Karla Höcker

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Karla Alexandra Höcker (* 1. September 1901 in Berlin; † 15. Oktober 1992 ebenda[1]; Pseudonym Christiana Rautter) war eine deutsche Schriftstellerin, Journalistin und Musikerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karla Höcker wurde als Tochter des Schriftstellers Paul Oskar Höcker geboren. 1923 bis 1927 studierte sie in Berlin an der Staatl. Akadem. Hochschule für Musik. Als Bratschistin spielte sie zwischen 1927 und 1937 im Bruninier-Quartett. Sie wirkte als Dramaturgin der Berliner Kammeroper. Künstlerporträts veröffentlichte sie bis 1945 in verschiedenen Zeitschriften, ab 1946 schrieb sie vor allem Komponisten-Biographen. Zudem publizierte sie im Telegraf. Als erste der Berliner Autoren beschreibt sie nach dem Zweiten Weltkrieg die psychische Problematik aus Kriegsgefangenschaft heimkehrender Männer.[2]

Höcker gehörte zum so genannten Karl Foerster- oder „Bornimer-Kreis“, einem Freundeskreis fortschrittlicher Intellektueller. Dort trafen sich unter anderen die Landschaftsarchitekten Herta Hammerbacher, Hermann Mattern, Gottfried Kühn, die Architekten Otto Bartning, Hans Scharoun und Hans Poelzig, die Pianisten Wilhelm Kempff und Edwin Fischer und der Kunsthistoriker Edwin Redslob.[3][4] 1949 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Berliner Schriftsteller-Verbandes (BSV-Berlin).[5] Zwischen 1957 und 1990 gehörte Höcker 14 Mal zu den Empfängern von Autorenspenden Hermann Sudermanns.[6]

Hans Chemin-Petit vertonte 1927 ihr Der gefangene Vogel – Ein lyrisches Spiel für Menschen oder Marionetten.[7][8] Ein von ihr im Auftrage der Berliner Festwochen geschriebener Einakter Name unbekannt wurde mit zwei anderen Stücken zur Flüchtlings-Thematik unter dem Sammeltitel Unterwegs 1955 im Hebbel-Theater aufgeführt.[9][10] Aussagen von ihr werden zitiert in Walter Kempowskis Echolot.[11]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erlebnis in Florenz. Roman. Velhagen & Klasings Feldpost-Lesebogen, ohne Nr., Bielefeld 1943.
  • Gespräche mit Berliner Künstlern. Stapp, 1964
  • Die letzten und die ersten Tage: Berliner Aufzeichnungen 1945. Hessling, Berlin 1966. [12]
  • Johannes Brahms: Begegnung mit dem Menschen. Mit 79 zeitgenössischen Bildern, Notenbeispielen und Dokumenten. (Vorwort von Dietrich Fischer-Dieskau). Klopp, 1983.
  • Beschreibung eines Jahres: Berliner Notizen 1945. Arani, Berlin 1984.
  • Vom Trost auf Erden. 20 Prosatexte (Essays). Lothar Blanvalet, Berlin 1946.[13]
  • Franz Schubert in seiner Welt. Deutscher Taschenbuchverlag, München 1984, ISBN 978-3-423-07946-4.
  • Das Leben von Clara Schumann, geb. Wieck. ISBN 978-3781707610.
  • Wilhelm Furtwängler: Begegnungen und Gespräche. Rembrandt, 1961.

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Als Bratschistin im Bruinier-Quartett. Ultraphon, aufgenommen in Berlin, Januar 1931:
  • Karla Höcker liest aus eigenen Werken: 'Die nie vergessenen Klänge' und 'Ein Kind von Damals' . Musik: Friedrich Zehm: Tre Ricordanze. Klavier: Irma Hofmeister. LP: Mars 307909 / EMI, 1979 [14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Birgit Jochens, Sonja Miltenberger, Claudia Schoppmann: Zwischen Rebellion und Reform: Frauen im Berliner Westen. Jaron, 1999, ISBN 978-3-89773-003-8, S. 100 (Abgerufen am 8 August 2013).
  2. Ursula Heukenkamp (Hrsg.): Deutsche Erinnerungen: Berliner Beiträge zur Prosa der Nachkriegsjahre (1945–1960). Erich Schmidt, Berlin 1999, ISBN 3-503-04948-7. S. 122.
  3. Garten des Wohnhauses Falckensteinstraße 10. Bei der Denkmaldatenbank der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, abgerufen am 8. August 2013.
  4. Der Bornimer Kreis. Bei der Karl-Foerster-Stiftung abgerufen am 8. August 2013.
  5. Ursula Heulenkamp (Hrsg.): Unterm Notdach. Nachkriegsliteratur in Berlin 1945–1949. Erich Schmidt, Berlin 1996, ISBN 3-503-03736-5, S. 85.
  6. Geschichte des Preises. Bei der Hermann Sudermann-Stiftung Berlin, abgerufen am 8. August 2013.
  7. Werkverzeichnis – Bühnenwerke auf der Website zum Komponisten, abgerufen am 8. August 2013.
  8. Hans Chemin-Petit – Zum 100. Geburtstag am 24. Juli 2002. beim Robert Lienau Musikverlag abgerufen am 8. August 2013.
  9. Festwochen / Theater – Thema Flüchtlinge. In: Der Spiegel vom 10. Oktober 1955, abgerufen am 8. August 2013.
  10. Martin Pfeideler: Berliner Festwochen und der deutsche Osten – Eine kritische Betrachtung. In Das Ostpreußenblatt, 29. Oktober 1955, S. 3. (PDF-Datei; 10,6 MB). Bei Preußische Allgemeine Zeitung abgerufen am 8. August 2013.
  11. Michael Rutschky: Der Pazifist als zorniger Gott. In: Frankfurter Rundschau, 23. März 2009. Abgerufen am 8. August 2013.
  12. Auch als Haupttext einer Radiofassung: Die letzten und die ersten Tage – Berlin 1945. Bei der Hörspieldatenbank hoerdat.de abgerufen am 8. August 2013.
  13. Ursula Heulenkamp (Hrsg.): Unterm Notdach. Nachkriegsliteratur in Berlin 1945–1949. Erich Schmidt, Berlin 1996, ISBN 3-503-03736-5, S. 131.
  14. Werkverzeichnis auf der Website des Komponisten, abgerufen am 8. August 2013.