Karl Paul Andrae

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Karl Paul Andrae (* 6. Oktober 1886 in Dresden; † 13. Februar 1945 ebenda) war ein deutscher Architekt und Künstler, der in Dresden tätig war. Andrae war in seiner Architekturauffassung ein Vertreter der neoklassizistischen Architektur mit Tendenz zur Moderne.

Andrae studierte bis 1907 an der Baugewerkschule Dresden und von 1908 bis 1910 an der Technischen Hochschule Dresden. Anschließend, von 1909 bis 1911, studierte er bei Paul Wallot an der Dresdner Kunstakademie. Er war Mitglied im Sammlerkreis Dresden und gehörte dem Vorstand der Dresdner Kunstgenossenschaft an. 1919 unterzeichnete er u. a. das Manifest des Arbeitsrates für Kunst und nahm an dessen Ausstellung für unbekannte Architekten teil und war freier Mitarbeiter, u. a. in Dresden.

Ab Mitte der 1920er Jahre arbeitete er bis 1928 als künstlerischer Berater des Hochbauamtes der Stadt Dresden und leitender Mitarbeiter des Baudirektors Carl Hirschmann und war als Dresdner Hochhausvisionär deutschlandweit bekannt, was mit der 1913–1916 entstandenen Zeichnungssammlung Das größere Berlin begann.

Nachdem Herbert Conert, der Andrae schätzte, ab 1936 die städtische Bauverwaltung übernahm, stellte er ihn 1937 als Mitarbeiter der Stadtbauverwaltung ein. Andrae übernahm große Teile der Entwurfsbearbeitung für das Neue Königsufer, ein Sportforum im Ostragehege und ein Kulturforum im Speicherbereich der Altstadt, letztere beide als Monumentalentwürfe, was jedoch nie realisiert wurde.

Andrae lebte in der Seevorstadt (Mosczinskystraße 21) und kam bei dem Luftangriff des 13. Februar 1945 in seinem Wohnhaus um.

Bauten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehemaliger Öffentlicher Arbeitsnachweis Dresden

Von Karl Paul Andrae sind eine Reihe von Plänen und Entwürfen überliefert, von denen jedoch nur wenig ausgeführt wurde. Dazu gehören u. a.:

  • 1925–1926: Öffentlicher Arbeitsnachweis in Dresden, Maternistraße
  • 1936: Innenausstattung des Restaurants Narrenhäusel in Dresden
  • 1936: Glockenspielpavillon (damals auch Milchpavillon genannt) am Japanischen Palais in Dresden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrae, Karl Paul. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 3, Seemann, Leipzig 1990, ISBN 3-363-00116-9, S. (?).
  • Bruno Bruognolo: Der Schrei nach dem Turmhaus. Der Ideenwettbewerb Hochhaus am Bahnhof Friedrichstraße, Berlin 1921/22. Argon, Zürich 1988.
  • Ulrich Conrads, Hans G. Sperlich: Phantastische Architektur. Hatje, Stuttgart 1960, S. 112.
  • Paul Weber, Andreas Marx: Ludwig Mies' unrealisierte Teilnahme an der „Ausstellung für unbekannte Architekten“ (1919). Materialien zur Entwicklungsgeschichte Mies van der Rohes. In: Werner Breunig, Uwe Schaper (Hrsg.): Berlin in Geschichte und Gegenwart, Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 2009. Gebr. Mann, Berlin 2010, ISBN 978-3-7861-2602-7, S. 195–263, hier S. 223–226.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Milchpavillon (Dresden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien