Kaschirskoje (Kaliningrad)

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Siedlung
Kaschirskoje
Schaaksvitte

Каширское
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gurjewsk
Frühere Namen Schockische Vitt (nach 1525),
Schakische Vitt (nach 1542),
Schaksvitt (um 1785),
Schakensch Vitt (nach 1785),
Schaksvite (nach 1820),
Schaaksvitte (bis 1947)
Bevölkerung 172 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40151
Postleitzahl 238316
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 209 819 020
Geographische Lage
Koordinaten 54° 56′ N, 20° 41′ O54.92520.690555555556Koordinaten: 54° 55′ 30″ N, 20° 41′ 26″ O
Kaschirskoje (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Kaschirskoje (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Kaschirskoje (russisch Каширское, deutsch Schaaksvitte) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er liegr im Rajon Gurjewsk und gehört zur kommunalen Selbestverwaltungseinheit Stadtkreis Gurjewsk.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kaschirskoje liegt 27 Kilometer nordöstlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg) am Südufer des Kurischen Haffs (russisch: Kurschski saliw). Von der Fernstraße A 190 unweit der Stadtgrenze von Gurjewsk (Neuhausen) führt eine Nebenstraße über Lasowskoje (Trömpau) und Schemtschuschnoje (Kirche Schaaken) direkt in den Ort, der bis 1945 auch Endstation der Königsberger Kleinbahn und deren Bahnstrecke Prawten–Schaaksvitte (Lomonossowo–Kaschirskoje) war. Durch das Dorf fließt das ehemals Beek genannte Flüsschen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das vor 1945 „Schaaksvitte[2][3] genannte Dorf war nach Schaaken (heute russisch: Nekrassowo/Liska-Schaaken und auch Schemtschuschnoje/Kirche Schaaken) hin orientiert. Hier gab es seinerzeit 48 Fischereibetriebe, und der Fischfang war der Haupterwerbszweig der Einwohner, was schon der Ortsname besagte: Vitte = Witte = Fischhandelsplatz. Der kleine Hafen an der 500 Meter in das Haff hineinreichenden Mole war über die Jahrhunderte ein bedeutender Umschlagplatz für per Schiff transportierte Frachten.

Im Jahre 1874 wurde Schaaksvitte, damals in Adlig Schaaksvitte und Königlich Schaaksvitte unterteilt, in den neu errichteten Amtsbezirk Schaaken[4] eingegliedert. Er gehörte bis 1939 zum Landkreis Königsberg (Preußen), 1939 bis 1945 Landkreis Samland imRegierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen.

Die Landgemeinde Schaaksvitte (die beiden Ortsteile wurden noch vor 1908 zu einer Landgemeinde zusammengeschlossen) zählte im Jahre 1910 659 Einwohner[5]. Am 30. September 1928 wurde die kleine Landgemeinde Sand (bei Schaaken) nach Schaaksvitte eingemeindet, und die Einwohnerzahl stieg bis 1933 auf 578 und betrug 1939 bereits 607[6].

Am 25. Januar 1945 wurde dem Ort der Räumungsbefehl erteilt, zwei Tage später nahm die Rote Armee Schaaksvitte ein. Kampfhandlungen gab es nicht, und auch die Häuser blieben unversehrt. Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Schaaksvitte mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Das Dorf erhielt 1947 nach der Herkunft der Neusiedler aus dem Kaschirski rajon in der Oblast Moskau den russischen Namen Kaschirskoje[7] und wurde als Sitz eines Dorfsowjets in den neu gebildeten Rajon Gurjewsk eingegliedert. Im Jahr 1954 gelangte der Ort in den Dorfsowjet Marschalski. Von 2008 bis 2013 gehörte Kaschirskoje zur Landgemeinde Chrabrowskoje und seither zum Stadtkreis Gurjewsk.

Dorfsowjet Kaschirski 1947–1954[Bearbeiten]

Der Dorfsowjet Kaschirski (ru. Каширский сельский Совет, Kaschirski selski Sowet) wurde im Juni 1947 eingerichtet.[7] Im Jahr 1954 wurde der Dorfsowjet aufgelöst und ging im neu gebildeten Dorfsowjet Marschalski auf.[8]

Ortsname Name bis 1947/50 Jahr der Umbenennung
Kaschirskoje (Каширское) Schaaksvitte 1947
Kijewskoje (Киевское) Schmiedehnen 1947
Krasnopolje (Краснополье) Regitten 1947
Nekrassowo (Некрасово) Liska-Schaaken 1947
Owraschnoje (Овражное) Nickelsdorf 1947
Petrowka (Петровка) Sperlings 1947
Pirogowo (Пирогово) Sudnicken 1947
Prawdino (Правдино) Thiemsdorf 1947
Pridoroschnoje (Придорожное) Kirschappen 1950
Schemtschuschnoje (Жемчужное) Kirche Schaaken 1947
Starorusskoje (Старорусское) Eythienen 1950
Wassiljewskoje (Василевское) Wesselshöfen 1950

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner[9] Bemerkungen
1910 659 Einschließlich Sand: 730
1933 578
1939 607
2002 166
2010 172

Kirche[Bearbeiten]

Die Bevölkerung Schaaksvittes war vor 1945 fast ausnahmslos evangelischer Konfession und in das Kirchspiel Schaaken – die Pfarrkirche stand in Kirche Schaaken (russisch: Schemtschuschnoje) – eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Königsberg-Land II innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Die beiden letzten Geistlichen waren die Pfarrer Ernst Glaubitt und Walter Dignath. Heute liegt Kaschirskoje im Einzugsgebiet der in den 1990er-Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Marschalskoje (Gallgarben). Sie ist eine Filialgemeinde der Kaliningrader Auferstehungskirche, der Hauptkirche der Propstei Kaliningrad[10] in der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Schule[Bearbeiten]

Vor 1945 gab es in Schaaksvitte eine dreiklassige Volksschule, die auch von den Kindern aus Eythienen (russisch: Starorusskoje), Sand (heute nicht mehr existent) und Wesselshöfen (Wassiljewskoje) besucht wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Schaaksvitte
  3. Kaschirskoje - Schaaksvitte bei ostpreussen.net
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Schaaken
  5. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Königsberg
  6. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Samland
  7. a b Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad)
  8. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 16 июня 1954 г. № 744/54 «Об объединении сельских советов Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 16. Juni 1954, Nr. 744/54: Über die Vereinigung von Dorfsowjets der Oblast Kaliningrad)
  9. Volkszählungsdaten
  10. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad

Weblinks[Bearbeiten]