Karl Timmler

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Karl Timmler (* 8. Februar 1906 in Liegnitz, Provinz Schlesien; † 19. Mai 1996 in Moritzburg, Sachsen) war ein deutscher Maler, Grafiker und Keramiker.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Timmlers Vater war Brauereibesitzer in Liegnitz. Timmler besuchte von 1912 bis 1920 die Bürgerschule in Liegnitz und machte 1921 bis 1924 eine Lehrausbildung als Elektromotorenbauer. Von 1924 bis 1930 belegte er Abendkurse im Fach Zeichnen an der Kunstgewerbeschule Dresden. Von 1931 bis 1938 studierte er an der Kunstakademie Dresden u. a. bei Ferdinand Dorsch, Max Feldbauer, Rudolf Schramm-Zittau und Richard Müller. Das Studium beendete er mit einem Ehrendiplom und dem Ehrenpreis der Stadt Dresden. 1939 erwarb er in Moritzburg die Ruine der Windmühle Eisenberg mit einem Stück Ödland, die er von 1942 bis 1947 zum Wohnhaus ausbaute. 1939 wurde Timmler zur Wehrmacht einberufen. Nach seiner Grundausbildung in Forst Zinna war er u. a. 1942 in Griechenland Kurier, im Kriegskarten- und Vermessungsamt in Prag und Ungarisch Brod und 1944 an der Ostfront im Kurland und in Estland. 1944 heiratete er in Prag Maja Fraaß, die Tochter von Erich Fraaß. 1945 geriet Timmler in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1945 nach Mainfranken entlassen wurde. 1946 kehrte er nach Moritzburg zurück. 1947 bezog die Familie die Windmühle, wo er bis zu seinem Tod lebte und als freischaffender Maler, Grafiker und Keramiker arbeitete. Insbesondere von 1960 bis etwa 1985 schuf er als Auftragsarbeiten keramische Werke zur Innenausgestaltung von Gaststätten, Kultur – und Freizeiteinrichtungen. 1947 bis 1948 restaurierte Timmler das Moritzburger Fasanenschlösschen. Von 1949 bis 1970 arrangierte er sich in der Gemeinde Moritzburg kulturell und als Mitglied des Bauausschusses.

Timmler war ein Künstler des Realismus und der Neuen Sachlichkeit. Er war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und u. a. auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung in Dresden vertreten.

Timmler unternahm viele Reisen, auf denen eine bedeutende Anzahl von Bildern entstanden.

Er verstarb nach langer Krankheit. Timmler war der Vater von Dr. Andreas Timmler (* 27. September 1946), ehemaliger Bürgermeister von Moritzburg.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Seine Werke repräsentieren innerhalb der Dresdner Kunst eine besondere Position. Er war hier mit erstaunlicher Konsequenz ein Maler des sinnlich Elementaren, und dabei galt vor allem dem höchst Konkreten sein Interesse. In seinen rustikalen Plenair-Kompositionen, in denen der Farbe im Sinne des Nachimpressionismus die entscheidende Rolle für die innere Bildstruktur zukam, war in gewisser Weise ein Nachklang Robert Sterls und seiner Schule zu verspüren. Das gilt auch für seine Darstellung arbeitender Menschen. Gefühlstiefe, malerische Qualität und handwerkliche Gewissenhaftigkeit waren bestimmende Merkmale seiner Malerei. Auch als Zeichner war Karl Timmler entschlossener Realist.“[1]

„Es sind aus bester handwerklicher Gesinnung geformte Gefäße, die nichts zu tun haben mit der auf spontanen Gefühlanstößen beruhenden üblichen Malereikeramik. Es sind vielmehr klassische Formen, auf die zurückgegriffen wird. Klarheit, Sachlichkeit bestimmen ihren Charakter. Das Besondere sind dabei die Glasuren, an deren Transparenz und kristallinem Reiz im ausgeschmolzenen Zustand der Maler offensichtlich Freude hat. Gediegenheit und Gewissenhaftigkeit, die den Maler und Zeichner auszeichnen, gelten gleichermaßen auch für seine keramischen Erzeugnisse.“[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Akt (Tafelbild, Öl; 1940; WV 744)[2]
  • Hufwagenschmied O. Koepper (Tafelbild, Öl; ausgestellt 1953 auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung)[3]
  • Ginster an Eichorns Wäldchen (Tafelbild, Öl; 1956; WV 60)[2]
  • Erich Fraaß (Tafelbild, Öl; 1965; WV 269)[4]
  • Hochjoch, Matterhorn (Tafelbild, Öl; 1959; WV 97)[2]
  • Holz (Bleistiftzeichnung; 1984)[5]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1946 Dresden, Grünes Haus (Gemälde, Aquarelle, Graphik; mit Johann Heinrich Fischer)
  • 1985 Dresden, Galerie Kunst der Zeit (Malerei, Grafik, Keramik)
  • 1987 Pirna, Galerie am Elbtor (Malerei und Grafik)
  • 1992 Nürnberg, Spielzeugmuseum („Illustrationen zum ‚Dresdner Zookasper‘ von Karl Timmler, Dresden 1937“)

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kristian Pianka: Gemaltes Franken. Fränkische Ansichten im Werk von Karl Timmler. Ed. Papiushof, Sulzfeld, 1990
  • Andreas Timmler: Der Maler Karl Timmler. 1906–1996. Eigenverlag, Moritzburg, 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Biografie. Hellmann Fine Art, 1987, abgerufen am 9. März 2021 (Zitat von Gerd Claußnitzer).
  2. a b c Galerie. Hellmann Fine Art, abgerufen am 9. März 2021.
  3. Hufwagenschmied O. Koepper. In: Deutsche Fotothek. 1953, abgerufen am 9. März 2021.
  4. Galerie 2. Hellmann Fine Art, abgerufen am 9. März 2021.
  5. Gerhard Döring: Holz. In: Deutsche Fotothek. 1984, abgerufen am 9. März 2021.