Karl Wiechert

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Karl Wiechert (* 2. Januar 1899 in Hannover; † 16. Januar 1971 ebenda) war ein deutscher Politiker (SPD), Journalist und Oberstadtdirektor von Hannover.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Wiechert besuchte die Realschule, die Städtische Höhere Handelschule in Hannover sowie die Leibniz-Akademie und begann zudem eine kaufmännische Lehre.[1]

Nachdem er als Soldat im Ersten Weltkrieg gekämpft hatte, wurde er 1919 Mitglied der SPD. Von 1919 bis 1930 war er im Exporthandel mit Indien tätig, zehn Jahre davon war er Prokurist einer Einkaufsgesellschaft. Von 1929 bis 1933 war er Bürgervorsteher in Hannover. Erste journalistische Erfahrung sammelte er als freier Journalist von 1930 an beim Volkswillen, einer linksgerichteten hannoverschen Zeitung. Als Sozialdemokrat wurde er von den Nationalsozialisten verfolgt.

Ab 1936 arbeitete er als Werbeberater. 1943 wurde er „dienstverpflichtet“ zu einer Tätigkeit in einer Metallwarenfabrik. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 verbrachte er mehrere Wochen im KZ Neuengamme.

Nach der Befreiung war er zunächst Lokalredakteur beim Neuen Hannoverschen Kurier und ab 1946 Lokalchef und schließlich stellvertretender Chefredakteur der Hannoverschen Presse. 1945 wurde er Ratsmitglied und von 1946 bis 1949 Sprecher bzw. Vorsitzender der SPD-Fraktion. 1949 wurde er Nachfolger von Gustav Bratke als Oberstadtdirektor. Dieses Amt übte er bis 1963 aus, als er zugunsten eines Landtagsmandats zurücktrat. Sein Nachfolger wurde Martin Neuffer. Im Landtag war er noch bis 1970 vertreten.

Wiechert beteiligte sich auf allen kommunalen Gebieten, im Städtetag und in Aufsichtsräten, für die Messe, im Verwaltungsrat der Landesbank, in der Erwachsenenbildung, im Deutschen Roten Kreuz und in kulturellen Vereinen. Zu seinen politischen Leistungen als Oberstadtdirektor zählen unter anderem die Eröffnung des Flughafens Hannover-Langenhagen, die Einweihung des Niedersachsenstadions, der Bau des Krankenhaus Oststadt, die Gründung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Ausbau des Kraftwerks Herrenhausen. Außerdem setzte er sich für die Förderung der Stadtbibliothek, der Museen und der bildenden Künste ein.

Wiechert war verheiratet und hatte drei Kinder.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine politischen Tätigkeiten erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Simon: Wiechert, Karl, in dies: Abgeordnete in Niedersachsen 1946–1994. Biographisches Handbuch, hrsg. vom Präsidenten des Niedersächsischen Landtages, Niedersächsischer Landtag, Hannover 1996, S. 406
  • Klaus Mlynek, in: Hannoversches biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlüter, Hannover 2002, S. 387f, ISBN 3-87706-706-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Klaus Mlynek: Wiechert, Karl, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 387f.