Karl Maron

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karl Maron, 1957

Karl Maron (* 27. April 1903 in Charlottenburg; † 2. Februar 1975 in Berlin) war ein deutscher Politiker (KPD, dann SED). Er war von 1955 bis 1963 Minister des Innern der DDR, zuletzt im Range eines Generalobersten der Deutschen Volkspolizei.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn eines Kutschers absolvierte nach dem Besuch der Volksschule von 1917 bis 1921 eine Ausbildung zum Maschinenschlosser und arbeitete bis 1929 im Beruf. Seit 1919 war er als Ringer in der Arbeitersportbewegung aktiv. 1926 trat er der KPD bei. Von 1927 bis 1928 war er Mitglied der KP-Leitung der Siemens-Werke Berlin, seit 1931 Mitglied der Reichsleitung der Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit und seit 1932 Vorsitzender des Arbeitersportvereins „Fichte“.

Nach illegaler Arbeit emigrierte er 1934 nach Kopenhagen, wo er als Redakteur des Pressedienstes der Roten Sport-Internationale (RSI) tätig war. Seit 1935 war er Vertreter der RSI beim Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale (EKKI) in Moskau und nach Auflösung der RSI 1937 Mitarbeiter der Presse- und Informationsabteilung des EKKI. Von 1943 bis 1945 war er Redakteur der Zeitung Freies Deutschland des NKFD und dabei verantwortlich für die Kriegsberichterstattung.

Im Jahr 1945 kehrte er mit der „Gruppe Ulbricht“ nach Deutschland zurück. Bis 1946 war er Erster Stellvertretender Oberbürgermeister von Berlin, danach bis 1949 SED-Stadtverordneter und ab 1948 Stadtrat für Wirtschaft. Von 1949 bis 1950 war er stellvertretender Chefredakteur der Tageszeitung Neues Deutschland. 1950 wurde er im Range eines Generalinspekteurs als Nachfolger des verstorbenen Kurt Fischer Chef der Deutschen Volkspolizei und stellvertretender Innenminister. Von 1955 bis zu seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen 1963 war er als Nachfolger von Willi Stoph Minister des Innern und gleichzeitig Chef der Deutschen Volkspolizei, zuletzt seit 1962 im Range eines Generalobersten.

Maron war seit 1954 Mitglied des Zentralkomitees der SED und von 1958 bis 1967 Abgeordneter der Volkskammer. 1961 war er Mitglied des Stabes des Nationalen Verteidigungsrats zur Schließung der Staatsgrenze in Berlin. Ab 1964 war er Leiter des Institutes für Meinungsforschung beim ZK der SED.

Privates[Bearbeiten]

Karl Maron war seit 1955 mit Hella (1915–2010), geborene Iglarz, verheiratet und damit Stiefvater der Schriftstellerin Monika Maron.

Ehrungen[Bearbeiten]

Sonderbriefmarke der DDR-Post

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karl Maron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien