Soft Machine und Adiemus bekannt.

Jenkins erhielt Klavierunterricht von seinem Vater, der im Ort Lehrer, Organist und Chorleiter war. Als Oboist wirkte er im Nationalen Jugendorchester von Wales mit. Seine professionelle Musikerkarriere begann er als Erster Oboist im National Orchestra of Wales. Er studierte an der Cardiff University und an der Royal Academy of Music, wo er in Musik promovierte.[3]

Zeit bei Nucleus und Soft Machine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Studienzeit an der Royal Academy of Music befasste er sich auch mit Jazz und wurde 1970 Mitglied von Ian Carrs Band Nucleus. Die Formation war dem Jazzrock stark verbunden. Zur Band gehörten in den ersten Jahren außerdem der Schlagzeuger John Marshall und der Gitarrist Chris Spedding. Neben dem Bandleader war Jenkins hier der wichtigste Ideengeber. Seine Komposition Torrid Zone deutete schon seinen späteren Stil an. Typisch sind die durchgehend ostinaten Bass-Riffs, über die Bläser und manchmal auch Keyboards langgezogene Melodielinien von sphärischem Charakter ausbreiten. Ebenfalls bezeichnend für Karl Jenkins sind balladenhafte Themen mit überraschend harmonischen Wendungen wie Crude Blues Part 1, auf dem Jenkins (wie auch auf Keith Tippetts Septober Energy) auch auf der Oboe brilliert, was im damaligen Rockjazz-Bereich sehr ungewöhnlich war.

1972 wechselte er zu Soft Machine. Auch hier stieg Karl Jenkins neben Bandchef Mike Ratledge zum wichtigsten Komponisten auf und ersetzte ihn außerdem nach dessen Band-Ausstieg im Jahr 1976 an den Keyboards. Jenkins traf hier wieder auf John Marshall, mit dem er die Gruppe maßgeblich bis zu ihrem letzten LP-Projekt The Land Of Cockayne führte. Jenkins ließ sich außerdem von den Minimal-Music-Experimenten der Band zu eigenen Stücken inspirieren. Ratledge und Soft Machine Bassist Hugh Hopper hatten sich beeinflusst von Terry Riley, Steve Reich und anderen zeitgenössischen Komponisten bereits intensiv mit Tape Loops befasst, die in Stücken wie Outbloody Rageous mit repetitiven Tonfolgen eine Trance-Atmosphäre erzeugten. Statt Tape Loops schichtete Jenkins mehrere manuell gespielte E-Pianos in Stücken wie Soft Weed Factor, Penny Hitch und The Floating World übereinander, um meditative Klangbilder zu erzeugen. Die Soft-Machine-LPs Seventh und Bundles tragen maßgeblich Jenkins kompositorische Handschrift. Gleiches gilt für die folgenden Alben Softs und Alive And Well Recorded In Paris.

Nach 1980[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er und 1990er Jahren verfasste er überwiegend Werbemusiken (z. B. die berühmte Streichersuite Palladio – inspiriert von Bauten des Renaissance-Architekten Andrea Palladio in Venedig – für einen Fernsehwerbespot von De Beers für Diamanten). Mit dem Ensemble Adiemus gelangen ihm große Erfolge. Hier führte Jenkins mit breit und konzertant angelegten Chor-Arrangements seine musikalischen Erfahrungen zusammen, die von Pop über Symphonik und geistliche Chormusik bis hin zu ethnischer Musik reichten. Mit Adiemus war Karl Jenkins sowohl im Klassik- wie auch im Pop-Bereich sehr erfolgreich und erlangte mit seinen Alben mehrfach Gold- und Platinstatus. Karl Jenkins erfand dafür eine bedeutungslose Sprache, die, speziell für Gesang geeignet, nicht mit Inhalten von der Stimmung ablenken sollte.

Solo erreichte Jenkins mit seinem Album The Armed Man: A Mass for Peace im Jahr 2005 eine Goldene Schallplatte in Großbritannien.[4]

Zur Zeit des Kosovo-Krieges schuf Jenkins The Armed Man: A Mass for Peace, eine Auftragskomposition für die Royal Armouries, welches im April 2000 in der Royal Albert Hall in London uraufgeführt wurde. Basierend auf einem französischen Lied L’homme armé aus dem 15. Jahrhundert wurden Texte aus verschiedenen Religionen und Epochen vertont.

Für sein Requiem griff Jenkins auf zahlreiche ältere Antiphonien (beispielsweise In paradisum) und Gesänge (beispielsweise Dies irae) zurück, die er bearbeitete und in einen Zusammenhang mit Gedichten aus Japan stellte. Das Werk wurde am 2. Juni 2005 in der Southwark Cathedral uraufgeführt und gewann rasch an Popularität. 2005 komponierte Jenkins auch den Soundtrack zu dem historischen Drama River Queen des neuseeländischen Regisseurs Vincent Ward. 2007 war er maßgeblich an Mike Oldfields Album Music of the Spheres beteiligt, das im März 2008 erschien. Ebenfalls im März 2008 erschien sein Werk Stabat Mater.

Am 8. Oktober 2016 erfuhr sein chorales Werk Cantata Memoria: For the children im Wales Millennium Centre die Premiere. Dies ist eine Reaktion auf die Katastrophe von Aberfan von 1966, mit einem Libretto von Mererid Hopwood und beauftragt vom walisischen Fernsehsender S4C. Am Tag nach der Premiere wurde das Konzert auf S4C übertragen und als Album bei der Deutsche Grammophon herausgegeben. Am 15. Januar 2017 folgte die US-Premiere in der New Yorker Carnegie Hall.[5]

Am 12. Juni 2010 wurde Jenkins zum Commander des Order of the British Empire ernannt,[6] am 12. Juni 2015 zum Knight Bachelor erhoben.[7]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kompositionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinsam mit Sam Jackson: Still With the Music. Elliot and Thompson, London 2015, ISBN 978-178396-137-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Karl Jenkins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivierte Kopie (Memento vom 11. Juni 2011 im Internet Archive) (PDF-Datei; 295 kB) 12. Juni 2010.
  2. Lucy Cavendish: Karl Jenkins: "I am the original Gareth Malone" (englisch) The Telegraph. 29. Juni 2014. Abgerufen am 12. März 2019.
  3. Karl Jenkins: Sir Karl Jenkins. Biography. Abgerufen am 20. April 2020 (engl.): „A Doctor of Music, he holds Fellowships, Honorary Doctorates and Professorships at five universities or conservatoires, including the Royal Academy of Music“
  4. Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK
  5. a b Karl Jenkins. In: www.boosey.com. Abgerufen am 15. Februar 2017.
  6. Britische Regierung (PDF-Datei; 295 kB, Archiv)
  7. Metro, 13 June 2015. Abgerufen 15. Februar 2017