Kasbach-Ohlenberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kasbach-Ohlenberg
Kasbach-Ohlenberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kasbach-Ohlenberg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 35′ N, 7° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Linz am Rhein
Höhe: 194 m ü. NHN
Fläche: 4,78 km2
Einwohner: 1396 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 292 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53547
Vorwahl: 02644
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 501
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Schoppbüchel 5
53545 Linz am Rhein
Webpräsenz: www.linz-vg.de
Ortsbürgermeister: Frank Becker
Lage der Ortsgemeinde Kasbach-Ohlenberg im Landkreis Neuwied
Neuwied Buchholz (Westerwald) Asbach (Westerwald) Windhagen Neustadt (Wied) Rheinbreitbach Unkel Bruchhausen (Landkreis Neuwied) Erpel Vettelschoß Linz am Rhein Kasbach-Ohlenberg Ockenfels Sankt Katharinen (Landkreis Neuwied) Dattenberg Leubsdorf (am Rhein) Bad Hönningen Rheinbrohl Hammerstein (am Rhein) Leutesdorf Isenburg (Westerwald) Kleinmaischeid Großmaischeid Stebach Marienhausen Dierdorf Oberdreis Woldert Rodenbach bei Puderbach Ratzert Niederwambach Steimel Döttesfeld Puderbach Dürrholz Hanroth Raubach Harschbach Niederhofen Dernbach (Landkreis Neuwied) Urbach (Westerwald) Linkenbach Breitscheid (Westerwald) Waldbreitbach Roßbach (Wied) Hausen (Wied) Datzeroth Niederbreitbach Hümmerich Oberhonnefeld-Gierend Oberraden Straßenhaus Kurtscheid Bonefeld Ehlscheid Rengsdorf Melsbach Hardert Anhausen Rüscheid Thalhausen Meinborn Nordrhein-Westfalen Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Ahrweiler Landkreis Mayen-Koblenz Koblenz Marienhausen WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Kasbach-Ohlenberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Linz am Rhein an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kasbach-Ohlenberg liegt rechtsseits des Mittelrheins rund 4,5 km südlich der Grenze zu Nordrhein-Westfalen etwa auf halbem Weg zwischen Köln und Koblenz an der B 42. Das Gemeindegebiet Kasbach-Ohlenbergs erstreckt sich vom Rhein im Südwesten (Ortsteil Kasbach) bis auf die Vorberge des Westerwaldes (Ortsteile Ohlenberg und Erl) im Nordosten. Es erreicht auf rund 320 m ü. NN seinen höchsten Bodenpunkt. Weitgehend an der westlichen Gemeindegrenze verläuft der Rhein-Nebenfluss Kasbach, dem im Ortsteil Kasbach der Ohlenberger Bach zufließt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Kasbach-Ohlenberg gehören folgende Ortsteile:[2]

  • Kasbach
  • Ohlenberg
  • Erl (Obererl und Untererl)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Erpel im Westen und Norden, Linz am Rhein im Norden und Osten sowie Ockenfels, erneut Linz am Rhein und das auf der gegenüberliegenden Rheinseite liegende Remagen im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den nahe gelegenen Bergen Hummelsberg und Asberg wurden Ringwälle aus der Zeit vor der Zeitenwende gefunden. Es wird angenommen, dass in dieser Zeit bereits Menschen hier siedelten.

Der durch die Gemeinde fließende Kasbach kennzeichnete schon im Mittelalter den Beginn der Grenze zwischen dem im Süden liegenden Engersgau und dem Auelgau im Norden. Aus der Gaugrenze wurde später die bis heute bestehende Grenze zwischen den Erzbistümern Trier und Köln. Entlang dieser Grenze war Kasbach bis 1935 geteilt in die zum Amt Linz gehörende Gemeinde „Obercasbach“ (Gemarkungsfläche: 174 ha) und die zum Amt Unkel gehörende Gemeinde „Niedercasbach“ (Gemarkungsfläche: 66 ha)[3].

Die Gemeinde Kasbach-Ohlenberg wurde am 1. Januar 1976 aus den aufgelösten Gemeinden Kasbach (Fläche: 240 ha) und Ohlenberg (Fläche: 238 ha)[3] neu gebildet.[4] Die Gemarkungen Niederkasbach, Oberkasbach und Ohlenberg blieben bestehen.

Kasbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Kasbachs erfolgte in einem Tauschvertrag der Abtei Prüm aus dem Jahr 882, wenig später mit dem Namen „Casbach“ auch im Prümer Urbar von 893. In einer Urkunde des Erzbischofs Hildolf von Köln aus dem Jahr 1076 wird die Schenkung eines Hofs in „Casbach“ erwähnt.

Kirche St. Maria Magdalena im Ortsteil Kasbach

Es muss schon früh eine Kapelle in Kasbach (Linzer Seite) bestanden haben, weil davon berichtet wird, dass diese um 1633 einstürzte. Gemeinsam von den zu Trier und den zu Köln gehörenden Katholiken wird eine neue Kapelle gebaut und St. Michael geweiht. Die jetzige Kasbacher Kirche wurde 1905 gebaut und ist der Heiligen Maria Magdalena geweiht.

Am 25. Mai 1987 zählte Kasbach 644 Einwohner.[5]

Ohlenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus einer Schenkung der Gräfin Mechthild von Sayn geht hervor, dass sie im Jahr 1250 ihre Besitzungen, zu denen auch Ohlenberg gehörte, dem Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden vermachte. Seitdem gehörte Ohlenberg weltlich bis 1803 zu Kurköln, der Erzbischof von Trier blieb das kirchliche Oberhaupt. Die erste Erwähnung Ohlenbergs erfolgte im Jahr 1262.

