Karsibór

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Kirche in Karsibór
Karsibor als künstliche Insel zur Verkürzung des Schiffahrtsweges

Karsibór (deutsch Kaseburg, auch Caseburg) ist ein Teil der Stadtgemeinde Świnoujście (Swinemünde) in der Woiwodschaft Westpommern, Polen. Karsibór liegt auf der gleichnamigen Insel am Stettiner Haff die bis ins 19. Jahrhundert ein Teil der Insel Usedom war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe des Ortes wurde eine Münze aus dem Jahr 718 gefunden, die als das älteste datierbare Fundstück auf der Insel Usedom gilt. Der Ort wurde erstmals 1242 urkundlich erwähnt, als das Kloster Dargun hier und im benachbarten Garz Besitzrechte erwarb. Das Kloster richtete in Kaseburg eine Vogtei ein. Neben Kaseburg gehörten die Orte Woitzig, Faulensee und Swine dazu. Nach Einführung der Reformation 1534 in Pommern und der nachfolgenden Säkularisation wurde die Kaseburger Hofmeisterei dem herzoglichen Amt in Wolgast unterstellt. Auch kirchlich gehörte Kaseburg bis 1720 zur Synode Wolgast.

Nach der Landung des schwedischen Heeres während des Dreißigjährigen Krieges 1630 bei Peenemünde soll König Gustav II. Adolf von Schweden in der Zeit vom 14. bis zum 19. Juli im Kaseburger Pfarrhaus seine Unterkunft bezogen haben. Als die Insel Usedom nach dem Westfälischen Frieden 1648 zu Schwedisch-Pommern kam, gelangte das Gut Kaseburg an Johan Axelsson Oxenstierna. Die Schweden ließen in der Mitte des 17. Jahrhunderts bei Kaseburg eine Schiffswerft errichten, die ihr Holz aus der Kaseburger Heide bezog. Die Werft ging nach dem Abholzen des Baumbestands wieder ein.

Mit dem Bau der Kaiserfahrt wurde der östliche Teil der Insel Usedom mit Kaseburg abgetrennt und zu einer eigenen Insel. Während des Zweiten Weltkriegs wurde unmittelbar an der Kaiserfahrt ein Hafen für U- und Schnellboote erbaut. Hier war 1944 die 4. Schulungsflotte der Kriegsmarine stationiert.[1] Zu sehen sind noch heute die Reste der Entmagnetisierungsanlage.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Kaseburg zu Polen. Der Ort und die Insel wurden in Karsibór umbenannt, was der Bezeichnung Carisubour aus der Ersterwähnung nahekommt, welche Schöner Wald bedeuten soll. Im Jahr 1966 wurde die einspurig befahrbare Piastowski-Brücke über die Stara Świna (Alte Swine) fertiggestellt, die Karsibór mit der Insel Wolin verbindet. Die Brücke wurde zwischen 2011 und 2012 zweispurig neu aufgebaut, die alte Brücke 2013 abgerissen. Von Świnoujście wurde eine Buslinie eingerichtet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Kate in Karsibór
  • Kirche der Heiligen Maria, aus dem 15. oder 16. Jahrhundert, 1826 nach Plänen Karl Friedrich Schinkels umgebaut - das älteste Bauwerk im heutigen Swinemünder Stadtgebiet
  • ehemaliges Pfarrhaus, in dem 1630 Gustav II. Adolf genächtigt haben soll
  • Alter deutscher Friedhof, einer der wenigen Friedhöfe im alten Pommern, der noch gut erhalten ist. Besonderheit sind die schmiedeeisernen Grabeinfassungen, leider in den letzten Jahren durch Schrottdiebe stark dezimiert.[2]
  • Beobachtungsturm im Vogelschutzgebiet Karsiborska Kępa
  • Mole der Kaiserfahrt im Süden der Insel

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Kaule, Ostseeküste 1933-1945 mit Polen und Baltikum: der historische Reiseführer, Berlin 2011, S. 122. ISBN 978-3-86153-611-6
  2. Touristenkarte - Insel Wollin und Umgebung, Warschau 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karsibór Island – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 51′ 14″ N, 14° 18′ 44″ O