Karl Konrad von der Groeben

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Karl Konrad Wilhelm Alexander Graf von der Groeben-Ponarien (* 31. August 1918 in Königsberg (Preußen); † 6. Juli 2005 in Baden-Baden) war ein Unternehmer und Stifter.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Eltern waren Karl Harald Graf von der Groeben (1887–1921) und Benita Agnes (* 7. Juni 1890; † Februar 1945 bei Ponarien[1]), geb. Gräfin Finck von Finckenstein.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem Besuch am Krankenbett seines Freundes Axel von dem Bussche, nach dem 20. Juli 1944, bat dieser ihn, den Bombenkoffer unter dem Bett verschwinden zu lassen. Angesichts der anrückenden Roten Armee sattelte er am Morgen des 23. Januar 1945 sein Pferd und ritt mit seiner Frau westwärts, über Holstein nach Bad Godesberg. Seine zurückgebliebene Mutter wurde später im nahen Wald erschossen.

1951 ermöglichte der Marshallplan einen großzügigen amerikanischen Kredit, mit dessen Hilfe er eine Coca-Cola-Abfüllanlage in Gießen bauen konnte. Werke in Mainz und Wiesbaden folgten. 1986 verkaufte er sein Getränkeimperium.

Als er sein Gut in Polen zurückkaufen und dort eine deutsch-polnische Begegnungsstätte einrichten wollte, erwiesen sich die Verhandlungen als zu umständlich.

Im Urlaub 1990 las er Hans Küngs Buch Projekt Weltethos, war davon begeistert und wollte Küng für sein Projekt fünf Millionen Mark spenden – was diesen zunächst nicht interessierte. Am 23. Oktober 1995 wurde in Tübingen durch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel der Gründungsakt der Stiftung Weltethos vollzogen, die aus den Zinsen dem Toleranzgedanken zwischen den Weltreligionen dienen soll.[3] Im Weiteren beteiligte er sich an Bürgerstiftungen. Als er einen Vortrag von Christian Pfeiffer über Jugendkriminalität hörte, unterstützte er 1997 die Bürgerstiftung-Hannover, in der sich auch sein Freund Jörg Kastl engagierte, mit einer Mio. Mark, um Projekte zur Bekämpfung der Jugendkriminalität auf den Weg zu bringen.[4]

Im folgenden Jahr gründete er, mit zunächst 250 000 Mark, eine eigene Stiftung, die nach dem 1990 ermordeten Amadeu Antonio Kiowa benannte Amadeu Antonio Stiftung. Der Namensgeber der Stiftung, war ein aus Angola stammender Arbeiter, der eines der ersten bekannten Todesopfer rassistisch motivierter Gewalt in Deutschland nach der Wiedervereinigung wurde.[5]

2001 wurde die Karl Konrad und Ria Groeben Stiftung gegründet, deren Zweck die Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens ist. Sie leistet Beiträge zum intellektuellen und praktischen Austausch zwischen den abrahamitischen Religionsgemeinschaften. Er und seine Frau beteiligten sich auch an der Bürgerstiftung Barnim Uckermark.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Konrad Graf von der Groeben heiratete Ria, Marie-Agnes Gräfin von Lehndorff (* 10. Juli 1916, † 27. Dezember 2014), mit der er die Söhne Friedrich (* 1943) und Georg Siegfried (* 1946) hatte. Sie wurden auf dem väterlichen Gut Ponarien [6][7] am Nariensee (Jezioro Narie) in Ostpreußen geboren.

Friedrich Graf von der Groeben und seine Gemahlin Verena, geb. Baronesse von Engelhardt, erwarben nach 1990 das Gut Eickstedt in der Uckermark. Er initiierte auch das Deutsch-Russische Haus in Kaliningrad mit einem Neubau auf einem früheren Familiengrundstück, das vom Bundesinnenministerium unterstützt und von der Stiftung Königsberg mit betreut wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.geneall.net/D/per_page.php?id=1772224
  2. http://www.geneall.net/D/per_page.php?id=1777382 (Memento vom 26. April 2013 auf WebCite)
  3. http://www.zeit.de/1995/40/Vom_Himmel_geschickt
  4. Gemeinsam Gutes anstifte; S. 56
  5. http://www.stern.de/politik/deutschland/interview-die-radikalen-sind-fantasielos-502511.html
  6. http://www.zlb.de/digitalesammlungen/SammlungDuncker/02/078%20Ponarien.pdf
  7. Ursula Otten: Erinnerungen vor Sonnenuntergang: Eine Jugend in Masuren; S. 102