Katasterismos

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Ein Katasterismos (griechisch καταστερισμός, zu ἀστήρ aster „Stern“) ist eine Sorte literarischer Texte, in der erklärt bzw. darüber spekuliert wird, wie ein Sternbild ursächlich entstanden ist und seinen Namen erhielt. Katasterismen sind typisch für den klassischen und alexandrinischen Hellenismus, kommen aber auch in anderen Kulturen vor.

Bedeutung und literarische Tradition der griechischen Katasterismen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sagen zu den Sternbildern waren keine Bestandteile religiöser Strukturen; die Rolle der Götter beschränkt sich meist auf die Verstirnung des Ziels. Im Sinne des Katasterismos ist ein Sternbild in der Regel als Abbildung einer mythischen Gestalt oder eines mythischen Objekts zu verstehen, nicht als Resultat einer magischen Verwandlung oder Metamorphose.

Ein Katalog der Katasterismen zu 44 Konstellationen (inklusive Planeten und Milchstraße) liegt von Eratosthenes vor. Als Vorläufer der eratosthenischen Katasterismen können Homer, Hesiod, Pherekydes von Athen, Aratos von Soloi und Kallimachos von Kyrene angesehen werden. Der Katasterismos der Callisto zur Großen Bärin findet sich auch im zweiten Buch der Metamorphosen Ovids.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eratosthenes: Sternsagen. Hrsg., Übers. u. Kommentar v. Jordi Pàmias u. Klaus Geus. Utopica, Oberhaid 2007, ISBN 978-3-938083-05-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]