Karl Klammer (Microsoft)

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Karl Klammer war ein Assistent für Microsoft Office. Der Office-Assistent sollte die Benutzer von Microsoft Office unterstützen und hatte das Aussehen einer interaktiven, animierten und den Benutzer in Sprechblasen „ansprechenden“ Cartoon-Büroklammer mit Augen. In der englischen Windows-Version hieß der Assistent Clippit (Spitzname Clippy), vom englischen Wort für Büroklammer, paperclip.[1]

Der Assistent war mit den Office-Hilfeinhalten verknüpft und in Microsoft Office für Windows (Versionen 97 bis 2003), Microsoft Publisher (Versionen 98 bis 2003) und Microsoft Office für Mac (Versionen 98 bis 2004) enthalten.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den genannten Versionen von Microsoft Office war der Office-Assistent per Voreinstellung aktiviert und als Erscheinungsbild war Karl Klammer vorausgewählt. Der Assistent beobachtete im Hintergrund die Arbeit des Benutzers und trat bei bestimmten Triggern (zum Beispiel dem Schreiben der Anrede in einem Brief) von selbst in Erscheinung. Er fragte den Benutzer, ob er Hilfe benötige oder gab ihm Ratschläge für effizientere Arbeitsweisen. In den Programmeinstellungen konnten Benutzer zwar auch alternative Figuren auswählen und die Funktion des Assistenten konfigurieren oder abschalten. Gleichwohl nahmen viele Nutzer das Feature negativ auf.[2][3][4] Hinter dem Assistenten stand die Technologie Microsoft Agent.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der als animierte Cartoonfigur auftretende Office-Assistent soll auf eine persönliche Initiative von Melinda Gates zurückgehen. Die Microsoft-Mitarbeiterin und Ehefrau des Firmenchefs hat auch die Entwicklung von Microsoft Bob geleitet, einer speziellen Windows-Benutzeroberfläche für computerunerfahrene Benutzer, die mit ähnlichen animierten Figuren agierte.

Die Gestaltung der Figur stammt von Kevan J. Atteberry. Neben der Büroklammer waren weitere Figuren als Alternative verfügbar: der Zauberer Merlin, die Katze Links, der Roboter F1, der Flaschengeist Genie, eine Karikatur von Albert Einstein namens Genius, der Affe Bonzi, der Vogel Peedy sowie die Hunde Rover und Rocky.[5] Die Figuren konnten jeweils eine Reihe von „Gesten“ (animierte Bewegungen) für bestimmte Situationen ausführen.

Der Office-Assistent kam am 30. Dezember 1996 erstmals auf den Markt. Für die am 27. Januar 1999 freigegebene Version Office 2000 wurden die Figuren, darunter auch Karl Klammer, grafisch überarbeitet.

In der Version Office XP (Release am 31. Mai 2001) deaktivierte Microsoft den Assistenten standardmäßig und bestätigte die Unbeliebtheit.[6] Da der Office-Assistent aber weiterhin Kritik auf sich zog, sogar von Microsoft-Mitarbeitern, wurde er in der Version Office 2007 (30. Januar 2007) und Office 2008 für Mac (15. Januar 2008) vollständig entfernt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Figur wurde in der Populärkultur häufig verspottet und parodiert.[7] Von den Microsoft-Entwicklern wurde er intern als „TFC“ (the fucking clown) bezeichnet.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jan Freeman: Finding the grammar checker's frailties. The Boston Globe, 25. Februar 2007, abgerufen am 1. März 2018.
  2. Claire Cozens: Microsoft cuts 'Mr Clippy' , The Guardian, 11. April 2001
  3. Microsoft banks on anti-Clippy sentiment. USA Today, 2. Juni 2002, abgerufen am 1. März 2018.
  4. Judith Horchert: Was wurde eigentlich aus Karl Klammer? Spiegel Online, 29. Juli 2015, abgerufen am 1. März 2018.
  5. Clippy, Merlin oder Rover - Karl Klammer für eure Webseite | ITrig. Abgerufen am 3. März 2018.
  6. Microsoft tool "Clippy" gets pink slip. CNET, 2. Februar 2002, abgerufen am 1. März 2018.
  7. Chris Gentilviso: The 50 Worst Inventions. Time, 27. Mai 2010, abgerufen am 1. März 2018.
  8. Steven Sinofsky: PM at Microsoft. Microsoft, 15. Dezember 2005, abgerufen am 10. März 2018.