Kasten bei Böheimkirchen

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Kasten bei Böheimkirchen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kasten bei Böheimkirchen
Kasten bei Böheimkirchen (Österreich)
Kasten bei Böheimkirchen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Sankt Pölten-Land
Kfz-Kennzeichen: PL
Fläche: 20,54 km²
Koordinaten: 48° 9′ N, 15° 47′ OKoordinaten: 48° 9′ 17″ N, 15° 46′ 49″ O
Höhe: 290 m ü. A.
Einwohner: 1.411 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 69 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3072
Vorwahl: 02744
Gemeindekennziffer: 3 19 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kasten 48
3072 Kasten bei Böheimkirchen
Website: www.gde-kasten.at
Politik
Bürgermeister: Josef Denk (INKA)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
11
7
1
11 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Kasten bei Böheimkirchen im Bezirk Sankt Pölten-Land
Altlengbach Asperbach Böheimkirchen Brand-Laaben Eichgraben Frankenfels Gablitz Gerersdorf Hafnerbach Haunoldstein Herzogenburg Hofstetten-Grünau Inzersdorf-Getzersdorf Kapelln Karlstetten Kasten bei Böheimkirchen Kirchberg an der Pielach Kirchstetten Loich Markersdorf-Haindorf Maria Anzbach Mauerbach Michelbach Neidling Neulengbach Neustift-Innermanzing Nußdorf ob der Traisen Obritzberg-Rust Ober-Grafendorf Perschling Pressbaum Prinzersdorf Purkersdorf Pyhra Rabenstein an der Pielach Schwarzenbach an der Pielach St. Margarethen an der Sierning St. Pölten Statzendorf Stössing Traismauer Tullnerbach Weinburg Wilhelmsburg Wölbling WolfsgrabenLage der Gemeinde Kasten bei Böheimkirchen im Bezirk Sankt Pölten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Der Park vor dem Pfarrhof und der Pfarrkirche mit einem Brunnen und den beiden Kriegerdenkmälern.
Der Park vor dem Pfarrhof und der Pfarrkirche mit einem Brunnen und den beiden Kriegerdenkmälern.
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kasten bei Böheimkirchen ist eine Gemeinde mit 1411 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Sankt Pölten-Land in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kasten bei Böheimkirchen liegt im Wienerwald in Niederösterreich im Tal des Stössingbaches, eines Zuflusses der Perschling. Die Fläche der Gemeinde umfasst 20,51 Quadratkilometer. 38,34 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 17 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Baumgarten bei Kasten (53)
  • Berg (21)
  • Braunsberg (2)
  • Damberg (14)
  • Dörfl bei Kasten (64)
  • Fahrafeld (213)
  • Gwörth (14)
  • Hummelberg bei Kasten (13)
  • Kasten bei Böheimkirchen (466)
  • Kirchsteig (34)
  • Kronberg (12)
  • Lanzendorf bei Kasten (29)
  • Lielach (22)
  • Mitterfeld (205)
  • Stallbach (80)
  • Steinabruck (77)
  • Wallenreith (2)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Kasten wird urkundlich erstmals im Jahr 1157 in Dokumenten des Bistums Passau erwähnt. Etwa zwanzig Jahre später, im Jahr 1180 wird die Katastralgemeinde Fahrafeld erstmals in einer Urkunde erwähnt. Die erste urkundliche Nennung von Strössing erfolgte 1204. 1265 wurde die Kirche zur Pfarrkirche erhoben. Otto von Walde verkaufte das „Feste Haus“, den heutigen Pfarrhof neben der Kirche 1366 an das Stift St. Pölten. Dieses wurde 1683, im Zuge der Zweiten Wiener Türkenbelagerung zerstört und nachher langsam wieder aufgebaut. Ab 1729 gibt es Schulunterricht in Kasten. Im Rahmen des Dritten Koalitionskrieges fallen die Franzosen unter Napoleon 1805 und im Rahmen des Vierten Koalitionskriegs 1809 in Kasten ein. Ab 1871 gibt es in Kasten ein „Postamt mit Fahrpost“, zwei Jahre später wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 1910 errichtet der Fonds der Wiener Kaufmannschaft ein erholungsheim in Dörfl. Während des Ersten Weltkrieges fielen 46 Bewohner auf den Schlachtfeldern. Mit dem Jahr 1922 war die Gemeinde Kasten an das elektrische Stromnetz angeschlossen. Mit der Zusammenlegung mit der Gemeinde Stössing ab 1. Jänner 1972 wurde Kasten zur Großgemeinde. 1975 wurde der Gemeinde das Gemeindewappen verliehen. 1988 wurde die Katastralgemeinde Stössing wieder selbstständig.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1321 Einwohner (Stand Januar 2011) Bevölkerungsdichte 64 Einwohner pro km² Die größte Katastralgemeinde ist Kasten(Ort) mit 465 Einwohner/km² Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1237 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1121 Einwohner, 1981 928 und im Jahr 1971 1003 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist Josef Denk.

Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: Initiative Kasten 11, ÖVP 7, SPÖ 1, andere keine Sitze. Die Initiative Kasten (INKA) wurde 2009 gegründet und wird seitdem von Josef Denk geleitet. Vizeobmann der Initiative ist Johann Heinz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen besteht aus dem Zehentkasten, der der Gemeinde den Namen gibt, dem roten Wolf der Herren von Wald und das Y für die Klosterherrschaft des Stiftes St. Pölten. Dieses Y wurde abgeleitet von YPPOLYTUS, was dem heutigen „St. Pölten“ entspricht. Es war das Zeichen der Augustiner Chorherrn von St. Pölten. Die Ähren über dem Zehentkasten weisen auf den Haupterwerbszweig der Bürger von Kasten, die Landwirtschaft hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche hl. Mauritius

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Kasten bei Böheimkirchen

Die Kirche ist dem heiligen Mauritius geweiht. Die Kirchenanlage wurde im 15. Jahrhundert durch Erhöhung des Kirchturmes und Errichtung einer Umfassungsmauer mit Schießscharten zur Wehrkirche umgebaut. Das Innere der Kirche ist im neogotischen Stil gehalten. Das Hochaltarbild von 1693 sowie einige andere Gemälde und Skulpturen sind die Reste der ehemaligen barocken Einrichtung. Über dem Langhaus ist barockes Kreuztonnengewölbe. Der Nordturm ist mächtig gebaut.[3]

Pfarrhof mit Schüttkasten

Das ehemalige „Feste Haus“ war im 12. Jahrhundert der Adelssitz des Udalschalk von Kasten. Im Jahr 1366 wurde es an das Stift St. Pölten verkauft und diente als Sommerresidenz der St. Pöltner Pröpste. Das Gebäude wurde 1683 von den Türken zerstört und später wieder aufgebaut. Heute wird es als Pfarrhof genutzt. Neben der Wehrkirche steht ein mächtiger Schüttkasten, der vermutlich der Namensgeber der Gemeinde ist.[3]7

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kasten bei Böheimkirchen

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kasten liegt im Biosphärenpark Wienerwald. Auf dem Gemeindegebiet stehen zwei Bäume: eine Linde sowie eine Eibe unter Naturschutz.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 36, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 72. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 585. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 48,42 Prozent.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Freiwillige Feuerwehr Kasten ist, neben der Pfarre Kasten, die älteste Institution in der Gemeinde. Die Feuerwehr wurde 1873 gegründet und zeichnet seit damals für die Sicherheit der Gemeindeeinwohner verantwortlich.
  • Der Tennisclub Kasten mit einer 4-Platz Tennisanlage
  • Kultur und Theaterverein Kasten
  • Musikveranstaltungsverein Klangkasten[5]
  • Theaterverein Fahrafeld
  • Fußballclub Kasten
  • Laienspiele Kasten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Helmut Schneiderbauer: Wienerwald. Die schönsten Kultur- und Naturentdeckungen vor der Haustür. Kral-Verlag, Berndorf 2011, ISBN 978-3-99024-024-3, S. 179 f.
  3. a b Helmut Schneiderbauer: Wienerwald. Die schönsten Kultur- und Naturentdeckungen vor der Haustür. Kral-Verlag, Berndorf 2011, ISBN 978-3-99024-024-3, S. 180.
  4. Land Niederösterreich, Abteilung Naturschutz: Liste der Naturdenkmale in Niederösterreich
  5. Musikveranstaltungsverein Klangkasten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kasten bei Böheimkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien