Karma (Kollo)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Landgemeinde Karma
Landgemeinde Karma (Niger)
Landgemeinde Karma
Landgemeinde Karma
Koordinaten 13° 40′ N, 1° 49′ O13.6719444444441.81Koordinaten: 13° 40′ N, 1° 49′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tillabéri
Departement Kollo
Einwohner 71.843 (2010)

Karma ist eine Landgemeinde im Departement Kollo in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Fluss Niger beim Dorf Boubon in Karma

Karma befindet sich in der Sahelzone und liegt in einem Tafelland mit weiten Tälern am Fluss Niger. Die Gemeinde grenzt im Südosten an die Hauptstadt Niamey. Die weiteren Nachbargemeinden sind Kourteye im Nordwesten, Simiri im Norden, Hamdallaye im Osten, Bitinkodji im Süden und Namaro im Südwesten. Das Gemeindegebiet ist in 40 administrative Dörfer, neun traditionelle Dörfer, 58 Weiler, sieben Lager und die Flussinsel Karma Goungou gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Karma.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet liegt das Dorf Boubon, das schon um 1430 von einer Gruppe Songhai gegründet wurde.[3] Nach dem Untergang des Songhaireichs 1591 gehörte Karma zu jenen Orten im heutigen Niger, an denen sich Songhai-Flüchtlinge unter einem Nachkommen der ehemaligen Herrscherdynastie Askiya niederließen.[4] Im 17. Jahrhundert besiedelten Zarma den Ort.[5] Im 19. Jahrhundert war Karma von Raubzügen der Zarma aus N’Dounga betroffen.[6] Die französische Kolonialverwaltung richtete 1906 einen Kanton in Karma ein.[7] Die Landgemeinde Karma ging 2002 bei einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem aufgelösten Kanton Karma hervor. Bei der Flutkatastrophe in West- und Zentralafrika 2010 wurden 15.014 Einwohner von Karma als Katastrophenopfer eingestuft. Karma war damit die nach Namaro am zweitstärksten von der Katastrophe betroffene Gemeinde Nigers.[8]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Karma 51.449 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 71.843 Einwohner berechnet.[9] In Karma wird der Zarma-Dialekt Kaado gesprochen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in einer Zone, in der Regenfeldbau betrieben wird.[10] Durch Karma verläuft die Nationalstraße 1, die von Niamey kommend in Richtung der Staatsgrenze zu Mali führt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 8. November 2010.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 76.
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 74.
  5. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 85.
  6. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 94.
  7. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 240.
  8. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2010). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 23. September 2010, abgerufen am 31. März 2012.
  9. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.
  10. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.