Die Reformationsbestrebungen des Kölner Erzbischofs Hermann V. von Wied in den 1540er Jahren hatten auch Auswirkungen auf die kurkölnische Stadt Linz am Rhein und das Kirchspiel. In den heftigen Auseinandersetzungen bekannten sich die Bürger von Ohlenberg und Ockenfels sowie ein Teil des Stadtrates von Linz zu den Neuerungen der Reformation. Nach der Absetzung des Kurfürsten mussten sie zum alten Glauben zurückkehren.

Pfarrkirche St. Nikolaus im Ortsteil Ohlenberg

In Ohlenberg wurde vermutlich im 13. Jahrhundert eine Kapelle gebaut, die dem Heiligen Nikolaus geweiht war. In der Taxa generalis, einer Art Bestandsaufnahme des Erzbistums Trier, wurde eine Kapelle um 1380 genannt. Im Jahr 1903 erfolgte der Neubau im neuromanischen Stil. Von der alten Kirche sind ein Teil des Chors aus dem 13. Jahrhundert und der Turm aus dem 17. Jahrhundert erhalten. Am 6. Dezember 2009 erhielt die Kirche vier Kirchenglocken der Glockengießerei der Abtei Maria Laach in den Tönen b1, d2, f2 und g2 (Salve-Regina-Motiv); die beiden kleineren Glocken wurden am 10. Oktober 2009 in Erl auf dem freien Feld gegossen. Abgesehen von modernen Hilfsmitteln zum Schmelzen der Bronze erfolgte der Glockenguss im traditionellen Lehmform-Verfahren.

Außerdem befindet sich in der Kirche die erste Glocke, die in der Werkstatt des späteren „Bochumer Vereins für Gußstahlfabrikation“ im Jahre 1852 gegossen wurde. Neuerlich wurde sie außer Dienst gestellt, renoviert und bekam einen Ehrenplatz in der Kirche. Zu besonderen Anlässen kann sie mittels Seil angeschlagen werden. Ihr Schlagton lautet g2.

Am 25. Mai 1987 zählte Ohlenberg 618 Einwohner.[5]

Erl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Erl (Kasbach-Ohlenberg)

Erl wurde erstmals im Jahr 1257 urkundlich erwähnt. Gerhard von Rennenberg schenkte 1270 dem von ihm Anfang des 13. Jahrhunderts gegründeten Kloster St. Katharinen seine Liegenschaften in Erl, die als „eyn kostlich hoiff“ bezeichnet. Am 25. Mai 1987 zählte der Gemeindeteil Untererl 24, der Gemeindeteil Obererl 46 Einwohner.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kasbach-Ohlenberg bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][6]

Jahr Einwohner
1815 439
1835 476
1871 694
1905 832
1939 976
1950 1.113
Jahr Einwohner
1961 1.175
1970 1.265
1987 1.219
1997 1.330
2005 1.425
2015 1.396

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ockenfelserbach bei Kasbach

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Kasbach-Ohlenberg besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem vorsitzenden Ortsbürgermeister als.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

Wahl SPD CDU FWG K-O FWG O Gesamt
2014 2 5 9 16 Sitze
2009 2 5 5 4 16 Sitze
2004 3 4 5 4 16 Sitze
  • FWG K-O = Freie Wählergruppe Kasbach-Ohlenberg e. V.
  • FWG O = Freie Wählergruppe Ohlenberg e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenamtlicher Ortsbürgermeister ist Frank Becker, er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 81,7 Prozent der Stimmen direkt gewählt.[8] Er löste Dieter Sander in diesem Amt ab.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Das Wappen ist geteilt und zeigt oben, gespalten durch einen Wellenpfahl, vorn ein schwarzes und hinten ein rotes Balkenkreuz; der Wellenpfahl wird am Fußende von je zwei Sechsecksäulen flankiert; die untere Hälfte des Wappenschildes zeigt in Rot vorn eine goldene Traube, hinten eine goldene Ähre.

Erläuterung: Der Wellenpfahl deutet auf den Kasbach und seine Funktion als Grenzbach zwischen dem Erzbistum Köln (schwarzes Balkenkreuz) und Erzbistum Trier (rotes Balkenkreuz) hin. Die Sechsecksäulen symbolisieren die Basaltsteinbrüche in der Gemeinde und weisen auf deren wirtschaftliche Bedeutung hin. Die Weintraube und die Ähre deuten auf die Haupterwerbsquellen in den früheren Jahrhunderten hin. Der rote Grund weist auf die Verbundenheit der Gemeinde mit der Stadt Linz am Rhein hin.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Kasbach-Ohlenberg

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Kasbach liegt an der Bundesstraße 42. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Bad Honnef/Linz an der A 3.

In Kasbach gibt es einen Bahnhof der Kasbachtalbahn, auf der touristischer Verkehr zwischen Linz und Kalenborn stattfindet. Der nächstgelegene Bahnhof für regulären Personenverkehr ist der Bahnhof Linz (Rhein).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Schölmerich (1913–1995), deutscher Mediziner, Kommunist, Antifaschist und Sachbuchautor
  • Paul Schölmerich (1916–2015), deutscher Mediziner, Professor an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2016, Seite 33 (PDF; 2,4 MB)
  3. a b Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 69/70.
  4. 2006.pdf Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 181 (PDF)
  5. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Wahl der ehrenamtlichen Orts- und Stadtbürgermeister