Kasper König

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Kasper König (2009)

Kasper König (* 21. November 1943 in Mettingen, Westfalen als Rudolf Hans König) ist ein deutscher Kunstprofessor, Kurator und war von 2000 bis Ende Oktober 2012 Direktor des Museums Ludwig in Köln.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits während seines Studiums organisierte er verschiedene Ausstellungen, darunter mit 23 Jahren eine Museumsausstellung von Claes Oldenburg in Stockholm und gab zahlreiche Bücher heraus. König war von 1972 bis 1976 Assistenzprofessor am Nova Scotia College of Art and Design in Halifax, Kanada. 1985 erhielt König, obwohl ohne formellen Studienabschluss, die Professur am neu gegründeten Lehrstuhl für „Kunst und Öffentlichkeit“ der Kunstakademie Düsseldorf. 1988 wurde er Professor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main, die er bereits ein Jahr später als Rektor leitete. Zudem war König Gründungsdirektor der Ausstellungshalle Portikus in Frankfurt am Main.

Mit Klaus Bußmann initiierte er 1976 die Skulptur.Projekte in Münster, die alle zehn Jahre zeitgleich zur documenta stattfindet. Zu den zahlreichen Großausstellungen, die König kuratierte, gehören Westkunst 1981 in Köln, Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf 1984, sowie das Kunstprojekt der EXPO 2000 In-Between Architecture in Hannover. 2000 berief die ehemalige Kölner Kulturdezernentin Marie Hüllenkremer König zum Direktor des Museums Ludwig in Köln. Sein Vertrag wurde, über die Pensionsgrenze hinaus, 2005 um weitere fünf Jahre verlängert, 2009 um weitere zwei Jahre und im März 2010 dann bis Ende Oktober 2012. Er gehörte kraft Amtes dem Stiftungsrat zur Vergabe des Roswitha Haftmann-Preises. 2012 verabschiedete sich König nach 12-jähriger Amtszeit mit seiner sehr persönlichen Sonderausstellung Ein Wunsch bleibt immer übrig. Kasper König zieht Bilanz. Sein Nachfolger wurde am 1. November 2012 Philipp Kaiser.[1]

2012 übergab König sein Privatarchiv aus rund 40 Regalmetern (insbesondere Korrespondenzen mit Künstlern und deren Projektskizzen sowie Materialsammlungen, etwa von Isa Genzken, Claes Oldenburg, Gerhard Richter, oder Thomas Schütte), dem Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels (ZADIK).[2] Anlässlich seiner Verabschiedung fanden zwei Benefizauktionen zu Gunsten des Museums Ludwig statt. Damit leistete König einen Beitrag für die Zukunft des Hauses und die Stiftungsmittel der 2009 gegründeten Kunststiftung im Museum Ludwig wurden gestärkt. Rund 70 Werke namhafter Künstler wurden König zur Versteigerung zur Verfügung gestellt, u. a. von Thomas Schütte, Isa Genzken, Wade Guyton, On Kawara, Andreas Gursky, Matthew Barney, Thomas Struth, Rosemarie Trockel, Joel Shapiro, Fischli/Weiss. Die zwei Auktionen in Köln und in London bei Sotheby’s erbrachten rund 200.000 Euro bzw. etwas über zwei Millionen Euro, die ausschließlich dem Museumsförderverein zukamen.[3] [4] [5]

2014 kuratierte König die zehnte Ausgabe der Wanderbiennale Manifesta, die von Juni Oktober 2014 im Kunstmuseum Eremitage in Sankt Petersburg stattfand. [6]

Königs Sohn Leo betreibt eine Galerie in New York,[7] sein Sohn Johann ist Galerist in Berlin. Der Kunstbuchhändler Walther König ist Kasper Königs Bruder. Kasper König ist mit der Berliner Galeristin Barbara Weiss verheiratet.[8] Zuvor war er mit der Schauspielerin und Illustratorin Edda Köchl verheiratet.[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 wurde König mit dem Binding-Kulturpreis ausgezeichnet. 2005 erhielt er die Ehrendoktorwürde des Nova Scotia College of Art and Design in Halifax 2009 den erstmals ausgelobten Lifetime Achievement Award des New Yorker Solomon R. Guggenheim Museums für seine „bahnbrechenden Ausstellungen“ und sein „rigoroses Programm“ im Museum Ludwig.[10] Nach einer Studie des Fachmagazins Art Review 2009 findet sich König als Neueinsteiger auf Platz 60 einer Liste der 100 einflussreichsten Menschen in der Branche. 2013 erhielt König vom Kölner Kulturrat im Rahmen des 4. Kölner Kulturpreis es den Ehrenpreis für seine kenntnisreiche Führung und die Realisation herausragender Ausstellungen, die zu hohem Ansehen in der internationalen Kunstwelt und auch bei der Kölner Bürgerschaft verholfen haben.[11]

