Karl Reidel

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Karl Reidel (* 25. September 1927 in Landshut; † 14. Januar 2006 in Obergangkofen) war ein deutscher Bildhauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes-Brunnen im Johannes-Spital in Passau (Brunnenfigur von Karl Reidel)

Von 1945 bis 1948 absolvierte er eine Lehre als Steinbildhauer in Landshut. Nach der Gesellenprüfung studierte an der Akademie der Bildenden Künste München bei Professor Anton Hiller. Abschluss 1954: Meisterschüler mit Abschlussdiplom. 1953 erhielt er das Stipendium des Kulturkreises der deutschen Industrie und einen Preis beim Wettbewerb für ein Geschwister-Scholl-Denkmal der Universität München. 1954 folgte eine Auszeichnung mit dem nach dem Krieg zum ersten Mal wieder vergebenen „Großen Bayerischen Staatspreis“ für junge Künstler.

1961 hatte er seine erste Einzelausstellung bei Rolf Becker in der „Neuen Galerie im Künstlerhaus“ München. 1963 wurde er mit der Ausführung eines 65 Meter langen Kreuzweges in Beton für das Exerzitienhaus Leitershofen beauftragt. 1964 wurde er mit dem Seerosenpreis der Stadt München ausgezeichnet. 1967 erfolgte eine Beteiligung an der „Ausstellung Painting & Skulptur Today“ im Herron Museum of Art, Indianapolis. 1968 schuf er die Nepomuk-Statue an der Kurfürstenbrücke in Amberg. 1969 erhielt er den Kulturpreis Ostbayern.

Seit Ende der 1960er Jahre intensive Beschäftigung mit dem Bronzeguss, die in der Gründung einer eigenen Gießerei mündete. Er erhielt zahlreiche Aufträge aus privater und öffentlicher Hand. Die dem ehemaligen Kasino der OBAG in Regensburg, Prüfeninger Straße 20, vorgelagerte Brunnenanlage schuf er 1970; Gebäude und Brunnen stehen unter Denkmalschutz (D-3-62-000-2167).

Er war verheiratet mit der Malerin und Kinderbuchautorin Marlene Reidel. Die älteste Tochter Beate Rose ist Malerin. Er war befreundet mit den Bildhauern Blasius Gerg in Glonn und Fritz Koenig. Er galt als ein begeisterter Sammler von Glaskunstwerken. Ausgesuchte Stücke aus dieser Sammlung stellte er 1995 im Bergbau- und Industriemuseum Theuern aus. 2002/03 wurde Karl Reidel durch eine Große Retrospektive der Museen der Stadt Landshut geehrt. Weit über 20.000 Besucher sahen die Ausstellung in der Heilig-Geist-Kirche.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lenz Kriss-Rettenbeck (Geleitwort): Karl Reidel. Ausgewählte Arbeiten von 1950–1980. Sellier, Freising 1980.
  • Karl Reidel: Warum ich Bildhauer geworden bin. Morsak, Grafenau 1997.
  • Landshut, ehemalige Spitalkirche Heiliggeist: Karl Reidel, Retrospektive. In: Das Münster 55, 2002.
  • Karl Reidel. Retrospektive 1948–2002. In: Schriften aus den Museen der Stadt Landshut. Band 14, Katalog zu der Ausstellung in der Spitalkirche Heiliggeist 2002.
  • Mathias Baumgartner: Moderne Bildwerke aus Bronze und Stein. Kirchenausstattungen von Karl Reidel (1927–2006). In: Das Münster. 59, Heft 4, 2006, S. 290–294.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ars Viva

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karl Reidel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien