Karel Schwarzenberg

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Karel Schwarzenberg (2007)
Karel Schwarzenberg (2015)

Karel Schwarzenberg (deutsch Karl Schwarzenberg, * 10. Dezember 1937 in Prag, Tschechoslowakische Republik) ist ein tschechisch-schweizerischer[1] Politiker, Landwirt und Unternehmer.

Als Politiker war Schwarzenberg 2007–2009 und 2010–2013 Außenminister der Tschechischen Republik. Während seiner ersten Amtszeit war er aufgrund der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft in der ersten Jahreshälfte 2009 außerdem Vorsitzender des Rats für Allgemeine Angelegenheiten (Außenminister). Schwarzenberg ist Vorsitzender der 2009 neu gegründeten Partei TOP 09. Bei der Präsidentschaftswahl in Tschechien 2013 unterlag er Miloš Zeman.

Schwarzenberg, mit allen Vornamen Karl Johannes Nepomuk Josef Norbert Friedrich Antonius Wratislaw Mena,[1] ist das Familienoberhaupt des historischen Fürstenhauses Schwarzenberg.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Schwarzenberg kam 1937 als zweites von vier Kindern in der römisch-katholischen Familie des Karl Schwarzenberg (1911–1986; bis 1918: VI. Fürst von Schwarzenberg[2]) und der Antonie Leontine Schwarzenberg, geb. Prinzessin zu Fürstenberg (1905–1988), zur Welt. Seine Mutter sprach fließend Deutsch und Englisch und war auch des Tschechischen mächtig, sein Vater war nationaltschechisch orientiert.

Schwarzenberg hat als Kind tschechischsprachige Schulen besucht, im Elternhaus wurde Deutsch und Tschechisch gesprochen, welches Schwarzenberg in einer für moderne tschechische Ohren etwas altertümlich anmutenden Form spricht.[3]

Im Dezember 1948, etwa neun Monate nach dem von der Sowjetunion geförderten kommunistischen Umsturz vom 25. Februar des Jahres, verließen die Eltern Schwarzenbergs mit ihrer Familie die Tschechoslowakei, wo sie nach der Eigentumsrückstellung des Jahres 1945 bis Anfang 1948 einige Schlösser und mehrere Tausend Hektar Land besaßen. Die Emigration der Familie wurde durch ihre zweite, eidgenössische Staatsangehörigkeit erleichtert.

Jugend in Österreich[Bearbeiten]

Schwarzenberg absolvierte in Wien das Gymnasium und schloss dieses 1957 mit Matura ab. Er ist seit 1953 Mitglied der Schülerverbindung K.Ö.M.L. Tegetthoff zu Wien im MKV. Nach der Matura begann er nacheinander Studien der Rechts- und Forstwissenschaften in Wien, Graz und München, schloss diese aber nicht ab.

1960 wurde Karl von seinem entfernten Verwandten Heinrich Schwarzenberg, dem jüngeren Bruder des damaligen Familienoberhauptes der Schwarzenberger Primogenitur, Joseph (III.), adoptiert. Diese familieninterne Entscheidung brachte erbrechtliche Vorteile für Schwarzenberg. 1979 trat er das Erbe seines Onkels Joseph an, wurde internes Oberhaupt der Familie Schwarzenberg und vereinigte in seiner Person die beiden Linien (Primogenitur und Sekundogenitur) der Familie.

Erste politische und wirtschaftliche Aktivitäten in Wien[Bearbeiten]

In den 1960er Jahren war Schwarzenberg in Österreich politisch tätig. So war er Paul Lendvai zufolge gemeinsam mit Hermann Withalm und Josef Klaus hinter den Kulissen an der Reform der ÖVP in den Jahren vor der Nationalratswahl 1966 beteiligt, bei der die ÖVP die absolute Mehrheit erzielte.[4] Lendvai berichtete auch von letztlich nicht erfolgreichen Bestrebungen in der ÖVP, Schwarzenberg Mitte der 1960er Jahre das österreichische Außenministerium oder ein Staatssekretariat zu übertragen.

Schwarzenberg selbst erinnerte sich 2010 an diese Zeit mit den Worten: „Ich habe damals zu einer Gruppe junger Leute gehört, die bewusst das Gespräch mit der anderen Seite gesucht hat […], ob's der Heinzi Fischer war, ob's der Rupert Gmoser war […], es war selbstverständlich, dass wir nicht an irgendwelchen Dogmen geklebt sind.“[5]

1969/70 war Schwarzenberg als Kreditgeber an Oscar Bronners Gründung des österreichischen Wirtschaftsmagazins trend beteiligt. Es erschien im Jänner 1970 zum ersten Mal. Wenige Monate später ließ Bronner das Nachrichtenmagazin profil folgen.[Anm. 1]

Helsinki-Föderation[Bearbeiten]

Schwarzenberg unterstützte frühzeitig den Widerstand gegen die kommunistische Regierung in der Tschechoslowakei. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings von 1968 setzte er sich für die Oppositionellen ein und engagierte sich auf internationaler Ebene für die Menschenrechte. Unter anderem war er von 1984 bis 1991 auf Vorschlag Bruno Kreiskys[6] Präsident der Internationalen Helsinki-Föderation für Menschenrechte. 1986 gründete er auf Schloss Schwarzenberg in Scheinfeld das Dokumentationszentrum zur Förderung der unabhängigen tschechoslowakischen Literatur.

1989 erhielt er gemeinsam mit Lech Wałęsa den Menschenrechtspreis des Europarates.

Politiker in der Tschechoslowakei bzw. in Tschechien[Bearbeiten]

Nach der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei und der Wahl Václav Havels zum Staatspräsidenten fungierte Schwarzenberg vom 10. Juli 1990 bis 1992 als dessen Büroleiter mit dem Titel Kanzler. Sein Amtssitz befand sich auf der Prager Burg.[Anm. 2]

1996 erwarb er die seit 1990 in Prag erscheinende liberale Wochenzeitschrift Respekt. Im November 2004 wurde er im Stadtbezirk Prag 6 für sechs Jahre in den tschechischen Senat gewählt, nominiert von der Partei Freiheitsunion – Demokratische Union (US-DEU). Bis zur ihrer Auflösung im Jahre 2007 war er Mitglied der Partei Demokratische Bürgerallianz (ODA).

Am 9. Jänner 2007 wurde Schwarzenberg von Staatspräsident Václav Klaus zum Außenminister vereidigt und war damit Mitglied des Kabinetts Mirek Topolánek II.[Anm. 3] Er war von den tschechischen Grünen nominiert worden. Seither ist er einer der populärsten tschechischen Politiker.

Mit der Amtseinführung der Übergangsregierung unter Jan Fischer am 8. Mai 2009 wurde er als Außenminister von Jan Kohout abgelöst. Schwarzenberg schloss sich daraufhin der vom Finanzminister der Regierung Topolánek, Miroslav Kalousek, initiierten neuen Partei TOP 09 an und wurde am 11. Juni 2009 zum Vorsitzenden dieser Partei gewählt. Bei den Parlamentswahlen im Mai 2010 wurde er ins Abgeordnetenhaus gewählt – daraufhin gab er seinen Sitz im Senat vorzeitig auf.

Am 13. Juli 2010 zog Schwarzenberg in der Mitte-Rechts-Regierung von Premierminister Petr Nečas erneut als Außenminister in das Palais Czernin ein. Nečas trat am 17. Juni 2013 zurück. Jiří Rusnok wurde bis zu den vorgezogenen Neuwahlen am 25./26. Oktober 2013 Schwarzenbergs Nachfolger. Die TOP 09 erhielt 12,0 % der Stimmen und somit 26 der 200 Sitze.

Er trat zur Präsidentschaftswahl in Tschechien 2013 an und erhielt im ersten Wahlgang am 11. und 12. Jänner 2013 mit 23,4 % den zweithöchsten Stimmenanteil. Die Differenz zum Stimmenanteil des Erstplatzierten, dem SPOZ-Ehrenvorsitzenden und ehemaligen Ministerpräsidenten Miloš Zeman, betrug weniger als einen Prozentpunkt. Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erzielte, fand zwei Wochen später eine Stichwahl zwischen den Beiden statt,[7][8] die Schwarzenberg verlor.[9]

Schwarzenberg gehört zu den 89 Personen aus der Europäischen Union, gegen die Russland im Mai 2015 ein Einreiseverbot verhängt hat.[10][11]

Kritik aus der Politik[Bearbeiten]

Im Zusammenhang mit der Privatisierung des Likörherstellers Becherovka wurden aus den Reihen der politischen Opposition in Tschechien Vorwürfe laut, dass Schwarzenberg sich durch seine Tätigkeit in der tschechischen Politik Vorteile bei der Privatisierung des Werkes verschafft habe. 1997 erwarb das von Pernod Ricard, zu dessen Aktionären Schwarzenberg gehörte, getragene Salb-Konsortium 30 % der Aktien zuzüglich eines Stimmrechts für weitere 21 % vom tschechischen Staat. 59 % der Anteile verblieben zunächst beim Staat. Im Jahre 2001 erfolgte der Verkauf von 89 % der Staatsanteile an die Value Bill GmbH, deren Gesellschafter neben der Bank Patria Finance und Pernod Ricard mit jeweils 40 % auch Schwarzenberg mit 20 % ist.

Privates[Bearbeiten]

Familienname und historische Adelstitulatur[Bearbeiten]

In der damaligen Tschechoslowakei wurde am 10. Dezember 1918 der Adel abgeschafft und das Führen entsprechender Titel untersagt.[2][Anm. 4] Infolgedessen wurde bereits damals Schwarzenberg ohne weitere Zusätze zum amtlichen Familiennamen der Eltern und damit auch schon seit seiner Geburt von Karel Schwarzenberg. Dessen ungeachtet wird er in Tschechien und darüber hinaus medial in einer Mischung aus Distanz und Anerkennung oft als kníže ze Schwarzenbergu (bzw. deutsch Fürst zu Schwarzenberg) bezeichnet.[1]

Nach historischer Adelstradition hätte Schwarzenbergs vollständiger Name mit entsprechender Titulatur auf Karl Johannes Nepomuk Josef Norbert Friedrich Antonius Wratislaw Mena Fürst zu Schwarzenberg, Herzog von Krummau, gefürsteter Graf zu Sulz und Landgraf im Kleggau (heutiger geographischer Begriff Klettgau) gelautet.[1]

Staatsangehörigkeiten[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Schwarzenberg war von 1967 bis 1988 und ist erneut seit 2008 mit Therese, geborene Hardegg (* 1940) verheiratet. Während der Ehe wurden drei Kinder geboren: Johannes Nepomucenus (* 1967), Anna Carolina verh. Morgan (* 1968) und Karl Philipp (* 1979). Letzterer wurde 1987 von seinem leiblichen Vater Thomas Prinzhorn adoptiert und führt nunmehr den Namen Karl Philipp Prinzhorn.

Seine Geschwister sind Marie Eleonore von Bredow (* 1936, verheiratet mit Leopold-Bill von Bredow, einem Urenkel Otto von Bismarcks), Friedrich Schwarzenberg (* 1940) und Anna Maria Freifrau von Haxthausen (* 1946).

Schwarzenberg stammt von der sog. Schwarzenberger Sekundogenitur ab, d. h. der jüngeren Linie Schwarzenberg-Orlik, wurde jedoch von einem Angehörigen der älteren Linie Schwarzenberg-Frauenberg (der sog. Primogenitur) nach österreichischem Recht adoptiert und gilt privat seit 1979 als Oberhaupt der gesamten Familie Schwarzenberg, der Kaiser Leopold I. 1670 den erblichen Reichsfürstentitel verliehen hatte.[12] Diesen Titel haben die tschechoslowakischen Staatsbürger im Jahr 1918 und die österreichischen mit dem Adelsaufhebungsgesetz von 1919 verloren.

Wohnsitze[Bearbeiten]

Schwarzenberg ist Forstwirt und Hotelier und hat Wohnsitze in Prag sowie auf dem Schloss Dřevíč und in der Burg Orlík an der Moldau in Böhmen, in der Schweiz, im Stammschloss Schwarzenberg in Scheinfeld in Mittelfranken, im Schloss Obermurau in der Steiermark und im Palais Schwarzenberg am Schwarzenbergplatz in Wien.

Schloss Obermurau befindet sich im Besitz der Fürstlich Schwarzenberg'schen Familienstiftung mit Sitz in Vaduz und ist Verwaltungssitz der Schwarzenberg'schen Betriebe in Österreich, Museum und Wohnsitz der Familie Karl Schwarzenbergs. (Die Familie bevorzugt statt der durch die NS-Zeit belasteten Bezeichnung ›Obermurau‹ den Namen ›Schloss Murau‹.)[13]

Eigentumsrückstellung nach 1989[Bearbeiten]

Nach der Samtenen Revolution 1989 wurde in der damaligen Tschechoslowakei ein Restitutionsgesetz verabschiedet. Schwarzenberg bekam daraufhin erhebliche Teile des früheren Waldbesitzes und der landwirtschaftlichen Flächen seines Vaters, das Schloss Orlík an der Moldau und weitere Liegenschaften zurück.[2] Er verzichtete jedoch, die Rückgabe des Stammsitzes der Fürsten zu Schwarzenberg zu fordern. Das Schloss Frauenberg (Hluboká) war zuvor mehr als drei Jahrhunderte im Besitz der Familie Schwarzenberg gewesen.[14]

Die Eigentumsrückstellung nach 1989 war möglich, weil sich seine Eltern zur ersten tschechoslowakischen Republik bekannten und nicht als Deutsche optierten, als das Deutsche Reich 1938 und 1939 den Großteil des Landes (ohne Slowakei und Karpatenukraine) okkupierte und sich das von ihm völkerrechtswidrig errichtete Protektorat Böhmen und Mähren einverleibte. Das Bekenntnis beider Schwarzenberger Familienzweige (auch der sog. Primogenitur, der Frauenberger Linie) zum Tschechentum bewirkte, dass ihre Besitztümer während der NS-Herrschaft beschlagnahmt wurden, dass die Familienmitglieder aber die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft 1945 und danach unzweifelhaft besaßen; die meisten anderen deutschsprachigen Bürger hatten 1938/39 für das Deutsche Reich optiert und wurden daher 1945 als Ausländer betrachtet, enteignet und vertrieben.

Laut dem Wirtschaftsmagazin Bilanz verfügt Schwarzenberg in mehreren Ländern über ein Vermögen von etwa 200–300 Millionen Schweizer Franken.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karel Schwarzenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise
  1. a b c d e f Karl Johannes Nepomuk Josef Norbert Friedrich Antonius Wratislaw Mena Fürst zu Schwarzenberg kündigt seine Kandidatur um das Präsidentenamt an. In: Presse Stammhaus Montfort, 23. Oktober 2011. Abgerufen am 19. Juni 2015: „Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg (sein amtlicher Name in Tschechien) …“ „Schwarzenberg ist tschechischer und Schweizer Staatsbürger.“
  2. a b c Vgl.Till Janzer: Zeit des Niedergangs - der böhmische Adel im 20. Jahrhundert. In: radio.cz. Radio Praha, 27. Dezember 2008, abgerufen am 18. Juni 2015.
  3. Ian Willoughby: Karel Schwarzenberg – a prince with his eye on the Castle. In: radio.cz. Radio Prag, 13. Dezember 2013, abgerufen am 13. Januar 2013 (englisch).
  4. Paul Lendvai: Mein Österreich – 50 Jahre hinter den Kulissen der Macht, 4. Auflage, Ecowin Verlag, Wien 2007, ISBN 3-902404-46-9, S. 89
  5. Im Gespräch mit Karl Schwarzenberg, in: Helene Maimann (Hrsg.): Über Kreisky. Gespräche aus Distanz und Nähe, Falter Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-85439-455-6, S. 98
  6. Schwarzenberg in: Maimann, a. a. O., S. 101
  7. volby.cz: Výsledek volby
  8. Karl-Peter Schwarz: Der Fürst und der Machiavelli. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Jänner 2013, S. 5.
  9. Milos Zeman zum Präsidenten Tschechiens gewählt. In: Süddeutsche Zeitung.
  10. Andreas Borcholte: Einreise-Verbote: Russland wirft EU-Politikern Show-Gehabe vor. In: Spiegel Online. 31. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015.
  11. RUS: Russische Visasperrliste. In: yle.fi. 26. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015 (PDF 23 KB).
  12. Constantin von Wurzbach: Schwarzenberg, das Fürstenhaus, Genealogie. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band  33 . Verlag L. C. Zamarski, Wien 1877, S.  2 (Digitalisat).
  13. http://zweiundmehr.safedeck.at/bbsteiermark/Angebot/2///16/1233.html
  14. Schlossherr ohne Schloss. Wie Tschechiens Außenminister Schwarzenberg seine Kollegen mit der eigenen Familiengeschichte in Berührung brachte. In: tagesspiegel.de, 29. März 2009.
  15. Karl Johannes Fürst zu Schwarzenberg auf der Website der Gemeinde Murau in der Steiermark, abgerufen am 2. Jänner 2009.
  16. Eintrag von Karel Schwarzenberg (Webseite CZ), abgerufen am 2. Jänner 2009.
  17. Senator Karl Schwarzenberg erhält das Große Silberne Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich. In: hofburg.at, abgerufen am 2. Jänner 2009.
  18. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  19. Tschechischer Außenminister Schwarzenberg erhält das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Website des Auswärtigen Amts vom 12. Dezember 2008.
  20. Sachsen zeichnet tschechischen Außenminister mit Verdienstorden aus
Anmerkungen
  1. Die 1970 gegründeten Magazine trend und profil bestehen durchgängig bis heute.
  2. Neben der Prager Burg befindet sich das Renaissance-Palais Schwarzenberg, das sich seit 1948 nicht mehr im Familienbesitz befindet.
  3. Václav Klaus hatte im Vorfeld aufgrund der „Verbundenheit“ Schwarzenbergs zu Österreich Bedenken gegen dessen Ernennung geäußert.
  4. Vgl. Robert Schuster: Wie der böhmische Adel zu seinem schlechten Ruf kam. In: Radio Praha, 14. August 2010. Abgerufen am 19. Juni 2015: „Auch die Gesellschaft der Ersten Tschechoslowakischen Republik hatte so ihre Probleme mit den historischen Adelsgeschlechtern. So ordnete eines der ersten Gesetze, das von der damaligen Nationalversammlung verabschiedet wurde, im Dezember 1918 die Abschaffung aller Adelstitel an. Die Nutzung der Adelstitel wurde hingegen vorerst nicht unter Strafe gestellt. Das geschah erst später im Zuge einer Novelle dieses Gesetzes. Ab da war das Tragen von Adelstiteln verboten bei einer Geldstrafe von bis zu 15.000 Kronen oder 24 Stunden Kerker. Im Zuge einer großen Landreform im Jahr 1919 wurden zudem große Teile der Ländereien böhmischer Aristokraten konfisziert.“
  5. Da Schwarzenberg zu keiner Zeit österreichischer Staatsbürger war, erübrigt sich allein schon von daher die Frage der Anwendbarkeit des österreichischen Adelsaufhebungsgesetzes.
  6. Aufgrund seiner tschechisch-schweizerischen Doppelstaatsbürgerschaft richtet sich der Name von Karl/Karel Schwarzenberg in der Schweiz nach deren Internationalem Privatrecht und entspricht daher dem tschechischen amtlichen Namen; vgl. Internationales Privatrecht - VII. Das Namensrecht - 1. Der Name (PDF, S. 14).