Kaspar (Pfalz-Zweibrücken)

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Kaspar von Pfalz-Zweibrücken (* 11. Juli 1458; † im Sommer 1527 in Nohfelden) war Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Zweibrücken von 1489 bis 1490/1514.

Kaspar war ein Sohn von Herzog Ludwig I., dem Schwarzen, und Johanna von Croy. 1478 heiratete er Amalie von Brandenburg (1461–1481). Die Ehe mit der bereits vor dem zwanzigsten Geburtstag verstorbenen Amalia blieb kinderlos. Kaspar ist in der Dorfkirche von Wolfersweiler beigesetzt.

Um die Teilung seines Herrschaftsgebiets zwischen seinen erbberechtigten Söhnen Kaspar und Alexander der Hinkende in die Herzogtümer Pfalz-Zweibrücken, das Kaspar erhalten hätte, und Pfalz-Veldenz, das Alexander zugefallen wäre, zu verhindern, verfügte Ludwig der Schwarze, dass die beiden die Verwaltung des gesamten Herzogtums gemeinsam wahrnehmen sollten. Bereits ein Jahr nach Ludwigs Tod ließ Alexander jedoch seinen älteren Bruder verhaften und auf Burg Nohfelden einkerkern. Kaspar wurde für geisteskrank erklärt. Fortan regierte Alexander alleine, wenngleich erst 1514 Kaspar auch formell die Herzogswürde aberkannt wurde. Bis zu seinem Tod im Sommer 1527 konnte Kaspar den Kerker nicht mehr verlassen.

Ob Kaspar tatsächlich aufgrund geistiger oder sittlicher Mängel zur Wahrnehmung seiner Aufgaben nicht in der Lage war oder der jüngere Bruder ihn lediglich zwecks Durchsetzung eigener Machtansprüche aus dem Weg räumte, kann nicht schlüssig nachvollzogen werden. Auch Ludwigs Entscheidung, den Brüdern die Führung der Regierungsgeschäfte gemeinsam anzuvertrauen, kann auf verschiedene Weise interpretiert werden.

VorgängerAmtNachfolger
Ludwig I.Herzog von Pfalz-Zweibrücken
1489–1490
Alexander