Katalanische Spätgotik

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Südportikus der Kathedrale von Palermo
Portal des Palazzo Abatellis

Die Katalanische Spätgotik ist ein gotischer Baustil, der sich im 15. Jahrhundert in Sizilien unter der Herrschaft der Aragonier (Katalanen) herausgebildet hat und dort breiten Einfluss gewann. Dieser Stil lässt bereits einen Übergang zu Frühformen der Renaissance erkennen.

Ein kennzeichnendes Merkmal für die katalanische Spätgotik ist, dass die Spitzbögen von Toren und Fenstern nicht mehr so hoch aufstreben wie in der Hochgotik, sondern mehr in die Breite gezogen sind. Ein weiteres Kennzeichen ist die florale Ornamentik.

Ein anschauliches Beispiel für die katalanische Spätgotik in Palermo bietet der Südportikus der Kathedrale von Palermo, an dem die floralen Elemente und die gedrückten Spitzbögen gut zu erkennen sind. An dem Eingangsportal des Palazzo Abatellis in Palermo ist der Übergang zur Renaissance schon so weit vollzogen, dass gar kein Bogen mehr verwendet wird, sondern ein horizontaler Türsturz.

Ein weiteres Beispiel für die katalanische Spätgotik ist der Portikus der Kirche Santa Maria della Catena in Palermo.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigit Carnabuci: Sizilien. Griechische Tempel, römische Villen, normannische Dome und barocke Städte im Zentrum des Mittelmeeres (= DuMont Kunst-Reiseführer). 6., aktualisierte Auflage. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7701-4385-6.