Kaserne Übigau

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Kasernengebäude an der Klingerstraße, 2012
Dresden Kaserne an der Klingerstraße, 2020

Die Kaserne Übigau war eine Kaserne im Dresdner Stadtteil Übigau. Das Kasernengelände bzw. einige der verbliebenen Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz.[1]

Die Kaserne liegt im Nordwesten Dresdens im Stadtteil Übigau. Sie wird von der Washingtonstraße (S73) (westlich), der Scharfenberger Straße (nördlich), der Klingerstraße (östlich) und der Werftstraße (südlich) begrenzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Entwicklung der zivilen und militärischen Luftfahrt wurde 1913/1914 in Übigau eine Luftschifferkaserne gebaut. Während des Ersten Weltkrieges wurden Nachrichtensoldaten eines Telegraphen-Bataillons ausgebildet. Später war die Kaserne Standort der Nachrichten-Abteilung 4. In den Jahren 1933 und 1934 wuchs die Nachrichtenabteilung durch Freiwillige stark an. Allerdings wurde die Personalstärke schon 1935 reduziert, da Personal in einer Kompaniestärke an eine Luftwaffen-Nachrichtenkompanie abgegeben wurde.[2]

Mit der ersten Welle der Mobilmachung 1936 wurde hier die Nachrichtenabteilung für die 4. Infanteriedivision, für das Ersatzheer die Nachrichten-Ersatz-Abteilung 4 und die feste Funkstelle in Dresden eingerichtet. Im Mai 1945 bezog mit dem Einmarsch der Roten Armee eine sowjetische Pioniereinheit, das 68. Selbständige Pontonbrücken-Regiment welches zur 1. Gardepanzerarmee der Roten Armee gehörte, die Kaserne.[3] Nach Abzug der sowjetischen Truppenteile im Frühjahr 1993 war die Kaserne stark verwahrlost. Nach Abzug der sowjetischen Truppenteile im Frühjahr 1993 war die Kaserne stark verwahrlost. Im August 1993 beauftragte das Finanzministerium die Immobiliengesellschaft der Landesbank Sachsen, das Gelände zu vermarkten, 1997 übernahm die Oberfinanzdirektion Chemnitz den Verkauf. In den folgenden Jahren wurde das komplette Rest-Gelände an Delta AG Dresden verkauft und gewerblich umgenutzt.[2]

Umgestaltung bis 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelbes Kasernengebäude an der Klingerstraße, zukünftiges Seniorenheim, 2012

Auf dem ehemaligen Kasernengrundstück mit ca. 90.000 m² entstand eine Feuerwache, an der Klingerstraße mit ca. 27.000 m² ein Standort des Deutschen Roten Kreuzes. Ab 2001 wurden die Restflächen mit den denkmalgeschützten Gebäuden von einem Bauunternehmen aufgekauft und entwickelt. Auf dem vorderen Teil entstand ein Gartencenter. Eine weitere Fläche des Grundstückes wurde für die Erweiterung der Feuerwache Dresden-Übigau genutzt. An der Grundstücksseite Scharfenberger Straße entstand ein Brand- und Katastrophenschutzzentrum mit Leitstelle.

Umgestaltung seit 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der weitere Teil mit vier Kasernen-Gebäuden und einer Nutzfläche von ca. 16.900 m² sollte ursprünglich zu einer Seniorenwohnanlage umgenutzt werden. Aufgrund von Problemen in der Finanzierung und der veränderten Anforderungen an Wohnraum wurde dieses Konzept jedoch nicht realisiert. Die Mehrzahl der Kasernengebäude entlang der Klingerstraße stand daher leer und war dem Verfall preisgegeben. Ende 2013 begannen erste Beräumungsarbeiten auf dem Grundstück. Im Zuge dessen wurde ein Großteil der gewachsenen Bäume und Sträucher entfernt und somit Baufreiheit geschaffen. Ein Baustart erfolgte dennoch nicht.

Werftquartier Übigau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Projektnamen Werftquartier Übigau errichtet die Columbus Dresden GmbH seit 2017 auf dem westlichen Teil des Grundstückes vier Neubauten. Insgesamt sollen 94 Eigentumswohnungen entstehen. Die geplanten Wohnungsgrößen gibt das Unternehmen mit 53 m² (2-Raum-Wohnung) bis 113 m² (5-Raum-Wohnung) an. Ebenfalls geplant ist eine Tiefgarage.[4] Nach Prüfung durch das Amt für Denkmalschutz durfte dafür die alte Reithalle abgerissen werden. Untersuchungen hatten ergeben, dass das Bauwerk so stark verfallen sei, dass „eine Nutzung des Gebäudes bei Wahrung seiner Denkmaleigenschaft nicht mehr möglich“ sei. Mit dem Abriss verschwanden auch die letzten Reste eines markanten Turmes, der fälschlicherweise oft als zum ehemaligen Offizierskasino der Roten Armee gehörig bezeichnet wurde.[5]

Kastanienpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hamburger Unternehmen GfU Immobilien GmbH & Co. KG plant, die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude im östlichen Bereich der ehemaligen Kaserne in Wohnraum umzuwandeln. Laut Unternehmensangaben sollen im Rahmen des „Projektes Kastanienpark“ 120 Eigentumswohnungen entstehen, die zwischen 45 m² und 113 m² groß sein sollen.[6] Seit Anfang 2017 laufen die Bauarbeiten, im ersten Schritt wurden die Gebäude größtenteils entkernt und Fenster entfernt. Ebenfalls wurden bei drei von vier Häusern (in einem Fall nur teilweise) Dächer abgedeckt und Putz entfernt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kaserne Übigau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1], Themenstadtplan Dresden, abgerufen am 17. April 2014
  2. a b Die Kaserne Übigau, Übigau Online, abgerufen am 5. Februar 2012
  3. https://pieschen-aktuell.de/2019/abstecher-in-die-vergangenheit-svetlana-sharochina-hat-sechs-jahre-in-uebigau-gelebt/ 68. Selbständiges Pontonbrücken-Regiment
  4. [2], lebe coco - Werftquartier Übigau, abgerufen am 7. Oktober 2017
  5. [3], Denkmalschützer: Reithalle in den Kasernen in Übigau war nicht mehr zu retten - 21. Juli 2017, abgerufen am 7. Oktober 2017
  6. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 7. Oktober 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dresden-kastanienpark.de, Projekt Kastanienpark, abgerufen am 7. Oktober 2017

Koordinaten: 51° 4′ 16,4″ N, 13° 41′ 31,1″ O