Karl Siebrecht

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Karl Siebrecht (* 27. Januar 1875 in Hannover; † 15. Februar 1952 ebenda) war ein deutscher Architekt.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Siebrecht absolvierte zunächst eine Lehre als Tischler und besuchte dann die Kunstgewerbeschule Hannover sowie die Baugewerkschule Höxter. Daran anschließend begann er 1897 ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Hannover bei Heinrich Köhler und Hubert Stier, anschließend 1899 bis 1900 in Berlin an der Technischen Hochschule Charlottenburg bei Theodor Goecke und Friedrich Seeßelberg. 1900 kehrte Siebrecht nach Hannover zurück und war dort zunächst als Mitarbeiter im Büro von Hermann Eggert beim Bau des Neuen Rathauses tätig.[1]

Die 1910 bis 1911 im Auftrag von Hermann Bahlsen errichtete ehemalige Bahlsen-Keksfabrik mit Feuerwache an der Podbielskistraße in Hannover

1903 machte sich Karl Siebrecht selbständig und arbeitete mit seinen Brüdern Albert Siebrecht († 1950) und August Siebrecht († 1955) zusammen,[1] so etwa für sein ab 1910 errichtetes Hauptwerk,[1] die im Auftrag von Hermann Bahlsen erbaute ehemalige Bahlsen-Keksfabrik an der Podbielskistraße sowie in der Lister Straße in Hannover.[2] Die Fabrikgebäude, die von Künstlern wie Julius Diez, Georg Herting, Adolf Hölzel, Willy Jaeckel, Änne Koken, Georg Krüger, Martel Schwichtenberg oder Ludwig Vierthaler mit besonderer Jugendstil-Ausstattung versehen wurden, gelten als architektonischer Schwerpunkt im hannoverschen Stadtteil List.[1]

Karl Siebrecht wurde 1907 als Mitglied in den Bund Deutscher Architekten (BDA) berufen und fühlte sich architektonisch der Stilrichtung der Stuttgarter Schule verwandt. Er war Mitglied der Architektenvereinigung Der Block.[1]

Nach seinem Tod 1952 wurde Siebrecht auf dem Neuen St.-Nikolai-Friedhof in der Nordstadt von Hannover beigesetzt.[1]

Werk (unvollständig)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haus Auf dem Meere 1/2, es wurde 1912 für die Kreissparkasse Lüneburg erbaut.

Karl Siebrecht schuf neben weiteren Industrie-, Sparkassen-, Mehr- und Einfamilienhäusern insbesondere[3]

  • 1904: Haus in der Corvinusstraße in Hannover (H)[4]
  • 1905: Fabrikgebäude für Hölscher & Breimer,[4] (die ehemalige Norddeutsche Tapetenfabrik Hölscher & Breimer – NORTA an der Walsroder Straße)[5]
  • 1908: Pfarrhaus in Lohne[4]
  • 1910:
    • Fabrikationsgebäude für Bahlsen, Lister Straße 10, 11, 12, 14 (H)[3]
    • Wochenendhaus für die Familie Stichweh in Wunstorf, Ortsteil Steinhude, Steenewark 17[6]
  • 1911:
    • Verwaltungsgebäude für Bahlsen, Podbielskistraße 11 (H)[3]
    • Erweiterungsbau für Günther Wagner, Pelikan-Werke (H)[4]
    • Kreissparkasse in Lüneburg, Ausführung nach einem Wettbewerb[4]
  • 1911–1913:
    • Gutsanlage in Auermühle[4], einem Ortsteil von Steinhorst bei Celle; der Wettbewerbs-Entwurf von Otto Lüer wurde nicht verwirklicht, stattdessen wurde die Anlage 1911–1913 nach Plänen von Karl Siebrecht für den Eigentümer der Pelikan-Werke, Fritz Beindorff, errichtet.[7]
    • verschiedene Villen und Wohnhäuser in Hannover, Celle und anderen Orten[4]
    • als Gewinner von Wettbewerben um den Wohnungsbau: Siedlung Gartenheim, Gebäude in der Podbielskistraße, im Kreuzkamp sowie Hausgruppen am Listholz und in der Franz-Abt-Straße[4] (1931 umbenannt in Fritz-Beindorff-Allee)[8]
  • 1913:
    • Feuerwache, Podbielskistraße 13 (H)[3]
    • Wohngebäude mit Café „Zum Knusperhaus“, Ferdinand-Wallbrecht-Straße 8a (H)[3]
  • ab 1918:
    • Fabrikgebäude für Hölscher & Breimer in Langenhagen[4]
    • weitere Wohngebäude in Hannover und anderen Orten[4]
Das 1927 für Walther Jänecke (Hannoverscher Kurier) errichtete Kurierhaus in der Georgstraße von Hannover
Wohnhaus mit Gaststätte Kreuzklappe in Hannover

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karl Siebrecht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Hugo Thielen: Siebrecht, Karl (siehe Literatur)
  2. Vergleiche etwa die Dokumentation bei Commons (siehe unter dem Abschnitt Weblinks)
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q Friedrich Lindau: Karl Siebrecht. In: Hannover. Wiederaufbau und Zerstörung … (siehe Literatur)
  4. a b c d e f g h i j k Alexander Dorner: Karl Siebrecht (siehe Literatur)
  5. Bettina Reimann (V.i.S.d. § 55 RStV): Tapeten für die Welt, in der online-Ausgabe vom Stadtmagazin Langenhagen, Verlag Bettina Reimann [ohne Datum]; zuletzt abgerufen am 10. Juli 2013
  6. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Region Hannover, Nördlicher und östlicher Teil, Band 13.2, herausgegeben von Christiane Segers-Glocke, bearbeitet von Carolin Krumm, CW Niemeyer Buchverlage GmbH, Hameln, 2005, Seite 569. ISBN 3-8271-8255-7
  7. Reinhard Glaß (privat): Lüer, Otto auf dem glass-portal, einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit Ein Forschungsprojekt von Günther Kokkelink, Monika Lemke-Kokkelink und Reinhard Glaß
  8. Waldemar R. Röhrbein: BEINDORFF (1), Fritz, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 47; online über Google-Bücher
  9. Aufbauschule, Walsrode, nicht digitalisierte Bilder im Bildarchiv Foto Marburg
  10. a b Dietrich Janßen: Emden 1943, Errichtung einer wehrhaften Stadt, Vortrag gehalten am 3. Dezember 2008 in der Kulturbrücke Ems-Delta e. V. in Verbindung mit Kulturbunker.de, überarbeitet am 11. Dezember 2008, herunterladbar als PDF-Dokument. Abgerufen am 17. Dezember 2012
  11. Waldemar R. Röhrbein: 1949, in: Hannover Chronik, S. 223–226, hier: S. 226; online über Google-Bücher