Katavi (Region)

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Katavi
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Tansania
Hauptstadt Mpanda
Fläche 47.527 km²
Einwohner 564.604 (2012)
Dichte 12 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 TZ-28

Koordinaten: 6° 21′ S, 31° 4′ O

Katavi ist eine der insgesamt 31 Regionen in Tansania. Die Hauptstadt ist Mpanda. Katavi grenzt im Nordwesten und im Norden an die Region Kigoma, im Nordosten an die Region Tabora, im Südosten an die Region Mbeya, im Südwesten an die Region Rukwa und im Westen an die Demokratische Republik Kongo.

Katavi, klimatische Zonen
Der Tanganjikasee, östlich liegt die Region Katavi, nördlich des Rukwasees
Karema am Tanganjikasee

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region hat eine Größe von 47.527 Quadratkilometer und 564.604 Einwohner (Stand 2012) und liegt zwischen 1000 und 2500 Metern über dem Meer. In den kühleren Monaten Juni und Juli liegt die Temperatur zwischen 13 und 16 Grad Celsius, um in den Monaten September bis November auf 26 bis 30 Grad zu steigen. In der Regenzeit zwischen November und April regnet es 700 bis 1300 Millimeter. Katavi ist klimatisch in vier Zonen gegliedert:

  • Becken des Rukwasee: Es umfasst den zentralen und südlichen Teil der Region und liegt in einer Höhenlage von 800 Meter am See bis zu 1100 Meter im Norden. Im Süden regnet es jährlich um 1250, im Norden von 840 bis 970 Millimeter.
  • Katumba-Inyonga Ebene: Diese Ebene im Osten der Region wird vom Fluss Katumba durchflossen und liegt zwischen 1000 und 1500 Meter hoch. Die Niederschläge liegen zwischen 920 und 1000 Millimeter im Jahr.
  • Mwese Berge: Die Höhe dieser Bergregion im Nordwesten reicht von 1100 bis 2500 Meter. Die Niederschläge schwanken von jährlich 100 bis 1100 Millimeter.
  • Tanganjika Becken mit dem Karema Tal im Südwesten: Die Zone liegt beginnend mit der Seehöhe von 770 Meter bis 1300 Meter über dem Meeresniveau. Die durchschnittliche Regenmenge im Jahr liegt zwischen 950 und 1200 Millimeter.[1][2]

Da Klima in Katavi ist tropisch, Aw nach der effektiven Klimaklassifikation.[3]

Klimatabelle Mpanda
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 29,9 30,2 30,1 30 29,9 30 29,7 30,5 31,6 32,2 31,2 29,9 Ø 30,4
Min. Temperatur (°C) 19,9 19,7 19,5 19,5 18,5 16,2 15,7 17,4 19,1 20,3 20,2 19,9 Ø 18,8
Temperatur (°C) 24,9 24,9 24,8 24,7 24,2 23,1 22,7 23,9 25,3 26,2 25,7 24,9 Ø 24,6
Niederschlag (mm) 179 168 187 163 25 0 0 0 5 31 150 231 Σ 1.139
T
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19,5
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16,2
29,7
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30,5
17,4
31,6
19,1
32,2
20,3
31,2
20,2
29,9
19,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: climate-data.org
Der Rukwasee von Norden

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1964, als die Vereinigte Republik Tansania gegründet wurde, bestand die Region aus den drei Distrikten Kasulu, Kibondo und Kigoma. Damals lebten Europäer, Inder, Araber und Afrikaner in diesem Gebiet.[4] Die Region Katavi in der heutigen Form wurde am 1. März 2012 gemeinsam mit den Regionen Njombe, Simiyu und Geita gegründet.[1]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region wird in drei Distrikte unterteilt (der frühere Distrikt Mpanda wird als Tanganjika bezeichnet, Stand 2017):[5][6]

Distrikt Einwohner

2002

Einwohner

2012

Mpanda 67.890 102.900
Tanganjika 98.654 179.136
Mlele 243.908 282.568

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 waren fast fünfzig Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre alt, weniger als vier Prozent waren älter als 60. Die Alphabetisierung betrug 60 Prozent bei Männern und 52 Prozent bei Frauen, der Prozentsatz war in städtischen Bereichen mit 71 Prozent deutlich über den 51 Prozent der ländlichen Bereiche (Stand 2012).[7]

Einrichtungen und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildung: Von den Über-Fünf-Jährigen besuchten 22 Prozent eine Schule, elf Prozent hatten den Schulbesuch ohne Abschluss abgebrochen. 28,5 Prozent hatten eine Schule abgeschlossen und 38,5 Prozent nie eine Schule besucht.[8]
  • Gesundheit: In der Region gab es ein Krankenhaus und dreizehn Gesundheitszentren (Stand 2016). Die Anzahl der Apotheken nahm von 59 im Jahr 2012 auf 69 im Jahr 2016 zu. Die Malariarate wurde von zehn Prozent im Jahr 2012 auf sechs Prozent im Jahr 2015 gesenkt.[9]
  • Wasser: Im Jahr 2018 hatten 50,2 % der Landbewohner in der Region Katavi Zugang zu sauberem Wasser.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Distrikt waren von den über Zehn-Jährigen 71 Prozent beschäftigt, elf Prozent waren im Haushalt tätig (Kochen, Hygiene, Pflege), dreizehn Prozent in Ausbildung, zwei Prozent arbeitslos und drei Prozent nicht arbeitsfähig. Von den Beschäftigten arbeiteten 82 Prozent in der Landwirtschaft (Stand 2012).[11]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In fast allen Landesteilen werden Mais und Maniok angebaut, in der Katumba-Ebene auch Tabak, Bohnen, Erdnüsse, Sonnenblumen und Zuckerrohr, in den Mwese-Bergen auch Bohnen, Bananen, Kaffee und Kartoffeln. Im Becken des Rukwasees und am Tanganjikasee wird auch Reis geerntet.[1] Auch die Viehwirtschaft spielt in der Region eine wichtige Rolle, sowohl für die eigene Ernährung als auch als Zusatzeinkommen durch den Verkauf der Tiere und ihrer Produkte. Auch als Zugtiere werden sie verwendet. Mit Stand 2018 gab es in der Region 501.203 Rinder, 147.173 Ziegen, 45.414 Schafe, 14.813 Schweine und 630.057 Hühner.[1]

Katavi-Nationalpark aus der Luft

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptattraktion der Region ist der Katavi-Nationalpark. Die Anzahl der Besucher stieg von 2854 im Jahr 2012 auf 3837 im Jahr 2016. Neben dem Nationalpark liegen die Jagdreservate Rukwa und Luafi, am Fluss Nugufu ist der Nkondwe Wasserfall sehenswert.[12][13]

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Katavi hat an Bodenschätzen die Erze Eisen, Nickel, Kobalt, Kupfer, Gold und auch Edelsteine wie grünen Turmalin und Rosenquarz. Der Abbau wird von kleinen, privaten Bergbaubetrieben durchgeführt.[14]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Straßen: In der Region gibt es drei Hauptverkehrsstraßen, die alle von der Hauptstadt Mpanda ausgehen: Nach Norden in die Nachbarregion Kigoma, nach Süden nach Sumbawanga und weiter nach Sambia und nach Osten in die Nachbarregion Tabora.[15]
  • Eisenbahn: Von der Hauptstadt führt die Mpanda Bahnlinie 210 Kilometer nach Norden bis Kaliua, wo sie auf die Tanganjikabahn trifft.[16]

Naturschutzgebiete, Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büffel im Katavi Nationalpark
  • Katavi-Nationalpark: Der Nationalpark wurde im Jahr 1974 eingerichtet. Er ist mit 4471 Quadratkilometer der drittgrößte Nationalpark in Tansania und beherbergt große Büffelhereden von bis zu 1000 Tieren. Ebenfalls im Park leben 3000 Elefanten, Antilopen, Zebras, Gnus und die Raubkatzen Gepard, Serval, Leopard und Löwe.[12][17]
  • Nkondwe Wasserfall: Wasserfall des Flusses Lugufu.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katavi Regional Website

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Katavi Regional Website, About Us, History. Abgerufen am 4. November 2019.
  2. Map 500k--xb36-3. Russian Army Maps, abgerufen am 5. November 2019.
  3. ClimateDate Mpanda. Abgerufen am 4. November 2019.
  4. 50 Jahre Unabhängigkeitserklärung in Tansania. (pdf) Die Vereinigte Republik Tansania, S. 5–6, abgerufen am 5. November 2019 (Suaheli).
  5. Tanzania Regional Profiles, 23 Katavi Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, März 2016, S. 15, abgerufen am 4. November 2019.
  6. Katavi Regional Website, Districts. The United Republic of Tanzania, abgerufen am 5. November 2019.
  7. Tanzania Regional Profiles, 23 Katavi Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, März 2016, S. 18, 60–61, abgerufen am 5. November 2019.
  8. Tanzania Regional Profiles, 23 Katavi Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, März 2016, S. 71, abgerufen am 5. November 2019.
  9. Katavi Regional Website, Administration, Departments, Healthy. The United Republic of Tanzania, abgerufen am 5. November 2019.
  10. Katavi Regional Website, Administration, Departments, Water. The United Republic of Tanzania, abgerufen am 5. November 2019.
  11. Tanzania Regional Profiles, 23 Katavi Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, März 2016, S. 82, 89, abgerufen am 5. November 2019.
  12. a b Katavi Regional Website, Tourism, Katavi National Park. The United Republic of Tanzania, abgerufen am 5. November 2019 (Suaheli).
  13. a b Katavi Regional Website, Tourism, Nkondwe Waterfalls. The United Republic of Tanzania, abgerufen am 5. November 2019.
  14. Katavi Regional Website, Investment Opportunities, Minerals. Abgerufen am 5. November 2019.
  15. Trunk Roads Network. Abgerufen am 5. November 2019.
  16. Modal Choice between Rail and Road Transportation, Evidence from Tanzania. (pdf) World Bank Group, August 2017, S. 8, abgerufen am 5. November 2019.
  17. Katavi National Park. Abgerufen am 5. November 2019.