Kasper König lebt in Berlin.[12]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kasper König mit Claes Oldenburg auf einer Pressekonferenz im Juni 2012 zur Eröffnung der Ausstellung Claes Oldenburg - The Sixties im Museum Ludwig

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Es geht mir nicht um die Vermittlung von Kunst. Kunst ist nicht zu vermitteln. Ich möchte auch nicht theoretisieren und danach fragen, was Kunst ist. Allerdings möchte ich jeden einzelnen dahin bringen, selbst Fragen an die Kunst zu stellen.“

Kasper König in art, Ausgabe Oktober 1984

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Palm: Hauptausschuss fällt wichtige Personalentscheidungen. Abschluss der Verträge für Chefs von Museum Ludwig und Schauspiel beschlossen. Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 8. November 2011, abgerufen am 8. November 2011.
  2. http://www.welt.de/newsticker/news3/article109073222/Kasper-Koenig-uebergibt-wertvolles-Privatarchiv.html Die Welt online 7. September 2012Personalien: Kasper König übergibt wertvolles Privatarchiv, abgerufen am 11. September 2012
  3. http://www.museenkoeln.de/museum-ludwig/veranstaltung.asp?s=724&v=7244
  4. http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id272040-/marktberichte_detail.html?_q= kunstmarkt.com 28. September 2012
  5. Kölnische Rundschau vom 15. Oktober 2012 Kasper König. Der kreative Querkopf geht, von Hanna Styrie, abgerufen am 17. Oktober 2012
  6. [Monopol. Magazin für Kunst und Leben Kunstticker vom 16. August 2013: Kasper König kuratiert Manifesta], abgerufen am 16. August 2013
  7. Anita Blasberg: Wir hier oben. zeit.de vom 15. Februar 2008, abgerufen am 3. November 2012
  8. Königs Familie, In: Die Zeit Nr. 42 vom 12. Oktober 2006
  9. Edda Köchl in der Internet Movie Database (englisch).
  10. Guggenheim - Lifetime Achievement Award (Memento vom 23. Oktober 2012 im Internet Archive), Solomon R. Guggenheim Museum
  11. Kölner Kulturrat - Aktuelle Meldungen: Kölner Kulturpreis 2013, abgerufen am 22. Juni 2013
  12. WDR 3 (Westdeutscher Rundfunk) Kulturnachrichten vom 15. August 2013: Kasper König wird Kurator in St. Petersburg, abgerufen am 16. August 2013
  13. Scharfschützen und die Butter von Beuys in FAZ vom 28. Juni 2014, Seite 9
  14. Homepage Museum Folkwang Kommende Ausstellungen, abgerufen am 13. September 2015

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna Brohm, Valeska Schneider (Hrsg.): Ein Wunsch bleibt immer übrig. 12 Jahre Museum Ludwig. Eine Auswahl. Köln, Verlag der Buchhandlung Walther König, 2012. ISBN 978-3-86335-248-6 (erschienen anlässlich des Abschieds von Kasper König als Direktor des Museum Ludwig)
  • Sandra Danicke: Kasper König, Kleine Formate 1987–1997, Galerie Bernd Slutzky Frankfurt am Main. 1997, ISBN 3-9805670-0-1.
  • Walter Grasskamp: Kasper König (Energien / Synergien 13), Text von Richard Artschwager und einem Nachwort von Regina Wyrwoll, Buchhandlung Walther König, Köln 2013.
  • Jörg Streichert und Carmen Strzelecki (Hrsg.): BEST KUNST. Das Leben von Kasper König in 15 Ausstellungen, Strzelecki Books, Köln 2016, ISBN 978-3-942680-56-1 (deutsch), ISBN 978-3-942680-57-8 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kasper König – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien