Kartäusernelke

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Kartäusernelke
Kartäusernelke(Dianthus carthusianorum subsp. carthusianorum)

Kartäusernelke
(Dianthus carthusianorum subsp. carthusianorum)

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Caryophylloideae
Tribus: Caryophylleae
Gattung: Nelken (Dianthus)
Art: Kartäusernelke
Wissenschaftlicher Name
Dianthus carthusianorum
L.

Die Kart(h)äusernelke (Dianthus carthusianorum), in Österreich auch Steinnelke genannt ("Stoanagl") genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nelken (Dianthus) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Sie zählte offenbar zur Standardausstattung vieler Klostergärten. Möglicherweise führte dies zur Namensgebung. Alle Pflanzenteile enthalten seifige Bestandteile (Saponine), welche die Mönche und Nonnen flüssig gegen Muskelschmerzen oder Rheuma auftrugen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 17, 1877
Blüte von Dianthus carthusianorum subsp. carthusianorum

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kartäusernelke ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 45 Zentimetern. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl. Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind am Grund scheidig verwachsen. Die Blattscheide ist mit einer Länge von bis zu 15 Millimetern etwa viermal so lang wie die Blattbreite. Die einfache Blattspreite ist schmal-linealisch.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. 7 bis 15 Blüten befinden sich in einem endständigem, köpfchenförmigen Blütenstand. Die Hochblätter und der Kelch sind braun und lederartig-trockenhäutig. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die purpurfarbene Krone besitzt einen Durchmesser von etwa 2 bis 2,5 Zentimetern. Die Kronblätter sind vorne gezähnt.

Pollen der Kartäusernelke (400x)

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.[1]

Dianthus carthusianorum subsp. carthusianorum, Bestand in Berlin

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kartäusernelke handelt es sich um einen Hemikryptophyten.

Die Blüten der Kartäusernelke zeigen den typischen Aufbau von Tagfalterblumen: aufrechte Stellung, leuchtend rote Färbung, enger Röhrenbau und tief verborgener Nektar.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Kartäusernelke umfasst Süd-, West- und Mitteleuropa.

Als Standort werden sonnige warme Hänge auf Kalk- und Silikat-Trockenrasen, Böschungen, Heiden und sandige Wälder bevorzugt. Sie kommt in Mitteleuropa vor allem in der Gesellschaft des Mesobrometums vor.[1]

Voralpen-Kartäusernelke
(Dianthus carthusianorum subsp. alpestris)
Die Blutrote Nelke gilt oft als Unterart der Kartäusernelke. Sie ist auf Kalkmagerrasen in den Küstengebirgen der Dinariden heimisch.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Dianthus carthusianorum erfolgte 1753 durch Carl von Linné.

Unterarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Autor gibt es von Dianthus carthusianorum mehrere Unterarten.

In Österreich existieren mehrere Unterarten:

  • Voralpen-Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum subsp. alpestris): in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark (obermontan bis alpin)
  • Serpentin-Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum subsp. capillifrons (Borb.) Neumay.): im Burgenland, Niederösterreich und der Steiermark (montan)
  • Gewöhnliche Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum L. subsp. carthusianorum): alle Bundesländer (evtl. in Vorarlberg ausgestorben) (collin bis montan)

In Deutschland kommt nur die Unterart Dianthus carthusianorum subsp. carthusianorum vor.

Zum Teil als Unterart der Kartäusernelke wird im Balkan die in den Karstgebirgen der küstennahen Dinariden endemisch verbreitete Blutrote Nelke (Dianthus carthusianorum subsp. sanguineus (Vis.) Hegi) heute insbesondere in ihren Heimatländern als eigenständige Art (Dianthus sanguineus) betrachtet. Zwischen Istrien und Albanien vorkommend besiedelt sie dabei von Meereshöhe (im Norden) bis 1200 Meter (Montenegro, Albanien) artenreiche Kalkmagerrasen.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Trivialname Kartäusernelke und das Artepitheton carthusianorum leitet sich nach Angaben der botanisch-etymologischen Fachliteratur nicht von den Naturforschern Johann Friedrich Cartheuser (1704–1777) und seinem Sohn Friedrich August Cartheuser (1734–1796) ab, sondern von der Landschaft der Grande Chartreuse bzw. vom Kartäuserorden.[2]

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Kartäusernelke bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Blutströpflin, Boschnagerl (Salzburg), Buschnagerl (Salzburg), Dondernegelin, Donnernäglein (Thüringen), Donnernelke, Feltnägelin, Friessnägeln (bereits 1542 erwähnt), Heidenblümlin, Hundsflette (Eifel bei Altenahr), Kartheuserblümli, Klusternälken (Unterweser), verbrät Kniecht (Siebenbürgen), wild Nägelieblume, wilde Pechnagel (Pinzgau), Schwalwenigelcher (Siebenbürgen) und Specknelke (Mark bei Küstrin).[3]

Symbolik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kartäusernelke war Blume des Jahres 1989. Sie ist auch auf der 70-Cent-Briefmarke der Dauerserie „Blumen“ der Deutschen Post AG abgebildet, deren Erstausgabe am 13. April 2006 war.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 369.
  2. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, Basel 1996, ISBN 3-7643-2390-6.
  3. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 133 f.(online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien