Kartoffelsalat – Nicht fragen!

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Filmdaten
Originaltitel Kartoffelsalat – Nicht fragen!
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2015
Länge 81 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Michael David Pate
Drehbuch Torge Oelrich
Michael David Pate
Produktion Miguel Angelo Pate
Hauke Schlichting
Musik Otto Waalkes
Andrew Reich
Eko Fresh
Die Muskelschweine
Kamera Wolfgang Busch
Schnitt Michael David Pate
Besetzung

Kartoffelsalat – Nicht fragen! ist eine deutsche Horror-Komödie und Jugendfilm aus dem Jahr 2015. Regie führte Michael David Pate, der gemeinsam mit Torge Oelrich auch das Drehbuch schrieb. Der Cast besteht hauptsächlich aus deutschen Youtubern wie Oelrich, Joyce Ilg, Dagi Bee sowie Oguz Yilmaz und Philipp Laude, beide Mitglieder von Y-Titty. In weiteren Rollen sind Otto Waalkes, Martin Schneider und Katy Karrenbauer zu sehen. Waalkes arbeitete daneben auch als Produzent und Komponist des Films. Kinopremiere war am 19. Juli 2015 in Heide.[1] Der Film wurde von Kritik und auf Bewertungsportalen durchwegs negativ aufgenommen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leo Weiß ist ein unbeliebter und schlechter Schüler einer Eliteschule. Auch nach dem Wechsel auf eine normale Schule bleibt er bei seinen Klassenkameraden unbeliebt, wo er nur den Anschluss an das Spacken-Duo Thorsten und Thorben findet. Er verliebt sich in eine "Perle" genannte Obertussi, die aber schon mit dem Schulbeau Helmut zusammen ist.

An der neuen Schule bricht eine Zombie-Epidemie aus. Nur Leo, Thorsten und Thorben sowie das Nerd-Mädchen Katrin entgehen der Katastrophe und flüchten in die fensterlose Schulbibliothek. Die gerufene Polizei zeigt sich wenig engagiert und geht von einer grassieren Magen-Darm-Grippe aus. Das Schulgebäude wird unter Quarantäne gestellt. Die Gruppe der Nichtinfizierten irrt im Gebäude herum, wo sie auf Perle und Helmut treffen, die sich im Raum der Theater AG versteckt hatten. Dort schmieden Sie den Plan, sich im Zombie-Stil zu schminken, um sich so unerkannt durch die abgeregte Zombie-Horde nach draußen zu schmuggeln. Dabei bimmelt leider ein Handy der Gruppe, als der Polizeinotruf zurückruft, was die Zombies aus ihrem tranceähnlichen Zustand aufweckt. Leo wird von der Zombiemeute gepackt, der Rest der Truppe flieht auf die Toilette.

Es zeigt sich, dass Leo nicht aufgefressen wurde, sondern entdeckt hat, dass der Zustand der Mitschüler und Lehrer reversibel ist. Sofern man den Zombies etwas beibringt, bilden sich Gehirnzellen neu und kognitive Fähigkeiten kommen zurück. Leo bildet die Zombies im Handwerken, Tanzen oder in Mathematik aus und verwandelt sie dadurch zurück in Menschen. So wird er zum umjubelten und gefeierten Helden.[2] Am Ende stellt sich heraus, dass Leo seine Mitschüler auf dem Schulball mit einem vergleichsweise harmlosen Zombie-Virus infiziert hat (es war der Mettigel und nicht die Bowle), um endlich Freunde zu finden.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktionsfirmen sind Take 25 Pictures und Waalkes’ Produktionsfirma TransWaalFilm. Letztere soll den größten Anteil der Produktionskosten von ungefähr eine Million Euro gezahlt haben.[3] Die Dreharbeiten zum Film begannen im März 2015. Torge Oelrich hatte den Film bereits im November 2014 auf seinem YouTube-Kanal angekündigt. Das Set war die Realschule in Wesselburen, in der Oelrich 2008 seinen Realschulabschluss gemacht hatte. Einige YouTuber filmten ihre Arbeit am Set und luden sie schließlich als Vlog auf YouTube hoch. Der deutsche Kinostart war der 23. Juli 2015.

Schon vor der Premiere des Films erklärte Regisseur Michael David Pate, dass Kartoffelsalat kein „Kritikerfilm“ sei, sondern sich in erster Linie an eine „sehr junge Zielgruppe […] mit eine[m] ganz speziellen Humor“ wende. Er hoffe aber auch, die Eltern mit dem Film ansprechen zu können.[2]

Set und Kulisse von Kartoffelsalat in der Friedrich-Hebbel-Realschule in Wesselburen

Auf die Frage, wie man auf den Titel Kartoffelsalat gekommen sei, erklärte Oelrich, dass ihnen nichts Besseres eingefallen sei. Daher stammt auch der Untertitel „Nicht fragen!“.[4]

Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbung wird vor allem auf den YouTube-Kanälen der beteiligten Schauspieler gemacht. Die Zielgruppe sind somit Jugendliche und Abonnenten der Kanäle der mitspielenden YouTuber. Die Hauptkanäle der beteiligten YouTuber haben eine Bruttoreichweite von mehr als 21,6 Millionen Zuschauern. Der Carlsen Verlag brachte parallel zum Film Freshtorges Kartoffelsalat: Das Buch heraus. Als Merchandising kann man außerdem T-Shirts kaufen.

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film lief in über 500 Kinos im deutschsprachigen Raum und spielte in der Startwoche rund zwei Millionen Euro ein, davon entfielen auf das erste Wochenende rund eine Million Euro.[5] Mit insgesamt rund 360.000 Besuchern erzielte er ein Gesamt-Einspielergebnis von über 2,5 Millionen Euro.[6] Erwartet worden waren 250.000 Besucher und ein Ergebnis von 1,8 Millionen Euro.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film stieß bei Kritik und Publikum auf eine durchgehend negative Resonanz.

In der IMDb erhielt der Film von mehr als 5200 Nutzern eine durchschnittliche Bewertung von 1,2 von 10 Punkten und war damit kurz nach seinem Erscheinen der am schlechtesten bewertete Film in der Datenbank.[8][9]

Während der Film mit etlichen Namen bekannter YouTuber warb und von diesen gleichfalls beworben wurde, distanzierten sich in der Zwischenzeit etliche andere YouTuber von dem Film oder brachten in unterschiedlicher Deutlichkeit ihre Kritik zum Ausdruck, darunter als prominenteste Beispiele Unge und BrokenThumbs.[10][11][12][13]

Auf Moviepilot vergibt Christoph Petersen dem Film nur 1 von 5 möglichen Punkten und erklärt, dass die Witze im Film weder „anarchisch, schockierend oder auch nur irgendwie neu [sind] – sondern erschreckend altbacken.“ Auch wenn sich der Film an Kinder und Jugendliche richte, sei der Film maßlos enttäuschend, „und wenn das jetzt wirklich die schöne neue Medienwelt sein soll, dann wirft uns YouTube humortechnisch mal locker ein halbes Jahrhundert zurück.“[14]

Die Westfälischen Nachrichten verriss den Film, „der dümmste Witze, albernste Kalauer und altbackene Gags versammelt, die zwischen bemüht und in Maßen frech pendeln“.[15] Jonas Hoffmann kritisierte auf dem Kanal All about the E! ebenfalls den flachen und simplen Humor des Filmes und gab dem Film die niedrigste Wertung von 1 von 10 Punkten.[16]

YouTuber und Filmkritiker Robert Hofmann erwähnte, dass er nach dem Teaser und dem Trailer zwar nicht enttäuscht wurde, aber den Film trotzdem schlecht fand und so vergab er im Genre 3 von 10 Punkten und allgemein 2 von 10 Punkten. Er erzählte in seinem YouTube-Video, dass es ein gutes Set und einen großen Cast gebe und lobte die schauspielerische Leistung von Bianca Heinicke (BibisBeautyPalace), die im Film der Chantal aus Fack ju Göhte ähnele. Er bemängelte jedoch, dass die Wortspiel-Witze zu oft physisch dargestellt werden und dies nicht mehr lustig sei.[17]

David Hain bemerkte auf GameStar.de: „Als Komödie ist Kartoffelsalat ein Desaster, weil der Film einfach nicht witzig genug ist. Viele der Gags sind uralt, wie auch ein Großteil der Komik-Dinosaurier, die hier mitspielen.“[18]

Positiver fiel die Wertung von Quotenmeter aus: „Kartoffelsalat ist laut, brachial und lässt sich in seiner Gagbanalität bevorzugt mit den frühen Leinwandwerken eines Otto Waalkes vergleichen, der nicht umsonst als Co-Produzent des Filmes fungiert“,[19] und Cinema nannte den Film „nur bedingt lustig, aber zielgruppengetreu.“[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. YouTube-Film-Premiere: Der „Kartoffelsalat“ ist angerichtet, Spiegel Online, 19. Juli 2015
  2. a b Vivian Alterauge: Filmkritik "Kartoffelsalat": Einmal Youtube auf Spielfilmlänge, bitte!, Stern.de, 23. Juli 2015
  3. Kritik auf welt.de
  4. Auszug aus dem Chat vom 28. April 2015 mit YouTuber Freshtorge
  5. https://www.welt.de/regionales/hamburg/article144615608/Youtube-Film-lockt-Hunderttausende-in-die-Kinos.html
  6. http://www.mediabiz.de/film/firmen/programm/kartoffelsalat/159708
  7. http://www.moviepilot.de/news/pixels-adam-sandler-auf-dem-kino-charts-thron-154123
  8. Bottom 100 Movies bei imdb.com, abgerufen am 23. Oktober 2015
  9. Kartoffelsalat (2015) bei imdb.com, abgerufen am 14. Mai 2016
  10. https://www.youtube.com/watch?v=QZyyXxKIXCE
  11. https://www.youtube.com/watch?v=kOoVJ9Uo2Ok
  12. https://www.youtube.com/watch?v=zpcjJI0FMoc
  13. https://www.youtube.com/watch?v=y9I-2x5meIw
  14. Moviepilot: Kartoffelsalat
  15. „Kartoffelsalat – Nicht fragen!“ Kurz-Clips auf Spielfilmlänge, Westfälische Nachrichten, 23. Juli 2015
  16. [1]
  17. Robert Hofmanns Kritik zu "Kartoffelsalat - Nicht fragen!" auf YouTube, 24. Juli 2015.
  18. Kartoffelsalat in der Filmkritik - 30 Jahre an YouTube vorbei. gamestar.de, 24. Juli 2015.
  19. Die Kino-Kritiker: «Kartoffelsalat - Nicht fragen!», quotenmeter.de
  20. Cinema: Kartoffelsalat